DSA 4 - Online

  • 186. Spieltag ( 27.05.2024)


    Zunächst wurde mal grob sauber gemacht. Der Zerhackte landete im Betttuch verpackt in einer Ecke. Shadi verzog sich mit seinem Stuhl auf den Laubengang, er war als einziger ohne Verletzungen davongekommen. Der Rest richtete es sich so gemütlich wie möglich ein und legte sich zur Ruhe. [Regeneration w6-1, wegen der schlechten Verhältnisse].


    Am Morgen nahm man sich den Nachtschattenmagier vor. Der erzählte den Helden davon, dass die Qabla auf der Suche nach einem Artefakt war, welches es zu vernichten galt. Zu den Buchhändlern konnte er auch die Namen nennen: Mulziber und Neranziber. Shadi horchte auf. Von dem Ersten hatte er schon gehört, denn der kam auch aus Tuzak. Einstmals ein Studiosus an der Schule des Wandelbaren, dann leidenschaftlicher Rebell gegen die garethischen Besatzer. Nach der Übernahme der Insel Maraskan durch den Dämonenmagier Borbarad, verlor sich seine Spur. Es heißt er sei gefangengenommen worden, jedenfalls sah man ihn in Tuzak nie wieder. Der andere Name war den Helden völlig unbekannt und auch der gefangene Magier konnte keine Hintergrundgeschichte liefern. Die beiden Buchhändler leiteten die Mission. Die nutzlose Horasierin hatte sich zwar in den wahren Namen des Dämon gesetzt, hatte ihre Beute aber an Khelbara verloren. Die Steintafel wurde gerade ausgewertet. Und den Rest von Donations Puzzlerätsel werde man auch noch in die Finger kriegen. Nun zeigte Dolorita wenig Gnade mit dem Gefangenen. Ihr galt der Angriff und damit war der Gegner dem Tode geweiht. Wer wollte schon sagen, ob der Magier in Notwehr gestorben war oder nicht. Der Hexendolch schickte den Nachtschatten in die ewige Dunkelheit.


    Die Helden packten ihre Sachen. Isha kündigte die Behausung in höflichstem Tonfall, es sei absolut unangebracht gewesen, das Ankleidezimmer der al´anfanischen Dame, einfach so, an einen anderen Gast zu vermieten. Man bedachte den Herbergsvater noch mit 2 Dukaten Trinkgeld für die Unannehmlichkeiten bei der Beseitigung der beiden oben liegenden Leichname. Der Wirt stürzte die Treppe hinauf und man vernahm einen gedämpften Aufschrei. Die kleine Ablenkung wurde genutzt, um sich aus dem Staub zu machen. Jetzt waren die Helden ohne Unterkunft. Shadi benannte einen guten Freund als möglichen Gastgeber. Also ging man zum Teehaus „Bey Banta“. Eben jeder schauzbärtige Banta empfing Shadi mit einem Lächeln. Blickte erstaunt die Straße hoch und runter, und fragte, wo denn der Lieferkarren geparkt worden sei. Shadi erklärte ihm, dass es bei der Überfahrt von Maraskan nach Aranien zu einer kleinen Komplikation gekommen sei. Leider war der Hafenmeister von Elburum weder mit Blindheit, noch mit Gier geschlagen. Was auch immer diesen Meister der Neugierde getrieben haben mag, er hatte sich den Inhalt der Töpferwaren angesehen. Das Steingut an sich, sei nicht das Problem. Jedenfalls wurden Shadis Waren konfisziert. Shadi versprach aber eine sofortige Lieferung, sobald er an seine Güter wieder herankam. Die Gruppe bezog ihre Zimmer. Das Teehaus bot sechs Schlafplätze an, alle wurden angemietet. Damit stieg die Hoffnung, dass keine Fremden über die Helden in der Stadt herumschwafelten.


    Am Nachmittag ging es zum Hafen. Die Ermittlungen erbrachten, dass sich Shadis Waren in den Lagerräumen der Mada Basari befanden. Isha hoffte,aufgrund ihres gesellschaftlichen Hintergrunds, mehr über einen Freikauf des Handelsgüter zu erfahren. Nach einer kurzen Vorstellung wurde sie zu einem gut gekleideten und gepflegten Mann Anfang 40 geführt. Er stellt sich als Salamon ibn Dafar vor. Nach ein bisschen Smalltalk, fragte der Herr, ob Isha nicht zufällig an der Rettung des Zorganer Rahjatempels beteiligt gewesen sei. Die Berichte aus dem Mutterhaus der Mada Basari hätten eine Beschreibung der Wohltäter enthalten, die auffällig zutreffend mit dem Erscheinungsbild von Isha sei. Isha bejahte dies, was den Kontorherren sofort zu der Anschuldigung führte, ob Sybia nun ihre Spione auf ihn angesetzt habe. Isha konnte ihn vom Gegenteil überzeugen. Von einem internen Interessenkonflikt der Handelsgesellschaft wusste sie nichts. Salamon bestätigte, die konfiszierten Waren in seinen Lagerhäusern zu haben. Als Beweis erhielt Isha ein Seidentuch mit seltsamen Symbolen, welche von ihr sofort als Rur und Gror zugehörig identifiziert wurden. Nichts in Phexens Welt ist umsonst, ein Gefallen gegen einen Gefallen. Salamon versprach ein gutes Wort beim Hafenmeister einzulegen. Die Bannware konnte er natürlich nicht freibekommen, aber gegen Töpfereien und Seidentücher dürften keine Bedenken bestehen. Auch wenn er aufgrund der auffälligen Symbolik, nicht mit einer großen Nachfrage rechnete. Über die Sultana wusste er zu berichten, dass die Herrscherin sich die Oroner als Feind auf die Fahne geschrieben hatte. Sie würde großzügig in den Straßenbau und die Errichtung eines Rahjatempels investieren. Die Sultana hätte eine Liebschaft mit einem gewissen Assaban, der Abt eines Kloster eine Tagesreise entfernt. Diese Info war jetzt neu für Isha. Es kamen die bereits erwähnten Warnungen vor dem Feuerschlick und seinem Elixier. Dazu noch Erkenntnisse, dass es eine Qabla in Elburum geben soll, die sich Niobaras Töchter nennt. Angeblich gäbe es in der Nähe eine versteckte Sternwarte, welche durch Dschinnenmacht erschaffen worden sei. Aber solcherart Gerüchte tauchten in Aranien immer wieder auf, nur seltsam, dass in den ganzen Jahren nie jemand die besagte Warte gefunden hatte. Wozu sollte man auch eine Sternwarte geheim halten. Niobara hatte zur Zeit Donations gelebt, und weilte schon eine Ewigkeit in Borons Hallen. Zum Pfauenpalast konnte er nur sagen, dass der Name dort Programm war. Dieses verschachtelte Bauwerk war irgendwie das Werk eines Wahnsinnigen, die Gerüchte behaupten, dass er vollen Geheimräume sei, von welchen nicht einmal die Sultana wüsste.


    Zwischenzeitlich hatten sich die Helden zerstreut. Dolorita füllte ihren Rauschkrautvorrat auf. Isleif nutzte die Nähe zum Efferd-Tempel, um diesen einen Besuch abzustatten. Er wurde von der 66 Jahre zählenden Delphinia begrüßt. Die trüben Augen blickten durch den Skalden hindurch. Die Geweihte wurde von einer jungen Frau begleitet, welche sie durch das Heiligtum führte. Auch die Tempelvorsteherin lobte die Sultana als Kämpferin gegen die niederträchtigen Oroner. Die Gefahren des Feuerschlick waren ihr wohl bekannt. Hatte der Gebrauch des Elixiers sie das Augenlicht gekostet. Dafür reichte schon der Geruch der, im Wasser schwimmenden, Alge aus, um die Geweihte mit seltsamen Bildern zu versorgen. In letzter Zeit sah sie immer wieder Traumbilder über einen jungen Gelehrten, der im Pfauenpalast lebte. Der Mann zeichnete an einem Art Bauplan herum und anschließend wuchsen seltsame Wände in die Höhe. Nach jeder Nacht sah der Palast dann etwas verschachtelter aus. Als wären Pfauen als Gartentiere nicht genug.


    Die Helden wollten das bevorstehende Fest dazu nutzen, um sich im Palast etwas umzusehen. Deshalb nahm Isha Kontakt zur ihrer Lehrmeisterin Ishannah al´Kira auf. Bei Tee und Honigkuchen kam es zum Erfahrungsaustausch. Die Meisterin versprach Verbindung zum Palast aufzunehmen und sich um Einladungen zu kümmern. Die Sultana hätte, in ihrem tristen Dasein, immer Interesse an fremden Personen, die gute Unterhaltung bieten könnten. Die Feste, die regelmäßig stattfanden, verkamen schnell zu einem Trink- und Fressgelage. Ishannah erhoffte sich diesmal etwas Abwechslung zu dem gewohnten Einerlei.


    Shadi versuchte sein Glück direkt beim Palast. Zumindest kam er bis zum Sultanstor, wo er von der Wache aufgehalten wurde. Nachdem er sein Begehr geäußert hatte, erschien der Hofmeister Leilan ibn Nasjeda. Der 63jährige Kahlkopf sprach in emotionslosem Tonfall. Shadi bot sich als Tageslöhner für einen Dienerposten an. Der Hofmeister erkundigte sich nach den Fähigkeiten des Maraskaners. Schon die Herkunft sei eine Abwechslung für den Palast. Als Servierer konnte Shadi seine Geschicklichkeit voll zum, wörtlich, Tragen bringen. Galt es doch eine Menge Spezereien von der Küche in den Garten zu schaffen. Leilan sagte zu, das Ansinnen von Shadi zu prüfen, er werde dann eine Nachricht ins Teehaus schicken. Im Hintergrund erhaschte Shadi einen kurzen Blick auf den Palast. Das ließ ihn erahnen, dass man sich als Neuling ohne Ortskenntnisse, nur schwer zurecht finden würde.


    Das Fest findet in zwei Tagen statt und wird Thema in der nächsten Sitzung sein (04.06.2024).

  • 187. Spieltag (04.06.2024)


    Am Abend wollte man sich mal den Treffpunkt der Nachtwinde näher ansehen. Von außen sah das Teehaus „Blauer Pfau“ ganz gewöhnlich aus. Gäste kamen und gingen. Es waren auch ein paar Seeleute darunter, was in Hafennähe jetzt nicht ungewöhnlich war. Aber je länger man sich das Treiben ansah (Sinnesschärfe +) desto mehr fiel auf, dass sich am Tresen ungewöhnliche Dinge abspielten. Menschen kamen, bestellten ein Getränk, welches sie am Tresen zu sich nahmen. Wechselten eine Paar Worte und Münzen, in manchen Fällen auch kleine Briefe, die der Wirt unter der Theke verschwinden ließ, bzw. hervorholte. Den Helden war klar, dass in der Geschäftszeit hier nichts Unauffälliges zu machen war. Also ruhte man sich noch etwas aus [Regeneration w6-1, weil verkürzte Nacht]. Beim ersten Hahnenschrei machte man sich wieder auf den Weg. Wie erwartet war der Zugang zum Gastraum durch Schiebewände blockiert. Das Haus wurde umrundet und die Helden bemerkten eine einzelne Frau, welche gerade die Tische reinigte. Isha näherte sich der Hintertür. In den frischen Küchenabfällen fand sie etwas Fett, um die Angeln der einfachen Hintertür am Quietschen zu hindern. Mit traumwandlerischer Sicherheit (Schleichen *TaW 14) wich sie den von der Decke hängenden Pfannen und Töpfen aus und näherte sich der Schwingtür zum Gastraum. Speiseöl fungierte als Lärmdämpfer und ihr gelang es, sich hinter den Tresen zu verstecken. Das gute Stück sah von hinten etwas seltsam aus. Direkt unter dem Thekenblatt waren kleine, schmale Fächer montiert. Die Fächer waren alle leer, waren aber fortlaufend nummeriert. In einem nahestehenden Öfchen fand die Geweihte ein paar angebrannte Papierreste, welche sie mitnahm. Als sich die Küchenhilfe bei ihrem Putzrundgang auf den Rückweg machte, war es Zeit zu verschwinden. Zwei Schleichenproben später war der Außenbereich erreicht. Die Gruppe machte sich auf den Rückweg ins Quartier.


    Gerade als man das Garnisonsgebäude passieren wollte, kam daraus ein alter Bekannter entgegen. Zumindest Isha kannte Salamon ibn Dafar von ihrer Exkursion ins Reich der Mada Basari. Als er sich sich der Gruppe näherte, blieb er stehen und musterte die vier Entgegenkommenden. Dann grüßte er freundlich und fragte Isha, ob nun alle Rahjaretter zusammen seien. Salamon erzählte, dass er gerade die Sache mit den konfiszierten Waren geregelt habe. Ein Räuspern von Shadi erweckte seine Aufmerksamkeit. Er erzählte dem maraskanischen Händler, dass er die Tonwaren und Seidentücher gerne wieder abholen könne. Leider muss er sich von dem Inhalt einiger Töpfe trennen. Der aranische Händler bot 100 Dukaten für den verbotenen Inhalt. Shadi würde selbstverständlich eine Quittung für die Vernichtung der Bannware erhalten. Für den Rest der Waren bot ibn Dafar 50 Dukaten. Shadi stimmte der Veräußerung des Inhalts zähneknirschend zu. Er wollte jedoch die erlaubten Güter gleich mitnehmen. Also ging es kurz zurück ins Kontor, wo der zweispännige Eselskarren mit den seltsam fremden Farben und Mustern abgeholt wurde.


    Das Hufgetrappel brachte Banta, den Herbergsvater der Helden, auf die Straße. Auf Bantas Gesicht erschien ein Lächeln, als er den Wareneingang bewertete. Shadi konnte zwar nicht alles Bestellte liefern, aber er erhielt 75 Dutaten als Entlohnung. Die Waren wurden in den Keller des Teehauses geschafft. Dolorita war sich für solche schnöde Arbeit zu fein, sie kümmerte sich um die verkohlten Überreste der Papierschnipsel. Viel Text war da nach einer Lesen/Schreiben-Probe nicht mehr zu entziffern. Zumeist nur eine Zahl und ein Wort „abgelehnt“, „akzeptiert“, „um Mitternacht“ und ähnliches. Es handelte sich einwandfrei um mehrere Schriftstücke, passten die Teile nicht zusammen. Keiner der Zettel wies irgendeine Unterschrift auf. Die Handschriften waren unterschiedlich. [Probe Gassenwissen +] Auch in Al´Anfa war die Kunst eines toten Briefkasten bekannt. Gegen Nennung einer Losung und der Bezahlung einer Bearbeitungsgebühr wurden Nachrichten ausgetauscht, die sich nicht zurückverfolgen ließen. Banta ließ ein gutes Frühstück servieren. Lautes dreimaliges Pochen an der Tür ließ die Gruppe aufhorchen. Banta kümmerte sich um den Besucher und kam kurze Zeit später mit einer Schriftrolle und einem gefalteten Brief zurück. Beide Schriftstücke landeten auf dem Tisch der Helden. Auf dem Brief war Shadis Name vermerkt und so öffnete er den Umschlag auch. Der Haushofmeister bedankte sich für die Bewerbung als Hilfskraft für das morgige Fest und bestellte Shadi im Morgengrauen an das Sultanstor. Shadi würde eingekleidet werden und eine Einweisung zu den erwarteten Arbeiten erhalten. Die Schriftrolle wanderte in Doloritas Hände. Ein Wachssiegel mit einem Löwen und einem Kleeblatt. [Heraldik -] Muss jemand wichtiges sein. Isha erkannte in dem Kleeblatt sofort die vierblättrige Mohnblume von Elburum wieder. Zusammen mit dem Königstier ließ sich vermuten, dass das Schreiben von Iphemia, Sultana der Weißen Stadt, stammte. Die Schriftrolle enthielt eine Einladung an die fremden Heroen und Retter des Rahjatempels für die Mittagszeit des Folgetages. Damit war dann auch der Zugang zum Fest geregelt.


    Nun wollte man den Wirt des „Blauen Pfaus“ noch vor Öffnung des Teehauses abfangen. Eine kurze Befragung von Gassenjungen [Gassenwissen +] brachte die Helden zum Privathaus des Wirtes. Dort trafen sie seine Frau beim Gießen der heimischen Rosen an. Auf die Nachfrage, wer denn ein Kontaktbegehren für den Ehemann vorbringe, erhielt die Lebensgefährtin des Wirtes die vielsagende Antwort: „Interessante Leute“. Die Gießende war wenig in ihrer Neugier befriedigt und rief durch die geöffnete Eingangtür ihrem Schatz zu, dass ebendiese Leute vor der Tür standen. Der Wirt erschien kurz vor den Eingang. Isha machte ihm klar, dass sein Nachrichtengeschäft kurz vor der Aufdeckung an die Behörden stand, was den Mann zu einer Einladung auf einen Tee in der Küche veranlasste. Der Tee wurde dann nicht getrunken. Aber der Wirt konnte zumindest seine „Geschäftsidee“ erklären. Da er keine Namen kannte, konnte er da auch nicht weiterhelfen. Der Begriff „Nachtschatten“ sagte ihm nichts. Erst die Beschreibung des auf dem Laubengang überwältigten Magiers brachte die Auskunft, wie der Mann aussah, welcher dem Magier Nachrichten schickte. Teil der Beschreibung war auch der Fakt, dass der Gesuchte mit maraskanischem Akzent redete. Viele Worte waren mit dem Wirt nicht ausgetauscht worden. Der Fremde war erstmals vor ca. 14 Tagen aufgetaucht und war, im Anschluss an die Abgabe der Nachrichten, die Straße hinunter und nach der Garnison links in Richtung Süden abgebogen [ein Stadtplan von Elburum liegt den Spielern vor]. Die Helden bedankten sich mit barer Münze für die Auskunft und verließen die Örtlichkeit. Aber erst nachdem sie sich an der, den Türrahmen füllenden, Ehefrau des Wirtes vorbei drängten. Diese hielt ihre Gieskaraffe wie einen Schutzschild vor sich und schalt ihren Mann, dass er seine „interessanten Leute“ zukünftig im Geschäft bedienen solle. Sonst würden in Kürze andere „interessante Leute“, in der geneigten Uniform der Stadtgarde, dem Hausfrieden und Inventar empfindlichen Schaden zufügen. Was dann auch nicht zuträglich für die Gesundheit des gelobten Gatten sei.

  • Die Mittagszeit war nahe und so beschlossen die Helden zum Hesindetempel zu gehen. Shadi machte noch einen Abstecher in den Perainetempel und anschließend noch zu Banta, da die Unterkunft der Helden sich zufälligerweise in der Wegrichtung des Gesuchten Nachtwindes befand.

    Die Geweihte im Tempel, Mutter Alina, konnte den Besuch des Nachtwindes und auch einer Frau mit seltsamen Tätowierungen bestätigen. Die beiden Fremden hätten sich nach dem Palast und der alten Akademie erkundigt. Alina hatte nach dem Zusammenbruch von Oron ein paar Bücher und Schriftrollen vor der Vernichtung des Bildersturms bewahrt. Die Fremden hätten den Perainetempel dann wieder verlassen. Banta konnte auch bestätigen, dass der Nachtwind bei ihm war. Da der Maraskaner sich aber seltsam verhalten habe, habe er das Beherbergungsersuchen des geheimnisvollen Fremden abschlägig beschieden. Wo der dann untergekommen sei, war Banta nicht bekannt. Der Fremde wollte für sechs Personen eine Übernachtungsmöglichkeit.


    Der Hesindetempel war der letzte Anlaufpunkt des Tages. Eine Geweihte erwartete die Helden im Tempel und führte sie dann zur Tempelvorsteherin Deliah Alama. Die 42 Jährige empfing die Helden und auch sie brachte Erstaunen hervor, dass sich in letzter Zeit sehr viele Leute für Donation interessierten. Darunter war auch Khelbara, welche als ehemalige Schülerin der Schule der Schmerzen, hier wohlbekannt sei. Erst kürzlich hatte sie um Einblick in ein Rahjasutra ersucht. Das Buch beschrieb den Abstieg von Rahja in die Niederhöllen, um ihren Sohn Levthan zu retten. Auf dem Weg zu Belelkel hatte die Göttin ihre sieben Schleier nach und nach an den Höllenpforten verloren und war nackt vor die Dämonin getreten. Diese war ob der Schönheit der Liebesgöttin so sehr beeindruckt, dass sie Mutter und Sohn ziehen ließ. Ohne die göttlichen Schleier selbstredend. Einer dieser Schleier wurde in Fasar verwahrt. Der Verbleib der restlichen sechs, ist unbekannt. Eine Nachschau in der Bibliothek brachte die Erkenntnis, dass das beschriebene Rahjasutra gestohlen worden war. Die Hesindegeweihte konnte die Helden noch mit ein paar Informationen zu den „Töchtern Niobaras“ beglücken. Die nicht so geheime Geheimgesellschaft bestand nur aus Frauen, die auf der Suche nach Niobaras Erbin waren. Die bekannteste Astrologin Aventuriens hatte diverse Sternkarten gezeichnet und mit ihnen Prophezeihungen erschaffen, die nicht leicht zu entschlüsseln waren. Zu Donation Alrik von Terilia wusste die Wissensbewahrerin zu berichten, dass er ein Anhänger Borbarads gewesen sei. Der Magier habe die frühere Magierakademie in Elburum geleitet. Seine ketzerischen Thesen hätten den Weg in verschiedene Bücher gefunden, die auch heute noch Lehrwerke für Schwarzmagie seien.


    Die Helden kehrten in das „Bey Banta“ zurück und machten Kassensturz, über die Informationen, die sie bisher ausgegraben hatten. Ihnen war klar, dass das morgige Fest einen Schlüsselpunkt für das weitere Vorgehen darstellt. Zu viele Personen, die in die Geschichte verwoben sind, werden sich dort treffen. Es musste einfach etwas Wichtiges passieren. Bislang war noch völlig unklar, was für ein Artefakt das Interesse von Donation geweckt hatte. Der Magier hatte sich nach langer Suche als unwürdig empfunden und ein Puzzle entworfen, das nur der „Würdige“ durchdringen und die Suche zu einem Abschluss bringen konnte.

    Am 10.06.2024 wird das Fest beginnen.

  • 188. Spieltag (10.06.2024)

    Am Morgen machte sich als Erster Shadi auf den Weg zum Sultanstor. Dort wurde er von den Palastwachen in Empfang genommen. Allerdings war er nicht allein, sondern in Begleitung seines bunten Eselskarren, beladen mit drei vollen Kisten mit köstlichsten Arangen. Leilan ibn Nasjeda, mit 63 Jahren Haushofmeister des Pfauenpalastes, staunte nicht schlecht und erkundigte sich bei seinem neuen Tagelöhner, ob er, Shadi, der Meinung sei, die Sultana könne sich kein Obst mehr leisten. Shadi, verneinte dies und machte die Früchte, als Dank für die Beschäftigung, zum Geschenk der Sultana. Leilan hatte schon viel erlebt, aber dass ein dankbarer Beschäftigter, gleich am ersten Tag mit Geschenken aufwartet, hatte er nicht erwartet. Den wahren Grund für den Eselskarren erfuhr der Hofmeister natürlich nicht. In einem Schmugglerversteck befand sich Isleifs magische Axt „Triff“, nur für alle Fälle. Auf normalem Wege hätte der Skalde das gute Stück wohl nicht an den Wachen vorbeigebracht. Die Wachen kamen plichtgemäß ihrer Absuche der Besucher nach (Sinnesschärfe gg. Sich verstecken). Sie fanden das Versteck aber nicht. Leilan führte Shadi zum Lieferanteneingang auf der gegenüberliegenen Palastseite. Dort erhielt Shadi einen Parkplatz und ein Livree mitsamt luftiger Beinkleidung. Zunächst musste er in der Küche bei den Vorbereitungen für das Bankett mithelfen. Da er schon Arangen mitgebracht hatte, durfte er diese nun zu Saft und Fruchtspalten verarbeiten.


    Rechtzeitig machte sich auch der Rest der Gruppe auf den Weg. Als sie am Sultanstor ankamen, sahen sie einen alten Bekannten. Mustafa ben Ali, der novadische Pferdehändler und ehemaliger Reisebegleiter auf dem Weg nach Elburum, wurde gerade von den Wachen kontrolliert. Hinter ihm wartete ein älterer Herr in schwarzen Roben. Sein Zauberstab mit Kristallkugel ließ keine Zweifel an seiner Profession. Als er sich mit den Wachen unterhielt und seine Einladung vorwies, zeigte er etwas auf er Handinnenseite vor. Die Wache war zufrieden und der Magier gesellte sich zum warteten Haushofmeister. Dann waren die Helden an der Reihe. Die fürstliche Einladung der Sultana fand den Blick der Garde und so wurden die Heroen eingelassen. Der Hofmeister führte durch den verschachtelten Palast. Es gab Treppen, die führten ins Nichts. Die steinernen Stiegen sahen irgendwie gespiegelt aus. Ohne dass sich darauf eine Person bewegte, war nicht klar, ob die Treppe nach oben oder unten führte. Die optische Täuschung war perfekt. Ohne guten Orientierungssinn fand man hier nicht so einfach hinaus. Der Spaziergang endete im Palastgarten. Eine Sitzgruppe für zwanzig Personen war aufgebaut worden. Es gab nur eine Liege und die gehörte vermutlich der Sultana.

    Nach und nach trafen auch die anderen Gäste ein:

    • Vater Rassan, ein asketischer Mann in den Gewändern eines Travia-Geweihten. Er erbat sich eine Scheibe Brot und etwas Wasser zum Frühstück.
    • Ishannah al' Kira, die Schwertmeisterin und Ishas Lehrmeisterin, brachte beim Anblick von Mustafa ben Ali ein paar anzügliche Bemerkungen über plumpe Wüstenkrieger hervor, was ihr im Gegenzug nur eine hochgezogenen Augenbraue des Novadi einbrachte.
    • Salamon ibn Dafar, Mondsilberwesir der Mada Basari, nutzte natürlich die Gelegenheit, um ins Gespräch mit den Schönen und Mächtigen zu kommen. Dass er Sybias Gesandte im Blick hatte, war ein weiterer Vorteil für ihn.
    • Die 63jährige Beyrouna von Yasirabad, Dalilah al Mhanachi saba Emissa, mitsamt Tochter Jashild, schien ein Gast am fürstlichen Hof zu sein. Die ältere Dame (63 Jahre alt) machte einen etwas erschöpften und kränklichen Eindruck. Ihre Tochter ließ sich erstmal einen Becher Wein bringen und stürzte selbigen, sehr zum Missfallen des Elter, in einem Zug hinunter. Wozu sie ein Reitgerte mitführte, blieb ihr Geheimnis.
    • Der Novadi, Mustafa ben Ali, kam ins Gespräch mit Isleif. Einen Vertragspartner für den Shadif-Verkauf hatte er noch nicht gefunden. Allerdings hoffte er Kontakt zu der „Dame“ mit der Reitgärte aufzunehmen.
    • Shanya ash Shaya erschien in roter, durchsichtiger Kleidung. Man sah ihr die Rahjageweihte offensichtlich an.
    • Auch die Hochgeweihte der Hesinde, Deliah Alama, erkennbar an ihrem kleinen Fläschchen mit Feuerschlickelixier, hatte den Weg in die Palastgärten gefunden.
    • Zuletzt erschien die Sultana der Weißen Stadt, Iphemia von Elburum, auf der Feier. Sie war in Begleitung von Assaban von Zorgan, seines Zeichens Abt des Klosters Nassori und Gespiele der Sultana.

    Damit war die Bühne eröffnet. Salazar aus Rashdul (neuer Spieler) kam mit Isha ins Gespräch. Er erklärte sein Hiersein mit der Suche nach Wissen und machte klar, dass er durchaus zu mancher Invocatio und Exvocatio fähig war. Er hatte sein Handwerk vor der Spaltung der Akademie zu Rashdul erlernt. Zu einem Kommentar zu Hasrabal ließ er sich nicht herab. Isha erzählte natürlich nicht, dass der Flugteppich im Besitz der Helden mal seinem Sohn gehört hatte (siehe Feuerkloster, Drachenchronik)


    Isleif genoss die Aufmerksamkeit nicht nur der Menschen, sondern auch eines Pfaus. Das Tier zupfte wiederholt an den Hemdsärmeln des Skalden, ging aber jedem Bediensteten sofort aus dem Weg. Jashild musste auch gleich die Trinkfestigkeit des Thorwalers testen und der Inhalt eines zweiten Kelches verschwand im Kopf der jungen Frau. Isleif tat es ihr gleich, machte jedoch darauf aufmerksam, dass er nicht da sei, um sich zu betrinken. Was das Interesse der Tochter dahinschmelzen ließ.


    Shadi und andere Bedienstete servierten die ersten Getränke. Dabei konnte er Isleif den Standort seiner Axt verraten. Außerdem bemerkte der Maraskaner eine junge Frau unter den Arkaden, welche etwas in eine ledergebundene Kladde zeichnete. Shadi bot ihr einen Becher Aranensaft an und kam mit der Frau ins Gespräch. Majula war Zofe der Sultana, immer in Rufweite, und vertrieb sich die Zeit bis zu ihrem Aufruf mit der Fertigung von Zeichnungen der Palastgäste. Gerade wurde Doloritas Konterfei auf dickes Zeichenpapier gebannt. Shadi war klar, dass das wohl nicht die ganze Wahrheit war.

  • Salazar nahm Kontakt zur Hesindegeweihten auf. Diese gewährte ihm gerne Zugang zu der Tempelbibliothek. Der Magier bot der Geweihten an, sie von ihrer Sucht nach Feuerschlickelixier zu heilen, allerdings müsste sie dazu zwei Jahre auf den Gebrauch verzichten. Das wollte sich die Geweihte dann mal genauer überlegen.


    Beim Auftragen des Mittagmahls bemerkte Shadi, dass der Bogengang, welcher ihm Zugang zum Weg in die Küche gewährte mit einem Pfauenmosaik versehen war. Auch wies der Schlusstein des Steinbogens eine Gravur in der Form eines Pfaus auf. Ein kurzer Rundblick brachte die Erkenntnis, dass das sonst, zumindest in Sichtweite, nicht üblich war. Außerdem wurde er der Musikgruppe gewahr, welche sich für ihren Auftritt bereit machte. Darunter war auch eine Tänzerin, welche gerade dabei war, ihre Straßenkleidung durch vielerlei Schleierwerk zu ersetzen.


    Die Sultana war mehr an ihrem Assaban interessiert, als an den Gästen. Nur kurz brachte sie zum Ausdruck, dass Shanya ash Shaya eigentlich nicht zum Fest eingeladen sei. Was die Rahjageweihte mit der Bemerkung abtat, dass die anderen Vertreter der Zwölfgötter auch da seien. Einen Grund für die fehlende Einladung nannte die Sultana nicht.


    Nachdem Mittagessen, bevor die Musikgruppe ihr Werk erbrachte, verabschiedete sich Vater Rassan und die kränklich wirkende Bayrouna von Yasirabad. Dolorita bot ihr ihre Begleitung an und die Adlige nahm sie dankbar an. Ihre Tochter war gerade dabei sich den letzten Verstand aus der Birne zu saufen. Ihr raues und kehliges Lachen schallte wiederholt durch den Garten. Auf dem Weg in die Gemächer klagte die Adlige ihr Leid mit ihrer Tochter. Diese werde wohl nie einen Mann finden, der ihr mit strenger Miene der Weg weist. Die Tochter leitete das Gestüt des Bayrounats. Sie erkundigte sich nach dem Novadi und Isleif als Ehepartner. Dolorita gab ihr höflichst Antwort. Nachdem die ältere Dame ihr Ruhe in ihren Räumen gefunden hatte, nutzte die Hexe die Gelegenheit, sich mal im Palast umzusehen. Die Wohnräume befanden sich im ersten Stock. Alle Aufgänge in den zweiten Stock waren durch Gardisten bewacht, vermutlich befanden sich dort die Gemächer der Sultana. Das Erdgeschoss gehörte den Bediensteten und deren Pflichten.


    Zwischenzeitlich hatte die Sharisad ihren Tanz begonnen und zog die Aufmerksamkeit der Gäste und auch der Wachen auf sich. Nachdem es im ersten Stock nichts Besonderes gab, begab sich die Al´Anfanerin zu der Pfauenfliese. Auf ihrem Weg nach unten kam sie an der malenden Zofe vorbei. Isleifs Gesicht nahm gerade Formen an. Sie sprach die Zofe an und konnte [Sinnesschärfe +] am Handgelenk der Zeichnenden ein seltsames Emblem feststellen. Um das Gelenk wickelte sich eine feine Kette aus goldenen Gliedern, an welchen mehrere Plättchen, dünnen Münzen gleich, baumelten. Eines, ein sechseckiges Plättchen, zeigte einen Kelch auf schwarzem Grund, welcher nur von einer Seite beschienen war, so dass die abgewandte Seite sich im Schatten befand. Die Hexe konnte das Zeichen Niobaras Töchter zuweisen. Sie sprach die Zofe darauf an und diese gab das auch unverwunden zu. Als Kontaktmöglichkeit bot die Zofe den Briefkasten Nr. 5 im "Blauen Pfau" an. Dann klappte sie die Kladde zu und machte sich auf den Weg zum Ausgang, aber nicht ohne dass Dolorita ihr noch eine paar Haare ausriss. Nur so für alle Fälle.


    Salazar wollte keine weiteren Geränke, ihm war eher nach einer Wasserpfeife. Diesem Wunsch schloss sich Jashild mit deutlich verwaschener Aussprache an. Sie wies die Bediensteten an ihr eine Pfeife zu bringen. Nun, die Pfeife kam, mit geübtem Blick [Pflanzenkunde +] sah und roch der Magier, dass Tabak wohl nicht das einzige Kraut war, das sich gerade in Rauch verwandelte. Unter das Pfeifenkraut war noch Cheriacha gemischt. Ein Rauschkraut aus getrocknetem Wüstenkaktus. Auch der Novadi bemerkte sofort den ihm bekannten Geschmack. Beide nahmen Abstand von der Nutzung des Rauchgeräts und konnten beobachten, wie Jashilds Blick in die Ferne schweifte und sie immer ruhiger wurde.


    Isleif und Isha ließen sich vom Tanz der Sharisad verzaubern. Shadi füllte wiederholt die Getränke der Gäst und bemerkte, wie die Küche sich auf den Nachtisch vorbereitete. Teewasser wurde aufgesetzt und Honigkuchen auf kleine Teller verteilt. Als die Zopfe beim Abschied nochmals ein Becher Arangensaft wollte, bat die Zofe, dass Shadi Dolorita ein Schreiben übergeben sollte. Als Lohn winkte ein goldener Dukanten. Das Schreiben war ein Brief mit einem sechseckigen Papiersiegel, welches einen Kelch zeigte. Shadi stimmte dem Dienst zu. In der Absicht, die Zeichnungen in der Kladde zu vernichten, „verlor“ das Tablett mit dem Arangensaft das Gleichgewicht und badete die Zofe in der gelblichen Flüssigkeit. Ob der Saft den Weg zwischen den Ledereinband der Kladde fand, konnte der Maraskaner nicht feststellen. Die Zofe, versuchte rückwärts auszuweichen, prallte gegen ein unsichtbares Hindernis und stürzte zu Boden. Ein lauter tulamidischer Fluch in Form einer Frauenstimme (und es war nicht die Stimme der Zofe) schallte durch den Gang. Shadi half der Zofe wieder auf die Beine, welche sich dann über den Hinterausgang aus dem Staub machte. Zurück blieb eine gelbe Lache auf dem Boden mit einem weißen Fleck in Form eines Schuhabdrucks. Der Maraskaner konnte niemand ausmachen und ging an Dolorita vorbei, um seine Feststellung Isha zu berichten.


    Die Hexe stellte sich auf die Pfauenfliese und rief sich die Zeichnung mit den Pfeilen und der Treppe ins Gedächtnis. Sie folgte den Symbolen und landete auf einem T-förmigen Treppenabsatz. Getreu der Zeichnung ging sie geradeaus weiter und prallte nicht etwa gegen eine Marmormauer, sondern fand ein leichtes Gewebe, welches einen dunklen Raum verdeckte. Die Hexe betrat den Raum, klinkte sich in die Sinne ihrer Spinne ein und sah als erstes die Bewegung von Kerzenrauch. Vor ihr befand sich ein Schreibtisch mit einem Totenschädel auf dem eine Kerze befestigt war. Links ein Spiegel mit verwischtem Staub. Rechts ein Regal mit ein paar verstaubten Glaskolben. Der Schreibtisch hatte zwischen den Beinen einen eingeschobenen Stuhl. Im Staub ließ sich ein kleiner dreieckiger Abdruck und ein länglicher, schmaler, kastenförmiger Abdruck feststellen. Durch das dünne Geflecht hinter ihr drang ein wenig Tageslicht herein und sie konnte den Treppenabsatz erkennen. Ein Tischbein wies Schubladen auf. In einer fand die Hexe eine kleines, ledergebundenes Büchlein. Auf dem Einband fand sich das Wappen von Donation, welches der Hexe, beim Säubern des Arbeitsraumes im Zorganer Heldenhaus, auch aufgefallen war. Schuhspuren im Staub zeigten, dass erst vor kurzem eine Person hiergewesen war und den Raum wieder verlassen haben musste.


    Dolorita sah, wie sich Shadi den Treppen näherte, nachdem er die Saftpfütze beseitigte hatte. Die Hexe steckte das Büchlein ein und verließ den Raum. Shadi erschrak, als aus der Mauer eine bekannte Gestalt kam. Die Hexe übergab das Buch dem Maraskaner, mit der Bitte es Isha zu bringen. Der Gebetene machte sich auf den Weg. Die Hexe drehte sich wieder zur Wand und entschloss sich links die Treppe in Richtung Außenbereich hochzugehen. Von dem äußeren Laubengang blickte sie auf die Straße. Ein zischendes Knistern gefolgt von einem peitschenden Knall und einem weiblichen Schmerzensschrei ließ sie aufhorchen. Ihr Blick fand einen aufrecht stehenden, krampfenden Frauenkörper, welcher sich gerade flirrend auf der Straße materialisierte. Bevor Khelbara auch nur irgendwas tun konnte, traf sie der PARALYS eines Nachtwindes und ließ sie stocksteif umfallen. Sofort erschienen Helfer und verschleppten das Opfer in die Gassen.


    Shadi erschien mit der Nachricht der Übergabe des Buches und Dolorita erzählte kurz das Geschehen, dann holte sie ihren Schirm heraus und ließ sich in die Tiefe fallen. Der Maraskaner sah nur noch die Hexe zu Boden gleiten, bevor er den Rest der Gruppe alarmierte. Auf dem Weg nahm er das Gewebe vom Treppenabsatz mit und stopfte sich das schleierartige Gespinnst unter das Livree.


    Nachdem sich die Sultana und Assaban im Anschluss an den Tanz der Sharisad zurückzogen, war das Ende des Festes gekommen. Die Helden machten sich an die Verfolgung der Hexe. Diese folgte den Nachtwinden und versuchte sich zu verstecken. [sich verstecken gg. Sinnesschärfe]. Leider bemerkten die Entführer ihren Verfolger. Drei Gestalten drehten sich um, einer zog zwei Dolche, die anderen beiden begannen mit ihren Zaubern. Zeit sich aus dem Staub zu machen. Kaum hatte sich die Hexe in die Lüfte gehoben, verfolgten sie auch schon zwei Kugelblitze. Es war kein Problem diesen zu entkommen und am Ende ihrer Reichweite lösten sie sich mit einem Knallgeräusch auf. Die Hexe flog zum Palast zurück und landete vor der Gruppe.


    Am 18.06.2024 macht man sich an die Verfolgung.