Beiträge von Darkstar

    Man bewegte sich also durch den engen Gang, welchen die Auslagen den Besuchern ließ. An einem Stand für Töpferwaren ließ sich eine Gestalt in mittelreichischer Reisekleidung die Eigenschaften einer handgedengelten Öllampe erklären. [Sinnesschärfe-Probe]. Der Gang wurde durch zwei Jugendliche überwacht, die sich so postiert hatten, dass sie ihrer Gefährtin ermöglichten einen Beutelschnitt mit ihrer Fingerklinge durchzuführen. Gleichzeitig hatte man beide Fluchtrichtungen im Auge und unter Kontrolle. Nach einem geschickten Schnitt fiel der Diebin die Börse des Mittelreichers in die Hände, sie wandte sich zum Gehen und rempelte zufällig einer der Gehilfen an. Imions scharfe Augen sahen die Börse den Besitzer wechseln und so konnte die Diebin nun ganz entspannt alles ableugnen. Die beiden Jungen verließen in entgegengesetzter Richtung den Tatort, während die Diebin auf die Helden zulief. Als sie den Zwerg sah, der seine Börse zur Sicherheit unter sein Wams schob, machte sie einen großen Bogen um die Gruppe.


    Die Szene endete damit, dass der Mittelreicher beim Bezahlen feststellte, dass die Börse fehlte und nun lautstark nach der Wache rief. Zwei Wächter erschienen kurz darauf, aber was sollten sie machen. Der Fremde hatte keine Personenbeschreibung und so blieb ihnen nur ihr Bedauern auszudrücken. Die Gruppe bewegte sich am Lampenstand vorbei und kam zu der Kreuzung, welche in Richtung Ordenshaus führte.


    Das altehrwürdige Haus hatte Jahrhunderte auf dem Buckel. Seine Ornamentik stammte noch aus den Magierkriegen. Die Helden sahen den Eingang zu einem Kosmetikladen. Rechts davon fand man eine kleine unscheinbare Türe mit dem Zeichen der ODL (Ordo Defensores Lecturia). Auf Klopfen meldete sich niemand und man konnte die Niederlassung betreten. Von dem Gang hinter der Tür ging noch eine weitere ab, welche in Richtung des Kosmetikladens führte, was die daher gewehten Düfte anzeigten. Man stieg die knarzende und quiekende Treppe empor und wurde von einem Magierquartett erwartet. Die drei Herren und die Dame stellten sich der Reihe nach vor und begrüßten die Besucher. Das Schreiben von Faredon beseitigte jedes Misstrauen. Man nahm einen Tee mit Gebäck im Salon und konnte seine Wünsche vorbringen. Bereits bei den ersten Gesprächen kam der Verdacht auf, wer der Zuträger für die Familie Hasrabal sein könnte. Die Magierin, welche für die Sicherheit verantwortlich war, hatte eine etwas fragwürdige Position. Plätze für fünf Gardisten waren zwar vorhanden, allerdings war das Zimmer unbewohnt. Man verließ sich vollständig auf die Sicherheit durch den Sultan. Auch der junge Archivar geriet in den Focus der Helden.


    Der Verwalter der Bibliothek führte die Helden in das sehr kleine Zimmer. Vor der Tür des Archives stand eine größere Vase mit Deckel. [Sinnesschärfeprobe] Als der Magier die Tür zum Archiv aufschloss klopfte er dreimal gegen den Deckel der Vase. Er versuchte dies versteckt zu tun. Anders als in der großen Akademie war die hiesige Büchersammlung älteren Datums. Sehr alten Datums. Aber das war nicht von Nachteil, neue Bücher störten eher die Forschungen, als dass sie halfen. Man wollte ja tief in die Vergangenheit Rashduls eintauchen. Jedenfalls fand man heraus, dass Esmalda lange in der Stadt gelebt und einige Schüler gehabt hatte. Nach ihrem Tod wurde sie in den Felsgräbern der Stadt beerdigt, welche sich in den Steilklippen um die Stadt herum befanden. Besitztümer hatte die Frau nicht hinterlassen, oder waren bislang noch nicht entdeckt worden. Man fand eine alte Biografie Esmaldas, welche ein Schlusswort von Rashid al´ashtranim ibn Esmalda enthielt. Ihr Sohn? Rashid beklagte, dass man dem Wunsch Esmaldas unter dem Ordenshaus begraben zu werden, nicht gefolgt war. Die Borontempel hätten darauf bestanden, die Frau wie gewohnt in den Felsengräbern beizusetzen. Dem Einwirken von Rashid war es zu verdanken, dass ihr ein Grab „nahe am Fluss und zugleich unter den Sternen“ geschenkt wurde. Außerdem wurde ihr Erbe mit ins Grab gegeben. Der Archivar war beim Hervorholen und Aufräumen äußerst behilflich. Als die Helden dann bemerkten, wie er immer einen kleinen roten Faden in die gelesenen Seiten legte, war klar, dass er gedachte die Forschungen zu wiederholen. Deshalb blätterte Phelizitas bewusst über die Hinweise von Rashid hinweg und übergab ihm eine falsche geöffnete Seite als Ablageort für sein Buchzeichen.


    Irgendwann waren die Forschungen beendet und die Gruppe wurde noch zum Abendessen eingeladen. Es gab Reis und ein Fleischcurry. Scharf und fremdartig gewürzt, aber gut. Im Tischgespräch kam man auf die die Erlebnisse am Mogulengrab zu sprechen. Außerdem erwähnte man die Steingräber außerhalb der Stadt. Jedes Grab beinhaltete den Zugang zu etwa 200 Grabnischen. Waren diese alle belegt, wurde den Hauptzugang zugemauert. Die Helden hatten doch nicht vor, ihre archäologische Forschung auf das Grabinnere auszudehnen? Also ohne Erlaubnis des Sultans und der Borontempel konnte es leicht geschehen, dass man als Grabräuber missverstanden und sofort hingerichtet werden würde. Das wäre ein äußerst unerwünschter Effekt auf die Forschungsergebnisse. Die Gruppe konnte versichern, dass man keinerlei Absichten in dieser Richtung hegen würde, zumal der Borongeweihte mit Sicherheit Einspruch einlegen würde. Der Archivar quittierte diese Äußerung mit einem einfachen „ach ist seid zu fünft!“ Im Anschluss an das Abendessen verlegten die Helden durch den nun weniger besuchten Basar zur Karawanserei.


    Das nächste Treffen findet am 13.10.2026 statt.

    295.Spieltag (06.10.2026)


    Palmyrabad oder Rashdul? Solch schwere Fragen quälten die Gruppe am Frühstückstisch. Das Grab Esmaldas oder der Madatempel? Das hing davon ob, welchen Hinweis man als nächstes ans Tageslicht zerren würde. Da man beide Städte besuchen musste, entschied man sich schließlich für Rashdul. Man wollte eine beschauliche Anreise den Mhanadi aufwärts genießen und entschloss sich für einen Lastensegler. Die Reisekasse wurde um 11 Dukaten pro Person geplündert. Aber man war rundum versorgt und die rollende Werkstatt von Thorn konnte auch mitreisen.


    Nach fünf ereignislosen Tagen der Muße und Trägheit legte der Kahn am Hafen von Rashdul an. Man nahm den Weg zum Stadttor an welchem die Wächter gelangweilt dem Ein- und Auszug der Menschen beobachteten. In Rashdul leben ca. 8500 Personen, Tulamiden und Novadis (2500). Mittelländer und Zwerge sind nur vereinzelt anzutreffen. Das Sultanat wurde vom Magier Hasrabal ben Yakuban und seiner Gemahlin regiert. Der Magier hat gleichzeitig auf den Vorsitz der Pentagramma-Akademie inne, nachdem er die vorhergehende Vorsitzende in einem magischen Duell besiegt und getötet hatte. Aber das war schon ein paar Jahre her. Seitdem hatte sich die Akademie fast vollständig dem Elementarismus zugewandt. Die Familie Hasrabal hielt die Zügel fest in der Hand. Der Tochter Zuloya waren die Helden am Mogulengrab bereits begegnet. Meister Faredon von den grauen Stäben zu Anchopal hatte davor gewarnt, all zu offen mit dem Interesse an möglichen Artefakten zu prahlen. Man kam in der Karawanserei direkt hinter dem Stadttor unter. Den Abend verbrachte man mit Entspannung und ließ die Stadt auf sich wirken.


    Nach dem Frühstück suchte Phelizitas die Akademie auf und versuchte ein paar Informationen auszugraben. Viel fand sie nicht, hauptsächlich aktuelle Berichte über die Stadtgeschichte. Aber auch einen Vermerk auf die Niederlassung der ODL im Basar, mit einer Wegbeschreibung. Das Bauwerk hatte den bezeichnenden Namen Keshal Cumrat, was aus dem Tulamidischen übersetzt so viel wie das standhafte Haus bedeutete. Mit dieser Information wagten sich die Helden in den Basar. Selhira zog die Einsamkeit der Borontempel vor. Eine Besonderheit der Stadt war, dass jeder Ritus (Punin oder Al´Anfa) hier seine eigene Niederlassung hatte. Und da man das Grab von Esmalda suchte, war es wahrscheinlich kein schlechter Ansatz zur Info-Gewinnung.


    Die Dächer der Marktstände waren so über den Weg gebaut, dass man das Sonnenlicht fast vollständig ausschloss. Man wandelte in einem permanenten Zwielicht. Damit war die Temperatur erträglich, allerdings zogen auch die Gerüche nicht ab. Eine Mixtur aus menschlichem Schweiß und anderen Körpersekreten, gemischt mit Gewürzen, Duft- und Lampenölen, dem scharfen Odor von Gerbsäure der Lederwaren, reizte die Nase. Thorn schaute sich an einem Waffenstand die Auslagen an und entschloss sich einen Panzerarm zu erwerben. Das Ding sah aus wie die metallene Version eines Armschutzes für Bogenschützen. Breite Bänder befestigten diese Parierwaffe am Unterarm. Mit dem Abwinkeln des Handgelenks konnte man eine unterarmlange Klinge herausfahren lassen. Was einem Kämpfer bei einer Prügelei einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschaffte. Imion interessierte sich für eine Rüstung der Wüstenelfen, die sah von den Ornamenten her anders aus, hatte aber die gleichen Qualitäten wie das Gegenstück der Waldelfen.

    294. Spieltag (29.09.2026)


    Im Rahmen des Frühstücks besprach man das weitere Vorgehen. Dann ging es zu Denderans Anwesen. Wie zuvor beim Tetrarchenpalast endete die Reise am Tor mit den zwei Wachleuten. Auch diese begrüßten die Neugierigen, aber sie ließen sich auf ein Gespräch ein. Nach Vorzeigen des Ohrrings der gesuchten Magierin, konnte man erreichen, dass Rurech auf der Bildfläche erschien. Der Leibwächter bedankte sich für die Mühe und übergab im Austausch mit dem Schmuckstück fünf Dukaten in die Hände der Helden. Auch den Hinweis auf den drohenden Anschlag auf die Magierin nahm er gelassen entgegen. Auf Maraskan war es nicht ungewöhnlich, dass man seinen politischen Gegner mit handfesten Mitteln aus dem Spiel nahm. Da die Helden den Attentäter kannten, bot er ihnen an, bis zur Klärung der Konkurrentenfrage in die Dienste der Magierin zu treten. Allerdings müsste er hierfür erst die Erlaubnis seiner Schutzperson einholen. Er gab auch unumwunden zu, dass die Magierin in der ersten Zeit in Denderans Anwesen untergekommen war. Die Helden stimmten zu, sich mit Rurech in Rurasabs Taverne zu treffen. Rurech wartete, bis die Gruppe sich auf den Weg gemacht hatte, dann verließ auch er das Anwesen in südlicher Richtung. Es gab eine kurze Diskussion, ob man einen Späher hinterherschicken sollte. Doch sah man keinen Vorteil darin, das Vertrauen der neuen Arbeitgeberin dadurch aufs Spiel zu setzen.


    Wie abgemacht erschien nach ca. 2 Stunden der Leibwächter in der Taverne und führte die Helden zum Treffpunkt. Es handelte sich um ein altes Lagerhaus am Ufer des Mhanadi. Vor der Doppeltür war ein schwerer Karren geparkt worden, um so einen Rammangriff zu entgehen. Hinter der Tür führte ein Gang in südlicher Richtung, welcher sich zu einem großen Lagerraum öffnete. Es gab auch einen Wandelgang in drei Schritt Höhe an einer Seite. Die scharfen Augen Imions nahmen Bewegung am Gangende wahr. Dort versteckten sich zwei Personen im Schatten. In der Mitte des Lagerraums wartete Hesindasab auf die Gruppe. Sie bedankte sich für die Rückführung des Ohrrings. Die 50jährige Zauberin trug ein auffälliges Schlangenamulett um den Hals. Das Akademiezeichen auf dem Handrücken gehörte zur Schule des Wandelbaren. Eine ehemals in Tuzak beheimatete Zauberschule, welche vor ca. 20 Jahren aufgelöst worden war. Phelizitas kramte in ihrem Wissen über Magiekunde. Die Akademiegeschichte reicht bis zu der Besiedelung Maraskans zurück. Einer drohenden mittelreichischen Schließung entging die Akademie durch Umsiedelung in eine alte Festung außerhalb von Tuzak. Die Zauber der Akademie beschäftigten sich hauptsächlich mit der Veränderung des Körpers.


    Hesindasab erklärte kurz die politischen Hintergründe. Es gab vier Tetrarchen, welche die Geschicke Maraskans lenkten. Einer war auf Maraskan, einer hier in Khunchom. Der hiesige „Östliche Tetrarch“ war mit 86 Jahren natürlich verstorben und es musste eine Nachfolge gefunden werden. Die beiden restlichen Herrscher agierten im Geheimen. Hesindasab war im Namen des „Glücklichen Tetrarachen“ unterwegs. Sie sollte dafür sorgen, dass Ornibijian die Nachfolge antrat. Denderan war nur die Figur im Vordergrund und würde seinen Anspruch zurückziehen. Der Erstgenannte hatte hier ein Zimmer in ersten Stock. Hesindasab rechnete aber minütlich mit dem Auftauchen des Attentäters. Deshalb bot sie der Gruppe an, entweder auf ihrer Seite zu kämpfen oder durch den Geheimgang im Hinterzimmer aus dem Lagerhaus zu verschwinden. Die Gruppe suchte die Konfrontation, zumal sie sich von Ouinziber, der in Wirklichkeit Scheijian hieß, missbraucht fühlten. Dieser Mensch durfte nicht gewinnen.


    Noch blieb Zeit zur Vorbereitung. Imion, Phelizitas und Thorn besetzten den höhergelegenen Wandelgang. Der Treppenaufgang wurde mit einer Kiste verbarrikadiert. Selhira stellte sich an Hesindasabs Seite und deckte die Magierin. In vorderster Position stand der Kor-Geweihte Eragon. Kaum waren die Vorbereitungen beendet, strömten die Angreifer durch das Doppeltor in den Gang. Mit lauten Geschrei stürmte der Kor-Geweihte in die Schlacht [Einschüchtern gelungen] und nahm den Angreifern den Scheid. Zwar gelang es einem bis zur Rurech, welcher die rechte Seite Hesindasabs deckte, vorzudringen, aber die restlichen Angreifer umringten Eragon. Nach der Ausschaltung des durchgebrochenen Angreifers rückten Selhira und Rurech zur Unterstützung von Eragon vor. Die Helden auf dem Wandelgang unterstützten mit ihren Fernkampffähigkeiten. Quinziber trat als Letzter in den Gang zum Lagerraum und reihte sich in die Angreifer von Eragon ein. Sein Todesstoß mit dem Stilett zeigte gleich, dass er mit der schmalen Klinge gut durch die Pantherrüstung des Geweihten kam. Beim zweiten Angriff blieb jedoch die Waffe kurzzeitig in der Holzwand stecken (Patzer). Auch der beste Attentäter kochte nur mit Wasser. Allerdings sorgten seine ausgezeichneten Fähigkeiten den Angriffen auszuweichen dafür, dass er nicht getroffen wurde. Der Reihe nach fielen die Angreifer. Und Quinziber wurde mit Bolzen, Pfeilen, Flammenstrahlen und Nahkampfangriffen eingedeckt. Allem konnte er nicht ausweichen und schließlich fiel auch er. Die verbliebenen Unterstützer Quinzibers flohen und es kehrte wieder Ruhe ein. Hesindasab bedankte sich für die Unterstützung und überreichte die Entschädigung.


    ======Ende Wandel im Chaos / Immergehütetes Wissen=====


    Am 06.10.2026 wird die Reise weitergehen

    293. Spieltag (22.09.2026)


    Nach dem Frühstück im akademieeigenen Speisesaal suchte man die Bücherei auf. Die Bediensteten hatten schon gute Vorarbeit geleistet und so ging man sofort zur Sichtung der Ergebnisse über. Von besonderer Bedeutung war eine Abschrift des Buches „Astrale Geheimnisse“. Auf der ersten Seite war verzeichnet, dass Chania bint el´Layla die Abschreibende war. Also eine direkte Schülerin von Niobara. Ebenfalls auffällig war die Verwendung vor Wörtern in Garethi, die scheinbar wild in den Text des Buches eingefügt worden waren. Die Sätze ergaben durch aus ihren Sinn, aber warum sollte man den tulamidischen Text mit Garthi „würzen“? Also schrieb man alle garethischen Wörter in der Reihenfolge ihres Erscheinens hintereinander:


    Wohl wissend, dass du vieles weißt,

    und blickst oder erahnst, was werden kann,

    selbst wenn du auch zum Weltenende reist,

    sieh doch, was die Tochter Zauberhaftes gab,

    und Frevel gleichfalls genannt ward.

    Ihr Haus in einer Palme Stadt,

    das Sternenzelt dir Aufschluss geben mag,

    mit den lichten Geheimnissen gingen wir ins Grab.


    Für die Geweithen der Zwölfe war klar, dass hier das Verhältnis zwischen Hesinde und ihrer Tochter Mada gemeint war. Mada brachte mit einem Frevel den Sterblichen die Zauberei und wurde durch Praios an einen Stein im Himmel gefesselt. Dieser Stein wurde das Madamal getauft und zieht nun als Mond über den aventurischen Himmel. Die frevlerische Tat führte dazu, dass man kaum Tempel von Mada fand, während die Bauwerke zu Ehren der Mutter Hesinde fast überall zu finden waren.


    Die Stadt der Palme war Palmyrabad, welche für ihren Schlauchwein dereweite Berühmtheit erlangt hatte. In der Stadt gab es einen Mada-Tempel. Somit war wieder ein Anlaufpunkt freigelegt.

    Rashdul mit dem Haus der Grauen Stäbe war auch noch offen. Soweit war der geschäftige Vormittag vorbei.


    Das Mittagessen wollte man in As´Tuzak einnehmen. Das Anwesen des Tetrarchen war der erste Anlaufpunkt. Aber die Erkundigungen endeten bei den zwei Wachen am Tor. Die Neugierigen seien wieder unterwegs, begrüßte man die Helden. Offensichtlich hatte sich die Fragerei vom Vorabend im Viertel herumgesprochen. Über Interna der Garde erteilte man nicht jedem Anfragenden sofortige Auskunft. Und Fremden schon gar nicht. Da half auch keine Überzeugungskunst. Den Weg hätte man sich sparen können.


    Also zu den Punkten, die man schon am Abend besucht hatte, und die weltoffener waren. In der Garküche war Xanjida bereits dabei die Reste des Mittagstischs der anderen Kunden zu beseitigen. Die 25-Jährige konnte bestätigen, dass sich im Viertel die Personenbeschreibungen der Gruppe bereits herumgesprochen hatte. Die Tetrarchenwache wurde von zwei oder vier Buskuren angeführt. Ohne diese ginge es hier drunter und drüber. Für gewöhnlich wurden die Harnische hier gefertigt. Das Viertel hatte mit Cassinasab eine hervorragende Harnischmacherin. Die Meuchler tat die Wirtin als Ammenmärchen ab. Zaboriten gab es doch schon lange nicht mehr. Das war nun etwas naiv. Es war richtig, dass der Orden, welcher Boron (Totengott) und Tsa (Göttin der Erneuerung) als eine Wesenheit sahen, nicht mehr existent war. Allerdings gab es genügend Nachfolger. Den neuesten Gerüchte zu folge, trieb sich im Viertel ein Agent aus Al´Anfa herum. Und jeder wusste, dass die Hand Borons nicht zimperlich war, wenn man Unfrieden stiften wollte.


    Dann ging es zur Harnischmacherin. Die Werkstatt befand sich in einem der weniger Häusern, die ohne Turm am Rande des Viertels standen. Nach dem Eintreten umwehte die Gruppe sofort der Geruch von frischem Holz, vermischt mit Firnis und Pflegeölen. Hartholzharnische waren für ihr geringes Gewicht im Vergleich zum gebotenen Schutz bekannt. Cassimasab war gerade an der Werkbank beschäftigt. Mit ihren 60 Jahren hatte sie bereits graue Haare, die zu kleinen Zöpfen geflochten waren. Thorn begann gleich ein Fachgespräch unter Handwerkern. Er hatte ein gutes Näschen dafür, wie man neben den Dingen zur Holzbearbeitung noch andere Informationen aus der Frau herausbekommen konnte. Zu Zauberkundigen hatte die Bodenständige ihre eigene Meinung. Alles hässliche Schwarzmagier zu denen man am Besten weiten Abstand hielt. Natürlich konnte sie den beschriebenen Harnisch identifizieren. Er gehörte Rurech. Der Buskur hatte sich im Streit um die Nachfolge des Tetrarchen auf die Seite Denderans gestellt. Wobei die meisten Wächter Zejida unterstützten, welche der Tetrarch zu seiner Nachfolgerin auserkoren hatte. Rurech sah das halt anders, warum auch immer. Über Meuchler wusste die Handwerkerin zu berichten, dass die Hand Borons die übelsten Mörder waren, war ja von Al´Anfanern nicht anders zu erwarten. Einer dieser bruderlosen Mörder soll gerade im Viertel sein Unwesen treiben. Er habe ganz alleine eine ganze Gruppe Wachen getötet, die ihm das Handwerk legen wollten. Phelizitas wollte noch wissen, ob auch Magier einen Hartholzharnisch tragen könnten. Eigentlich die beste Rüstung ohne Eisen, die es gab. Mit den philosophischen Tiefen über die magische Kleiderordnung war nun die Macherin überfordert. Sie bot einen Harnisch zum Verkauf an. Gerne passte sie die Malereien auf dem Brustplatte dem Käufer an. Die Frau wurde auf ein andermal vertröstet.


    Nun war das Teehaus an der Reihe. Frumold und Yakuban hatten ihr Bewirtungsgewerbe auf das Dach eines Wohnturms verlegt. Das ließ einen erhabenen Überblick über das Viertel zu, soweit andere Türme nicht den Blick versperrten. Yakuban bot auch jedem Gast einen Blick in die Zukunft an, was Thorn sofort annahm. Mit den Inrah-Karten legte Yakuban einen Lebensbaum auf den Tisch der Gäste. Seine Erklärungen zeigten bald, dass er über die allgemeingültigen Floskeln von baldigem Glück, herannahender Todesgefahr und einem glücklichen Ende einer nahenden Krise nicht hinauskam. Aber als Einstieg in die Ausfragerei war das Kartenlegen durchaus geeignet. Von einer fremden Magierin hatte der Wirt nichts gehört, aber solche hohen Persönlichkeiten stiegen für gewöhnlich bei Rurasab ab. Buskure gab er nur in den Reihen der Wache. Es gab auch noch einen Hinweis auf die Harnischmacherin, welche der Gruppe bereits bekannt war. Hinter vorgehaltenes Hand gab es noch einen Hinweis auf die „Bruderschaft“. Wenn die „Bruderschaft“ jemanden tot sehen wollte, stand man am besten weit vom Opfer entfernt. Weitere Ausführungen zur „Bruderschaft“ konnte oder wollte der Wirt nicht machen. Zumal seit kurzem ein bezahlter Mörder auf eine hochgestellte Persönlichkeit angesetzt worden sein soll. Da er das alleine nicht bewerkstelligen könne, wird er irgendwelche Niemande für sich einspannen. Wahrscheinlich hatte Al´Anfa wieder seine Hände im Spiel. Phelizitas hielt sich während der Gespräche ruhig im Hintergrund. Erstens war sie eine Schwarzmagierin und sie kam aus Al´Anfa. Sie würde jedes Feindbild bedienen, welchem die Gruppe bei ihrer Herumfragerei begegnet war. Es war den Helden auch klar, dass sie nun erneut als Klatsch im Viertel herhalten mussten.


    Deshalb ließen sie es für diesen Tag gut sein und versuchten mit dem Geretteten in Kontakt zu treten. Quinziber hatte versprochen jeden Abend in der Nähe des Tempels zu sein und so lief die Gruppe schlendernd über den Vorplatz. Imion und Selhira konnten aus dem Augenwinkeln erkennen. Wie eine Gestalt am Ausschank eines Teestandes seinen Becher absetzte und der Gruppe folgte. Der Kapuzenumhang sollte wohl verhindern, dass man das Gesicht sah. Die Gestalt näherte sich und forderte die Gruppe auf ihr zu folgen. Die Stimme und die Körperform stimmten mit dem Geretteten überein. Quinziber führte die Gruppe in einen kleinen Hinterhof. Mit einem scharfen Blick, machte er einem Bewohner klar, dass die Örtlichkeit für kurze Zeit nun nicht mehr sein Zuhause war. Quinziber würde über das Ermittelte in Kenntnis gesetzt. Er gab an, dass er sich problemlos in den Wohntürmen verstecken könne. Allerdings wurden die Ausgänge aus dem Viertel beobachtet, so dass er beim Versuch der Flucht sofort auffallen würde. Er sah in weiterer Infomationssuche keinen Sinn. Vielleicht sollte man sich mal an die Fersen von Rurech heften. Oder das Anwesen von Danderan unter Beobachtung stellen. Die fremde Magierin müsste doch aufzutreiben und zu verfolgen sein. Jedenfalls verabschiedete sich Quinziber nach einiger Zeit und versprach morgen wieder am Tempelplatz bei Sonnenuntergang auf die Gruppe zu warten.


    Die Gruppe blieb zurück in dem kleinen Hinterhof. Irgendwas stimmte mit dem Mann nicht. Die Geschichte mit dem verlorenen Ohrring der Magierin war etwas zu dünn. Man kam hier zwischen die Fronten um den Machtkampf über die Nachfolge des Tetrarchen. Wollte man das? Welche Seite war die „gute Seite“, so es sie überhaupt gab. War Quinziber vielleicht der Attentäter, von dem der Wirt in der Teestube gesprochen hatte? Warum trug ein Mann einen Silentium-Ring, den er auch noch aktivierte, als er überfallen wurde? Eigentlich müsste dem Opfer eines Überfalls daran gelegen sein, dass der Rest der Welt von seinem Unheil erfuhr. Sollte man die Magierin ausfindig machen und sie vor einem Attentat warnen?


    Am 29.09.2026 geht es weiter.

    292. Spieltag (08.09.2026)


    Als Phelizitas bis auf acht Schritt an den ersten Gegner herantrat, ließ Sigrun den Fächer zusammenfahren und packte ihn frustriert weg. Die Zauberin begann einen Fuchtzauber (HORRIPHOBUS). Selhira trat an die Seite der Magierin, um diese vor den Angriffen der Räuber zu schützen. Thorn hob seine Armbrust und nagelte einen der Schlagetots an die Wand des Gebäudes. [Kritischer Treffer, dreifacher Schaden, Reduzierung der LE des Gegners von 30 auf 3.]

    Einer der Angreifer versuchte einen Treffer beim Opfer zu erzielen, während zwei sich Selhira und Phelizitas widmeten. Beide holten zu einem Wuchtschlag aus. Der eine hieb sich selbst ins Gesicht [AT-Patzer] und zog sich eine dicke Platzwunde an der Stirn zu. Der andere schlug meilenweit vorbei.


    Phelizitas Zauber war fertig und versetzte den Schläger beim Opfer in Furcht und Schrecken [2 Stufen Furcht]. Selhira schlug auf ihren Gegner ein und traf ihn an einer empfindlichen Stelle [kritischer Treffer]. Der Mann musste seine ganze Selbstbeherrschung zusammennehmen, um nicht bewusstlos umzufallen. Aber er blieb stehen. Thorn schickte seinen zweiten Bolzen auf die Reise. Nach dem Treffer hatte der verängstigte Gegner beim Opfer in der Ecke genug. Die Schläge aller Gegner gingen fehl.


    Selhiras zweiter Treffer schickte ihren Gegner zu Boden. Phelizitas und Thorn fügten dem letzten Angreifer soviel Schaden zu, dass dieser die Flucht ergriff. Zornig versuchte die Magierin den Fliehenden in den Rücken zu schlagen, traf aber nicht. Nun konnte man sich dem Angegriffenen widmen. Dieser beendete zunächst mit einem Drehen seines Rings die magische Stille. Quinziber hatte auf der Überfahrt von Maraskan nach Khunchom eine Magierin namens Hesindasab kennengelernt. Beim Verlassen des Schiffes war ihm ein verlorener Ohrring aufgefallen. Es brauchte einige Zeit bis er den Aufenthaltsort der Magierin ausfindig gemacht hatte. Als er den Schmuck zurückgeben wollte, konnte er ein Gespräche zwischen der Gesuchten und einer unbekannten Person belauschen. Die beiden sprachen davon, einen Mann namens Ornijiban aus dem Weg räumen zu wollen. Besagter Mann sei im Auftrag der „Hohen Schwester“ unterwegs. Als die Anwesenheit von Quinziber bemerkt worden war, wurde er sofort angegriffen. Ihm gelang die Flucht. Allerdings vermutete er, dass man bereits darauf wartete, dass er das Maraskanerviertel verließ. Die „Räuber“ seien mit Sicherheit angeheuert, um nach ihm zu suchen. Als Dank übergab er den silbernen Ohrring von Hesindasab, welcher einen Rubin einfasste. Quinziber beschloss zunächst mal im Viertel zu bleiben, aber jeden Abend würde er sich in der Nähe des Rur-und-Gror-Tempels aufhalten. Man könne ja dann dort in Kontakt kommen. Weitere Informationen zu den Attentätern sollten bei der Alchemistin oder im Tempel zu bekommen sein.


    Da es bereits Nachmittag war, beschlossen die Helden zunächst den Auftrag der Dracheneiakademie abzuschließen. Führte er sie auch zu der erwähnten Alchemistin. Idrajid, die Geschwedzigstere hatte ihren Laden im Hinterhof eines der Wohntürme. Die 40jährige hatte eine Augenklappe über dem rechten Sehorgan. Außerdem zeugten Brandnarben im Gesicht von einigen fehlgeschlagenen Experimenten. Nachdem die Gruppe ihren Abholauftrag durch eine Vollmacht bestätigt hatte, wurde ihnen das Endurium ausgehändigt. Die fingerlangen Barren schauten unscheinbar drein. Das tiefschwarze Metall kam aus der Mine der Fürstkomturei von Maraskan. Der Marktwert eines halben Steins lag bei ca. 7 500 Dukaten. Die Helden trugen somit keine Kleinigkeit mit sich herum. Deshalb verteilten sie die Barren auf verschiedene Personen. Sie befragten die Alchemistin über eine fremde Magierin. Tatsächlich hatte sie ein neues Gesicht bemerkt. Die Zauberin sei in Begleitung eines Buskurs gewesen. So heißen auf Maraskan die Meisterkrieger, welche durch ihre bunten Hartholzharnische auffallen. Die Kämpfer hier standen in Diensten des Tetrarchen. Dieser Krieger hatte einen Panther auf seine Brustwehr malen lassen. Vermutlich werden die Helden die Gesuchte bei Denderan finden, welcher sich als Nachfolger des Tetrarchen sieht. Die besten Kämpfer findet man in der Grade. Seit der Tetrarch verstorben war, nahmen die Soldaten auch Aufträge gegen Geld an. Zum Abschied übergab die Alchemistin noch ein kleines Geschenk. Eine Phiole mit einer blauen Flüssigkeit. Sie erklärte, dass der neue Trank, den sie Blaues Mana getauft hatte, die Kleidung des Trinkers regenbogenbunt einfärbte und er damit einen beliebigen Zauber brechen konnte. [Karte Blue Mana aus den Deck of many drinks]. Nach ca. einer Stunde würde sich die Farbe der Kleidung in den Ursprungszustand zurückversetzen oder wenn man die Antimagiefähigkeit einsetzte. Aber bis dahin lief man als farbenfrohe Lichtgestalt durch die Gegend.


    Nachdem die Helden ihre wertvolle Last in der Akademie abgegeben hatten. Kehrten sie ins Viertel zurück und besuchten den Tempel. Zwillinge waren die Ansprechpartner der Helden. Die Priester betrachteten die Vertreter des Zwölfgötterglaubens als nützliches Beiwerk für Rur und Gror. Sie schützen den Diskus auf seiner Reise. Nach dem Maraskanischen Glauben ist die Welt ein Diskus, welchen Rur zu Gror geworfen hat. Die zwölf Geschwister erhielten von Rur den Auftrag den 8192 Jahre dauernden Flug der Scheibe zu bewachen. Trotz Spende fiel die Informationsausbeute etwas schwach aus. Die Gardekrieger trafen sich nicht in irgendeiner Hafenkneipe, sondern in Rurasabs Tavern´uuzak. Dort hielten sich öfters wichtige Leute auf, die einen preislich anspruchsvollen Schutz benötigten.


    Die besagte Wirtsstube befand sich in untersten Stockwerk eines Wohnturms, wo auch die Mietzimmer der Taverne zu finden waren. Qualität und Preis der Waren waren hoch. Betrieben wurde der Gasthof von Rursab, der Namensgeberin und ihrem 14jährigen Enkel. Die Wirtin war mit ihren 60 Jahren auf einem Gehstock unterwegs und nahm die Bestellungen auf. Der Enkel servierte dann die Getränke. Zwei Maraskanische Tees und eine starkes Bier sollte es sein. Ein stabiler Tonkrug mit einer schönen Schaumkrone und zwei Teekannen mit Trinkschälchen wurden geliefert. Man kam mit den Gästen und der Wirtin ins Gespräch. Phelizitas erkundigte sich nach den Meuchlern. Die Antwort war eindeutig, wer viel fragt, läuft Gefahr selbst als Übungsobjekt tot in der Gosse zu landen. Auch schien man hier mit magisch Begabten so seine Probleme zu haben. Da seien zu viele Schwarzmagier darunter. Man könne sich gerne mal bei den Gardisten erkundigen, die kennen bestimmt die Gesuchte. Essen wollte man hier nichts mehr und deshalb suchte man die Garküche von Xanjidas auf.


    Das Essen war einfach aber gut und Touristen stand man hier nicht ablehnend gegenüber. Die durchtrainierte 25jährige Wirtin mit den kurzen schwarzen Haaren ließ vermuten, dass sie sich ihren Lebensunterhalt auch schon mal auf andere Weise verdingt hatte. Freundlich servierte sie die scharf gewürzten Speisen. Der Hinweis, dass Magier für gewöhnlich Hilfe bei Alchemistin suchten, war jetzt nichts Neues. Dafür bekam man den Namen des Harnischträgers heraus: Rurech.


    Damit war der Abend beendet und die Gruppe legte sich zur Nachtruhe in der Drachenei-Akademie. Die nächste Sitzung findet am 22.09.2026 statt.

    Der Weg führte über mehrere Tage zu Land in Richtung der Stadt am Mhanadi. Am dritten Abend gab es eine seltsame Begebenheit [Sidequest-Karte: Snake in the gras] Während die Helden am abendlichen Lagerfeuer den Tag ausklingen ließen, bemerkten Selhira und Eragon ein Rascheln im hohen Gras. Sie waren etwas überrascht dort zwei Schlangenaugen zu entdecken, welche das Essen auf dem Feuer gierig beäugten. Zunächst wollte man den ungebetenen Gast vertreiben, als er jedoch in reinstem Tulamidisch um eine kleine Essensspende bat, lud man das Tierwesen ans wärmende Feuer. Einen Namen nannte es nicht, aber es konnte berichten, dass Feenwesen aus der Anderswelt im Süden Aventuriens sehr selten waren. Im Bornland waren die sprechenden Ottern oder Hasen gängig, aber hier traf man zumeist auf Angst und Abscheu. Die Schlange hatte schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht, konnte aber den Steinen und Schwertern bislang immer ausweichen. Mit ein paar Happen gegrillten Hasenfleisches gab sich der Schuppige zufrieden. Außerdem, so gab er bekannt, war die Abscheu der Südländer gegen Echsenwesen auch keine große Hilfe. Obwohl die Schlange rein gar nichts mit Echsenmenschen und ihren Pyramiden zu tun hatte. Der Abend war mal etwas anderes. Am nächsten Morgen war die Schlange verschwunden, hatte sich aber noch in der Nacht gehäutet. Imion betrachtete die unerwartet feste Tierhaut. Das hier war etwas besonderes. Die Haut war mit natürlicher Zauberei aufgeladen. Magische Tierteile war ihm bekannt, Rabenfedern die einen Körper Flugfähigkeiten verliehen, Katzenohren, die außergewöhnlich gutes Hören ermöglichten und auch das Fell von Luchsen, das gutes Sehen brachte. Von einer Schlagenhaut jedoch hatte er noch nie etwas gehört. Deshalb gab er die Haut Phelizitas zur weiteren Untersuchung.


    ======Beginn NV: Immerwährend gehütetes Wissen====


    Man kam in Kunchom an und suchte sofort die Drachenei-Akademie auf. Die Wächter am Tor lasen aufmerksam das Empfehlungsschreiben und führten die Helden zu Khadil Okharim, dem Vater von Ashtarra. Der ließ es sich nicht nehmen nach den Erlebnissen seiner Tochter zu forschen. Und die Helden gaben bei Gebäck und Tee bereitwillig Auskunft. Natürlich durften die Helden die Bücherei nach Werken von Niobara durchforsten. Die Akademie besaß eine Originalabschrift der „Astralen Geheimnisse“. Es handelte sich um eine der ersten Abschriften von Chania bint el´Layla. Also einer direkten Schülerin der Sternenkundigen. Diese hatte sich um 550 BF herum in Khunchom niedergelassen und hier als Laiendienerin im Hesindetempel gedient. Khadil versprach sich bei der Belegschaft dafür einzusetzen, dass den Helden zeitnah geholfen wurde. Bis er die Bibliothekmitarbeiter eingewiesen habe, könnten doch die Helden aus dem Maraskanerviertel etwas bestelltes Endurium abholen. Seine Wächter wollte der ehemalige Akademieleiter nicht schicken, die Uniform war einfach zu auffällig. Aber eine Handvoll Fremde, welche durch die Maraskanerwelt tingelten, würden nicht auffallen. Touristen gab es dort zuhauf und morgen sei dann alles für die Forschung vorbereitet. Außerdem bot er Gästezimmer in der Akademie an und man brauchte sich nicht auf die Suche nach einem Nachtquartier machen. Die Helden stimmten zu und erhielten die Wegbeschreibung zu Idrajid, die Geschwedzigstere, einer bekannten Alchemistin.


    ========Beginn Heldenwerk IV: Wandel im Chaos===================


    Die Brücke führte über einen Arm des Mhanadi in die engen Gassen von As´Tuzak wie die Maraskaner ihr Viertel nannten. Für die Tulamiden war es Dar-Marustani. Man trat in die Schatten der Bebauung und es wurde still. Kein Stimmengewirr, keine Schritte, kein Klimmern der Waffengestelle. Die Helden machten sich kampfbereit und rückten langsam vor. Die magische Stille eines SILENTIUM war ihnen bereits bekannt. Vorsichtig spähte man um die nächste Hausecke und fand den Grund für den Zauber.


    Drei Schläger drängten einen bunt gekleideten jungen Mann in die Ecke eines L-förmigen Hauses. Der junge Mann setzte sich mit einigem Können und seinem Stiletto zur Wehr. Aber lange würde das nicht mehr gutgehen. Sigrun kramte den magischen Fächer aus dem nimmervollen Sack. Dann hatten die anderen vier Schläger die Gruppe bemerkt, diese standen Schmiere und hatten die Aufgabe unerwünschte Aufmerksamkeit zu vertreiben. Mit einem kurzen Zucken des Handgelenks öffnete die Thorwalerin den Fächer und aktivierte dadurch den Windzauber, der Tanz hatte begonnen.


    Das nächste Treffen findet am 08.09.2026 statt.

    291. Spieltag (25.08.2026)


    Entscheidungen über Entscheidungen. Wie war die Ausbreitung der Sphäre zu stoppen? Im Zelt der Campleitung kam man zusammen. Atherion, Okharim, Hasrabal, Praiosgeweihte und die Heldengruppe.


    Für Madame Hasrabal war die Sache klar. Ein Opfer musste hinunter und die gesammelten Artefakte zünden. Der Meteor würde überladen und den ganzen Grabhügel in Stücke reißen. Nur so freiwillig melden, wollte sich niemand. Aber man hatte ja ein Ritual zur Hand, mit dem man einen Toten wieder aktivieren konnte. Das fand nun die Borongeweihte nicht so prickelnd.


    Warum werfen wir nicht den ganzen Stein mit einem AUGE DES LIMBUS dorthin? Zaubertechnisch wäre das machbar. Allerdings war die Auswirkung einer Astralexplosion im Limbus ein Ding, was jedem Sphärenkundigen sofort den Schweiß auf die Stirn trieb.


    Thorn sah das ganze von der praktischen Seite. Ein Korb aus Koschbasalt, darin enthalten alle Artefakte. Über einen Seilzug genau über dem Einschlagskrater platziert. Mit einer Fackel, die das Seil nach einer gewissen Zeit durchbrannte. Diese Zeit konnte man für die Flucht nutzen. Das Material war im Camp verfügbar. Nur wer sprach das Kommandowort? Zeitzauber! Man sprach das Kommando gleich, fror die Zeit ein. Der Kasten fiel und beim Aufschlag löste sich der Zauber auf. Peng! Gute Idee – nur wenn die Zeit stillstand, fiel auch der Kasten nicht.


    Zeitzauber war ein guter Ansatz. Eragon der Korgeweihte schlug vor, in der Zeit zurückzureisen. Aus den Wänden der Koschbastaltkammer am Aufschlagspunkt des Meteor einen Kasten zu bauen, in den dann der einschlagende Stern fiel. Somit kam keine Magie an den Stein und er konnte sich auch nicht aufladen. Und die paar Tage in die Vergangenheit zu reisen, dürfte keine Schwierigkeit sein. Davon abgesehen, dass die Sache ein Paradoxon heraufbeschwor, klang sie ganz gut. Wenn der Meteor in den Berg einschlug und sich nicht auflud, gäbe es keinen Grund einen Tresor am Aufschlagspunkt aufzustellen. Ganz davon zu schweigen, dass der Einschlag wohl den Deckel des Tresors durchschlagen würde und so der Stein wieder der magischen Strahlung ausgesetzt wäre.


    Profane Methoden wie das Zerschlagen des Stein scheiterten an der schieren Masse. Den Berechnungen nach wog das Teil 2,5 bis 3 Quader. Den Tresor um den Stein herum aufzubauen, scheiterte am Sternenfieber.


    Elementare! Wir rufen einen Meister des Erzes und der verarbeitet dann den Stein zu Kleinholz. Die Sternenstrahlung verhinderte eine Beschwörung in unmittelbarer Nähe, jeder Elementar würde wahnsinnig werden und irgendwas anstellen, nur nicht den Anweisungen seines Beschwörers gehorchen.


    Wie war der Plan mit dem Arkanum Interdictum noch mal? Zuwenig Geweihte? In der Heldengruppe befanden sich noch zwei, somit wäre genug karmale Energie vorhanden. Die Geweihten würden eine Zeit lang völlig aufgedreht durch die Gegend laufen und wären bis auf den letzten göttlichen Funken ausgebrannt, aber das Problem wäre gelöst. Es galt ja nur die Magie solange tot zu machen, bis man den Stein in Stücke gehauen hatte. Die normale Wirkungsdauer war mehrere Monate, aber das war hier gar nicht nötig. 14 Tage reichten völlig. Also wurde beschlossen, es auf diese Weise zu probieren.


    Den Rest des Tagen nutzte man für die Vorbereitungen. Heilige Zeichen um das Grabmal, einen symbolischen Auszug der Labormagier aus den Grabmal sollte anzeigen, dass die Magie die Örtlichkeit verließ. Im Licht der Mittagssonne des nächsten Tages hob der älteste der Geweihten sein Sonnenzepter zur Sonnenscheibe und rief die letzte Worte des Rituals: „Auf die Fürsprache der Alveraniare und aller Heiligen des Herrn sei Stadt und Land verkündet: ARCANUM INTERDICTUM !!! Es bewahre euch Praios, der Gleißende, vor allem Zauberwerk. So sei es!“ Während Eragon und Selhira ob ihres wundervollen Werkes mit einem Permanentgrinsen durch die Gegen liefen und jedem von ihrer Erfahrung im Zusammenspiel mit der göttlichen Macht berichteten, war Thorn praktisch veranlagt. Er sorgte dafür, dass der Stein in der Tiefe gespalten und gerecht unter den Anwesenden aufgeteilt wurde. Das nahm ein paar Tage in Anspruch und ab den zweiten Tag, hatten die Geweihten auch ihre Weltlichkeit wieder für sich entdeckt.


    Der Arbeit Lohn bestand aus 5 Stein Meteoreisen und je 8 Unzen Cupritan und Illuminium. Das ergab einen Marktwert von 20 Dukaten, 100 Dukaten und 110 Dukaten, somit 230 Dukaten.


    [Meteoreisen erleichtert die Verzauberung (ARCANOVI) und die Aufladung eines Artefakts. Allerdings bekam man nach 24 Stunden Tragezeit starke Kopfschmerzen. Cupritan verstärkt Feuerzauber, welche in das Artefakt eingewoben werden, allerdings erhitzte sich dann das Metall und man konnte damit trockenes Stroh und Papier anzünden. Oder sich gehörig die Finger verbrennen. Illuminium sorgt dafür, dass das Artefakt bei Kontakt mit Blut zu leuchten beginnt. So eine Laterne, die mit Blut, statt mit Lampenöl läuft hat ja auch was für sich. Zusätzlich übte es eine anziehende Wirkung auf andere Zauberwirker aus, wenn es darum ging, diesem zum Mitzaubern im Rahmen eines größeren Rituals zu überreden. Und zuletzt gestattete ein Artefakt dem Zaubernden auch seine eigene Lebensenergie für einen Zauber einzusetzen. Die Verarbeitung der Sternenmetalle setzte ein Berufsgeheimnis voraus und außerdem eine Fähigkeit in Metallbearbeitung von mindestens 12]


    Da die Helden nach Khunchom reisen wollten, stellte Ashtarra Okharim noch ein Empfehlungsschreiben für die Drachenei-Akademie aus. Damit konnten die Helden dann die Bibliothek gratis besuchen.


    ===========Ende von Beschreibung der Unendlichkeit=========

    290. Spieltag (18.08.2026)


    Dann kam man aber auf die Idee, dass das Zelt wohl nicht der zentrale Punkt sein würde. Die Wache wurde an den Eingang des Grabes gestellt. Auch hier erfolgte der Hinweis, dass der Wachposten einen berechtigten Besucher nicht aufhalten könne. Aber der Wächter versprach Phelizitas zu wecken, wenn Faiza in den Ruheort des Mogulen gehen würde.


    Wider Erwarten hatte man doch eine relativ lange Nachtruhe. Die Wache weckte Phelizitas erst beim Einsetzen der Morgenröte. Sie konnte auch berichten, dass die ganze Nacht über Licht im Skriptoriumszelt zu sehen gewesen war. Die Magierin hatte auf einem Travois, einem von Menschen gezogenen Schleppgestell, den Leichnam eines Mannes mit ins Grab gezogen. Die Helden weckten zuerst Madame Okharim und Meister Atherion. Nach einem kurzem Bericht, wurden die Schriftrollen überprüft. Faiza hatte sie mit einer Mischung aus Kleister und Öl bearbeitet und konnte so das Zerbröseln der Rollen verhindern.


    Bevor man jetzt blindlings ins Grab stürmte, wollte man Informationen einholen. Die beiden berühmten Zauberer blätterten die Seiten durch. Dass die Urnen nicht wie gewohnt gebaut waren, hatten die Helden selbst herausgefunden. Sie waren eine Sanduhr für Asche. Der Mogul strebte eine Wiedergeburt an, in dem er seinen Leichnam mit dämonischem Feuer zu Asche verbrennen ließ. Anschließend sollte Heskatet, die Herrin über das Feuer und die Zeit war, die Asche wieder zu einem Körper zusammensetzten und mit der Seele des verstorbenen Mogulen ausstatten. Sie hätte dann einen treuen Anhänger erhalten. Nur hatte der Plan ein paar Denkfehler. Warum sollte Heskatet, die sich bekanntermaßen sehr zurückhielt, eine Seele freigeben, die sie bereits hatte? Da sie nur bei Zeitfreveln einschritt, warum sollte sie selbst einen verursachen? Nur um einen sterblichen Anhänger auf Dere zu haben? Zudem zeigten die Aufzeichnungen der letzten Anhängerin des Mogulen, dass nicht genügend Astralenergie vorhanden war, um den Plan umzusetzen. Und so scheiterten alle Versuche und die Schüler des Mogulen wurden mit ihm begraben. Seine Asche füllte nun die Böden der sechs Urnen, denn eine Verbrennung war geglückt. Sollte es möglich sein, dass der Meteor so viel Energie freigab, um das Experiment umsetzen zu können. Dann könnte es Faiza gelingen ihren Geliebten zurückzuholen.


    Sigrun und Eragon blieben im Lager. Dafür begleiteten Atherion und Okharim die Gruppe. Ohne auf die Strahlung zu achten rannten die Helden bis auf die unterste Etage. Im ersten Raum nach dem Eingang fand man ein Seil, welches in den Tiefen des Meteorkraters verschwand. Ein schneller Blick, gegen das blendende Licht, zeigte nur ein leeres Seilende. Als man das Treppenende in die Säulenhall erreicht hatte, konnte man im blauen Licht des Meteors sehen, wie Faiza gerade die Feuerrune des Altars zündete. Alle sechs Urnen waren an ihrem Platz und das Höllenfeuer verschlang den Leichnam, dessen Ascheflöckchen auf magischem Weg in die geöffneten Urnen gezogen wurde.


    Selhira und Thorn rannten zum Altar. Imion wollte sich beschleunigen, allerdings gab es hier eine Rückkopplung, welche ihn zu Boden warf. Aber der AXXELERATUS war gelungen. Atherion und Okharim rannten ebenfalls zum Altar. Sie wollten ihre Zauberstäbe als Waffen nutzen. Phelizitas trat in die Mitte des Raumes, hielt sich aber mit dem Zaubern zurück. Offensichtlich passierten seltsame Dinge wenn man in der magischen Atmosphäre des Grabes Zauber wirkte. Auf Ansprache reagierte Faiza nicht mehr. Blaues Feuer brannte in ihren Augen, als sie mit einem unbekannten Zauber begann. Thorn zog seine Schaufel, hakte sie mit dem Trittsteg hinter einer Urne ein und zog. Das Gefäß knallte auf den Altar und anschließend auf den Boden. Zerbrechlich war es nicht. Die Asche suchte sich nun einen anderen Weg in die nächste Urne, aber nicht mehr durch die Luft, sondern sie kroch wie zähe Flüssigkeit in eine andere Richtung. Der Meteor erstrahlte im gleißendem Licht und erhellte die ganze Halle. Außerdem begann er rote und gelbe Lichtkugeln zu emittieren und es formte sich eine Doppelhelix über dem Stein. Selhira gelang es nicht Faiza umzureißen. Während Imion aufstand und sich auch zum Altar bewegte, hörte Phelizitas ein knirschendes Krachen aus der nördlichen Öffnung zum umlaufenden Gang.


    Da das Zerren an der Magiern nicht gelang, versuchte Selhira eine weitere Urne vom Altar zu stoßen. Mit festem Griff packte sie den oberen Rand, allerdings hatte sie übersehen, dass die Teile 33 Stein wogen [Kraftakt gescheitert]. Okharim und Atherion schlugen auf Faiza ein. Atherion stocherte vorbei und kam mit seinem Stab in Berührung mit dem Altar [Attackepatzer]. Der anschließende Rückstoß beförderte den Schwarzmagier die Treppen hinunter zu Phelizitas Füssen. Nun war Platz für Thorn, welcher den Raum des Magiers einnahm. Er verpasste Faiza einen schönen Gruß von der Meisterschaufel. Faiza reagierte auf die Störung des Rituals indem sie nun mit beiden Händen versuchte Asche zusammenzukehren und diese dann in die Urne vor sich zu füllen. Als fünf Mumien durch die nördliche Öffnung traten, begann Phelizitas mit einem Feuerzauber. Bekanntermaßen war Harz und Binden sehr entzündungsfreundlich.


    Selhira gelang es im zweiten Anlauf die Urne vom Altar zu stoßen. Faiza sah nun endlich das Ende ihrer Bemühungen gekommen und griff die Borongeweihte an. Währenddessen erhielt sie Schläge von Thorn und Okharim. Imion erreichte den oberen Treppenbereich und wechselte auf seinen Bogen, nachdem er nicht an seinen Freunden vorbeikam. Die Mumien liefen nicht direkt auf die beiden Schwarzmagier zu, sondern stellten sich in einer Reihe vor der Treppe auf. Mit einer scharfen 90 Grad-Wende deckten sie nun die ganze Treppenbreite zum Altar hin ab und begannen sich in Bewegung zu setzen. Phelizitas beendete ihren Feuerzauber, der eine Mumie mit einem Treffer zu Asche verwandelte. Der Meteor hatte die Zauberkraft verstärkt, allerdings brannte sich ein Flammenring durch die Bude, welcher jedem Anwesenden eine Feuerverletzung zufügte. Atherion begann nun auch mit seinem IGNIFAXIUS.


    Am Altar kam es zum beschriebenen Gerangel. Bevor Faiza noch irgendwas machen konnte, viel sie tot um. Selhira stellte sich den Untoten in den Weg, während Thorn mit seiner Schaufel zunächst maL die Asche auf dem Altar besser verteilte. Allerdings stellte er schnell fest, dass die sich nun nicht mehr bewegte. Auch die Doppelhelix beim Meteor war wieder in sich zusammengefallen und das gleichmäßige blaue Leuchten erhellte wieder den Raum. Atherion schickte seinen Feuerzauber los, Phelizitas begann einen neuen. Imion wirkte einen FULMINICTUs, der zusammen mit dem Feuerschaden von Atherion einen weiteren Angreifer neutralisierte. Anschließend gab es einen kleinen Knall, als die Luft die Leere auffüllte, die der Elf hinterlassen hatte, als ein Teleportzauber ihn verschwinden ließ. Mumie Nr. 3 verging im Feuer von Phelizitas, die wieder zu schwitzen anfing [was zu einen neuen Zaubertrank führte], im Zusammenspiel mit dem geweihten Rabenschnabel des Borongeweihten.


    Die letzte Mumien überlebte nicht lange und die Gruppe machte sich zusammen mit der Leiche der Magierin auf den Rückweg. Zumindest bis zum Tresor auf der ersten Ebene, wo man eine Rast einlegte, um das Sternenfieber zu senken. Imion tauchte in einem kleinen Blitz auf der zweiten Ebene auf. Ein Raum mit vielen Löchern im Boden, mit einer zertrümmerten Truhe vor der Tür. Er wusste wo er war. Das Herausziehen der Truhe hatte alle Armbrustbolzen gezündet. Sein Geschwindigkeitszauber war ihm nun nützlich und erreichte nur kurz nach der Gruppe den Tresorraum. Dort machte er nicht Halt, sondern flitzte zum Ausgang. Nach der Abklingphase ging es ins Morgenlicht.


    Die Wiederbelebung hatte man verhindert, allerdings wartete Zuloya Hasrabal mit einer schlimmen Nachricht auf die Anwesenden. Sie hatte die Meteorproben untersucht. Dass es jedes Mal ein Knistern gab, wenn sich ein Lebewesen näherte, war jetzt nicht so interessant. Der Stein lag aber in der Nähe eines Kraftknotens, was bewirkte, dass er sich immer weiter auflud. Bei einer Größe von einem Kubikschritt, konnte man ihn auch nicht so einfach bewegen. Ein Zerschlagen unter Wirkung des Sternenfiebers würde ewig dauern und weitere Leben kosten. Da sich der Stein auflud, würden sich die Auswirkungen des Fiebers steigern. Also war eine Hebung, selbst mit zwergischer Mechanik nicht möglich. Die Ladung würde also weitergeben und wenn die Geschwindigkeit der Ausdehnung der Magiesphäre so bleiben würde, würde Khunchom in ca. 300 Götterläufen unter der Sphäre verschwinden. Aber halt nicht nur die Stadt am Mhanadi, sondern auch alle anderen Städte in ähnlicher Entfernung, also auch Rashdul und Mherwed. Als Lösung sah die Elementarmagierin nur die völlige Überladung des Steins. Mit der einhergehenden Explosion magischer Energie. Wenn man alle Artefakte der Adamantlabore gleichzeitig zündet, könnte das klappen. Oder man fand genügend lebensmüde Magier. Wobei einer genügte, der das einheitliche Befehlswort für die Artefakte sprach. Der Vorschlag der Praiosgeweihten ein Interdictum zu wirken, wurde mit einem leichten Lächeln sofort verworfen. Wenn man schon eine halbe Armee von Praiosgeweihten brauchte, um ein normales Dorf magielos zu machen, müsste man hier alle Praiosgeweihten Deres ausbrennen. Wobei das mancher Teilnehmer der Versammlung jetzt nicht als schlimmen Schaden ansah.


    Die weiteren Überlegungen werden am 25.08.2026 Früchte tragen.

    Als weitere Aufgabe stand heute die Bergung von Gesteinsproben an. Aus dem Deckel einer Basalttruhe wurde ein Schild gefertigt, der die Strahlung abhalten sollte. Aus der fahrenden Werkstatt des Zwergs besorgte man sich eine Schmiedezange mit langen Griffen. Dann ging es wieder hinunter auf die dritte Ebene. Diesmal war der leuchtende Meteor das Ziel. Schildbewehrt näherte man sich dem leuchtenden Stein. Ein kiloschweres Objekt wanderte in eine mitgebrachte Basalttruhe. Der Schild schützte vor der starken Strahlung [w6 pro Kampfrunde] und mit den bloßen Händen wollte man den leuchtenden Stein gar nicht anfassen [W6+3 Schadenspunkte verhindert] Dann hatte man noch die Idee, den Zauberspiegel in der Nähe des Altars zu benutzen. Allerdings war man nicht an dem gespiegelten Gesicht interessiert, sondern am abgebildeten Hintergrund. Hinter dem Jugendbild war der Altar zu erkennen. Eine Zauberin in Koptenkleidung stand davor, die Hand an der Feuerrune und äscherte gerade einen Leichnam ein. Der Spiegel wurde gedreht. Nun lag Faramud, die Liebschaft von Faiza, auf dem Altar und wurde von den Flammen verzehrt. Der Zwerg schaute genauer hin. Alle sechs Urnen waren vorhanden. Die Bilder ließen böses erahnen. Warum sollte Faiza den Leichnam ihres Geliebten hier verbrennen wollen? In einem uralten Magielabor für Zeitforschung. Das klang jedenfalls nach etwas, was es zu verhindern galt. Die Zeit wurde knapp und man trat die Rückreise an. Zumindest bis zum Tresor in der ersten Ebene. Abklingzeit. Sternenproben in der Basaltkiste außerhalb des Tresors geparkt. Dann ging es nochmals hinunter.


    Diesmal ging es wieder in die dritte Ebene. Nun war die Gangfortsetzung interessant. Von den beiden Magierquartieren bog der Gang nach rechts in Richtung Norden ab und folgte der östlichen Raumumrandung der großen Säulenhalle. In der Ostwand des Ganges gab es zwei Öffnungen, die in einen sechseckigen Raum führten. Der Raum hatte die gleichen langgestreckten Proportionen wie der Altarstein in der Säulenhalle. Die Ostwand zierte ein großes Gemälde, welches eine skelettartige Frau mit Kapuzenmantel und Waage darstellte. Heskatet !! Vor dem Bildnis stand eine Feuerschale in der eine Flamme handbreit züngelte. Die Inschrift am Sockel der Schale war in ur-tulamidischer Sprache und somit für die Helden nicht zu entziffern. Irgendwelches Brennmaterial sucht man vergebens. Und ob die Flamme ewig brannte oder erst beim Meteoreinschlag gezündet wurde, wird ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls fand man in diesem Raum noch die fehlende sechste Urne für den Altar. Dann ging es wieder an die frische Luft. Dabei wurde die Kiste mit der Gesteinsprobe mitgenommen.


    Als die Helden das Camp wieder erreichten, war ein weiterer Besucher eingetroffen. Das Banner des Zeltes zeigte das Zeichen der Al´Achami-Akademie. Wie ein Blick in das Zelt der Campleitung zeigte, waren die drei Chefmagier in Verhandlungen vertieft. Thomeg Atherion grüßte Phelizitas, gehörten doch beide einem schwarzmagischen Orden an. Das Geschacher hatte etwas beruhigend Weltliches an sich. Atherion bezeichnete sich als der Erbe der Kophtanim und erhob Anspruch auf das Wissen aus dem Mogulengrab. Hasrabals Tochter war nur an den elementaren Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Meteor interessiert und Ashtarra wollte alle Artefakte in Sicherheit wissen, um so ihre Labore wieder in Betrieb zu nehmen. Thomeg ließ Phelizitas Bericht erstatten. Als die Sprache auf die Gesteinsproben in der Basalttruhe kam, rauschte Hasrabals Tochter nach draußen. Angezogen, wie ein Magnet. Thomeg wollte noch am selben Abend die Schriftrollen aus den Magierquartieren bergen und fragte nach, wer die Expedition begleiten würde. Faiza meldete sich sofort freiwillig. Phelizitas klärte Thomeg unter vier Augen auf, warum eine Teilnahme der jungen Frau abzulehnen war. Bis auf Imion schlossen sich alle Helden Thomegs Expedition an.


    Zuloya saba Hasrabal trat an die Kiste mit den Proben heran, während Phelizitas noch mit Thomeg beschäftigt war. Befehlsgewohnt verlangte sie die Öffnung des Deckels. Eragon der Kor-Geweihte streckte ihr die Hand entgegen und machte klar, dass ein Söldner keinen Dienst ohne Entlohnung durchführte. Mit einem mitleidigen Lächeln ließ Zuloya mit spitzen Fingern eine einzelne Silbermünze in die Hand des Geweihten fallen. Eragon nickte und hob den Deckel. Der Anblick des leuchtenden Sternenfragmentes stimmte die Hasrabal-Tochter gnädig. Sie befand den Transport der Kiste ins Labor. Wie einfach doch die Welt ist: Trag sie selber oder bezahle dafür. Zuloya ließ eine weitere Münze in die Hand des Kor-Geweihten fallen. Kleingeister und ihre bemitleidenswerte Gier nach Geld. Die Verachtung der Magierin stand ihr ins Gesicht geschrieben. Aber sie bekam ihren Willen und die Truhe stand am Ende auf dem Labortisch. Die Gelehrten machten sich an die Arbeit.


    Die Expedition von Atherion machte sich zum Tagesabschluss nochmals auf den Weg in die Tiefe. Dort sammelte man die brüchigen Schriftstücke ein. Allerdings verlangsamte die Sorgfalt mit dem alten Schriftgut die Geschwindigkeit der Truppe. Eine weitere Verbrennung durch das Sternenfieber konnte man nicht verhindert. Aber die Schriftstücke fanden einen Weg in das Konservierungszelt. Allerdings bemerkten die Gelehrten, dass man aufgrund des fehlenden Sonnenlichtes heute nicht mehr daran arbeiten könne. Phelizitas nahm Kontakt zu den Wächtern auf und bestand darauf, dass niemand heute Nacht das Zelt betreten soll. Der Wächter gab an, dass er dem Angehörigen einer Akademie schwerlich den Zutritt in das Zelt verweigern konnte. Grabräuber und Diebe war da was anderes. Man verblieb so, dass die Wache Phelizitas informierte, sollte sich Faiza an den Papieren zu schaffen machen.


    Damit fand der Arbeitstag ein Ende.


    Am 18.08.2026 geht es weiter.

    289. Spieltag (11.08.2026)


    So langsam setzten die Kopfschmerzen des Sternenfiebers ein. Mit einem Pergament und Kohlestift wurden die Inschriften der Urnen abgepaust. Phelizitas hob den Deckel einer Urne und blickte in einen Trichter, dessen spitzes Ende in Richtung Boden zeigte. Dort war auch ein Loch erkennbar. Sie steckte einen Stock hinein und konnte so bis zum Boden der Urne vordringen. Als sie den Stock herauszog, war das untere Ende handbreit mit einem grauen Pulver überzogen. Noch ein kurzer Blick in den südlichen Gangbereich mit den zwei Türen, dann ging es wieder zurück zum Camp. Imion plagte die Sehnsucht nach einem offenen Himmel und er nutzte den Basalttresor in der ersten Ebene nicht für einen Zwischenstopp. Er erreichte das offene Gelände, allerdings brachte ihm das weitere Verbrennungen durch das Sternenfeuer ein. Der Rest der Gruppe trat nach ca. 30 Minuten in die Mittagssonne.


    Man nahm mit Ashtarra Okharim Kontakt auf und zeigte die Zeichen von den Urnen. Sie erkannte die Zeichen als zur Dämonendomäne Eskates zugehörig. Diese wurde von der Erzdämonin Heskatet verwaltet. Heskatet wurde wahlweise als knöcherne alte Frau mit einer Waage oder als Kind mit einer Sanduhr dargestellt. Einen richtigen göttlichen Gegenspieler hatte sie nicht. Ihre Aufgabe war die Wahrung der Zeit und des Limbus. Die Götterwelt hatte mit Satinav einen Wächter über die Zeit. Frevel gegen die Zeit wurden durch die Genannten gnadenlos verfolgt.

    Das brachte die Helden auf die Frage, warum auf den Urnen Heskatets Zeichen angebracht war?


    Die Abklingzeit war vorbei und es ging erneut in die Tiefe. Zweite Ebene, den schrägen Gang hinein. Dieser endete an einer Kreuzung, von der zwei weitere Gänge wegführten. Zusammen bildeten sie ein Y-förmiges Gangsystem. Im kelchförmigen Bereich im Osten, war ein Raum erkennbar. Der Raum hatte viele kreisförmige Löcher im Boden und auf der gegenüberliegenden Seite wartete eine große Truhe. Das roch nach einer Falle. Thorn kniete sich nieder und begutachtete die Löcher aus der Sicht eines Mechanikers. Er warf einen Blick in ein Loch und sah die Spitze eines Armbrustbolzens. Eine Veränderung an der Truhe musste den Schuss auslösen. Nach einer groben Rechnung würden ca. 30 Bolzen durch den Raum flitzen. Der Gang in Richtung Westen endete in einer Verschüttung. Ein kopfgroßer Stein wurden zum Fallenraum getragen und gegen die Truhe geworfen [Kraftakt +]. Als der Stein gegen die Front der Truhe krachte, schossen 5 Bolzen durch den Raum. Glücklicherweise warteten die Helden draußen im Gang. Phelizitas nutzte das Nihilogravo-Artefakt, um auf die anderen Gangseite zu fliegen. Beim Abbremsen verstauchte sie sich ihr Handgelenk. Ein Seil wurde verankert. Nach der Rückkehr zogen alle Helden die Truhe in Richtung Ausgang. Die restlichen Bolzen flogen durch den Raum, ohne einen Schaden anzurichten. Die Enttäuschung war groß, als man feststellte, dass die große Truhe leer war.


    Dann entschied man sich für das verbliebende Gangstück, welches in südöstlicher Richtung vor einer Tür endete. Dahinter befand sich eine Elementare Beschwörungskammer. Der Mogul war zwar lange tot, aber die Magie des Meteors hatte die Mauer auf die elementare Ebene dünn gemacht. Zwei Feuerdschinne bemerkten die Eindringlinge und kamen auf die Helden zu. Die Magierin aktivierte den Gewitterstein, warf ihn in den Raum und verschloss die Tür. Ein stetig wachsender Wasserstrahl aus den Türritzen zeigte an, dass der Raum dahinter geflutet wurde. Irgendwann kam eine Dampfwolke aus den Türritzen. Das Wasser floss im hinteren Bereich in den Krater, welchen der Meteor gerissen hatte. Phelizitas konnte sich beim Bergen des Gewitterartefaktes gerade noch festhalten, sonst hätte sie das abfließende Wasser in die Tiefe gezogen. Damit war der Weg frei zum letzten Raum der Ebene.


    Dies war ein seltsamer Raum. Die Wände waren mit alt-tulamidischen Schriftzeichen bedeckt. Keiner der Helden war dieser Sprache mächtig und so war der ansonsten leere Raum uninteressant.


    [Hätte ein Held die Sprache verstanden, wäre er von der erzählten Geschichte so gefesselt gewesen, dass er nur mit einer Willenskraftprobe das Lesen hätte beenden können.]


    Jetzt wurde die Zeit wieder knapp und man trat die Rückreise in den Tresorraum auf der ersten Ebene an. Die Verbrennungen möchten im Einzelnen gering sein, doch die Menge addierte sich auf. Deshalb beschloss man, dem nächsten Anlauf wieder eine Pause im Camp folgen zu lassen. Diesmal ging es wieder in die dritte Ebene, nach Süden durch die Raummauer in den Gang mit den zwei Türen. Dahinter befanden sich zwei fast identische Zimmer. Wohnunterkünfte für Gelehrte, wie die vielen Schriftrollen verrieten. Allerdings waren die so bröselig, dass sie ohne vorherige Konservierung nicht lesbar waren. Man erkannte zwar ein paar Sätze in Ur-Tulamidia, aber der Sinn blieb verborgen. Die Rollen mussten also aus der Mogulenzeit stammen. Im östlichen Raum fand man noch einen mumifizierten Leichnam einer Frau. Die Koptengewänder zeigten, dass es sich hier um eine Magierin gehandelt haben könnte. In diesem Raum gab es auch Regale, die mit allen erdenklichen Arten von Sanduhren vollgestellt waren. Einige der Glaskörper waren beim Meteoreinschlag aus dem Regal gefallen und auf dem Boden zerschellt. Der Inhalt der Zeitmesser war auch unterschiedlich. Sand in allen Farben, zähflüssiges Öl oder andere unbekannte Flüssigkeiten füllten die Glaskörper und warteten darauf durch die Wespentaille nach unten zu fließen. Man hatte hier also auf dem Gebiet der Zeitkontrolle Forschungen betrieben. Aber zu welchem Zweck? Die Rückreise endete wieder mit den gewohnten Kopfschmerzen. Dann hatte man wieder Zeit für die Außenwelt.


    Imion ließ seinen Krug mit silbernem Pulver untersuchen. Die Artefaktmagier fanden heraus, dass man damit einen verzauberten Ort oder Gegenstand einpudern konnte. Der Silberstaub wanderte dann die Matrixfäden des Zaubers entlang und man konnte damit die Zaubermatrix sichtbar und kopierbar machen. Für den Elfen uninteressant, aber für Phelizitas mit ihrer magischen Feder, gut zu gebrauchen. Thorn holte den Spiegel aus dem Labor in der ersten Ebene hervor. Ein Handspiegel mit zwei gegenüberliegenden Spiegelflächen. Thorn blickte hinein und schaute auf sein eigenes jugendhaftes Gesicht. Das waren Zeiten gewesen. Trinkfest, kein Zwicken in den Gelenken. Handwerklich noch ungeschickt und mit allerlei Flausen der Jugend verflucht oder gesegnet, je nach Blickwinkel. Die andere Seite zeigte einen alten Zwerg mit einem mächtigen grauen Bart. Tiefe Falten in den Augenwinkeln und ein paar Zähne zu wenig. So würde Thorn also mal aussehen.

    Die Helden beschlossen, dass es für heute genug sei. Die Protokollsteine wurden den wartenden Labormagiern in die Hand gedrückt. Welche die Bedeutung der Steine erst erkennen konnten, wenn man die überlagernden Stimmen der anderen Steine, durch schlichte Entfernung von einander, neutralisierte. Die Helden konnte beobachten, wie sich Faiza Kellwig einem der Magier langsam näherte, dann vor ihm stehen blieb, ihm den Stein aus der Hand riss und in ein Zelt rannte. Selhira ging hinterher. Faiza kniete auf einem Teppich und lauschte den Worten aus dem Stein. Es war sofort klar, dass es sich um die Abschiedsbotschaft von Faramud handelte. Krampfartiges Schluchzen ließ ihren Oberkörper zucken. Faramud, ein intelligenter Mensch, der sein Ende kommen sah, begleitet von einem anderen Zauberer. Das Sternenfieber verbrannte ihn, während er seine letzten Worte sprach und Faiza seine Liebe gestand. Das war für die junge Frau zu viel, sie presste den Stein gegen ihr Herz und begann weinend in sich zusammenzusacken. Selbst die gefühlvollen Worte Selhiras [Heilkunde Seele gescheitert] brachten keine Linderung. Dies musste die Zeit erledigen. Die Borongeweihte kehrte stumm zu ihren Gefährten zurück. Der Abend brach herein und mit ihm kam ein Wagen in das Zeltdorf gerumpelt. Das Siegel der Pentagramma-Akademie zu Rashdul kündigte hohen Besuch an. Eine alte Frau trat auf das verbrannte Gras und ging forschen Schrittes in das Zelt der Campleitung und sprach dort sofort Ashtarra an. Das Gespräch hatte eher den Charakter einer Verkaufsveranstaltung in der um Erkenntnisse und Beute geschachert wurde. An den Artefakten der Adamant-Labore hatte Zuloya saba Hasrabal gar kein Interesse. Als Vertreter ihres Vaters hatte sie ausschließlich elementare Dinge im Sinn und Interesse am dem gefallenen Stern selbst. Sie bot die Ressourcen der Familie Hasrabal an, natürlich nur gegen den Austausch von Gesteinsproben des Meteors. Jedermann in den Tulamidenlanden wusste, dass man sich den Zorn des Sultans eher nicht zuzog. Humanität und Gemeinnützigkeit standen jetzt eher nicht auf dem Banner der Familie, welche durch ihren Machthunger bekannt war. Menschen, die gegen den Willen der Hasrabals arbeiteten, hatten eine gestiegene Unfallwahrscheinlichkeit zu verzeichnen. Deshalb wunderte es die heldenhaften Lauscher nicht, dass Faredon Kontakt zu ihnen aufnahm. „Kein Wort über Niobara“ war sein geflüsteter Hinweis. Wenn die Helden weitere Informationen in der Liegenschaft des ODL in Rashdul einholen wollten, sollten sie jeder Aufmerksamkeit der Machthaber aus dem Weg gehen. Deshalb zog man sich still zurück und legte sich zur Ruhe.


    Am nächsten Tag ging es wieder in das Mogulengrab. Im Thronsaal auf der zweiten Ebene hatte es eine Veränderung gegeben. In der Südwand hatte jemand einen kleinen Gang freigelegt, welcher in die untere Ebene führte. Aus den Spuren im Dreck wurden die Helden nicht schlau. [Fährtensuche gescheitert]. Man wand sich nochmals der Kammer mit den Protokollsteinen im Norden zu. Dort gab es noch eine Tür in der Nordwand und eine weitere in der Westwand. Die Tür im Norden war verschlossen. Wo war ein Schlösser-Experte wenn man ihn brauchte? Schweren Herzens brannte sich Phelizitas mit einem Flammenstrahl durch das Schloss, welches rauchend zu Boden fiel. Und wieder hatte sie einen irisierenden Schweißausbruch, welcher in einer zweiten Phiole aufgesammelt wurden.


    [Jeder Zauberspruch im Grab zeitigt einen zufälligen Nebeneffekt. Hier beginnt der Zauberer kräftig zu schwitzen, seine Astralenergie geht in die Körperflüssigkeit über. Durch das Auffangen der Flüssigkeit wurden zwei Zaubertränke mit jeweils 6 AsP generiert.]


    Hoffnungsvoll öffnete man den Raum. Doch dieser war leer. Ein Raum welcher ausgeräumt worden war, um daraus später einen weiteren Lagerraum zu machen. [Sinnesschärfe gelungen]. Die Fliesen ließen vermuten, dass es sich hier mal um einen Hygienebereich gehandelt haben könnte. So ganz leer war er doch nicht. In der nordwestlichen Ecke ließ sich ein Flimmern erkennen, ähnlich dem Aufsteigen heißer Luft. Das schien nicht weiter von Interesse und die Gruppe ging weiter. Aus dem großen Lagerraum führte noch eine Türe nach Westen. Auch der nächste Raum wurde von der Kunchomer Akademie nicht genutzt, war aber ausgeräumt worden. Die schmalen Zwischenwände ließen vermuten, dass sich hier die Wohnräume des Mogulen befunden haben könnten. Im südlichen Bereich führte ein kleiner Gang weiter. Im Westen bog ein Gang in südwestlicher Richtung ab. Der südliche Gang war durch den Einschlag des Meteors durchschlagen worden. Die Zeit ohne Sternenfieber wurde knapp und die Gruppe suchte den Artefakttresor in der ersten Ebene auf.


    Bevor man in die dritte Ebene hinabsteigen wollte, warf man durch den zerstörten Boden in der Säulenkammer einen Blick auf den Raum darunter. Es ging 15 Schritt hinab. Im westlichen Bereich der Kammer schien es eine flackernde Quelle blauen Lichtes zu geben. Direkt unter den durchgebrochenen Boden war ein Podest zu sehen. Auf dem Podest stand ein langgezogener sechseckiger Steinaltar mit sechs Vertiefungen. In fünfen standen irgendwelche vasenartigen Gefäße. Im Hinblick auf das Klettererlebnis in Perricum entschlossen sich die Helden diesmal die Treppe zu nehmen. Ein Absturz aus 15 Schritt Höhe konnte eine sehr schmerzhafte Erfahrung sein. Man ging also, nach einer Entgiftung im Tresor, zum Thronsaal zurück und dann die neu freigelegte Treppe hinunter.


    Dieser Raum hieß zu Recht Säulenhalle. Raumhöhe ca. 15 Schritt. Sechs mächtige Pfeiler stützen die Steindecke. Mauerdurchbrüche im Westen, Norden und Süden machten klar, dass dort noch weitere Räume warteten. Platz war genug. Im Westen der pulsierende Meteor, welcher eine Lichtquelle überflüssig machte. Im Osten ein Steinaltar auf einem treppenartigen Podest. Der Aufschlag hatte Meteortrümmer im Raum verteilt. Die Gruppe ließ eins davon in einer Basaltschachtel verschwinden. Dann sah man sich den Altar aus der Nähe an. Ein 15 Schritt langes und 8 Schritt breites Sechseck aus massivem Stein. Auf der Frontseite war eine Feuerrune erkennbar. In den Ecken waren fünf Urnen aufgestellt, welche ca. 30 Stein Gewicht hatten. Nachdem man einen Deckel geöffnet hatte, sah man eine kegelförmige Vertiefung. Die ganze 1,5 Schritt hohe Urne schien eine ummantelte Sanduhr zu sein. Ob sich im unteren Bereich irgendwas Rieselfähiges befand, wurde nicht untersucht. Eine Vertiefung war nicht besetzt. Ein Rundblick brachte weder eine herumstehende Vase hervor, noch irgendwelche Trümmer einer zerstörten Urne.


    Am 11.08.2026 wird die Erkundung fortgesetzt.

    288. Spieltag (04.08.2026)


    Mit Hilfe des Nihilogravo-Artefakts wurde die Schwerkraft neutralisiert. Der unsichtbare und teilweise nicht vorhandene Boden wurde so überwunden. [Schwimmen- oder Fliegenprobe] Mit ein paar Kratzern gelang es den Helden auf die andere Seite der Säulenhalle zu kommen. Dort angekommen, untersuchte man die Leiches des Magiers. Nach dem Mal auf der Handfläche zu urteilen, kam er von der Drachenei-Akademie. Die seltsame Kristallkugel, die er in den Händen hielt zeigte einen matten nebligen Schimmer. Die Säulenhalle endete in einem kurzen Gang, welcher bereits knöchelhoch mit Sand gefüllt war, welcher immer wieder von der Decke herabrieselte. Am Gangende befand sich eine schwere Eisentür, welche man schon aus der Basaltkammer auf der ersten Ebene her kannte. Pheliziatas zog am massiven Handgriff und die schwere Tür öffnete sich langsam. In der Kammer dahinter fand man keine Artefakte, dafür einen jungen Mann, welcher sich ängstlich in das hinterste Eck zurückgezogen hatte und die für ihn fremde Magierin mit großen Augen ansah. Der Candidatus Hexander hatte gehörigen Durst, hatte er sich mit Sternenfieber leuchtend in die Koschbasaltkammer zurückgezogen. Das blaue Leuchten war nach einiger Zeit verschwunden und nun traute er sich nicht mehr heraus, da er befürchten musste nicht mehr rechtzeitig den Ausgang zu erreichen. Als die Gruppe in der Kammer war, hörten sie von draußen einen scharfen Knall, gepaart mit einem magischen Knistern. Eine Nachschau ergab, dass eine klare Kugel nun in der Luft schwebte. Die Leiche des Magiers war verschwunden. Langsam strömten nebelartige Schwaden im Zentrum der Kugel zusammen. Eine Untersuchung ergab, dass sich das Kugelartefakt in der magisch gesättigten Umgebung selbst auflud, um sich bei Überladung selbst „Luft“ zu machen. Im Laufe der Untersuchung wurde auch der Körper des toten Magiers zunehmend sichtbar, auch wenn die verfaulenden inneren Organe nun keinen angenehmen Anblick boten.


    Nachdem das Artefakt gerade entladen war, bot es sich an, dieses sofort nach draußen zu bringen. Verpackt in einer Koschbasaltkiste trat man, mit dem Überlebenden zusammen, den Rückweg an. Das Sicherungsseil, welches man beim Hinüberschweben am vordersten Recken festgemacht hatte, wurde am massiven Türgriff befestigt. Somit hatte man eine Seillinie, an der man sich durch den schwerelosen Raum durchziehen konnte. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Tresor auf der ersten Etage kam man ans Tageslicht.


    Ein neues Zelt war errichtet worden. Die geflügelte gelbe Sonne auf rotem Grund machte klar, dass es eine Abordnung der Praios-Kirche hierher geschafft hatte. Ein Orden, der sich der Wahrheit verschrieben hatte und allem „unnatürlichen“ Wirken, soweit es sich nicht um göttliche Mächte handelte, sehr kritisch gegenüberstand. Die beiden Götterdiener befanden sich gerade in einer lebhaften Diskussion mit Ashtarra Okharim. Vorwürfe wegen einer mangelnden Sicherung einer magischen Werkstatt wurden laut, was im Lichte eines stürzenden Sterns wohl ziemlich lächerlich erschien. Man rechnet natürlich täglich mit einem Einschlag in dieser Größenordnung. Der Sarkasmus der Erwiderung entging den Geweihten nicht. Sie drohten mit einem Arcanum Interdictum, welches den Grabhügel entzaubern sollte. Selhira hörte der Unterhaltung aufmerksam zu, ohne sich in das Gespräch einzumischen. Ein Interdictum war ein mächtiges Ritual, bei dem man, selbst in seiner schwächsten Form, ein kleines Dorf magietot machen konnte. Allerdings war der karmale Energieaufwand enorm [128 Karmapunkte, davon 32 permanente]. Die beiden Geweihten konnten unmöglich diese Aufgabe selbst stemmen. Bei wohlwollender Berechnung war mit einer Verstärkung der Praioten nicht vor 6 Tagen zu rechnen. Bis dahin sollte sich die Sache hier geklärt haben.


    Nachdem die Boron-Geweihte ihre Erkenntnisse dem Rest der Gruppe mitgeteilt hatte, unternahm man einen neuen Anlauf. Wieder die alte Strecke in die zweite Etage, nur diesmal wandte man sich im Thronsaal des Mogulen nach Norden. Nach dem Öffnen der Tür war vom Inhalt des großen Lagerraums nichts mehr zusehen. Also gar nichts mehr. Nacht – Dunkelheit – Schwärze. Selbst die Lichtquelle der Helden versagte ihren Dienst gegen das Dunkel anzutreten und beschloss einfach mal eine Pause zu machen. Obwohl man die Hitze der Flamme spüren konnte. Dass diese Dunkelheit keinen natürlichen Ursprung haben konnte war sofort klar. Deshalb setzte Pheliziatas auf eine andere Art von Strahlung als sichtbares Licht. Mit einem ODEM ARCANUM ließ sie alles Magische in einem roten Schein erstrahlen. Zumindest für ihre Augen. Da der Raum selbst aufgeladen war, stand sie vor einer roten Wand. Allerdings war das Dunkelartefakt völlig überladen und stellte eine rote Sonne dar, die heller als der Hintergrund strahlte. Beim Hineintasten verdunkelten die magietoten Regale zwar immer wieder dieses helle Licht, aber die Zauberin näherte sich schrittweise der Quelle. Gleichzeitig begann sie unbewohnt heftig zu schwitzen. Es handelte sich aber nicht um gewöhnliche Körperflüssigkeit, sondern die Tropfen leuchteten in den Farben des Regenbogens irisierend. Also fing sie die Tropfen auf. Nach Erreichen des Artefakts, erspürte sie einen handgroßen Samtbeutel und zog den Kordelverschluss zu. Schlagartig kehrte die Beleuchtung zurück und gab die umgefallenen Regale frei. Dazu kam noch eine Stimmenflut, die die Ohren bedrängte. In dem Raum waren die besprochenen Protokollsteine der Labore gelagert gewesen. Alle waren nun überladen und versuchten ihrer Zerstörung zu begegnen, in dem sie ihren gespeicherten Inhalt lautstark in die Umgebung entließen. Phelizitas begann alle Steine einzusammeln. Sie grub sich durch die Regalböden auf dem Boden. Alles was sie in die Finger bekam wanderte in den Nimmervollen Beutel. Aber die Suche fand kein Ende, Artefakt um Artefakt verschwand im Beutel und verkam zu einem gedämpften Gemurmel. Selhira und Imion standen vor der Tür. Ihre Haut begann zu kribbeln. Die Haare auf dem Unterarm stellten sich auf. Kopfschmerz trat ein. Und die Magierin fand kein Ende [Willenskraft gegen Neugier gescheitert]. Um die Zauberin wieder im Jetzt zu verankern, sprach die Borongeweihte auf sie ein. Als sie die Schulter von Phelizitas berührte, gab es einen kleinen Funkenschlag, wie wenn man mit Pantoffeln über einen Wollteppich lief. [Heilkunde Seele gelungen] Bevor noch größeres Unheil geschehen konnte bemerkte die Magierin die Stimme der Borongeweihten. Nun konnte man sich gleich auf den Rückweg in eine Koschbasaltkammer machen. Gerade beim Eintreten in die Kammer setzten stechende Kopfschmerzen ein und leichte Doppelbilder entstanden [Verwirrung Stufe 1]. Pause – Erholung. Nach 20 Minuten ging es weiter, wieder an die frische Luft.

    Frisch, fromm, fröhlich, frei, ging es am nächsten Morgen nach dem Frühstück weiter. Da man tags zuvor bereits den Weg frei gemacht hatte, erreichte man nach einer kurzen Ruhepause in der Artefaktkammer die Tür zum Verkaufsraum. Thorn machte den ersten mutigen Schritt in den Raum hinein und wurde von einem lauten Knacken aus Richtung Decke begrüßt. Ein Ausweichen gelang nicht mehr und der Zwerg wurde von den Steinen getroffen. Kurz darauf war Donnergrollen zu vernehmen und es begann wie aus Kübeln zu regnen. Das Wasser stieg unaufhörlich und hatte die Sohlenstärke der Zwergenstiefel bereits überschritten. Wenn das so weiter ging würde der Raum in 5 Minuten komplett geflutet sein. Und wir sprechen hier nicht von einer kleinen Artefaktkammer, sondern von einem Verkaufsstudio mit Auslagetischen und eine Vortragsplattform samt Dokumentenhalterungen. Die Gruppe drängte in das Wasser und machte sich auf die Suche nach dem Auslöser des Wetterphänomens. [Gruppenprobe auf Sinnesschärfe Tasten] Man wurde fündig, als das Wasser bereits kniehoch im Raum stand. Eine Kette mit einem Amethyst. Phelizitas schaute sich das gute Stück an und erkannte, dass der Stein in der Fassung drehbar war. Eine halbe Umdrehung später hörte der Regen auf. Nun konnte man sich die Ausstellungsstücke ansehen. Eragon, der Kor-Geweihte stand vor einem bogenförmigen Klettergerüst, wie es jeder gute Rosengarten vorzeigen kann. Das blaue Leuchten des Metalls hielt ihn davon ab mal hindurchzulaufen. Die Öffnung des Nimmervollen Beutels war aber für eine Mitnahme zu klein, so dass das Artefakt an Ort und Stelle blieb. Sigrun fand eine Ansammlung von faustgroßen, tiefschwarzen Kristallen. Ein leichtes Summen und Vibrieren waren zu hören und zu spüren. Da auch die Magierin keinen unmittelbaren Zweck in den Kristallen sah, ging man von Rohmaterialien aus. Die Dinger verschwanden im Beutel. Als letztes wurde man auf eine Schublade aufmerksam. Auf dem Samtkissen ruhten sechs flache Spieldosen, die wie ein Südweiser wirkten. Allerdings hab es hier nicht acht, sondern nur sechs Spitzen, welche in den Symbolen der Elemente endeten. Der Zeiger stand zwischen zwei Elementsymbolen und bewegte sich nicht. Alle Dosen wurden eingepackt.


    Dann ging es zurück an die frische Luft zum Abtrocknen. Man übergab die Kristalle und die „Spieldosen“ Ashtarra Okharim. Sie konnte erklären, dass es sich hier um Ortungsgeräte für bestimmte Elemente handelte. Allerdings noch in der Prototyp-Variante. Zeigten sie nur zweidimensional die Richtung für das gewünschte Element in der nächsten Entfernung. Was jetzt für Luft etwas unpraktisch war, da der Zeiger des Elementfinders sich sofort auf der Stelle zu drehen begann. Auch für Erz war das eher suboptimal, da der Detektor nicht die Tiefe angab, in welcher gegraben werden musste. Wie gesagt, es handelte sich um verbesserungswürdige Prototypen. Nach der Abklingzeit ging es wieder zurück zur Artefaktkammer.


    Diesmal verließ man sie durch den südlichen Zugang und gelangte in die große Artefaktwerkstatt. Schwarzer Rauch hatte die Kammer gefüllt und man sah zwischendurch hellen Feuerschein lodern. Zeit für den Windfächer sich mal richtig Luft zu machen. Der Rauch verschwand, allerdings brachte der frische Luftzug das Feuer erst richtig zum Brennen. Die Werkbänke aus Holz verwandelten sich langsam in Asche und die Metalle begannen zu schmelzen. An so einer Esse hatte der Zwerg seine helle Freude. Die wurde aber durch den Wolkenbruch getrübt, als Phelizitas mit dem Regenartefakt das Ganze ablöschte. Der schwarze Rauch verwandelte sich in weißen Dampf, welcher vom Windfächer über den Krater in der westlichen Wand in Richtung Ausgang getrieben wurde. Nachdem der Raum begehbar war, war klar, dass man sich hier nicht mehr nach Beute umschauen musste. Die Tür in der Ostwand, welche zum überfluteten Verkaufsraum führte, wie der feine Wasserstrahl am unteren Ende der Tür zeigte, ließ man getrost zu und ließ das Wasser langsam ablaufen. Bei der weiteren Untersuchung des Raumes fand man eine Treppe nach unten, sowie in der Südwand eine Öffnung zu einer weiteren Werkstatt. Die Treppe war zunächst uninteressant.


    In der kleinen Werkstatt herrschte absolute Stille. Die Gegenstände schwebten im Raum herum, da irgendwas die Gravitation außer Kraft gesetzt hatte. In dem Gewirr sah man einen Leichnam treiben. Eragon ließ sich ein Seil umbinden und „schwamm“ zu der Gestalt hinüber. Die graue Hautfarbe mit den schwarzen Adern machten deutlich, dass hier jede Hilfe zu spät kam. Also klammerte sich der Kor-Geweihte an dem Leichnam fest und ließ sich in Richtung Ausgang ziehen. Dann machte man sich auf den Rückweg. Beim Anblick ihres Geliebten brach Faiza zusammen. Ihre ganze Hoffnung auf ein glückliches Ende ging den Weg in Borons Hallen.


    Nach einer kurzen Wartezeit ging es wieder hinein in das Mogulengrab. Zunächst galt es noch die kleine Werkstatt zu erkunden. Es ist keine gängige Kunst sich mit Schwimmbewegungen und an den Wände entlang durch einen schwerelosen Raum zu bewegen. Aber der Zustand der Werkstatt war deutlich besser als der in den anderen Räumen. Thorn fand eine kleine Flöte, deren Kopf man drehen konnte. Sigrun fand einen Ohrring dessen Silberaufhänger durch eine kleine Kugel lief. In die Kugel war eine kleine Vogelfeder drehbar eingearbeitet. Zwei Dinge passierten gleichzeitig. Thorn schraubte den Flötenkopf ab und alle Geräusche kamen zurück. Sigrun dreht die Feder in ihrer Fassung und alle Gegenstände fielen zu Boden. Beide Helden verdankten ihrer Körperbeherrschung, dass sie ohne Fallschaden davonkamen. Nun konnten die anderen Helden den Raum durchsuchen. Hierbei fand Imion einen kleinen Krug mit einem Korken. Im Krug befand sich feinstes, dunkelgraues Pulver. Dann fand man noch ein Dutzend kleine Glaskugeln, die bei Benutzung in hellem Licht erstrahlen und es irgendwie schafften zu erlöschen, sobald jemand sie direkt ansah. Ein herrlicher Blendschutz, auch wenn dann die ganze Umgebung in befreiender Dunkelheit versank. Dann war da noch die Öllampe, die die Kraftlinien als Energiequelle nutzte. Schöne Sache, wenn man auf einem Knotenpunkt stand. Aber an wichtigsten waren die beiden Rubinringe, in deren Innern ein flackendes Feuer loderte. Das Feuer konnte in Form eines Flammenstrahls in die mit dem Finger weisende Richtung geschickt werden. Jeder Ring hatte zwei Ladungen. Damit konnte man herrliche Löcher in Freund, Feind und Gegenstände brennen.


    Dann stieg, nach einer kurzen Pause in der Artefaktkammer, Phelizitas als Erste die Treppe auf die zweite Ebene hinab. Sie kam im Thronsaal des Mogulen heraus. Der raumhohe Thron hatte unter dem Einschlag gelitten, als der glühende Meteor im Vorbeifallen die Rückseite des Sitzes verschmolz. Es gab also auch noch eine dritte Ebene. Ansonsten war die Decke des hallenförmigen Raumes mit Säulen abgestützt. Das Bodenmosaik zeigte eine riesige Sanduhr. Die Wandmalereien zeigten die alten tulamidischen Gottheiten. In der Nordostecke befand sich ein Durchgang, welcher zu einer weiteren Säulenhalle führte. Auf den ersten Blick schien der Boden Löcher zu haben. Aber hineingeworfenes Kies zeigte, dass der Boden nur unsichtbar war. Als Phelizitas ihren Zauberstab als Tastmittel nutzte, tastete sie plötzlich ins Leere, als sich der unsichtbare Boden in eine kleine Nebelwolke verwandelte. Eine Durchquerung des langen schmalen Raumes auf gut Glück würde wahrscheinlich in einem Aufschlag auf der dritten Ebene enden. Glücklicherweise hatte man das Gravitationsartefakt. Damit konnte man an das andere Ende gleiten. Der Leichnam eines Magiers lag dort auf dem Rücken. Auf Höhe des Baunabels hielt er eine Kristallkugel.


    Die weitere Erkundung wird am 04.08.2026 stattfinden.

    287. Spieltag (28.07.2026)


    Die Gruppe beschloss noch am Nachmittag den ersten Vorstoß in das Mogulengrab zu wagen. Ashtarra Okharim sorgte dafür, dass sich die Helden nicht nackt den Gefahren stellen mussten. Neben Grab- und Kletterausrüstung wurden auch Heil- und Zaubertränke bereitgestellt. Damit man die Zeit genau messen konnte, die sich die Helden im magischen Strahlungsfeld bewegen würden, wurde ein Vinsalter Ei [aventurische Taschenuhr] überreicht. Es wurde nochmal klargestellt, dass die erste Etage die Adamant-Labore der Khunchomer Akademie darstellten und alle dortigen Gegenstände im Besitz der Akademie bleiben werden. Einer heldenhaften Nutzung stand dies natürlich nicht im Wege. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass mit einer abirrenden Wirkung der Artefakte ,durch die magische Überladung in Folge der Verstrahlung, zu rechnen sei.


    [Regeltechnisch wurde der Aufenthalt in den Räumen in Zeiteinheiten gezählt. In den Meisterkarten sind entsprechende Angaben enthalten. Die Tätigkeiten wurden mit Zeitmaßen versehen, die durch die Qualitätsstufen der Proben reduziert werden. Die Strahlung wird ab der 30sten Minute so stark, dass alle fünf Minuten körperlicher Schaden entsteht. Die ersten (leichten) Symptome zeigen sich bereits nach 10 Minuten. Die Abklingzeit entspricht der Bestrahlungsdauer, so dass man mehrere Besuche pro Tag durchführen kann. Außerdem schirmt Koschbasalt die Strahlung ab.]


    Das erste Gangstück zeigte an, dass das Bauwerk durch den Einschlag ordentlich durchgeschüttelt worden war. Ein paar Leuchtsteine, welche eigentlich in Wandhalterungen angebracht sein sollten, hatten besagte Halterungen unfreiwilligerweise verlassen und hatten sich, den Gesetzen der Gravitation folgend, auf dem Boden niedergelassen. Je näher man dem Gangende kam, desto lauter wurden die Windgeräusche. Der erste Raum war wohl ein Empfangsraum gewesen. Zumindest bevor eine unheimliche Kraft alle Möbel und Gegenstände gegen die südliche Wand geworfen hatte. [Sinnesschärfe Hören] Ein leises Wimmern und Stöhnen waren durch den brausenden Wind zu vernehmen. Dieser Wind wurde durch einen sich wild drehenden Fächer verursacht, der in der nordöstlichen Ecke durch die Luft tanzte. Der Kor-Geweihte legte sich auf den Boden und robbte unter den Fächer. Mit einem mutigen Griff [Körperbeherrschung] gelang es ihm unbeschadet das Zentrum des Fächers zu greifen und diesen zu schließen. Eine mitgeführte Schnur sollte das Öffnen des Windwerkzeugs verhindern. Dann wanderte der Gegenstand in den Nimmervollen Beutel. Sollte sich die Schnur lösen, dann hätte man einen sogenannten Windsack. Nachdem man nun nicht mehr durch die Luft bedrängt wurde, war es möglich die Trümmer an der Ostwand [Gruppensammelprobe Steinbearbeitung oder Kraftakt] zu beseitigen. Darunter kam eine verschüttete Magierin zum Vorschein. Am Ende ihrer Kräfte und mit einem blauen Feuer auf Augen und Haut, wurde sie nach draußen verbracht und in ärztliche Obhut gegeben. Dass der Meteor die östliche Wand des Raumes zerstört hatte, war nur eine kleine Begebenheit. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte man die Trümmer der Artefaktwerkstatt sehen. Den Krater wollte aber niemand überqueren, lieber suchte man sich eine Umgehungsroute. Die gerettete Magierin konnte den Helden die Räumlichkeiten der ersten Ebene erklären. Dort befand sich auch ein Artefakttresor aus Koschbasalt.


    Nach einer kurzen Wartezeit ging es wieder hinein. In der nördlichen Wand des Empfangszimmers gab es eine Tür, welche zu einem Alchemielabor gehörte. Als Phelizitas die Tür öffnete, sah sie über einen weißen Rauch hinweg, welcher den Raum bis auf Brusthöhe gefüllt hatte. Mit einem leichten ätzenden Geruch floss der Nebel in den Empfangsraum und bereitete sich schnell aus. Das nun auftauchende Labor war eine Trümmerwüste. Alle Fläschchen und Phiolen waren auf dem Boden zerschellt und hatten einen Scherbenhaufen hinterlassen. Da machte dann das umgekippte Regal keinen großen Unterschied mehr. Natürlich machte man sich auf die Suche nach Brauchbaren. Thorn fand einen Handspiegel mit zwei Spiegelflächen. Den Spiegel steckte er ohne weitere Untersuchung hinter seinen Gürtel.


    Aus dem Labor führte hinter der nördlichen Tür ein kurzer Gang, welcher ein paar Schritt gerade verlief, bevor er einen Knick nach Osten machte. Der Raum war verschüttet und musste erstmal freigelegt werden. Hier zeigte sich, dass die Meisterschaufel Thorns nicht zu verachten war. Es war eine gute Entscheidung gewesen, das aus einem Brunnen geborgene uralte Werkzeug aufzuarbeiten. [spieltechnisch war die Probe mit einer Doppel-Eins ein kritischer Erfolg gewesen, was dazu führte, dass die Schaufel eine Qualtiätsstufe bei Grabarbeiten addierte.] Alle Expeditionsteilnehmer wussten genau wenn DIE SCHAUFEL zum Einsatz kam, machte Thorn bei jeder Einsatzgelegenheit ein riesiges Aufheben um sein meisterliches Schmiedestück. Erleichtert stellten die Helden fest, dass sie bereits nach kurzer Zeit zum Abzweig in Richtung Artefaktkammer kamen. Der Weg dorthin war dank der stabilen Bauweise frei geblieben, während der weitere Gang in Richtung Osten erst freigemacht werden musste. Da aufgrund der räumlichen Enge nur vier Arbeiter am Werk sein konnten, hielten sich Phelizitas und Imion zurück. Der Waldelf kämpfte mit der Enge des Gewölbes, irgendwie war zwischen den Bäumen im Wald mehr Platz.


    Die Artefaktkammer war leer. Allerdings brachte man gerade sechs Personen dichtgedrängt stehend unter. Somit war für ein Nachtlager hier kein Platz. Imion konnte erst mit Hilfe eines magischen Armreifs den Raum betreten. Der PSYCHOSTABILIS vertrieb seine Raumangst. Allerdings hatte das Artefakt jetzt nur noch eine Ladung für den weiteren Gebrauch, aber ein Aufladen dürfte für die Artefaktmagier aus Khunchom wohl nur eine kleine Unannehmlichkeit darstellen. Nach der Abklingzeit machte man sich an das Freilegen des östlichen Gangteils, welches dann in südliche Richtung abbog. Die Tür zum nächsten Raum wurde geöffnet. Auf den ersten Blick schien es sich hier um die Verkaufsräumlichkeit zu handeln. Diese wollte man aber erst bei einem weiteren Anlauf erkunden. Das Sternenfieber verursachte bereits die ersten leichten Körperschäden.


    Als die Gruppe ins Abendlicht trat machte sich Entspannung breit. Die Gruppe wurde von Faiza Kellwig angesprochen und über die Erkundungsergebnisse befragt. Beim Gespräch kam heraus, dass ihre Liebschaft in der Anlage vermisst wurde. Faramud hatte in den Werkstätten gearbeitet als der Einschlag kam. Faiza bot an sich der Gruppe anzuschließen und bei der Suche zu helfen. Dieses Angebot musste aber abgelehnt werden, da der Platz in der Artefaktkammer bereits jetzt vollständig belegt war. Die Mutter von Faiza, Orana Kellwig hörte aus einiger Entfernung zu. Sie unterstützte die Helden in ihrer Entscheidung, zumal sie keine Überlebenswahrscheinlichkeit für Faramud sah, nachdem die Magierin, die die Helden aus dem Empfangsraum gerettet hatten, kurz vor dem Ableben gestanden hatte. Ein Überleben bei der Strahlungsmenge wäre eigentlich nur in der Artefaktkammer möglich gewesen, aber die war leer aufgefunden worden. Nach diesem Gespräch konnte man den Abend ausklingen lassen und sich zur Nachtruhe begeben. Die Zeltunterkunft war zwar nicht so bequem wie ein Bett, aber ausreichend für eine Regenerationsphase.

    286. Spieltag (18.07.2026)


    Anchopal, am Rande der Gorischen Wüste gelegen. Eine herrlich symmetrische Stadt. Kreisrund. Mit Aquädukt. Stadttore in alle vier Himmelsrichtungen. Auch wenn unter Hasrabals Herrschaft der Peraine-Tempel vor die Stadt verlegt wurde. Wollte man doch Konflikte mit den Rastullah-Gläubigen verhindern. Zu den 3 000 Einwohnern gesellten sich je nach Jahreszeit noch bis zu 500 Pilger. Die Helden mieteten sich in die Karawanserei der Mada Basari ein. Nach einem zwölfstündigen Reisetag wollte man sich nur noch den Staub vom Körper waschen. An Wasser mangelte es hier nicht.


    Am folgenden Morgen wurden die Überreste von Niobaras Observatorium besichtigt. Es gab eine frische Stelle mit Erdarbeiten und der Bereich um den Rundturm war abgesperrt. Ein Gedenkstein erinnerte an einen Unfall, bei dem zwei Ordensmeister des ODL (Ordo Defensores Lecturia) ums Leben gekommen waren. Nach Tarsilin von Borbra hatte Faredeon ibn Aylanora die Leitung der Grauen Stäbe übernommen. Eben diesen wollte man aufsuchen, um sich weitere Informationen zu Niobara zu beschaffen. Der Adept empfing die Heldengruppe im Ordenshaus, welches gleichzeitig auch das südliche Stadttor bildete. Meister Faredeon war leider nicht zu sprechen. Er hatte sich vor ein paar Tagen auf den Weg nach Süden gemacht. Dort sei ein Meteor in ein Mogulenhügelgrab eingeschlagen. Ashtarra Okharim, Leiterin der Adamant-Laboratorien, hatte um Hilfe ersucht. Der Tochter des Akademieleiters von Khunchom schlug man ohne triftigen Grund eine solche Bitte nicht ab. Der Adept konnte berichten, dass es zu einem Gewölbeeinbruch zwischen Niobaras Turm und dem Akademiegebäude gekommen war. Das war aber schon zwei Jahre her. Der Einsturz hatte zwei Ordensmeister begraben und man hatte beschlossen die Leichen nicht mehr zu bergen, nachdem klar war, dass keine Überlebenschance bestand. Darauf hin hatte man auch die Kellergewölbe, die einer logischen Linie von Turm folgend, den Endbereich des eingestürzten Tunnels bildeten, untersucht und auch eine Kellerwand eingerissen. Dahinter sei ein bislang unbekanntes Gewölbe aufgefunden worden. Auf einem Podest sei eine Ledertasche mit Inhalt festgestellt worden, welche von Meister Faredeon sichergestellt wurde. Über den genauen Inhalt wusste der Adept nichts. Allerdings seien in den Regalen mehrere uralte Bücher aufgefunden worden, welche sich gerade bei der Restauration befänden. Auf Bitte der Helden wurden diese in den Raum geführt.


    Viel war nicht mehr geblieben. Die morschen Regale waren abgebaut worden. Nur noch das leere Steinpodest in der Mitte war da. Von den Kanten des Podestes gingen, wie bei einer Kompassrose, Fugen im Boden in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Die Enden der Fugen waren mit geraden Wänden miteinander verbunden, so dass ein achteckiger Raum entstanden war. Die Decke lief zu einer Spitze über dem Podest zusammen. Deckengemälde suchte man hier vergeblich, also musste die alte Ledertasche Hinweise enthalten. Es waren auch keine Silbernägel wie in Wagenhalt feststellbar. An die Tasche, bzw ihrem Inhalt, kam man aber ohne Erlaubnis von Meister Faredeon nicht heran. Auch die nachfolgende Besichtigung von Niobaras Turmruine brachte keine neuen Erkenntnisse. Zwar waren noch dunkelblaue Farbreste in den Schattenbereichen der Vorsprünge und der Treppe feststellbar. Aber das brachte die Helden auch nicht weiter. Es blieb wohl nichts anderes übrig, als sich mal mit dem Ordensmeister zu unterhalten. Also machte man sich auf die dreitägige Reise.


    ===Beginn Beschreibung der Unendlichkeit; Anthologie Dämonenmacht===


    Das Zielgebiet lag bei Ehristar, auch am Rande des Tafelberges mit der Gorischen Wüste gelegen. Der feine rote Sandstaub hatte sich mit dem Staub aus dem Einschlag über die Gegend gelegt. Zwei Meilen vor dem Grab gab es ein kleines Hüttendorf. Durch das Dorf führten die Räderspuren von Karren, die die Richtung zum Grab wiesen. [Probe auf Sinnesschärfe] Bei der Untersuchung des verlassenen Dorfes nahm Sigrun zwei Frauenstimmen wahr. Als man näher an die Hütte trat, war klar, dass sich eine jüngere Stimme mit einer älteren Stimme stritt. Auf ein Klopfen an der Tür öffnete eine junge Tulamidin. Sie erklärte, dass ihre starrsinnige Großmutter sich weigerte die Siedlung zu verlassen. Der Mann der jungen Frau war bereits mit der Schafherde weggegangen. Gras gab es hier bis zum nächsten heftigen Regen nicht mehr. Eine Befragung der beiden Frauen ergab, dass sie den Meteoreinschlag beobachten konnten. Zunächst habe der Stern geflackert und sei dann eine halbe Stunde später eingeschlagen. Die junge Frau konnte beobachten, wie sich die Richtung der Flugbahn des fallenden Sterns geändert hat. Der Stern war in Richtung Grab abgebogen. Die Großmutter suchte die Verantwortung bei den Magiern in Khunchom, welche sich in dem Mogulengrab eingenistet hatten. Sie gab auch an, dass sie ihre Enkelin mehrmals angewiesen habe, die Schafe nicht beim Grab fressen zu lassen. Man wisse ja nicht, was das magische Gras mit den armen Tieren anstelle. Der Konflikt mit der Abreise konnte nicht geklärt werden. Jedenfalls zogen die Helden nach einiger Zeit weiter. Sigrun machte noch einen Durchgang durch das Dorf, musste aber enttäuscht feststellen, dass die ehemaligen Bewohner alles Wertvolle mitgenommen hatten.


    Die Gruppe traf beim Zeltlager der Magier ein. Im Hintergrund sah man den Eingang ins Hügelgrab. Hinter dem Eingang erhob sich eine ungesund leuchtende blaue Rauchwolke in den Himmel. Man sah Magier, die sich über irgendwelches Kartenmaterial beugten. Ein Zelt war eine Krankenstation. Dahinter erhob sich ein neues Gräberfeld. Die Ritter des Immerwährenden Kampfes bewachten das Areal und führten die Helden zur Expeditionsleitung. In einem Zelt mit hochgerollten Wänden verrichteten Ashtarra Okharim und Ordensmeister Faredeon ihren Dienst. Sie erhielten Unterstützung von Magistra Orana Kellwig und deren Tochter Faiza, beide kamen von der Drachenei-Akademie zu Khunchom.


    Faredeon wurde auf die Ledertasche angesprochen und versprach bereitwillig seine Erkenntnisse zu teilen. In der Tasche sei eine Metallscheibe gewesen. Außerdem wurde durch die beiliegenden Schriftstücke mitgeteilt, dass man das Grab des Siegels suchen soll. Hierzu hatten die Helden bereits die Kenntnis, dass eine der Lehrlinge Niobaras den Beinamen „das Siegel“ erhalten hatte. Diese Frau soll in der Nähe von Rashdul beigesetzt worden sein. Die dortige Niederlassung des ODL, so meinte Faredeon, hätte wahrscheinlich Aufzeichnungen darüber. Allerdings warnte Faredeon davor, zu offenkundig mit dem Wissen um sich zu werfen, da er den starken Verdacht hatte, dass der Orden durch Hasrabals Spione unterwandert ist. Sollte der Sultan auch nur ansatzweise den Verdacht hegen, dass ein mächtiges Artefakt zu finden sei, hätte die Gruppe eine ganze Feindesschar gegen sich.


    Ashtarra bat die Helden um Unterstützung. Nach dem Einschlag seien noch ein paar Kollegen der Adamantenen Labore im Grab vermisst. Der Meteor verbreite eine gefährliche Strahlung, was dazu führe, dass man bereits nach kurzer Zeit das Grab wieder verlassen müsse. In diesem Moment wankte eine Wächterin mit einer bewusstlosen Magierin in den Armen ins Lager. Kaum war diese Last von ihr genommen, brach sie zusammen. Die Adern traten schwarz hervor, die Augen brannten in blauem Feuer, überhaupt schien die Frau von einem blauen Leuchten überzogen. Erst kamen die Krämpfe, dann der Tod. Ashtarra erklärte, dass es sich hier um Sternenfieber handelte. Länger als 30 Minuten sollte man sich nicht der Strahlung aussetzen. Allerdings klangen die Symptome auch wieder nach einer halben Stunde ab, so dass man sich wieder der Strahlung aussetzen konnte. Sie stellte der Gruppe Werkzeuge, Heil- und Zaubertränke zur Verfügung und auch ein Visalter Ei, damit die Zeit genau beurteilt werden konnte. Anschließend übergab sie noch eine Karte von zwei der drei Ebenen des Grabes. Sie machte klar, dass alle geborgenen Artefakte im Eigentum der Drachenei-Akademie bleiben werden. Einer Nutzung derselben durch die Gruppe, zumindest bis zur Abgabe, stand nichts im Wege. Außerdem hätte sich gezeigt, dass Koschbasalt für die Strahlung undurchdringlich sei. Deshalb gab es auch ausreichend Transportkisten in unterschiedlichen Größen, um die verseuchten Artefakte zu bergen.


    Am 28.07.2026 wird die Gruppe in das Mogulengrab eindringen.

    285. Spieltag (14.07.2026)


    Nun war es an der Zeit die Früchte der gefahrvollen Arbeit zu ernten. Da waren zunächst die 8 Dolche der Kultistinnen und die Neunschwänzige mit Dornen von der Leibwächterin. Rüstungen waren nicht aufzufinden. Dafür aber das Rezept für die Schönheitspaste und vier Unzen des gerade abgeschabten Bhurkhesch-Sekretes. Phelizitas schob das alles in ihre Tasche. Das Sekret ließ sich auch als Kontakt- und Einnahmegift verwenden. [sofortige Wirkung: w6 Schaden + 1 Stufe Verwirrung].


    Dann war da noch ein seltsames Fläschchen mit einen stark nach Knoblauch riechenden Geschmack. Das bedurfte noch einer weiteren alchimistischen Untersuchung.


    [Quelle: Düngeonmeister, Deck of many Drinks. Der Trank hat den passenden Namen „Breath Weapon“. Er bringt den Trinker dazu, seinen Mageninhalt sofort in die Umgebung zu entlassen. Unglückliche, welche im Säurestrahl stehen, erhalten 4w6 Schaden, welchen sie durch eine gelungene Körperbeherrschungsprobe halbieren können. Der Trank hatte aber auch den Nachteil, dass sich der Trinker nach einer Minute selbst entleeren musste, egal wo er gerade war. Das o.a Deck of many Drinks besteht aus 50 Cocktails, welche für die D&D-Welt entwickelt wurden. Der Witz bei der Sache ist, dass man auch nützliche Rezepte für die reale Welt bekommt. So besteht der Drink aus 2 Teilen Vodka + ½ Teil trockenem Vermonth, also ein Vodka-Martini. Der gängige Olivenspieß besteht aus einer mit einer Knoblauchzehe gefüllten Olive. Ob das schmeckt entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Knoblauchatem dürfte dem Kommunikationsbedürfnis an einer Bar optimal entgegenwirken.]


    Der Rest der Beute bestand aus einem Heiltrank, ein paar Edelsteinen und Münzen, sowie aus einem Paar Ohrringen und einer fingergroßen Götterfigur aus Holz. [Schatzkartendeck DSA].


    Dem Rahjatempel wurde Bericht erstattet und man erhielt dann noch eine Belohnung in Höhe von 10 Dukaten pro Held für die geleistete Arbeit. Auch wenn sich der Verdacht auf eine Handelsverschwörung nicht bewahrheitet hatte, zahlte die Fernhändlerin den vereinbarten Lohn dankend aus.


    ========Ende „Ein Fest für die Augen“=================


    Beim Frühstück wurde beraten, wo man als nächstes hinreisen soll. Sonea verabschiedete sich von der Gruppe. Die Interessen der Ingrimm-Geweihten lagen wohl nicht mehr in der weiteren Erkundung von Niobaras Vermächtnis. Den Weggang beobachtete ein einzelner Reisender. Der Mann in starker Rüstung trat an den Tisch heran und fragte, ob Interesse an einem starkem Arm bestand. Sein Korspieß ließ keinen Zweifel an der Profession des Neulings. Nach einem kurzen Personalgespräch wurde der Krieger in der Gruppe willkommen geheißen. Da es Hinweise auf weitere Erkenntnisse in Sachen Niobara in Khunchom gab, wollte man sich in diese Richtung bewegen. Allerdings lag Anchopal, eine Wirkstätte Niobaras, nur einen kleinen Schlenker neben an. Und so beschloss man nach dem Frühstück in diese Richtung aufzubrechen. Die erste Etappe bis Barbrück brachte man ohne Schwierigkeiten hinter sich. Die Straße war viel bereist und aufgrund der Nähe zum Hauptstadt absolut sicher. Dann ging es weiter nach Al´Berosmim. Das Hügelland zum Farsh Uruch Gebirge lag linker Hand. Der Verkehr hatte deutlich nachgelassen.


    Man kam an einem Sack heran, der neben der Straße lag. Neugierig wurde halt gemacht. Selhira näherte sich dem Behälter. Er bestand augenscheinlich aus einem rauhen Erntesack für Feigen mit einer eigentlich unpassenden Seidenkordel als Verschluss. Als sich die Geweihte dem Gebinde auf circa acht Schritt genähert hatte, verwandelte sich die Kordel in eine Speikobra, die sich aggressiv aufstellte und die Geweihte anfauchte. Die Frau rief den Rest der Gruppe herbei. Sigrun sah eine klaffende Falle für Seehunde, während Thorn eher dafür plädierte das Ding zum Fangen für Bären einzusetzen. Imion trat erschreckt zurück, als er in die stumpfen Augen eines abgeschlagenen Rehkopfes blickte. Man konnte sich nur dem Sack nähern, wenn man seinem Instinkt einen starken Willen entgegensetzte [Willenskraftprobe]. Aber es gab ja auch noch Fernwirkmittel in Form eines geworfenen Steines. Dieser traf zielgenau und brachte einen gedämpften Schmerzenslaut aus dem Sack mit sich. Sigrun ließ sich von der Falle nicht beeindrucken, die Dinger waren eigentlich harmlos, wenn man wusste wo man nicht hinfassen sollte. Sie zog den Sack auf die Straße. Dabei stellte sich heraus, dass er nur 10 Stein wog, so leichte Menschen gab es eigentlich nicht. Auch stellte sie fest, dass die Seehundfalle eigentlich doch nur eine Seidenschnur war. Nachdem sie den Verschluss gelöst hatte, schüttelte sie den Sack kräftig aus. Herauspurzelte ein Tulamide in guter Kleidung. Erschrocken legte er mit Blick auf die Schnur sofort den Rückwärtsgang ein. Sigrun untersuchte den Mann. Der bedankte sich in dem er seiner Retterin einen Edelstein entgegenwarf, welchen Sigrun folgsam auffing. Phelizitas untersuchte den Sack und die Schnur, aber außer der Erkenntnis, dass beides magisch war, stellte sie nichts weiter fest. Thorn warf einen Stein in den Sack und beobachtete, wie dieser in der Dunkelheit verschwand. Der Zwerg kroch dann in den Sack hinein, um den Stein wieder zu finden. Allerdings musste er sehr weit hineinkriechen, so dann nur noch seine schweren Stiefel im aranischen Sonnenschein zu sehen waren. Schnur und Sack wanderten in das Gepäck der Helden.


    Nun war es an der Zeit dem Befreiten ein paar Fragen zu stellen. Der erzählte, dass er in Nasir Malkid im Gedränge eines Teehauses einer Katze auf den Schwanz getreten sei. Die rothaarige Besitzerin hatte das gar nicht lustig gefunden. Im weiteren „Gespräch“ sei er dann in dem Sack gelandet. Wobei er zunächst zum Haus der Frau gegangen war, eigentlich war die Fremde doch eine vertrauensvolle Person gewesen. Der freundlichen Bitte mal in den Sack zu kriechen, konnte man einer so bezaubernden Person gar nicht abschlagen. Das Ganze war dann ziemlich unschön geworden, als der Sack verschlossen worden war. Voller Angst und Abscheu habe er sich in die letzte Ecke des doch recht großen Sackes verkriechen müssen. Der Rest war dann noch eine Transportgeschichte, welche mit einem harten Aufprall auf die Straße endete. Wenn dann keine weiteren Fragen wären, würde er sich gerne, mit aller Höflichkeit, von der Örtlichkeit entfernen. Da dem nichts entgegenstand, konnte den Mann gehen.


    [Die Szene kommt aus dem Deck of Sidequests von Düngeonmeister, welches 75 universelle Nebenquests umfasst. Auf der Vorderseite der Karten ist die Szenerie beschrieben. Auf der Rückseite finden sich dann Hinweise zum Abschluss der Szene, je nach Verhalten der Gruppe. Die hier verwendete Karte trägt den Titel „in the Bag“. Auch dieses Deck ist eigentlich für die D&D-Welt konzipiert und musst etwas angepasst werden. Einen Bag of Holding (hat Platz für 150 Pfund Dinge, die aber nur 20 Pfund beim Tragen wiegen), gibt es eigentlich in der DSA-Welt nicht. Gleichwohl, wird er auch hier seine Nützlichkeit unter Beweis stellen. Gepaart wurde das Ganze dann noch mit dem DSA-Zauber „Hexenknoten“ für die Kordel.]


    Die Helden bezogen in Al´Berosmim Quartier und hörten sich dort mal nach einer Person um, die auf die Beschreibung vom Befreiten passte. Man fand heraus, dass in Nasir Malkid eine Katzenhexe bekannt war, welche sich um die Leute kümmerte, auch wenn das aufgrund des Perainetempels nicht notwendig war. Am nächsten Morgen reiste man in die Provinzhauptstadt des Sultanats Gorien. Man kam in der Karawanserei in der ehemaligen Festung Krak Muakkir unter. Im 35-Tage-Krieg war sie zerstört worden und die Reiterei hatte in der Zwischenzeit eine neu Kaserne gefunden. In der Stadt mit 2200 Bewohnern fand sich auch der Orden der Gesegneten Heilerschaft der Peraine-Gläubigen, auch Therbûniten genannt, der ist ein vom Heiligen Therbun von Malkid gegründeter Orden, der sich der Heilung und Versorgung Verwundeter verschrieben hat.


    Die weitere Reise wird Thema am 21.07.2026 sein.


    Legende:


    großer Kreis = Dämonenwall (Der Geweihte erschafft eine Zone am Standort des Wirkers der Liturgie. Dämonen können in die Zone eindringen, allerdings werden ihre gewöhnlichen Angriffe von der Kugel aufgesaugt wie ein Schwamm. Die Kugel kann insgesamt die Anzahl der eingesetzten Karmapunkte, zuzüglich der dreifachen Qualtitätsstufe, an Schaden absorbieren, bevor sie in sich zusammenfällt.)


    kleiner Kreis = Feuerwall (Der Geweihte erschafft eine drei Schritt hohe und 1 Schritt breite kreisrunde Wand aus Feuer. Er kann beliebig viele Personen von der Feuerwirkung ausnehmen. Jedes andere Wesen erleidet W6+QS Feuerschaden. Bei 1-3 auf dem W6 zieht sie sich den Status "Brennend" zu.)