Nach einiger Zeit schien man am Ziel angekommen zu sein. Ein Felsblock bildete einen 10 Schritt hohen Hügel, darauf wuchs ein übergroßer Apfelbaum. In den Fels war ein Tor geschlagen worden. Die Ränder der Öffnung zierten die Symbole der drei Göttinnen. Andere Symbole waren ein Opfer Satinavs [Gottheit der Zeit] oder von Menschenhand getilgt worden. Eine dunkle Treppe ging in die Tiefe. Sonea ließ eine kleine Flamme erscheinen. Phelizitas Stauberzab verwandelte sich in eine Fackel. Thorn, als praktisch veranlagtes Wesen, entzündete schlicht seine Laterne. Licht ist Licht.
Es ging hinab in eine Eingangshalle. Gegenüber des Eingangs, im Norden, gingen links und rechts Gänge ab. Man konnte sich aber auch sofort für diese Richtungen entscheiden, ohne den ganzen Raum durchqueren zu müssen. [Sinnesschärfe +] Leise Worte kamen von der Wand, bzw. aus beiden Gängen gegenüber. Beruhigend, einflüsternd, lieblich fordernd. Langsam bog man auf den nördlichen rechten Gang ein. Dieser führte nordwärts in eine schwach beleuchtete Halle. In der Mitte war ein Altar. Dicke Wurzelsäulen querten den Raum von der Decke in den Boden hinein. Und in einer dieser Säulen, scheinbar eingewachsen, war der Körper einer grün bekleideten Frau zu sehen. Daneben stand Ashina, bekannt aus Thiomar Familienbild, und versuchte die grüne Frau mit ihren Einflüsterungen aus der Trance zu holen. An der Nordwand neben den lichtspendenden Kohlebecken hatten sich fünf Pilger aufgestellt, die wie gebannt auf die Vampirin starrten. Ein Lichtstrahl fiel durch die Gewölbedecke und traf den Altar. Dort musste es eine Wasserquelle geben, denn die Lichtreflexionen tanzten die Decke entlang. Ein kurzer Überblick ergab, dass auch von der nördlichen Wand des Heiligtums nach rechts (Osten) und links (Westen) Gänge abgingen.
Die Gruppe ging zurück in den Eingangsbereich und folgte nun dem zweiten Ostgang. Dieser bog nach kurzer Strecke in Richtung Norden ab und man erreichte einen Raum, welcher als Übernachtungslager hergerichtet war. Dort lagen mehrere Rucksäcke und eine gleiche Anzahl Schlafunterlagen auf dem Boden. Die Mitte des Raumes bildete eine kalte Feuerstelle. Die rußgeschwärzte Höhlendecke zeigte mehrere Risse, so dass die Rauchgase abziehen konnten. Sigrun durchsuchte einen Rucksack genauer und fand einen kleinen Anhänger und Alltagskleidung. Weiter ging es den Gang in Richtung Norden.
Man kam in eine schmale, langgezogene Höhle. Im Osten reihten sich sieben Stauen an der Wand auf. Nur noch zwei waren unbeschädigt. Der Rest war zu Gesteinsmehl und Brösel verfallen. Weiter im Norden führte ein schmalen Gang aus dem Raum. In der Westwand war eine breite Öffnung, die in Richtung Altarraum zeigte. Eine Statue bildete einen aufrecht stehenden Katzenmenschen mit angelegten Schleiern ab. Eine ungute Aura umgab die Figur. Phelizitas identifizierte die Figur als Erzdämonin Ahasmayra. Die Dämonin war auf al´anfanischen Festen wohl bekannt. Als Katzenfrau hatte sie den Beinamen „bittersüße Kralle“. Sie bot Unterhaltung bei Brettspielen und Begleitung bei Festivitäten. Von ihr waren sexuelle Gefälligkeiten und erholsame Massagedienste zu erwarten. In Aranien wurde sie Rahkatza genannt. Eigentlich müsste jede(r) Geweihte(r) das Ding in Fetzen hauen, aber der Lärm würde mit Sicherheit Ashinas Aufmerksamkeit erregen. Die zweite intakte Statue wurde durch Imion als Abbild von Zerzal, der elfischen Todesgöttin, erkannt. Sigrun konnte die gute Aura der Figur erspüren. Die Elfenfigur hielt einen Steinspeer in der Hand. Der Speer war nur eingesteckt und somit ein loser Teil der Statue. Sigrun nahm ihn an sich. Ein Speer der Totengöttin, wie würden Vampire darauf reagieren? Weiter wollte man nicht nach Norden vordringen und man ging zurück zur Eingangshalle. Dort nahm man nun der östlichen Weg, direkt von Eingang ab.
Auch dieser Gang bog nach kurzer Zeit in Richtung Norden ab. Allerdings kam man hier nicht in eine Übernachtungsstätte, sondern in eine Kristallhöhle. Spitze Bergkristalle ragten in ein Pfad hinein. In einem großen durchsichtigen Klotz war ein Spinnenwesen eingeschlossen worden. Bei einer näheren Betrachtung war kein Leben in der Kreatur feststellbar. Die Helden durchquerten den Raum weiter Richtung Norden. Thorn blieb an einem Kristall hängen und verletze sich am Handrücken. Der Kristall brach ab und zerplatze nicht einem leisen Klirren in tausend Stücke. Man kam an eine Kreuzung. Die Gänge Richtung Norden und Westen ging in das Unbekannte. Der rechte Gang führte wohl wieder in den Altarraum zurück.
Die Gruppe entschied sich für den Westgang und landete in einer nach Norden führenden länglichen Höhle. Ein dichter Vorhand aus Wurzelgeflecht versperrte die Sicht auf den nördlichen Teil der Höhle. Das Durchschreiten stellte keine Schwierigkeit dar, allerdings wäre hier jeder Schwertkämpfer in einem Kampf stark behindert, da er nicht mit seiner Waffe ungestört ausholen konnte. Die Helden kamen in den Nordteil der Höhle. Ein kreisförmiges Becken aus Sand lag vor ihnen. Dahinter blickte ein mannshoher Drachenkopf ihnen entgegen. Kurz war ein blonder Haarschopf zu erkennen, der schnell hinter der Beckenmauer verschwand. Er gehörte einen verängstigten Pilger, welcher hier Schutz gesucht hatte. [Heilkunde Seele +] Die Borongeweihte konnte den Mann zum Sprechen bringen. Ashina war mit einem Pilgerzug der Grünen Schleier hierher gekommen. Sie hatte die anderen unter Kontrolle gebracht. Einer der Reisenden hatte der Einflüsterung widerstanden und Ashina hatte ihm den Hals aufgerissen, dann sei er selbst weggerannt, um sich zu verstecken. Bislang hatte die Lamijah nicht nach ihm gesucht. Kämpfen würde er nicht, aber er könnte versuchen die anderen Pilger aus ihrer Umnachtung zu reißen.
Da man nicht abschätzen konnte, wie lange die eingewachsene Geweihte den Einflüsterungen widerstehen konnte, entschlossen sich die Helden dafür, eine weitere Erkundung abzubrechen und auf Konfrontation zu gehen. Selhira und Sonea besetzten den nordwestlichen Zugang zum Altarraum. Phlizitas und Imion den südwestlichen Gang in das Heiligtum. Der südöstliche Zugang blieb für Sigrun und Thorn. Damit machte man sich für den Kampf bereit.
Das nächste Treffen ist für den 19.05.2026 geplant.