Beiträge von Darkstar

    26. Spieltag (19.09.2023)


    Nach dem Frühstück gingen die Wettkämpfe weiter. Die Gräfin hatte sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Diesmal hieß das Spiel: Rausch an der Blutklippe. Es war an die Schlacht an der Blutklippe angelehnt, in welcher die Theaterritter im Rausch des Blutes die Goblinbrut niedermachten, obwohl die Ritter in der Unterzahl waren. Jeder Teilnehmer bekam zwei Gegner zugeteilt, die jeweils einmal pro Runde mit der Faust zuschlugen. Gelang ihnen ein Treffer, so musste der Teilnehmer einen kleinen Krug Meskinnes hinunterstürzen. Ein Gegner schied aus dem Spiel aus, wenn es dem Teilnehmer gelang, ihm zwei Treffer zu versetzen. Das Ziel war es also seine Gegner umzuhauen, bevor man besoffen umfiel. Denn nach jedem Meskinnes war eine Zechenprobe fällig, die im Falle eines Scheiterns eine Stufe Betäubung einbrachte. Beim Erreichen der vierten Stufe, fiel der Teilnehmer dann volltrunken zu Boden und hatte verloren. Soweit das Regelwerk.


    Thalian ließ sich als Gegner von Alriksej aufstellen. Der Zauberer hatten alles angezogen, was die Wintergarderobe hergab. Entsprechend schlecht war dann sein waffenloser Angriff. Skra hatte ihr gewohntes Hühnchen mit dem Ritter zu rupfen, der Adlige erschien auch ziemlich lädiert zum Wettkampf. Der thorwalische Seekrieger hatte sich auch einen Gegner ausgesucht. Der Würfelgott hatte bei diesem Wettbewerb tüchtig seine Hand im Spiel. Es fielen reihenweise Patzer, mal beim Angriff, mal bei der Verteidigung. Offensichtlich hatten die Teilnehmer kein Interesse daran, den Schnaps die Arbeit machen zu lassen. Leudara stand nur noch staunend und schließlich frustiert am Spielfeldrand. Soviel Tolpatschigkeit ließen Zweifel aufkommen, ob der tapfere Gewinner mit dem Stahl auf dem Karren den Weg nach Firunnen schaffen würde, ohne sich selbst dabei umzubringen. Die berühmten trinkfesten Zwerge begannen die Schmach. Erst verstetzte sich der Zwerg selbst einen Hieb, der ihm zwei Stufen Betäubung einbrachte, dann trafen beide Gegner und er konnte nicht verteidigen. Bei den zwei folgenden Schnapsbechern, verweigerte die zwergische Trinkfestigkeit ihren Dienst und der Zwerg fiel um. Er schied als erstes aus. Alriksej gelang es einen Gegner auszuschalten, ohne durch den Meskinnes beeinträchtigt worden zu sein. Das mangelnde Kampfgeschick des Magiers könnte hier durchaus eine Rolle gespielt haben. Da jedoch Salwina in der gleichen Zeit ihren zweiten Gegner umhaute, ging sie als Siegerin hervor. Semkin, der Kappe, schlug sich wacker. Zumindest fiel er nicht volltrunken wie der Zwerg zu Boden. Auch Fabius der Seekrieger hielt sich auf den Beinen. Ganz anderes als der Rittersmann, der ging nicht wegen dem Alkohol zu Boden, sondern wurde von Skra bewusstlos geprügelt. Wenn das so weitergeht, wird der Adlige noch eine Psychose gegenüber Gjalskerländern entwickeln. Wie ein in einem berühmten Comic wird er sich mit einem „die Gjal..., die Gjal...., die Gjal“ selbst entleiben. Unwahrscheinlich, dass er sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Schiff aufhält, das er selbst versenken kann.


    Nachmittags dann der zweite Wettbewerb des Tages. Die Sache stand unter dem Thema: Thron der Kunga Suula. Hier wurde der große Sieg der Rondara zu Leuenwald dargestellt, der es 243 BF gelungen war, den obrigen Thron zu erobern und in Fetzen zu hauen. Es gab einen Turm. In dem Turm befand sich ein Fahnenmast, den es zu erklettern galt. Zuvor musste der Teilnehmer einem Gegner einen roten Schulterumhang entreißen, dann seinen Gegner ausmanövieren, um in den Innenraum des Turmes zu kommen. Alriksejs Gegner war wieder der Magier. Dem Norbarden gelang ein Dreisprung. Erste Runde roten Umhang erobert, zweite Runde um den plumpen Magier herumgewunden und er stand im Innenraum. Die Kletterpartie konnte er ungestört durchführen, da seine Gegner immer noch beschäftigt waren, an ihren Gegnern vorbei zu kommen, manche hatten noch nicht mal ihren roten Umhang ergattert. Als Dank spendierte die Gräfin eine Halskette aus den Hauern eines Goblins, welcher angeblich zur Leibwache der Goblinkönigin gehört haben soll (spieltechnisch: +1 auf die CH-Probe beim Einschüchtern). Modisch passte das am besten zur Gjalskerländerin, darin waren sich die Helden einig.


    Es folgte eine ruhige Nacht. Den Kühen ging es gut. Aus Leudara war am Abend nichts Neues herauszubekommen (dafür waren die Betören-/Überredenwerte einfach zu schlecht, oder die Willenskraft der Rondrageweihten zu hoch). Ricarda versorgte ihren Geliebten mit allerlei Salben und das eine oder andere Mal tropfte wohl ein bisschen Speichel auf die Wunde.


    Er erste Wettkampf des dritten Tag stand unter dem Stern von Anshags Rückkehr. Anshag von Glodenhof, seines Zeichens Anführer der Silbernen Horde, focht einen Zweikampf gegen Gunbald von Neersande, welcher dem Ritterorden Schande gebracht hatte. Das Ganze war 321 BF passiert. Der Wettkampf war ein simples Duell. Wobei in der Reihenfolge des Ankommens der Herausforderer hervortrat und seinen Gegner auswählte. Der Gegner hatte dann die Wahl der Waffen. Alriksej wurde gefordert und wählte Stangenwaffen, das war jetzt nicht die Paradedisziplin seines Gegners und er kam eine Runde weiter. In der zweiten flog er dann raus. Gewinner war der Knappe Semkin, dem es gelang den Rittermann aus dem Turnier zu werfen. Hier könnten sich durchaus die letzten Kampfabenteuer mit der Gjalskerin etwas negativ auf die Kampffertigkeiten des Ritters ausgewirkt haben. Stolz nahm der Knappe den Preis entgegen: einen versilberten Panzerhandschuh.


    Den letzten Wettbewerb werden die Helden am 03.10.2023 erleben. Alriksej liegt mit Salwina mit zwei Siegen gleichauf, der Knappe Semkin könnte noch ein respektables Remis erringen.

    163. Spieltag (11.09.2023)


    Die Helden verließen ihre neue Heimat in Richtung Barbrück. Auf der Straße war nur das normale Fußvolk unterwegs. Die Arbeiten am gegenüberliegenden Rahja-Tempel waren in vollem Gange. Der Weg führte auf der Hauptstraße entlang und am Nachmittag traf man ein. In der Karawanserei der Mada Basari herrschte reger Betrieb. Auffällig waren die vielen grünen Roben mit Ährensymbolen an den Säumen. Eine Nachfrage ergab, dass man das nahegelegene Prainekloster evakuieren musste. Die Geister hatten dort eine Rahjageweihte getötet. Isha und Dolorita nahmen Kontakt zu den Mönchen auf. Der Abt bestätigte den Sachverhalt. Die Geister waren die ganzen Jahre über immer friedlich gewesen. Vor ca. zwei Tagen seien sie aggressiv geworden und hätten das Areal des Klosters für Lebende als Tabu erklärt. Aber sie erklärten auch, dass sie der Herrin Peraine weiterhin huldigen würden. Nach der Herkunft der Geister befragt, antwortete der Ordensmann, dass diese Seelen von Soldaten stammen, die in der Schlacht von Barbrück gefallen waren. Das Oron-Reich hatte die Truppen des Dornenreiches angegriffen. Die Verteidiger mussten sich bis auf das Kloster zurückziehen und wurden dort aufgerieben. Die Gruppe verließ die Karawanserei und spähte über den Fluss. Dort waren die Anleger des Klosters zu sehen. Das Kloster selbst war U-förmig, wobei der Bodenteil in Richtung Norden wies und die beiden Flügel zum Fluss zeigen. Die Helden überquerten die alte Brücke. Ein gewaltiges Bauwerk, neun Bögen mit jeweils 20 Schritt Spannweite streckten sich über den Fluss. 12 Schritt über den Fluten schritt man dahin. Auf den Pfeilern waren neuerdings Bastionen zur Verteidigung errichtet worden. Den Brückenkopf am Nordufer bildete seine kleine Festung. Die Mauer linkerhand war auch die Umfassung des Klosters und so war es einfach den Eingang zu finden. Im Licht der Nachmittagssonne betraten die Helden das Grundstück. Während der Rest des Anwesens deutlich die Zeichen von menschlicher Pflanzkunst zeigte, war ein Teil im nordöstlichen Bereich sich selbst überlassen worden. Dort erhob sich eine vier bis fünf Schritt hohe Dornenhecke. Ein undurchdringliches Gestrüpp, das nur mit Kratzern und Rissen in der Haut zu bändigen war. Dolorita untersuchte mit Pflanzenkunde das Gewächs. So große Rosen hatte sie noch nie gesehen. Irgendwas hat sie enorm wachsen lassen. Aber auf perainegeweihtem Grund war das jetzt nichts Ungewöhnliches. Wo auch sonst, sollten Gewächse eine außerordentliche Höhe erreichen, wenn nicht auf dem Tempelgrund der Göttin des Ackerbaus und der Heilung.


    Da es außen nichts Auffälliges gab, betraten die Helden den Tempeltrakt. Die breite Halle war mit Holz verkleidet. Hier reihten sich 24 Bänke für je 8 Personen hintereinander. Die Besonderheit war der Altar, der wies einen fingerdicken Riss auf. Irgend eine rohe Gewalt musste ihn gespalten haben. Eine nähere Untersuchung ergab, das eine schwarze oder dunkelbraune Flüssigkeit in den Riss gelaufen war. Das war offensichtlich geronnenes Blut und es musste alt sein. Außerdem stellten die Helden fest, dass ein fingerlanges Stückchen des Altars fehlte. Isha untersuchte den Opferstein und konnte bestätigen, dass er noch geweiht war.


    Dann gingen die Helden in den Wohntrakt. Bei den Novizen hörten sie leises Wimmern. Als sie jedoch die Tür zu der Zelle mit zwei Betten öffneten, wurde die Stimme lauter und ein kurzer spitzer Schrei ertönte. Es war jedoch niemand zu sehen und die Stimme begründete dies mit dem hellen Licht. Als die Vorhänge geschlossen waren, erschien eine durchscheinende Gestalt. Nebelschleier umwallten den weiblichen Körper. Eine Sinnesschärfenprobe erbrachte, dass zwei Finger der linken Hand fehlten. Der Geist stellte sich als Neridscha vor. Sie war hier durch einen anderen Geist getötet worden. Die Rahja-Geweihte sollte nach Spuren von Belelkel in dem Kloster Ausschau halten. Ihr Abt Assaban vom Kloster Nassori hatte ihr dazu den Auftrag erteilt. Bei der Nennung von Belelkel verschwand ein weiterer Finger von der Hand. Erlösung konnte der Geist nur nach einer Beichte finden. Wie gut das Isha das erledigen konnte. Mit einer Überzeugenprobe gewann sie das Vertrauen der Geweihten.


    Im Kloster Nassori war ein Rahjasutra gefunden worden. Der Autor war ein gewisser Donation. Es war bekannt, dass er auf der Suche nach einem Artefakt der Belelkel gewesen war. Aber es nie gefunden hatte. Mit seinem Wissen hatte er ein mehrteiliges Rätsel erschaffen, das einen würdigen Finder zu dem Artefakt führen soll. Assaban hatte sie beim Lesen des Rahjasutra ertappt. Darin wurden die Künste von Belekel und Rahja kombiniert, um die höchste Lust zu bereiten. Außerdem gestand die Geweihte, dass sie vom schwarzen Wein getrunken habe. Keine Ahnung wie das verfluchte Getränke den Weg ins Kloster gefunden habe. Irgendwo auf dem Grundstück muss es eine Kapelle oder Reste davon geben. Donation hatte diese hier errichten lassen. Die Rahjageweihte war bereit ihren Pakt mit Belelkel zu brechen. Die Hexe bereitete einen PENTAGRAMMA vor. Isha sprach einige Schutzsegen. Alle Bedingungen waren geschaffen. Aber die Rahjaschwester verpatzte ihre Mutprobe (Wurf 20) und Belelkel hole sich ihre Seele sofort. Mit einem grausamen Schmerzenschrei wurde der Geist vor den Augen der Helden zerrissen.


    Die Helden schauten sich dann den letzten Flügel des Gebäudes an. Hier befand sich das Hospital. Allerdings hatte ein Poltergeist alles Bewegliche durch den Raum geworfen. Der Raum roch nach Wirselsalbe und diversen anderen Heilkräutern. Aber sonst war nichts Auffälliges zu entdecken. Also schauten sich die Helden nochmals die Dornenhecke an. Mit etwas Phantasie ließ sich ein eingewachsener Turm erkennen. Isha kletterte auf die Außenmauer des Klosters und lief auf der Mauerkrone entlang. Seltsam, dass die Ranken nicht über die Mauer wuchsen. Irgendwas lenkte die Ranken auf das Zentrum des Gewächses.


    Die Helden fassten den Plan das Gelände bei Dunkelheit zu beobachten. Sie holten sich die Erlaubnis der Beyrouni auf einem Turm der Brückenbastion zu nächtigen. Die Helden aus Zorgan und Retter des Rahjatempels hatten einen guten Leumund und so stand dem nichts entgegen. Die Nacht brach herein. Im Hospital erschien ein blaues Leuchten und ebenso an einem bestimmten Punkt in der Dornenhecke. Nach einer kurzen Beratung beschloss man, einen Fuß auf das Tempelareal zu wagen. Nur einen Schritt auf das Grundstück, um zu schauen, was passiert.


    Das Licht im Hospital bewegte sich und lautes Rumpeln war zu vernehmen, als ein Bett an der Wand zerschellte. Auch das Licht in der Hecke war deutlich zu sehen. Isha bemerkte (Sinnesschärfe +10 +) wie sich der Schatten eines nahegelegenen Baumes bewegte und sich in Richtung Doloritas Fußknöchel verlängerte. Ein Warnruf weckte die Hexe und die Waffen wurden gezogen. Die Magiekenntnisse der Hexe identifizierten das Wesen als einen Nachtalp. Also einen Geistervampir. Das Ziel des Wesens war die Absorption von Lebensenergie. Hatte es 500 Punkte gesammelt, nahm der Schatten körperliche Form an. Davon war das Ding zum jetzigen Zeitpunkt aber noch ein ganzes Stück entfernt. Isha begann einen Ausfall, das Wesen wich exzellent aus (Wurf 1) und verpasste Isha einen Gelegenheitsschlag, der ihr 4 Punkte Lebenskraft raubte. Dann flogen die magischen Wurfdolche von Dolorita heran. Der erste Borndorn erschuf eine Kugel der Dunkelheit, also ein perfektes Versteck für einen Schatten. Der zweite setzte eine Blendladung frei, welche die Dunkelheit sofort wieder bannte. Leider verursachte keiner der Dolche einen Schaden, der über den Rüstschutz von 6 Punkten hinausging. Dann ergriff das Wesen die Flucht in Richtung Dornenhecke. Die Helden zogen sich zur Nachtruhe zurück.


    Am 20.09.2023 wollen sie mit vereinten Kräften der Perainegeweihten die Dornenhecke aufbrechen.

    25.Spieltag (05.09.2023)


    Für die letzte Etappe standen die Helden frühzeitig auf. Fabius ter Trauting war mit seinen Schlittenhunden geschwindigkeitsmäßig nicht zu schlagen. Ochsen können halt keine Hunde jagen. Ebenso verhielt es sich mit den Elchen von Salwinja von Elkenacker. Aber in der dritten Position reiste es sich auch gut. Es gab keine Störungen und so verlief die Anreise flüssig. Alriksej wollte Ricarda seine Liebe beweisen und erkundigte sich bei Thalian, ob eine mit Bändern geflochtene Eidechse das Feuer ihrer Liebe entfachen könnte. Kam die Dame der Wahl doch aus Vallusa, einer großen Stadt. Der Magier äußerte Zweifel ob der Tatsache, dass der etwas raue Liebesbeweis den Geschmack der Stadtdame treffen würde. Er riet Alriksej zu mehr Edelmetall. Nur, wo bekommt man so was jetzt im Nirgendwo her. In Irberod mit seinen 600 Seelen eher nicht. Also die zweite Wahl, mal was mit Herzchen flechten. Alriksej dachte kurz nach, wer Äste und Wedel in Eidechsenform bringen kann, für den dürfte die Herzform keine Schwierigkeiten mit sich bringen.


    Der Weg endete gegen Abend an den Toren von Irberod. Dort wartete eine Bekannte auf die Helden: Leudara von Firunen. Die junge Geweihte war von ihrer Hochgeweihten zur Schiedsrichterin über den Wettkampf ernannt worden. Leudara machte auch gleich klar, dass es für die Helden keine Rücksichtnahme geben werde, nur weil man sich kannte. Da aber nach den Regularien nur Alriksej den Wettkampf bestreiten würde, sollte das kein Problem darstellen. Leudara wollte die Gruppe am Abend im Gasthof „Zum Drachenspieß“ zum Feierabendbier sehen. Und die Helden sagten zu. In die Ankunftsreihenfolge hatte sich nur noch ein Zwerg gedrängt, aber der Weg von der Schmelze ist halt deutlich kürzer als der von Salderkeim hierher. Also hatte Alriksej den vierten Startplatz erreicht.


    Man schaute sich in der kleinen Stadt um. Die Helden kramten in ihrem Wissen in Geographie: Irberod bewachte den Sieben-Baronien-Weg. Hier wurde das Erz aus der Roten Sichel verhüttet. Sonst gab es noch Schaf- und Rinderzucht. Fischfang und Kartoffelanbau rundeten das wirtschaftliche Portfolio ab. Zur Geschichte war bekannt, dass Graf Gruschow II. die hiesige Burg um 700 BF errichtet hatte. Graf Irjan tötete in der Nähe im Jahre 450 BF einen Höhlendrachen, weshalb im Dorf Drachenzwinge jährlich ein entsprechendes Fest gefeiert wird. Aber das sind nur vergangene Geschichten. Viel wichtiger war, dass die Herrschaften mit den Wesen im dunklen Bornwald, also gleich hinter Irberod, eine Vereinbarung über die Holz- und Jagdnutzung des Waldes getroffen hatten. Und diese Regeln wurden mit Körperstrafen durchgesetzt, was auch die hohe Anzahl von verstümmeltem Landvolk erklärte.

    Am Abend traf man sich mit Leudara auf Bier und Meskinnes. Den Tod ihres Rittervaters durch die Helden nahm sie gelassen hin, wohl auch, weil ihr seine Verbindungen zum Namenlosen offengelegt wurden. Nachdem sie vom ihm in Hinterbruch zusammengeschlagen worden war, war sie in den Heimattempel in Firunnen gereist. Dort hatte ein alter Geweihter sie unter ihre Fittiche genommen. Der Alte war auf den Traditionen der Rondra unterwegs, während die Hochgeweihte sich neuerdings mehr zu Kor hingezogen fühlte. Die Helden wollten mehr aus Leudara herausholen, aber sie hatte ausreichend Willenskraft, um nicht alles Preis zu geben. Über ihre Erfahrung in Hinterbruch wollte sie nicht sprechen. Die Geschichten über die Theaterritter hielt sie für Propaganda der Priesterkaiser. Aber Rondras Gebote lassen sich mit dem Gelöbnis der Silbernen Horde in Einklang bringen. Diese Horde war ein Geheimbund innerhalb des Ritterordens. Ihre Streiter trugen silbern-glänzende Rüstungen, denen legendäre Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Jetzt war das Wissen der Helden in Sachen Götter und Kulte gefragt. Rondras Sohn Kor wird meist von Söldnern verehrt. Kor steht für die Gnadenlosigkeit, Hinterlist und Käuflichkeit des Krieges. Der Khunchomer Kodex (Gesetz für den Umgang mit Söldnern) war einzuhalten. Kor hatte aber auch drachisches Blut, war sein Vater der Drache Famerlor. Die Grundsätze vom GUTEN KAMPF und GUTEM GOLD wurden durch Ghorio von Khunchom im oben beschriebenen Kodex verschriftet. Leudara glaubt, dass der Korglaube den Kämpfern nur als Vorwand dient, um ehrloses und grausames Kampfverhalten zu rechtfertigen. Die Farben von Kor, schwarz und rot, sind auch die der Borbaradianer. Aber irgendwie schien Rondra ihrem Sohn keinen Einhalt gebieten zu wollten. War Kor der Stärkere der beiden? Mit diesen philosophischen Gedanken ging es ins Bett. Oder auf die Schlafmatte, wie im Falle von Skra und dem neuen Thorwaler. Wildniskunde bescherte eine erholsame Nacht und die vier Zugochsen hatten Gesellschaft. Den hiesiger Rinderhirten war einfach nicht zu trauen.


    Am nächsten Morgen begann dann der Wettkampf. Pro Tag wird es zwei Herausforderungen geben, derjenige, der die meisten Herausforderungen gewonnen hat, wird die Stahlbarren transportieren dürfen. Es gibt klare Regeln zum Einsatz von Magie. Wunden dürfen zwischen des Szenarien nur durch Tinkturen, Salben und Heiltränke versorgt werden. Zauber waren in jeder Hinsicht tabu. Verstöße führen nach Verwarnungen schließlich zum Ausschluss aus dem Wettbewerb. Die Helden ließen sich als Gegner in den Wettbewerb aufnehmen, so konnten sie vielleicht Alriksejs Gegner bei passender Gelegenheit ein Schubs in die richtige Richtung geben. Ganz zufällig natürlich, wollte man Leudara nicht verärgern.

    Beim ersten Wettstreit ging es um die Rote Bulle. Mit ihr wurde seinerzeit (177 BF) den Theaterrittern die Ländereien an Born und Walsach übergeben. Es gab ein quadratisches Spielfeld. Die Rote Bulle war ein Schriftrollenbehälter. Er musste in eine Kiste auf der anderen Seite des Spielfeldes. Nimm deinem Gegner die Bulle ab und renne. Das bedeutet Körperbeherrschung und Kraftakte. Als letzter Ankömmling hatte der schöne Janko die Ehre als erstes im Besitz der Bulle zu sein und auch am weitesten entfernt von der Truhe. Und dann ging es los. Die Bulle wechselte von Teilnehmer zu Teilnehmer. Alriksej schaffte es auch sich in der vorletzten Runde in den Besitz der Bulle zu bringen, diese wurde ihm aber zum Schluss von der Neersander Kriegerin abgenommen, welche dann den Wettbewerb für sich entschied. Die Turnierherrin übergab ihr noch als Ehrengabe ein Tintenfass mit dem Wappen der Theaterritter. Salwina schaute sich das gute Stück an und verschenkte es außer Sichtweite der Turnierherrin an Thalian. Der Gelehrte habe wohl eine bessere Verwendung für das Tintenfass, als eine Kriegerin. Außerdem kannte man sich ja bereits von früher. Die Gruppe konnte dem Gerenne nur von der Außenlinie zuschauen, eine Eingreifmöglichkeit ergab sich nicht.


    Die Prellungen von Alriksej wurden von Ricarda versorgt. Aus einem Stoffbeutel holte sie ein Tiegelchen und begann eine Paste einzumassieren. Die Blutergüsse verschwanden auf der Stelle. Neugierige Nachfragen von Thalian beantwortete die Frau kurz und knapp. Nein, ihre Salben sind nicht zum Verkauf. Der Magier könne sich ja selber welche anschaffen. Das bisschen Kräutersuchen und Einkochen derselben, sei ja wohl keine Arbeit.


    Am Nachmittag fand dann die zweite Herausforderung statt. Diesmal ging es ums Singen. Hintergrund war das Schwertwunder von Leuhagen. Gegen 191 BF versuchte die schröckliche Goblinhexe Kunga Suula die Ritterburg einzunehmen. Ja, solche Dinge geschehen, wenn man Land geschenkt bekommt, das bereits anderen gehört. Da können sich dann entsprechende Kontroversen herausbilden. Jedenfalls erbaten die Ritter in lauten Gebeten den Beistand der Kriegsgöttin und fuhren grausam schlachtend unter die Goblinbrut. So jedenfalls wird es berichtet. Und eben diese Schlachtgebete und -gesänge galt es jetzt nachzustellen. Die Teilnehmer standen auf Podesten, jeder hatte zwei Gegner zugeordnet, die den Singenden mit Schlägen traktieren sollten. Unterbrach der Geplagte den Gesang, schied er aus. Gewinner wird der letzte Sänger. Thalian der „Meisterprügler“ zog sich seine dicksten Gewänder an und ließ sich als Alriksejs Gegner einteilen. Der Thorwaler ließ sich Salwina zuordnen (die sollte keinen zweiten Sieg einfahren) und Skra hatte noch eine Rechnung mit der örtlichen Ritterschaft offen. Der Magier tat sein Bestes den Norbarden nicht zu treffen. Sei erster Schlag traf dennoch und Alriksej verpatzte die Abwehr. Was einerseits dem Sänger weh tat, andererseits traf der Norbarde auch den Magier. Der bekam eine ordentliche Schelle für ganze sechs Schadenspunkte. Vielleicht hatte da Rondra ein kleines Wörtchen mitgeredet. Im Laufe der Spielrunden schieden die Teilnehmer einer nach dem anderen aus. Skra ließ dem Ritter ordentlich die Ohren klingeln, dieser fiel dann in der dritten Gesangsrunde ohnmächtig vom Podest. Schon blöd wenn du permanent Wuchtschläge einfängst. Tatsächlich gewann Alriksej diesen Wettbewerb. Die Turnierherrin übergab ihm einen meisterlichen schweren Dolch (+1 TP) aus der Schlacht von Leufurten. Lächelnd und mit diversen Prellungen begab sich der Norbarde in die sorgenden Hände von Ricarda.


    Der Wettkampf wird am 19.09.2023 weitergehen.

    Hallo Zusammen


    Zum o.a. Termin findet wieder ein CatCon statt. Näheres hierzu auf http://www.catcon.de


    Von mir wird ein Tisch mit Descent und/oder Bardsung besetzt. Interessenten können sich melden. Eventuell hat der eine oder andere Zeit und Interesse an den Spielen teilzunehmen oder selbst eine Runde auszurichten. Auf der o.a. Seite könnte ihr euch anmelden.


    Grüße Hagen

    24. Spieltag (23.08.2023; Beginn Theaterritter Bd. 3 – Der schwarze Forst)

    Festum – Ende des Winters – Frühstückszeit – die Waffen repariert – neue Dinge gelernt – alle wieder fit – Abenteurleben kann so schön sein.


    Ein dezentes Hüsteln unterbrach die gefräßige Stille des Mahls am Morgen. Ein Norbarde war an den Tisch der Helden getreten. Junger Mann, ordentlich gekleidet, fast schon so was wie Uniform. Umerike Surjeloff vom norbardischen Handelshaus (Flashback: Reise nach Nersand, Schiff mit teilweiser Goblinbesatzung, die Eignerin desselben) lud die Helden zu einer Unterredung in ihr Kontor. Die Kalescha würde sie nach dem Mittagessen abholen. So langsam begannen die Aufträge von selbst aufzutauchen. Die Helden hatten sich einen Namen gemacht.


    Umerike empfing die Helden in einen luxuriösen Salon mit fünf muskelbepackten Leibwächtern, eindeutig Norbarden (rasierter Schädel und ein Schnauzbart bis zur Brust, ungefähr so sieht ein menschlicher Stier aus, mit dem man sich nicht anlegen sollte). Umerike hatte die Geschichte um die Jantareff-Sippe gehört. Die liebe Dascha hatte sich vom Handelshaus Geld geliehen, nur mit dem Rückzahlen gab es Schwierigkeiten. Alriksej wollte mal richtig Geld verdienen und will Zwergenstahl von Irberod nach Firunen transportieren. Mit dem Erlös will er sich freikaufen, damit hätte die Sippe auf einen Schlag genug Geld und könnte die Schuld begleichen. Dafür sollten die Helden sorgen. Lohn für die Schuldeintreiber – 50 Dukaten für die Gruppe.


    Soweit so gut – wo war der Haken? Damit Alriksej das Eisen bekam, musste er an einer Herausforderung teilnehmen, denn nur der „Tapferste“ konnte den Transport durchführen. War doch der Stahl für den Rondra-Tempel in Firunen bestimmt. Da konnte natürlich nicht irgendein Kaufmann den Rohstoff für die Waffen der Kriegsgöttin liefern, wo kämen wir da hin. Und natürlich würde der Test von einer Geweihten beaufsichtigt und gewertet. Das ist eine klare Wettbewerbsverzerrung und kann nicht geduldet werden, so Umerike. Würde Alriksej gewinnen, hätte das Haus Surjeloff ihr Geld zurück und die Sache der Norbarden etwas weitergebracht.


    Also machten die Helden sich auf den Weg. Einen Teil der Strecke kannten sie schon. In Salderkeim wartete Alriksej. Man staunte nicht schlecht, als ebenjener mit einer fremden Frau, eindeutig Borland, und einem alten Bekannten am Tisch saß. Meister Wippflüger begrüßte die Helden. Wippflüger war hier, um ein Artefakt aus der Theaterritterzeit zu begutachten. Der Sohn von Fürst Grimows, Joost von Salderkeim, welcher in Festum wohnte, hatte gestattet das Ding unter die Lupe zu nehmen. Nur eben ohne Rücksprache mit seinem Vater. Und der ließ Wippflügler vor der Burgtür stehen. Unangenehme Sache das. Alrikej hatte bereits vier Ochsen als Zugtiere dabei. Den Wagen wollte er in Irberod erstehen. Er bot der Gruppe 15 Dukaten als Anzahlung + 10 % am Gewinn. Grobe Rechnung: 600 Stein Stahl zu je 4 Dukaten = 2400; macht Cash 240 Dukaten. Wenn man alles nach Firunen brachte. Die Konkurrenz wird nicht tatenlos zusehen, wie sich der Jüngling die Kohle greift. Die Frau an Alriksejs Seite war Ricarda aus Vallusa, die neue Liebe.


    Vor der Abreise wollte Thalian Meister Wippflügler helfen, hatte unser Held sich neuerdings zum Analytiker ausbilden lassen. Nette Sache: Dinge untersuchen ohne Magie. Also noch am Abend auf zur Burg. Die Wache musste erst überzeugt werden den Besuch zu melden. Der Fürst erschien und auch hier gelang die Überreden-Probe. Im Wachhaus wurde Glühmost serviert. Dann kam der Burgherr mit einer alten Truhe zurück. Thalian und Meister Wippflügler untersuchten das Ding. Es war alt – mehrfach repariert und überstrichen – und hatte einen zweiten Boden den man nicht ohne Weiteres fand. Theaterritterzeit – keine Chance. Und magisch war das Ding auch nicht. Der Fürst bedankte sich augenrollend für die Mühe. Seinem Filius war die Phantasie durchgegangen. Alriksej und Wippflügler spendeten noch ein Abendessen, dann ging es am nächsten Morgen weiter.


    Der verdrehte Wegweiser konnte die Helden nicht narren. Fährtensuche brachte die Richtung von mehreren schweren Tieren. Etwas nerviger war dann der Langholztransport, welcher die Straße blockierte. Der Fuhrmann machte alles doppelt langsam und doppelt kompliziert. Er wollte zuerst drei Pferde des Vierspänners in den Stall bringen, dann den Wagen auf die Lichtung ziehen und das vierte Pferd versorgen. Skra setzte ihr Tierwissen ein, um das Ganze etwas zu beschleunigen. Als sie ein Pferd ausgeschirrt hatte, pobelte der Fuhrmann immer noch an den Haltebolzen herum. Akriksej und Ricarda kamen zu Hilfe, Skra schaffte das zweite Pferd. Endlich hatte Herr Fuhrmann seines los. Skra fuhr den Wagen auf die Lichtung, nun konnten die Ochsen vorbei. Damit erreichte die Heldengruppe das nächste Etappenziel nicht mehr und mussten die Nacht im Freien verbringen. Dank der Winterkleidung kein Problem.


    Am Ziel des nächsten Tages hatte man die Konkurrenz eingeholt. Ein Seekadet (Fabius ter Frauting) mit Pferd und Schlittenhunden. Ein Norbarde (Janko Ragaschoff) mit 6 Ochsen. Ritterin Jadvige von Krabbwitzkoje-Sirsinkis versuchte es mit 4 Pferde (davon zwei geliehenen). Ihr Standespartner Gerwin von Growinski-Nasshosen hielt 4 Milchkühe für geeignet. Zuletzt eine alte Bekannte, Salwinja von Elkenacker (Flashback: Reise von Neersand nach Hinterbruch , versinkende Fischerhütte) hatte drei Elchdamen mitgebracht. Die Krieger hatten einen eigenen Tisch und machten Thalian klar, dass er hier nicht reinpasste. Bücherwurm und dann nicht adlig – hinfort mit Ihm. Der Zwergenkrieger jedoch hatte da schon mehr Respekt. Ausgebildeter Drachenjäger mit einem Felsspalter. Es wurde nur belangloses Zeug geredet. Skra verbrachte den Abend damit sich mal die anderen Tiere näher anzuschauen. Elche als Zugtiere, also ehrlich. Sie bemerkte auf einmal, dass sich die Ochsen der Gruppe unruhig verhielten (Sinnesschärfe). Schleichen brachte sie unbemerkt an den Pferch heran. Da war noch ein Schlingel dabei, die Riemen der Tiere zu löschen. Schlagring aufgezogen und angeschlichen. Das wäre fast schiefgegangen, irgendwas hatte den Dieb aufgeschreckt. Skra war schneller als er und der Hieb traf. Guten Nacht. Mit den Stricken ein Päckchen geschnürt, Kraftakt zum nächsten Baum und hinauf. Da war der Saboteur gut aufgehoben. Janko Ragaschoff, der Norbarde, begann zu zappeln und konnte selbst schauen wie er da runter kam. Zufrieden trat Skra die Rückreise an.


    So hatten die Helden nun einen Platz gutgemacht, entschied doch die Reihenfolge des Eintreffens in Irberod über den Startplatz. Nächste Etappe bis Drachenzwinge. Keine Schwierigkeiten auf dem Weg. Der Zwischenfall in der Nacht hatte sich herumgesprochen und jetzt hielt jeder bei seinen Zugtieren Wache. Skra hatte die Beleidigung Thalians nicht vergessen. Also sprach sie die Ritterin auf ihr Verhalten an. Die schaute sich die Wilde aus den Gjalskerlanden an und machte klar, dass sie an den Ansichten einer unzivilisierten Wilden kein Interesse hatte. Schließlich kam es zur Prügelei. Kämpfer gegen Kämpfer. Skra gelang ein neugelernter Festhaltegriff, was die Ritterin einiges an Defensivfähigkeit kostete und so flog sie dann mit einem, ebenfalls neu erlernten, Wurf in die Pferdeäpfel ihren hochwohlgezüchteten Zugtiere. Damit war für Skra die Sache geklärt. Die glänzende Ritterin hatte nun eine geschäftige Nacht vor sich, um sich wieder in ebenjenen Zustand zurückzuversetzen. Damit hatte man wieder einen Platz gutgemacht.


    Der letzte Streckenabschnitt ist für den 05.09.2023 geplant.

    162. Spieltag (22.08.2023)


    Da sich das Gemälde ohne fremde Hilfe nicht entschlüsseln ließ, suchten die Helden den Rahja-Tempel auf. Zum einen wollten sie nach einer Weihung für Donations Keller nachfragen, zum anderen eine fachkundige Meinung zu dem Bild einholen. Die Geweihten empfahlen einen Abt eines Klosters, der sich gerade in Zorgan aufhielt und Nachforschungen im Hesinde-Tempel durchführte. Es wurde ein Bote losgeschickt und man traf sich im Anwesen. Der Mann stellte sich als Assaban von Zorgan, Abt des Klosters Nassori vor. Der Diebstahl eines Rahjasutras aus dem Zorganer Hesindetempel hatte seine Aufmerksamkeit erweckt und er wollte der Sache nachgehen. Die Helden führten ihn über die Brunnentreppe in den Geheimraum. Der Geweihte schaute sich das Gemälde an und erkannte die Skyline von Elburum im Bildhintergrund wieder. Außerdem identifizierte der ortskundige Abt die Landschaft mit der Kapelle als die Gegend um den Fluss Barun-Ulah. Eine Kapelle der Peraine war im nicht bekannt. Er wusste aber von einem Tempel in Barbrück. Der Fluss strömte die Küste entlang in Richtung Malqis. Zum gezeigten Banner verwies er an Gelehrte der Heraldik, falls die Helden in militärischen Archiven (Einheitsabzeichen) oder staatskunstlichen Sammlungen (Stadtwappen, etc.) suchen wollen. Zur Signatur E.D.U. könnte evtl. die Schreiberschule Auskünfte geben. Als Dank erhielt der Geweihte ein Abendessen mit Olko in dem jetzt gereinigten Speisesaal.


    Die Hexe verblieb im Studierzimmer des Magiers. Dolo drehte an dem Spiegel, den der Levthan in seinen Händen hielt. Ihr Selbstbildnis hatte keine Veränderungen. Als jedoch das Wandbild gezeigt wurde, gerieten die Figuren in Bewegung. Es erschienen immer kleine Sequenzen. Die Mörderbande zog ihre Messer, der Fluss begann zu fließen, Wassertropfen fielen von der Höhlendecke, der Dschinn begann hin und her zu schweben, die Anbeter der gesichtslosen Figur beugten den Oberkörper. Das alles passierte aber nur im Spiegel, das Bild an der Wand veränderte sich nicht.


    Dolorita nahm sich dann mal die komische Flasche in Menschenform mit dem grauen Puder vor. Was dem Magier seine Alchemie ist der Hexe ihre Kochkunst. Das graue Pulver wurde als das identifiziert, was bei Verbrennungen übrig bleibt – Asche. Eine magische Untersuchung erbrachte die Erkenntnis, dass hier auch Magie im Spiel war. Die Hexe zog den Stopfen und das graue Puder strömte von Zauberhand aus der Flasche und bildete eine menschliche Form. Unsere Zauberfrau wusste, dass es diverse Geschöpfe auf Dere gab, die eine elementare Wolke bilden konnten. Deshalb sprach sie die Gestalt an. Mangels Stimmbändern konnte sich das Wesen nur mit aus Asche geformten Schriftzeichen verständigen. Sein Name war Dschardil. Er war der Konstrukteur der Brunnenmechanik. Als Donation die Gegend verließ, wurde auch sein Baumeister Opfer dessen Tötungswut. Stichwort – keine Zeugen, so wie die Haremsdame im Haus. Zu Donations Identität befragt, wies das Wesen auf das Bücherregal. Auf die Stellen, wo „Die zwei Brüder“ und „13x13 Tage von Elem“ gelegen hatten. Für seine Erlösung zeigte er an, dass man etwas zerbrechen müsse. Darauf hin flog das Glasgefäß an die Wand und löste sich in Glasbrösel auf. Nicht ganz, der Boden mit der bekannten Dämonenkrone blieb übrig. Borbarads Spuren werden Aventurien noch eine ganze Weile plagen. Daraufhin löste sich die Ascheform auf und bildete einen Haufen auf dem Boden. Dolorita sammelte sie ein und sorgte für eine borongefällige Ruhestätte.


    Zwischenzeitlich unterhielt sich Olko mit Assaban im Rahmen eines Abendmahls. Der Geweihte erzählte, dass er eine Sekte oder Geheimgesellschaft hinter dem Diebstahl des Rahjasutra vermutete. Die Qabalya der Nachtwinde. Die Gesellschaft war für den Raub von Wissen bekannt. Dabei gingen sie rücksichtslos vor und gingen wortwörtlich über Leichen. Gut möglich, dass das Anwesen mit seinem Geheimraum auch Ziel der Gruppe werden könnte. Man sollte also die Existenz des Raumes nicht an die große Glocke hängen. Das gestohlene Rahjasutra war eine Urschrift oder eine alte Abschrift des Buches. Darin wurde die höchste Lust demjenigen Versprochen, der es fertigbrachte die Künste der Rahja mit denen von Belkelel zu mischen. Zum Thema Donation erklärte er, dass dem Hesindetempel kürzlich eine Handvoll Bücher und Schriften zugingen, welche aus einem Kellergewölbe stammten. Das Gewölbe war durch Bauarbeiten freigelegt worden. Die Bücher gehörten einem gewissen Donation Alrik von Terilia.

    Nach dem Essen vertrieb sich Oklo die Zeit mit den aufgefundenen Büchern. Dolorita war unterwegs, um der Asche des Baumeisters ein letzte Ruhestätte zu geben.


    An den Geschichten aus Elem war nicht besonderes. Donation war hier, wie auch in den beiden anderen Büchern, als Autor verzeichnet. Ein reisender Händler erzählt seine Geschichte, wie er an diversen Orten auf die übelsten Orgien und Sexualpraktiken stieß. Da das Buch für sein Alter in hervorragender Form war, musste das seine Gründe haben. Die Seiten waren aus gewöhnlichen Papier und nicht aus dem deutlich haltbareren Pergament. Auch das Leder des Umschlags hatte keine Altersspuren, wie die gefundenen Spinnenstiefel. Olkos Analys-Zauber ging jedoch ins Leere. Die beiden anderen Bücher der zwei Brüder enthielten die Reisegeschichten zweier Brüder. Beide bereisten die gleiche Route. Der eine traf Entscheidungen, die das Wohl der angetroffenen Figuren förderten, auch zu seinem eigenen Nachteil. Der anderen traf nur Einscheidungen zu seinem eignen Nutzen. In Kombination gelesen, soll der Leser auf einen ethischen Diskurs geführt werden. Als Kenner in Sachen Fälschung fielen Olko dann auch die Buchdeckel auf. Diese waren nicht aus gepresstem Leder oder ummantelten Papier, nein, die hier waren mit Leder überzogene Holzplatten. Mit seinem Fälscherwerkzeug löste er die Papierverklebung auf den Innenseiten und brachte zwei Holzplatten zum Vorschein, die diverse Löcher aufwiesen. Als er begann die Holzplatten im jeweils anderen Buch zur Anwendung zu bringen, bildete sich ein Satz:


    Mit dem EINEN findet man den Weg.

    Mit dem ANDEREN hält man den Schlüssel in seinen Händen.

    Mit dem DRITTEN öffnet man die Tür.

    Das LETZTE gewährt dir Schutz von IHRER Macht.


    Als Dolorita zurückkehrte, beschlossen die Helden ihr Abendessen im Maraskan-Viertel von Zorgan zu sich zu nehmen. Sie stellten Erkundigungen zu den Nachtwinden an (Gassenwissen). Und stießen schnell auf die Warnung nicht weiter zu graben, da dies für sie tödlich enden würde. Diese Bande bestand aus Magiern und Mördern, die es sich zum Ziel gemacht hatten das Übel der Welt zu tilgen: die Magie. Dass sie sich damit selbst opfern würden, scheint sie nicht zu stören. Ihr Erkennungsmahl, war ein Rabenvogel in einem Achteck, in dessen Ecken rote Edelstein eingesetzt waren. Die Helden beschlossen jetzt nicht weiter zu ermitteln und den Tag zu beenden.


    Am nächsten Tag suchten die Helden Krak al´Shah auf. Die Festung der Eisernen Tiger. Dort trafen sie auf die Agahi Korlinde von Barbück. Dolorita befragte sie zu einer Kapelle an dem namensgleichen Ort. In militärisch knappen Ton erklärte die Frau, dass es dort keine Kapelle gebe, nur einen großen Tempel der Peraine. Und eine Handelsniederlassung der Mada Basari. Den Rettern des Rahja-Tempels wurde Zugang zum Archiv gewährt. Hier zeigten sich die Kenntnisse von Isleif in Sagen- und Legenden als nützlich. War doch Wissen in Geschichte und Staatskunst ein weißer Fleck auf den Heldenbögen. Aber am späten Nachmittag wurde man fündig: Das heraldische Wappen auf den Bild entstammt der mittelreichischen Grafschaft Khunchom. Nun war es aber schon eine Weile her, dass die Mittelreicher Khunchom beherrschten. Sie teilten der Agahi ihren Wissensgewinn mit. Mit einer Überzeugen-Probe gelang es ihnen noch etwas Wissen aus der Hauptfrau abzuschöpfen. Das mittelreichische Wappen hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Wappen der Beyrounsfamilie von Malqis, welche während der Magierkriege im Kampf gegen die Magokraten von Elburum viele Mitglieder verloren. Der Name der Sippe war Haichaebenim. Der mühevolle Tag zwischen den Büchern näherte sich dem Ende. Am Folgetag wollten die Helden in Richtung Barbrück aufbrechen, lag die Stadt nur eine Tagesreise entfernt.


    In der Nacht plagten Dolorita dunkle Träume. Sie war die gesichtslose Gestalt auf dem Gemälde, umgeben von Huldigern. Ihre Anhänger begannen nun sich selbst zu entleiben und deren Schmerz bereitete unsägliche Freunde und Lust. Der Gang über die Leichen brachte ihr eine erlösende Mattigkeit. Als die Hexe am nächsten Morgen erwachte (Selbstbeherrschung + 13 gescheitert) fühlte sie ein unbändiges Verlangen ihre körperlichen Bedürfnisse im Rahja-Tempel zu stillen (Nachteil Brünstigkeit 10 (für den folgenden Tag); 3 Verführungspunkte auf die Seite von Belkelel führen zur Erhöhung von Jähzorn um 2 Punkte, für den Rest des AB). Da es den restlichen Helden nicht gelang Dolo von der Abreise zu überzeugen (Vergleichende Überzeugen-Proben gewinnt die Hexe), war dann ein Entspannungstag angesagt. Der Tag im Rahja-Tempel brachte eine Einladung zum Weinfest in den Rosengärten in vier Tagen. War also nicht ganz verwendet. Nach einer weiteren nächtlichen Ruhephase waren die Helden nun bereit, sich auf die Reise nach Barbrück zu machen.


    Dies wird am 11.09.2023 geschehen.

    Isha nahm sich die Lesebrille vom Schreibpult und schaute sich die Zeichen auf der Versammlungsszene genauer an. Die Zeichen verwandelten sich in lesbare Formen. Sie erzählten von den Kindern Donations einem Jungen und einem Mädchen. Außerdem ergaben sich noch Teile einer Landkarte. Die Heraldik- und Geografiekenntnisse der Helden reichten nicht aus, die Bilder näher einzuordnen. Auf dem Lesepult fand sich noch ein Glasbehälter in der Form eines schreienden Mannes. Der Behälter war mit einem grauen Puder gefüllt und, wie sich gleich zeigte, magisch aufgeladen.


    Im Buchregal fanden sich verschiedene Bücher. Darunter der Zweiteiler der „Zwei Brüder“, Autor ein gewissen Donation Alrik von Terilia. Daneben noch ein Buch mit dem Titel „13 x 13 Tage von Elem“. Sowie noch Werke zu Schwarzmagie, Geschichte des Horas-Reiches, Elementarkräften und ein rassistisches Werk zu den Rassen Aventuriens. Die erst genannten Werke werden Doloritas Nachtlektüre. Der Glasbehälter vom Lesetisch muss später untersucht werden.


    Bei den Statuen auf dem Altar handelte es sich um Jadedarstellungen der gefesselten Rahja und der herrschaftlichen Belkelel. Beide wurde sofort zertrümmert. Im letzten Regal fand sich diverses Folterwerkzeug. Von einfachen Dingen wie einer Gerte bis zu einer neunschwänzigen Peitsche, die den Schmerz des Leidenden in Lust für den Peiniger wandelt. Krankes Zeug aus der Oronzeit Araniens.


    Damit endete der Spielabend und nun gilt es, das Gefundene zu bewerten. Genug Sachverstand wird sich in Zorgan wohl finden lassen. Die nächste Sitzung ist für den 21.08.2023 geplant.

    Die Stücke wurden in den Brunnen eingesetzt. Die Vertiefungen mit Wasser gefüllt. Als die nun beschwerten Stein nach unten sanken, lösten sie eine Mechanik aus. Aus den Brunnenwänden fuhren die Stufenstiegen heraus und die Stahltür am Boden fuhr mit Gelenken nach oben. Olko nutzte seine Spinnenschuhe, Dolorita ihren Sonnenschirm und Isha ein Seil als Sicherung.


    Im Raum hinter des Stahltür fand sich das gesuchte Studierzimmer. Eine große Levthan-Statue blickte den Helden entgegen. Davor stand ein steinerner Altar mit zwei Statuen. Der Klotz wäre gut als Opferstätte zu gebrachen. Es gab noch ein Bücherregal und eines für Folterwerkzeug. Die Einrichtung wurde durch einen Lesetisch vervollständigt. Den Höhepunkt bildete ein Wandgemälde.


    Das Gemälde hatte einen Rahmen aus Edelmetallen mit einem Wert von gut 900 Dukaten. Es war nicht auf Leinwand gemalt, sondern mit Elementarkräften in den Stein geätzt worden. Vier kleine Bilder umrahmten das Zentrum, einen gesichtslosen Mann, welcher eine Pyramide in einer Hand hielt und mit der anderen einen Findling berührte. Daneben stand eine Standarte und im Hintergrund die weißen Umrisse einer Stadt. Vor dem Mann kniete eine Menge und auf dem Hinterteil eines der Menschen befand sich die rote Signatur E.D.U. Die vier kleinen Bilder zeigten eine Tropfsteinhöhle mit einer Säule, darauf ein Buch. Eine Versammlung von Männern, die hinter ihren Rücken gezückte Dolche hatten. Daneben war noch eine Säule mit Schriftzeichen zu sehen. Das Dritte zeigte eine kleine Peraine-Kapelle an den Ufern eines großen Flusses. Zuletzt noch ein Bildnis eines Bücherregals mit einem Luftdschinn davor.

    161. Spieltag (16.08.2023)


    Anhang I: Ein Haus für Helden


    Am nächsten Morgen traf man sich wieder mit Jarefa. Die Frau fühlte sich in ihrer Lederrüstung und mit Kurzschwert deutlich unwohl. Die Grundstücksmauer wurde kurz besichtigt. Das Geranke musste weg, die Mauerkrone brauchte einen Überstiegschutz, so wie sie jetzt war, war sie einfach zu überklettern. Der Schlüssel öffnete das gestern geölte Schloss ohne Widerstand und die beiden Torflügel schwangen nach innen. Nun standen die Helden in dem zugewuchterten Dschungel, der einstmals ein gepflegter Garten gewesen war. Süßer Rosenduft wies auf dorniges Gesträuch. Zwischen den Rosenranken lugten die eingewachsenen Köpfe von Statuen hervor. Mit ein paar kräftigen Schnitten wurden die Köpfe freigelegt. Sie zeigten einen Widderkopf und den Kopf einer jungen Frau mit langen Haaren. Dem Alabaster hatten Satinavs Zähne jedoch deutlich zugesetzt.


    Dann ging es in die Eingangshalle. Das dunkle Parkett, der Kronleuchter, die Samtbehänge der Wände und die vielen Spiegel machten gleich deutlich, dass hier kein Armer gewohnt haben kann. Jarefa machte klar, dass die Mada Basari dafür sorgte, dass der gröbste Staub entfernt wurde. Die Möbel seien abgedeckt worden. Aber für einen Bezug müsste das Anwesen ca. 1 Woche lang gereinigt werden. Isha und Dolorita waren sehr erfreut ein großes Bad mit Kupferwanne vorzufinden. Die Wände waren mit schwarzen und weißen Fliesen gekachelt. Auch Gefäße aus feinstem Unauer Prozellan waren mit alten Badesalzen und Ölen gefüllt.


    Im Innenhof des Karrees befanden sich zwei verdorrte Pflanzbehälter und ein ramponierter Brunnen. Olko warf einen Stein hinein und hörte ein klautes Klacken von unten hervorschallen. Die Krone des gemauerten Brunnens war mit keilförmigen Steinen besetzt, welche Rillen und Wellensymbole zeigten. Offensichtlich fehlten ein paar Steine. Als nächstes betrat er eine Schreibstube. Die Abdeckung des Tisches und des Stuhles waren schnell entfernt. In den Schubladen befand sich altes Pergament. Auf einem war noch zu lesen, dass der Markgraf von Altoum noch eine Steuerschuld in Höhe von 1 163 Dukaten zu entrichten hatte. Sonst fand sich nichts in dem Raum.


    Zwischenzeitlich hatte sich die Gruppe getrennt und erforschte das verlassene Gebäude. Räume für die Dienerschaft, Waschküche und Speiseküche mit Vorratskammer wurden besichtigt. In der Küche fand sich neben den Gerätschaften für eine Großküche noch ein hölzerner Löffel, welcher die Zeit sehr gut überstanden hatte. Dolorita schaute sich das Ding an und legte es vorsichtig beiseite. Außerdem wurde ein Tortenstück vom Brunnen aufgefunden. Es diente als Topfuntersetzer für einen Kupferkessel.


    Im Erdgeschoss fand man auch noch die Wohnstatt einer noblen Dame, was eingetrocknete Schminke und ranziges Parfumöl zeigten. Die Düfte hatten sich tief in die hölzernen Möbel gefressen. In den Ecktürmchen des Gebäudes verliefen die Treppen.


    Das Obergeschoss bestand u.a. aus den Gästezimmern, das Zimmer des Leibdieners und einem Harem. Dieser befand sich direkt neben dem Quartier des Herrn des Anwesens.


    In der Herrenwohnung fand Olko im Schrank, neben herrschaftlicher Kleidung, ein paar hohe Schnürstiefel. Diese waren noch auf Glanz poliert und kein Stäubchen trübte die Sicht auf das feine Leder. Nachdem ein Odem Arcanum fehlschlug, zog sich der Bornländer kurzerhand die Stiefel an. Sie passten wie angegossen und gaben einen festen Halt. Nur das Laufen war etwas umständlich, da die Schuhe am Boden zu kleben schienen. Und tatsächlich konnte man damit die im wahrsten Sinn die Wände hochgehen. In einem Nebenraum, welcher mit einem hochwertigen Schloss gesichert war, befand sich eine offene Truhe. Auch diese hatte ein gutes Schloss. Offensichtlich die Schatzkammer des Gebäudes.


    Dolorita verspürte eine leichten, kühlen Luftzug, als sie den Harem durchquerte. Ihr Odem funktionierte und machte eine rote Wolke sichtbar, welche in dem Zimmer umherirrte. Hier wollte die Hexe am Abend mal einen Geisterruf durchführen.


    Im Obergeschoss befand sich noch ein Speisesaal mit Geschirr aus Unauer Porzellan. Die goldenen Verzierungen aus Zahyad-Runen und Heptagrammen deuteten auf die Zauberkräfte des ehemaligen Besitzers hin. Neben dem Saal befand sich noch ein Salon mit Wasserpfeifen und einen Kamelespiel aus weißem Marmor und roten Jaspis.


    Nach dem Rundgang durch das Gebäude, machte man sich an die Erforschung des Brunnens im Innenhof. Olko stieg mit den Spinnenstiefeln hinunter und landete auf einem gefliesten Boden vor einer Stahltür. Herumliegende Steine zeigten, dass schon mehrfach der Wasserstand erfragt worden war. Isha stieg nun an einen Seil hinab und bemerkte, dass eine Reihe von länglichen Steinen spiralförmig in die Brunnenwand eingelassen waren. Die Stahltür wies keinen Öffnungsmechanismus auf. Nur die Stahlbänder an den Scharnieren zeigten, dass hier was zum Öffnen war. Die Tür war nahtlos in die Umgebung eingepasst und sprach von hoher Handwerkskunst. Da es hier nichts mehr zu tun gab, stiegen beide wieder nach oben.


    Nun wurde eine Absprache mit Jarefa getroffen. Personal musste eingestellt werden. Dann machte man sich an die eigenen Finanzen. Einkommen, Abgaben, Unterhalt des Gebäudes. Am Morgen sollten dann die Arbeiten am Grundstück beginnen. Vor dem Verlassen der Örtlichkeit, führte Dolorita im Harem noch den Geisterruf aus. Es erschien eine Sklavin mit durchgetrenntem Hals. Der gefesselten Seele waren Borons Halle verwehrt geblieben. Sie konnte erzählen, dass ihr Herr ein Magier mit dem Namen Donation war. Nach langer Zeit, hatte seine Langlebigkeit ihn gezwungen sein Stadthaus in Zorgan aufzugeben und sich unter neuer Identität hier anzusiedeln. Er war dann vor ca. 100 Jahren gegangen und hatte seinen Harem umbringen lassen. Keine Zeugen. Der Geist wurde zum Anwesen befragt. Ein Verlassen des Grundstückes war der Sklavin infolge der magischen Armbänder nicht möglich gewesen. Aber im Haus gab es kein Abbild des Zauberers. Auch fand sich hier kein Labor oder Studierzimmer. Ob der Tod des Magiers oder des Mörders ihre Fesseln lösen konnte, wusste die Seele nicht. Welche Pein war höher? Damit endete der Tag und die Helden kamen an nächsten Morgen wieder.


    Jetzt waren auch die Arbeiter da und befreiten den Garten vom Gesträuch. Insgesamt fand man sieben Statuen des Widdermanns und der jungen Frau. Levthan und Rahja. Rahja allerdings auf Knien und gefesselt. Isha und Dolo waren sich einig, die Dinger mussten weg. Außerdem wurde noch ein zweiter Brunnen (Wasserquelle des Anwesens) freigelegt. Hier lag die Figur einer schönen Frau seitlich davor. Da die Statuen als gefesselte Rahja identifiziert worden waren, konnte es sich hierbei nur um ihre Gegenspielerin Belkelel handeln. Man musste schon genau hinschauen, um die Dämonin von der Göttin zu unterscheiden. Wie beim Zantkopf an der Eingangstür. Auch diese Dinger mussten Verschwinden. Auf der Rückseite des Hauses wurden die Stallungen freigelegt. Die Holzabtrennungen für die zwölf Pferdeboxen mussten erneuter werden. Der gemauerte Teil diente dem Stalljungen als Behausung und eine brüchige Leiter führte auf den Dachboden. Oklo gelang der Aufstieg, ohne die Leiter zum Zusammenbruch zu bringen. Als er oben mit der Heugabel im alten Stroh herumstocherte, fand er ein weiteres Tortenstück für den Brunnen.


    Die Helden beaufsichtigten die Reinigungsarbeiten. Dolorita ging am Schreibzimmer vorbei. Die Schubladen waren herausgezogen worden. Die Arbeiter wollten das alte Pergament entsorgen. Dies verhinderte die Hexe jedoch. Außerdem bemerkte sie, dass die Schubladen eine unterschiedliche Länge aufwiesen. Eine Nachschau im Schreibtisch ergab, dass dort ein weiteres Totenstück hinter dem Freiraum der kurzen Schubladen versteckt worden war. Kurz darauf drang ein lautes Klirren und Fluchen aus dem nebenliegendem Bad. Die Putzfrau hatte sich gegen eine schwarze Fliese abgestützt und das Ding hatte nachgegeben. Die Fliese hatte eine querverlaufende Achse, sie hatte sich um sich selbst gedreht und den Öltopf aus dem dahinter befindlichen Fach ins Freie geschleudert. Das Porzellan hatte den Bodenaufprall nicht überstanden. Nun wurden die Fliesen genauer untersucht. Dabei fand man in einem Fach am Fuße der Kupferwanne ein weiteres Tortenstück.

    23. Spieltag (08.08.2023)


    Nun galt es die Truppen zu sammeln. Der Praios-Burgherr spendete ein paar Sonnenlegionäre. Die Helden schickten einen der ihren zum Norbardenlager. Der Plan war, die Lawine auszulösen und das Ritual der Korgläubigen zu stören. Bis zum Eintreffen der Norbaden hatte Anshag einen Ritualstein im Zentrum von Goblinstatuen und Baumstämmen errichtet. Ihm war nur Olko, der Zauberlehrling, und das Widderhorn geblieben. Der Lehrling war an einem Baumstamm gefesselt und das Horn ruhte auf dem Altar. Schließlich trafen die Norbarden ein. Die Wartezeit hatte der Magier genutzt, um sich einen kleinen Eiselementar zu beschwören, natürlich außerhalb der Mauern der Burg. Der Burgherr hätte praioslästerliche Magie in seinen heiligen Wänden niemals gestattet. Während sich die Streitmacht auf den Weg durch den Wald machte, sammelten sich ca. 100 Kor-Anhänger auf dem Ritualplatz. Zeit für die Lawine. Skra kletterte mit einem Seil die Burgwand hinunter zur Schneewehe. Sie erkundete mit ihrem Wildniswissen die beste Stelle in der Schneewand, um dieselbe zum Kollabieren zu bringen. Anshag hielt nun eine anfeuernde Rede an die Kultisten. Skra setzte mehrmals die Schaufel an, dann donnerten die Schneemassen ins Tal und begruben etwa die Hälfte der Anwesenden. Der Eiselementar bewegte sich ungehindert durch sein Element und rettete Olko vor dem kalten Tod. Der Phexgeweihte und der Magier hatten sich zum Rand des Goblinplatzes vorgearbeitet. Die Kultisten hatten keine Wachen im Wald zurückgelassen. Alle waren mit dem Ritual beschäftigt. Das nächste Unheil kam über sie, als die beiden Helden die Pferde aufscheuchten und eine Herde panischer Pferde durch die Kultisten pflügte. Dann machten sich die Sonnenlegionäre und Norbarden ans Werk. Wem nicht die Flucht gelang, wurde Opfer der Hellebarden und Äxte.



    Anshag hatte es am Altar erwischt. Zwei Ritter gruben in aus. Der Drachenreiter war zwischenzeitlich gelandet und unterstützte die beiden Ritter. Skra war im Lawinengebiet eingetroffen. Der Magier verschaffte sich zusätzlichen Rüstschutz durch einen Goblingeist und einen Armatrutz. Zusammen näherten sich die Helden dem Altar. Durch Proben in Wildnisleben konnten sie den einfachsten Weg durch die Schneemassen finden. Als klar war, dass die Befreiung von Anshag nicht mehr rechtzeitig erfolgen konnte, stellte sich ihnen der Drachenreiter in den Weg. Während Skra mit ihren Äxten in den Nahkampf ging, umrundete Thalian, der Magier, den Kämpfer und griff von hinten an. Der Phexgeweihte verschoss seine Pfeile. Die beiden Ritter stürzten sich auf den Rücken des Magiers, während Anshag sich selbst befreite (Proben auf Kraftakt). Die Kor-Ritter waren zwar deutlich schwächer als die Anführer, aber Anshag hatte sich zwischenzeitlich freigegraben und trat in den Kampf ein. Sein zweiter Schlag mit dem Rondrakamm traf den Magier kritisch. Nur der Rüstschutz in Höhe von 7 Punkten verhinderte, dass der Zauberkundige das Zeitliche segnete. Er fing sich gleich 19 Schadenspunkte ein und fiel bewusstlos zu Boden. Einer der Ritter nahm sich nun den Zwerg vor, während Skra zwei Gegner abbekam. Aufgrund seines Lawinenschadens konnte Anshag den Äxten nicht lange widerstehen. Der Zwerg bezwang seinen Gegner, aber nicht ohne selbst einen kritischen Treffer zu fangen. Skra erschlug schließlich den letzten Ritter und damit endete der Kampf.



    Bei der Untersuchung der Leichen fanden die Helden einen Diamanten und einen wertvollen Dolch. Das Widderhorn wurde gesucht und freigegraben. Der Drachenreiter hatte unter seiner Rüstung eine kleine Statuette einer gesichtslosen Person. Der Zwergengeweihte erkannte sofort den Namenlosen wieder. Nun fielen die Teile des Puzzles zusammen. Der Drachenreiter hatte den Korgläubigen ein Ritual zur Massentaufe beigebracht. Das wollte Anshag abhalten. Es ging zurück zur Burg, Wunden mussten versorgt werden. Dann traten die Helden die Rückreise an. Es galt das Blaue Buch zu versorgen. Außerdem waren da noch die vier Goblinartefakte. Leudara von Firunnen war in äußerst schlechte Gesellschaft geraten.



    Hier endet das Modul „Das blaue Buch“. Am 22.08.2023 geht es dann mit „Der schwarze Forst“ weiter.

    Ich habe mal auf den Tischplan geschaut. Ich könnte noch einen Dungeon Crawl (Bardsung / Descent 3) anbieten, falls noch Tische frei sind. Bardsung ist für 1-5 Spieler und ein kooperativer Crawler ohne Spielleiter. In Descent (1-4 Spieler) übernimmt eine App den Spielleiter. Als Startzeit könnte ich 10.00 Uhr anstreben, gerne auch erst am Nachmittag. Eine Spielrunde bei den Spielen dauert ca. 90 - 120 Minuten.

    160. Spieltag (02.08.2023)


    Aus den Augenwinkeln sah Isha wie sich ein Irrer daran machte einen Pott mit Brandöl gegen die Außenwand des Tempels zu werfen. Dray stürmte dem fliehenden Bösewicht hinterher. Isha entschied sich dafür den Hilfeschreien im Innenraum zu folgen, da sie dort die größere Gefahr sah. Isleif war am Brunnen vor dem Tempel angekommen. Ein paar Worte und der Zauber im Fußkettchen der Geweihten wurde ausgelöst. Der Axxeleratus brachte die Geschwindigkeit, die die Geweihte des Phex jetzt brauchte. Die Entfernung bis zum Magier an der Rahjastatue war in einer Kampfrunde (KR) zurückgelegt. Dem Zauberwerfer gelang es noch mit einem Kichern auf den Lippen das Schleiergewand einer nahestehenden Rahjageweihten in Flammen zu setzen, aber dann fiel er den beidhändigen Kampfkünsten Ishas zum Opfer. Mit drei Hieben beendete sie die Existenz des Feuerzauberers. Isleif stürmte in den Tempel und nahm sich den zweiten Irren vor, er war gerade dabei sein Kurzschwert in eine der Tempeldienerinnen zu versenken. Ein paar Worte an Valeria und der Ring aktivierte einen Schutzzauber. In seiner Festtagskleidung genoss der Barde natürlich nicht den Panzer einer Kettenrüstung. Zwischen den beiden Gegnern entwickelte sich ein langwieriger Zweikampf. Isleif musste drei gezielte Stiche des Kurzschwertes hinnehmen. Der Würfelgott war nicht auf seiner Seite, es fielen laufend hohe Zahlen. Zweimal patzte er. Zuerst verlor er seine Waffe und musste wertvolle Zeit mit dem Aufheben verschwenden, beim zweiten Mal kam er gar zu Fall und drohte nun zu unterliegen.


    Zwischenzeitlich hatte Olko die Szene erreicht. Er stürmte in den Tempel und nahm den letzten Gegner mit seinem Kurzbogen unter Feuer. Dieser hatte einer unglücklichen Geweihten mit drei Treffern den Tod beschert und war dann erstaunt, als der Pfeil in seiner Brust auftauchte. Die Wunde hielt ihn jedoch nicht davon ab, auf den Bornländer zu zustürmen. Dabei fing er sich noch einen zweiten Pfeil ein. Jetzt geriet der Illusionist in Bedrängnis. Bogen fallen lassen und Kurzschwert ziehen.


    Endlich hatte auch Dolorita die Szene erreicht. Ihr langes Kleid und der Sonnenschirm hatte ihr Vorankommen deutlich verlangsamt. Sie sah noch wie drei Geweihte, eine davon mit brennendem Kleid, schreiend aus dem Tempel stürmten. Die Brennende war sich vor den Augen der Hexe in den Brunnen. Die Hexe versuchte ihr Hilfe beim Löschen der Kleidung zu geben, aber irgendwie klappte das nicht so (Gewandheitsprobe -). Dolo entschied sich dafür, nun ins Innere des Tempels vorzudringen. Die Geweihte wird es schon irgendwie selbst schaffen. Schließlich kann es nicht schwer sein, sich im niedrigen Wasser herumzuwälzen. Und das bisschen geschwärzte Haut erhielt nebenbei die ersehnte Kühlung. Als die Hexe im Eingang auftauchte sah sie Olko und Isleif im Nahkampf verwickelt. Wobei der Nordmann schon aus drei Wunden seinen Lebenssaft auf die Tempelfliesen spritzte. Zunächst wurde der Angreifer durch einen „Blitz dich find“ der Hexe geblendet. Daher sah der Angreifer auch nicht Isha heraneilen. Sie zwang den Brandstifter durch einen Ausfall in die Defensive. Er konnte nur noch parieren und das verschaffte Isleif die benötigte Luft sich zu sammeln. Mit zwei Axthieben (jetzt hatte der Würfelgott ein Einsehen) brachte er den zweiten Angreifer zu Fall. Dolorita half dann Olko. Auf der Brust des Dritten Attentäter bekamen die Pfeile Gesellschaft durch einschlagende Borndolche. Olko hieb mit seinem Kurzschwert noch drauf und dann kippte auch dieser Böse aus den Schuhen.


    An Ruhe war nicht zu denken. Jetzt mussten noch mit Gewandheitsproben die bestehenden Brände gelöscht werden. Aber in der elften Kampfrunde kam dann die ersehnte Ruhe in die Situation. Der Tempel hatte 110 Punkte Strukturschaden erhalten, was er bei 500 Punkten Grundwert gut wegstecken konnte. Deshalb waren die Rahjageweihten sehr erfreut. Schenkten den Helden eine Kiste mit 10 Flaschen bestem Raschtulswaller Wein. Ein Kette mit einem Pferde oder Rosensymbol im Wert von 10 Dukaten, erhielt jeder Held zusätzlich. Damit konnten sie als Glaubenswahrer in jedem Rahjatempel Unterstützung einfordern. Während die Geweihten noch beschäftigt waren die Retter mit Umarmungen und Küssen zu beglücken, erschien eine verschleierte Frau in noblen Kleidern im Tempel. Ihre Begleitung durch Palastwachen und Stadtgardisten zeigte, dass es sich um eine wichtige Persönlichkeit handeln musste. Der Schleier schützte sie nicht vor einer Identifizierung. Isha, die in Aranien geboren war, erkannte sofort Sybia wieder. Die ehemalige Herrscherin hatte die weiteren Geschickte des Reiches in die Hände ihres Sohnes und der Schwiegertochter gelegt und sich dafür entschieden, dass die Verwaltung von Zorgan ausreichend Tagesbeschäftigung mit sich brachte. Die Frau verschaffte sich einen Überblick, ließ die Namen der Retter für die Stadtchronik notieren und lud die Helden am nächsten Morgen in die Garnison ein.


    Den Rest des Tages verbrachten die Helden mit Wundversorgung und Kleidungsbeschaffung. Einer Sultana trat man schließlich nicht mit blutigen Fetzen unter die Augen. Auch im „Roten Kamel“ hatte sich die Heldentat herumgesprochen und Taref erließ der Gruppe die weiteren Aufwendungen für Kost und Logis.


    Am nächsten Morgen erschienen die Helden zur bestellten Zeit. Sie wurden durch die verwinkelten Räume geführt. Orientierungsproben zeigten, dass sie das Wehrgebäude längst verlassen haben mussten. Die Reise führte in einen dunklen Raum mit nobler Ausstattung. Dort warteten drei Frauen auf die Gruppe. Sybia begrüßte die Helden und lud sie zu süßem Tee mit Gebäck ein. Die Gruppe nahm auf den weichen Kissen Platz. Im folgenden Gespräch interessierte sich die Sultan für die Geschichte und die Herkunft der Helden. Menschenkenntnis zeigte, dass das Interesse echt war und es sich nicht um belanglosen Smalltalk handelte. Schließlich holte die Regierende einen Schlüsselbund mit alten Schlüsseln und eine Schriftrolle hervor. Den Bund über gab sie einer Frau, welche sich bislang im Hintergrund gehalten hatte. Diese wurde als Mondsilberhadjina Sarefa saba Jarefa vorgestellt und sollte die Helden begleiten. In der Schriftrolle wurde den Helden für 100 Götterläufe die Nutzung eines Anwesens überschrieben. Mit den Bürgerrechten für Zorgan stieg ihr Sozialstatus in der Stadt um 2 und für Aranien um 1. Das Anwesen hatte einem Magier gehört, der vor ca. 100 Jahren spurlos verschwunden war. Der Besitz fiel an die Stadt und wurde auch mehr schlecht als recht gepflegt. Mit einem Wunsch nach bester Zusammenarbeit, wurde die Gruppe entlassen. Sarefa führt die Helden in ihr neues Zuhause.


    An der südlichen Stadtmauer gelegen hatte man einen guten Blick in Richtung Rahjatempel. Die erste Schwierigkeit zeigte sich beim Öffnen des alten Schlosses am schmiedeeisernen Tor. Das alte Ding war so verkeilt, das auch der passende Schlüssel es nicht öffnen konnte. Da kam Ishas Ausrüstung zum Schlösserknacken zu Hilfe. Mit etwas Öl machte man die Mechanik wieder gangbar und konnte die Gartenmauer unterqueren. Die Mauer war kein großes Hindernis für Diebe, sie sollte eigentlich nur neugierige Blicke fernhalten. Der umliegende Garten hatte schon lange keine pflegende Hand gesehen. Aus dem Rosengesträuch ragte hier und da der eingewachsene Kopf einer Statue heraus. Im Hintergrund war auch das Dach eines Gebäudes in der Pflanzenwildnis zu erkennen. An der Eingangstür des zentralen zweistöckigen Gebäudes, welches ein Karree mit Innengarten formte, prangte ein Löwenkopf mit einem Klopfring aus trüben Messing. Dolorita machte die Form etwas stutzig (Magiekundeprobe +13 bestanden). Das hier war kein Löwe, sondern ein Zant. Der Kopf eines Dämons. Wie Isha zuvor treffend bemerkte, musste die Sache mit dem Haus einen Haken haben. Dunkle Vorahnungen tauchten auf und man wollte das Haus erst voll gerüstet betreten.


    Die Erkundung ist für den 16.08.2023 geplant.

    159. Spieltag (18.07.2023)


    [Meisterwechsel; Dray wird zum NPC; Es splittert !! Die Jagd auf Borbarads Erben beginnt. Wir werden die beiden Module „Schleiertanz“ (2012) und „Schleierfall“ (2014) spielen. Die AB des Splitterdämmerungszyklus beinhalten verschiedene Themen, die sich mit den Nachwehen um Borbarads Tod (Kampagne der Sieben Gezeichneten) und dem darauffolgenden Zerfall seines Reiches beschäftigen. In der Reihe gibt es u.a. drei Geschichten, die in jeweils zwei AB-Bänden verfasst wurden. Eine davon sind die beiden o.a. AB.

    Zur Einordnung: Dornenreich; Ende 1033 BF; DSA 4.1]


    Kapitel 1: Der Weg ins Abenteuer


    Morgenstund hat Gold im Mund, sagt man. Erst recht wenn man sein Zeug aufpolieren, vervollständigen und pflegen will. Dann ist der Markt angesagt, wo es die Güter zu kaufen gibt. Und der hielt eine Überraschung bereit. Ein Wagenzug aus Südaventurien hatte den Weg nach Greifenfurt geschafft. Die Leiterin des Zuges, eine Wesira der Mada Basari, war gerade in ein lautstarkes Gespräch mit einem Praioten vertieft, als die Helden die Szene betraten. Im Hintergrund schien auch ein Bornländer Interesse an dem Wagenzug zu haben. Der Praiosdiener beschuldigte die Wesira verbotenes Rauschkraut einzuführen, hatte doch der Hund an einem Wagen zu kratzen begonnen. Die Wesira ließ eine Kiste abladen, woraufhin der Hund wie wild heulend versuchte diese zu öffnen. Die Versicherungen der Dornländerin, dass sich darin nur Gewürze befinden, ließ die Wache kalt. Es stellte sich heraus, dass der Hund nicht an Rauschkraut interessiert war, sondern an einem Beutel Oregano. Die Wache ließ nicht locker, weshalb die Wesira eine Pfeife mit dem Kraut stopfen ließ und das glimmende Ding der Wache ins Gesicht hielt. Obwohl die Wache während ihres Dienstes keine berauschenden Dinge zu sich nehmen darf, nahm sie einen Zug. Alles dienstlich, alles im Namen der Ordnung in Greifenfurt! Aber außer einem ekelhaften Brennen im Mundraum und dem Geschmack von verbranntem Holz, trat keine sinnerweiternde Wirkung ein. Damit war die Wache überzeugt und ging von dannen. Den aufgeregten Hund hechelnd hinter sich her ziehend.


    Isha ergriff nun die Gelegenheit, mit der Wesira ins Gespräch zu kommen. Bei der langen Reise durch die Schneewehen Nordaventuriens, war ein Wiedersehen mit einer Person aus dem gleichen Kulturkreis eine wahre Freude. Die beiden Damen erzählten sich ihre Geschichte und man machte ein Treffen in der Gaststätte am Abend aus. Als kleine Aufmerksamkeit, schenkte die Wesira Isha noch ein kleines Beutelchen mit weißem Tee. Die Helden erledigten ihre Besorgungen und schlossen Bekanntschaft mit dem Bornländer. Olko Ulmski hatte sich auch für das Abenteuerleben entschieden. Und in der Gruppe ließ es sich sicherer reisen. Jedenfalls traf man sich am Abend in der Gaststube. Es stellte sich heraus, dass Olko einem Spielchen nicht abgeneigt war. Isha und Dolorita machten mit, während Isleif auf seiner Harfe spielte. Nach zwei Kartenspielen, ging es ans Messer werfen. Der Wirt wurde nach einem Fassdeckel befragt und er brachte einen herbei. Dolo malte mit Kreide ein paar Zielkreise darauf, dann wurde das Teil in die Ecke gestellt. An der Übung fand auch der Thorwaler Gefallen, nur nutzte er seine Wurfaxt. Ein Wurf von Isha (Patzer) endete im Desaster, die Klinge prallte am Rand des Scheibe ab, sirrte durch die Gegend und streifte den Wirt hinter der Theke. Der hatte nun, neben einem Loch im weißen Leinenhemd, aus dem ein paar Bluttropfen die körperliche Außenwelt erblickten, eine ziemlich miese Laune. Isha machte sich an die Wundversorgung und Isleif nutzte seine Kenntnisse in Heilkunde Seele, um den armen Mann zu beruhigen, schließlich wollte man auch diese Nacht hier verbringen. Das Thema Messerwerfen, war dann, zumindest für diesen Abend beendet.


    Kurz darauf erschien die Wesira und teilte mit, dass sie für den Rückweg noch ein paar schützende Hände gebrauchen könne. Sie fragte die Gruppe nach ihren Wehrfähigkeiten. Dolorita antwortete, dass sie nur die Köchin sei. Aber auch mit Messern um sich werfen könne, sollte sich die Gelegenheit ergeben. Olko zeigte seinen Kurzbogen vor. Isleifs Axt war neben seiner Harfe deutlich zu sehen. Ishas Säbel bedurfte keiner Erwähnung. Für ein ordentliches Handgeld und freier Reisekosten trat die Gruppe die Reise in den Süden an. Bis Perricum auf dem Landweg und das letzte Stückchen dann per Schiff. Auf dem Weg erzählte die Wesira der Gruppe die letzten Ereignisse, war Isha schon eine ganze Zeit nicht mehr zu Hause gewesen. Nach der Rückkehr Borbarads kam Dimiona von Zorgan, Zweitgeborene von Sybia al´Nabab (Herrscherin von Aranien) zu neuer Macht. Ein Teil Araniens spaltete sich ab und wurde nun zur Heptarchie Oron (Borbarads Statthalter waren die Heptarchen). Hier herrschte Unterdrückung und Kontrolle nach den Prinzipen Belkelels (Dämonin der Lust und des Rausches). 1029 BF versuchte Dimiona den Rest von Aranien unter ihre Kontrolle zu bringen. Dies scheiterte, als der Heptarch Haffax Dimiona verriet. Oron wurde besiegt. Dabei ließ Dimiona auch ihr Leben. Die Wesira berichtete, dass selbst heute noch, magische Artefakte aus dieser dunklen Zeit im Umlauf sind. Die Dinger zeichnen sich dadurch aus, dass sie beim Verletzen von Menschen Lustgefühle beim Peiniger erzeugen. Widerliches, krankes Zeugs.


    In Zorgan angekommen, bezogen die Helden Quartier im „Rote Kamele“. Sie wurden freundlich von Taref empfangen. Da der 39. Tsatag der Maharani vor der morgigen Tür stand, benötigte er noch eine Wachfrau/-mann für seine Karawanserei. Der Eunuch gab eine kurze Beschreibung der Stadt Zorgan ab. Mit seinen ca. 20 000 Einwohnern die Rose Araniens. Seit dem Sieg über Dimiona, waren die Bürger mit einem Stolz beseelt. Wie die Horasier und Garethier hatten sie eine Heptarchin besiegt und so einen Beitrag zu Borbarads Untergang geleistet. Man war Fremden gegenüber offen, solange sie sich an die Gesetze hielten. Tausende waren in die Stadt geströmt und es hatten sich neue Wohnviertel gebildet. So viele Einwohner hatte Zorgan zuletzt vor der Großen Pest im Jahre 913 BF. Die Pocken hatten sogar den Namen der Stadt erhalten und Zorgan Pocken waren eine befürchtete ansteckende Krankheit. Die Gruppe nutzte den freien Nachmittag, um sich auf das Fest vorzubereiten. Isha kam ihrer Verpflichtung gegenüber den Mada Basari nach und tilgte noch ein paar Schulden. Dolorita suchte nach Tarefs Hinweisen Termura Mirhabosunya auf. Die Katzenhexe unterhielt ein Wahrsagegeschäft. Bei einer Tasse Tee und etwas Süßgebäck kam man ins Gespräch. Eine Waldfrau war in Al´Anfa nichts ungewöhnliches. Es war klar, dass die Hexe neben Prophezien (TaW 16) ganz gut die Zauber zur Beschwörung und Verständigung von Geistern beherrschte. Dolo ließ sich die Karten legen. Aber außer der Erkenntnis, dass in naher Zukunft Pein und Freund nahe beieinander liegen und sich das weitere Morgen in diffusen Zweigen verliert, ergab sich nichts Genaues. Olko schaute sich auf dem Platz vor dem Rahja-Tempel um. Dort wurden gerade die Verkaufsstände und eine Tribüne für die Tänzer erreichtet. Die Speisen des Südens waren dem Bornländer etwas fremd, aber mundeten vorzüglich. Auf Anraten der Mada Basari nahm Isha auf dem Rückweg zur Karawanserei Kontakt zu dem Wächter eines Geschäftes auf. Da die Läden während der zweitägigen Feierlichkeiten geschlossen sei werden, bot sie dem Herrn eine Anstellung bei Taref als Hauptmann an. Die Wache versprach, nach Dienstende in die Karawanserei zu kommen. Den Abend genoss man im Innenraum der Herberge. Geschichtenerzähler und Tanzgruppen sorgten für die Unterhaltung der Gäste. Der Wachmann erschien wie abgemacht und wurde Taref vorgestellt. Die Preise der Herberge waren mehr als gerecht. Immer mehr Fremdweltler strömten in die Stadt und die Zimmer füllten sich. Die Helden waren die letzten Gästen, die ins Bett gingen.


    Kapitel 2: Der Weg des Schicksals


    Der nächste Morgen brach an und die Helden statteten sich festmäßig aus. Das Tragen von Waffen stellte in Zorgan kein Problem dar, waren sie ein Abbild von Ehre. Geweckt wurden sie durch einen Musikzug, welcher durch die Straßen ging. Auf Tarefs Warnung hin, wurde nur geringes Barvermögen mitgeführt. Sicherlich würden die Taschendiebe, die hier allgegenwärtig waren, die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, sich ein paar Geldbeutel abzuschneiden. Die Helden genossen den Trubel und das Gewimmel. An jeder Ecke war Flötenspiel und Trommelwerk zu hören, zu derem Takt sich verschleierte Damen drehten und wendeten. Die Menge johlte jedesmal, wenn ein Schleier fiel. Zu Isleifs Pech war er nicht aufmerksam genug (Sinnesschärfe +5 gescheitert) und er konnte nur noch den Dieb flüchten sehen. Keine Chance ihm in dem Gewimmel zu folgen. Nachdem ein Illusionist der hiesigen Zauberschule des seinenden Scheins mit seiner Darbietung auf der Tribüne die Menge verzaubert hatte, betrat eine Sharisad seinen Platz und begann einen Säbeltanz.


    Irgendetwas lenkte Isleif ab (Intuitionsprobe 1): Brandgeruch. Während der Rest der Gruppe noch mit der Sharisad beschäftigt war, gelte sein Warnruf durch Menge. Über dem Rahja-Tempel stand eine große Rauchwolke. Die Helden machten sich auf den Weg.


    [die Helden mussten mit Athletik-Proben 20 TaP* ansammeln um die Zeit bis zum Eintreffen festzustellen]


    Isha schaffte es als Erste. Ihr fiel ein Tongefäß auf. Eine Flüssigkeit war ausgetreten und darunter züngelten die ersten Flämmchen auf. Das Ding war eigentlich als Wurfkörper bebaut. Die Geweihte schnappte sich das Gefäß ohne sich zu verbrennen (Fingerfertigkeit +) und schaffte es zu einem nahen Brunnen. Wasser konnte das Brandöl nicht löschen, aber zumindest eine Ausbreitung des Feuers verhindern. Dann drehte sie sich um und lief in den Tempel zurück. Angstgeschrei kam ihr aus dem Innern entgegen, als auch Isleif den Weg geschafft hatte.


    Kliffhänger – nächster Termin (31.07.2023)

    158. Spieltag (12.07.2023)


    Bei der weiteren Erkundung trafen wir auf einen halbversteinerten Zwerg, welcher an einer Angrosch geweihten Esse Schmiedearbeiten durchführte. Er konnte seinen Namen nicht nennen, wusste aber, dass er Gansam gedient hatte. Der Schmied hatte auch den Spiegelschild angefertigt. Das war eine gute Gelegenheit um mein zerbrochenes Rapier reparieren zu lassen. Bis dahin machten Isha und ich uns auf den Weg, den Rest der Binge zu erkunden. Efferdane benötigte noch etwas zum Tragen.


    Bei unserer Erkundung fanden wir eine verlassene Tatzelwurm-Höhle. Das zeigte uns der strenge Geruch und die Kratzspuren am Boden. Die Höhle hatte eine Spalte in der Wand, welche in die Außenwelt führte. Das Draußen war ein Tal, umgeben von Steilen Feldwänden. Dort hatte sich der Wurm nach oben gearbeitet. Isha tat es ihm nach und konnte, als sie oben ankam, feststellen, dass dort ein Wildpfad ins Gebirge führte. Selbst die Schneegrenze konnte man sehen. Da wir nicht die ganze Beute an den Goblinwachen vorbeischleppen wollten, beschlossen wir, die Höhle als neuen Lagerort zu nutzen, den Eingang zu markieren und später mit den Flugteppich das Zeug abzuholen. Dann ging es wieder in die neuen Bereiche der Binge zurück. Wir fanden das Heim von Fischmenschen, die uns als Eindringlinge betrachteten und scharfe Sachen nach uns warfen. Glücklicherweise ohne uns zu treffen. Dann fanden wir doch tatsächlich den Tunnel zum Perainekloster.


    Als wir wieder beim Zwergenschmied eintrafen, war mein Rapier wieder wie neu und hatte zusätzlich noch eine Angrosch-Punze darauf. Auf weiteres Nachfragen übergab uns der seltsame Zwerg ein Amulett, welches der Zwergenkönig für die Menschenfrau hat anfertigen lassen. Ein schöner roter herzförmiger Stein als Zeichen der Liebe. Da sage einer, dass Zwerge keine Romantik verstehen. Wir trugen also unsere gesamte Beute in die Tatzelhöhle und machten uns auf den Rückweg. Nach neunmaligem Klopfen, nein, drei-mal-drei-malig (Entschuldigung), öffnete die Goblinsekretärin die große Bingentür. Die Räuber konnten sich noch nicht entscheiden, ob sie umsiedeln wollten.


    In Wildblümchen übernachteten wir und holten am Folgetag unsere Beute mit dem Flugteppich ab. Die Rückreise nach Greifenfurt dauerte 1 ganze Woche, die aber ereignislos verlief. Dort angekommen trafen wir uns mit unseren Auftraggebern, die uns zur Feier der Rückkehr zum Essen einluden. Wir erzählten unsere Erlebnisse und wurden mit einer besonderen Waffe belohnt. Die Gruppe entschied, dass man mir ein neues Rapier anfertigen soll. Ich danke vielmals. Die Rahjageweihte im Stiefel wurde der Liebesbrief des Zwergenfürsten an die Perainegeweihte überbracht. Als Dank erhielten wir eine sehr gute Flöte. Das wird unseren Elfen sehr freuen.


    Dann machten wir Kassensturz. Die Beute wurde verkauft und der Erlös aufgeteilt. Für die Gruppe blieben sage und schreibe 109 Dukaten und 5 Silbertaler hängen. Damit waren wir das profane Zwergenzeugs dann los. Die magischen Dinge bedurften noch der genaueren Betrachtung durch unsere Hexe.


    Dolorita machte sich an die Arbeit. Die Handschuhe konnten auf Fingerschnippen einen Zauber aktivieren, der den Tastsinn, durch eine Wand hindurch, einsetzen ließ. Der Ring an der Kette konnte eine Halluzination bewirken. Der Schelmengürtel konnte den Zauber „Aufgeblasen“ bewirken. Die Schelmenschuhe erschwerten zwar die Körperbeherrschung, jedoch konnte man, auf einem Bein hüpfend, eine Koboldvision auslösen. Der Schelmenring löste beim Abziehen vom Finger in einem Umkreis von sieben Metern einen Nackedei aus. Die beiden Zwergenartefakte (Hammer und ein Speer) hatten neben ihren guten Eigenschaften so viele schlechte, dass eine Vernichtung angebracht war.


    Das Rapier, welches die Zwerge für mich anfertigten, war ein echtes Schmuckstück. Es bestand aus Zwergenstahl, war dreifach geflammt und noch Angrosch geweiht. Damit hatte ich jetzt eine Waffe, die ich gegen Dämonen einsetzen konnte.


    Damit endet das Abenteuer. Am 18.07.2023, gegen 19.00 Uhr, starten wir mit den ersten AB-Modulen der Splitterdämmerung. Schleiertanz und Schleierfall werden uns in das Dornenreich, der Heimat von Isha, führen. Wer Lust hat, kann sich einen Charakter mit ca. 9400 AP basteln und hier einsteigen. Mein Discordname ist darkstarhagen#3409.

    Die Elfe setzte ihren Bogen ein, wobei sich zeigte, dass es mit dem Treffen nicht weit her war. Skra rannte zum Tor. Der Zwergengeweihte feuerte seine Armbrust ab, bevor er dann auch auf den Burghof trat. Traian holte sich vom Grafen den Dispens einen Armatrutz auf sich selbst zu wirken. Damit war der Praiot einverstanden, er verbot jedoch jegliche gegen andere gerichtete Magie. Was jetzt nicht gerade auf Begeisterung beim Magier stieß. Aber gut, musste es hat der lange Zauberstab als Hiebwaffe tun. Der Graf befahl den beiden Wachen am Tor, dieses zu verschließen. Die sieben Flüchtenden, hatten sich vier Geiseln (Mitgefangene und Mönche) als Schutzschild besorgt. Mit dem Dolch an der Kehle wurden diese in Richtung Tor gezogen, was die Geschwindigkeit deutlich herabsetzte. Emjan rannte in Richtung Tor, Skra auf seinen Fersen. Zwei Korkultisten waren mit Streitkolben bewaffnet und bildeten die erste Verteidigung für die Geiselnehmer. Beim ersten Versuch gelang es den Wachen nicht, den schweren Eichenbalken in die Eisenhalterung zu wuchten (Kraftakt -). Dann war Emjan heran und schlug einer Wache in den Rücken (mit Finte und Wuchtschlag). Skra war unmittelbar hinter ihm und begann Emjan in einen Kampf zu verwickeln. In der zweiten Runde gelang es den Wachen das Tor zu versperren. Dann drehten sie sich um und zogen ihre Waffen. Einer der Kolbenträger beschäftigte den Magier und so zog die Kultistengruppe in Richtung Ausgang. Der Graf hatte sein Sonnenzepter gezogen und unterstützte den Magier. Die Information über die Kerzennachricht, hielt ihn davon ab seinen Blendstrahl einzusetzen. Da ihm bekannt war, dass ein großes Feuer die Kor-Jünger herbeirufen würde.


    Mit einem verschlossenen Tor, einer Gjalskerin und zwei Legionären als Torwächter, erkannten die Fliehenden schnell, dass sie einen anderen Weg wählen mussten. Sie zogen sich in den kleine Wachturm zurück. Ein Kultist mit Streitkolben und Emjan wurden bewusstlos geschlagen. Dann versuchte Skra mit einem Kraftakt das Schließen der Turmtüre zu verhindern. Es entstand ein Ziehen und Schieben um die Tür, welches die Kultisten in der zweiten Runde für sich entscheiden konnten. Der Magier rannte die Treppe zur Krone der Burgmauer hinauf. Ihm folgten Skra und kurz darauf auch der zwergische Phexgeweihte. Die Elfe rannte quer über den Hof und begann den großen Turm zu ersteigen. Sie erhoffte sich freies Schussfeld von der Turmkrone auf die Krone des kleineren Wachturms.


    Thalian traf zuerst auf dem Mauergang ein und stürmte in das erste Stockwerk des Wachturms. Es ging durch die Treppe hinunter in das Erdgeschoss. Er hatte es jetzt mit vier Dolchkultisten und einem Streitkolbenträger zu tun. Er wurde von mehreren Dolchen getroffen, die aber wegen seinem Armatrutz kaum Schaden anrichteten. Dann begannn er mit dem Stab auf den Kolbenträger einzudreschen. Hilfreich bei dem Kampf war natürlich auch, dass die Kultisten nur mit Roben bekleidet waren, die kaum Schutz boten (RS 1). Skra folgte dem Magier auf dem Fuße und verwickelte einen Messerkämpfer ein einen zweihändigen Axtkampf. Ihr folgte der Zwerg, der noch einmal einen Armbrustbolzen im Kolberträger versenkte, bevor er sich mit seinem Rapier auch in den Nahkampf begab. Einer nach dem anderen wurden die Kultisten besiegt und der Kampf endete mit einem vollen Erfolg der Helden. Zwei Geiseln hatten nur leichten Schaden genommen. Die noch lebenden Kultisten wurden medizinisch versorgt und in ihre Zellen eingesperrt. Die Wachen verdoppelt. Die Waffen aus dem Arsenal der Legionäre gingen an diese zurück.


    Die Gruppe begann nun sich einen Überblick von der Mauer aus zu verschaffen. Mit einem Fernrohr war zu sehen, dass sich der Ritualplatz langsam füllte. Es waren vier Pfähle in den Boden gerammt worden. An einem war eine Gestalt in Magierroben gebunden (Olko). Das mit den einhundert Gegnern kam wohl grob hin. Es gab zwei Koppeln für die Pferde. In der Nähe des Steinaltars waren zwei Gestalten mit Plattenrüstungen zu sehen. Der Drache lagerte außerhalb des Steinkreises. Und das Zentrum lag perfekt in der Abgangsrinne der Schneeverwehung, die sich in eine Lawine verwandeln ließ. Nur – wie holte man Olko dann aus den Schneemassen?


    Die nächste Runde findet am 25.07.2023 statt. Sie wird wahrscheinlich dann den Schluss des Moduls „Das blaue Buch“ bilden.