Beiträge von Darkstar
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Bei seiner Untersuchung konnte man keine Bissspuren am Hals feststellen. Auffällig war nur das Nachthemd. In der Ecke mit dem Mauerdurchbruch fand man eine bewusstlose Handwerkerin. [Heilkunde Wunden +] Durch Heilkunst konnte sie aus der Bewusstlosigkeit erweckt werden. Ihre Geschichte war kurz. Die beiden Handwerker hatten einen Mauerdurchbruch geschaffen, zwei Leichen dahinter entdeckt, wovon eine ihr sofort einen heftigen Schlag versetzt habe. Der Mann hätte ihr einen Kuss gegeben und dann sei es dunkel geworden. Die Nachschau am Durchbruch ergab eine Frauenleiche, leicht begraben unter Mauerresten. Deren Untersuchung brachte eine 1 Spann lange Haarnadel mit kunstvollem Griff zum Vorschein. Die Nadel war mit roher Gewalt durch das Genick in den Hinterkopf getrieben worden. Am Finger fand man einen goldenen Siegelring. Das Bild zeigte einen bepackten Esel und die Wörter „Schritt für Schritt“. Die Mondsilberwesira Gazalinde saba Neraida erkannte den Ring sofort. Er gehörte zur Familie Ebersen. Bei genauer Betrachtung handelte es sich bei den beiden (jetzt) Toten um das Besitzerpaar. Nur, wer wann dann in der Kutsche Richtung Mittelreich gereist? Sigrun hatte kein Interesse an den Toten. Sie interessierte mehr der Inhalt der Regale. Alte Tontöpfe und verrostetes Werkzeug. Im Weinregal fanden sich noch drei staubige Flaschen, die noch einen ordentlichen Füllstand aufwiesen. Nach einer kurzen Umschau verschwanden die Gebinde in der Stofftasche der Thorwalerin. Simold Rebenlieb, der Praiosgeweihte, hatte das Treiben an dem Mauerloch still beobachtet. Einem kurzen Räuspern folgte die Aussage, dass er einen Auftrag an die Helden zu vergeben hätte. Man sollte das jedoch vielleicht nicht vor den Arbeitern, sondern im Gartenzelt erörtern.
Dort traf man sich dann auch. Der Praiosgeweihte bedankte sich für die Unterstützung durch die Helden. Die Mondsilberwesira wäre gerne bereit als Eigentümerin eine Kompensation für die Mühen zu leisten. Die Wesira schaute ihn mit zuckender Augenbraue an, griff aber schließlich in ihre Börse und zählte 5 Dukaten auf den Tisch. Der Vertreter des Göttervaters erzählte, dass ihm die Unordnung in der Stadt langsam über den Kopf wachse. Schmuggler, Oronverstecke und der Diebstahl eines geweihten Streithammers aus dem Borontempel, und jetzt auch noch eingemauerte Lamijah. Dazu kamen noch die Hintergründe für das Verschwinden der Ebersen. Er bot eine ordentliche Summe, wenn ihm die Helden hier etwas Arbeit abnehmen würden. Die Wesira konnte erzählen, dass sie den Hauskauf über den Gutsverwalter Arve Leinfahrer abgewickelt habe. Arve hatte eine Vollmacht der Ebersen vorgezeigt. Allerdings bestanden jetzt Zweifel an der Echtheit des Dokuments. Arve bewohnte nun das Gestüt der Ebersen südlich der Stadt. Nach der Abreise der Herrschaften, war der Haushalt aufgelöst worden und die Dienerschaft hatte sich eine neue Anstellung suchen müssen. Die Dienerin Damara hatte eine Beschäftigung in der Küche des Praios Tempel gefunden. Die Helden willigten in den Auftrag ein. Da der Tag zu Ende ging, wollte man am Morgen mit den Untersuchungen beginnen.
Man quartierte sich in der Herberge „Palastschatten“ ein. Diese lag innerhalb des Festungsrings der Emirsburg. Zwerg und Elf beschlossen ein Zweibettzimmer zu buchen und den Preis für eine Woche im Voraus zu bezahlen. Thorn forderte die Herausgabe von 5 Metallscheiben von Imion. Dieser sah den Zwerg zweifelnd an und fragte nach, ob fünf Scheiben von dem goldenen Metall jetzt nicht etwas viel für 7 Übernachtungen wären. Deshalb zählte er ihm 5 Scheiben aus silbernem Metall auf den Tresen. Der Zwerg erklärte den Legendensäger die Wirkung von GELD und den Wechselkurs der diversen Metalle Kupfer, Silber und Gold. Tatsächlich hätten die Silbermünzen den richtigen Wert für den gekauften Dienst der Übernachtung.
Nachdem die Zimmer bezogen waren, stand Körperreinigung auf dem Plan. Endlich wieder mal ein Badehaus. [alle Gassenwissenproben erbrachten zusammen nur 1 Qualitätsstufe und somit nur ein Gerücht] In den Gesprächen mit den Badenden kam heraus, dass die Mondsilberwesira das Herrenhaus als Schnäppchen erworben hatte, nachdem sie die Vorbesitzer aus Mendlicum vertrieben hatte.
Die Ermittlungen werden am 21.04.2026 beginnen.
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274. Spieltag (14.04.2026)
Der Weg ging zunächst zurück nach Darrenfurt. Die Gruppe hatte beschlossen entlang der Uferstraße südlich von Mendlicum nach Zorgan zu reisen. Die Reise über Morganabad und Marmelund brachte die Gruppe zur Mittagszeit des dritten Tages an die Stadtmauern der Küstenmetropole.
Mendlicum bot 5200 Bewohnern eine Heimatstatt. Ca. 1500 davon hatten ihre Wurzeln im Mittelreich. Die Emira Aischanka saba Neraida führt hier das Herrschaftszepter. Die hufeisenförmige Stadt war um den Kriegshafen herumgebaut. Einen Stadtteil hatten die Bewohner im mittelreichischen Stil erbaut, um sich hier heimisch zu fühlen. Als Besonderheit hatte die Stadt einen Borontempel, durch welchen die Stadtmauer läuft. Es gab sogar ein Tor, welches ein Eindringen von dem äußeren Tempelteil in den inneren Tempelteil gewährleistete. Schenkte man den hiesigen Sprechern Glauben, so bewachten sie rastlosen Seelen den Eingang. Jeder unerwünschte Eindringling würde sich sein Karma an der Wut der Schutzgeister vergiften. Und wer wollte es sich schon mit dem Totengott verscherzen. Sterben musste jeder mal.
Die Helden erblickten das Wappen der Stadt im Barburiner Tor: eine silberne Mauerkrone unter türkisem Himmel mit silbernen Sternen. Bereits kurz nach dem Stadttor führte eine breite Straße nach Norden. Ganze Menschenmassen bewegten sich in diese Richtung. Man konnte ein Gespräch belauschen in dem davon die Rede war, dass die Mada Basari anlässlich der Neuerwerbung eines Landsitzes ein Fest gaben. Auch die Armen und Bettler waren eingeladen sich vom Orden der grünen Schleier Labsal geben zu lassen. Ein Peitschenschnalzer riss die Helden aus den Gedanken. Imion drehte sich um und starrte in die Nüstern zweier Lastenpferde, die ihm ihren heißen Atem ins Gesicht bliesen. Der Elf beruhigte die Tiere, was ein zwölfgötterlästerliches Fluchen von Seiten der Fuhrmanns nach sich zog. Welcher Irre veranstaltete eine Eröffnungsfeier, wenn die Handwerker noch bei der Arbeit waren? Erst jetzt fiel auf, dass der Lastenkarren mit Bauholz und Steinen beladen war. Nachdem die Helden Platz gemacht hatten, rollte der Karren wieder los. Begleitet durch das dauernde Gemäkel über menschenvolle Straßen, die in ihrer Ignoranz die arbeitende Bevölkerung von ihrer Tätigkeit abhielten. Die Gruppe nutzte den Windschatten des Karrens, um sich ungestört der Veranstaltung zu nähern. Als Imion dann aus Langweile noch seine Handharfe zückte, um eine elfische Weise zum Besten zu geben, verlor der Fuhrmann erneut die Contenance. Jetzt hatte er auch das fremdländische Geklimper auf den Ohren. Was hatte er getan, dass die Götter in so strafen mussten. Schließlich traf man am Anwesen ein.
Ein u-förmiger mittelreichischer Landsitz mit einem Garten im Innenhof. Allerlei Pavillons zierten das noch grüne Gras. Wein, Tee, Pittas und natürlich Wasser mit Arangensaft wurden gereicht. Die Mondsilbersultana nickte den Neuankömmlingen gefällig zu. Eine Traube Handwerker versammelte sich unter einem Feigenbaum. Der Vorarbeiter, mit seiner staubigen Lederschürze, trat an die Wesira heran und teilte ihr in leisem Ton mit, das man im Keller zwei Leichen freigelegt habe. Leise waren die Töne, aber laut genug für scharfe Elfenohren. Die Mada Basari, eine aranische Handelsorganisation, hatte noch eine freie Zugabe beim Kauf des Anwesens erworben. Neugierig folgte die Gruppe den Handwerkern mit der Wesira zum Kellerabgang. Nun gab es einen kleinen Stau. Ein lautes Hüsteln machte die Helden darauf aufmerksam, dass jemand Durchlass begehrte. Ein Herr in weißer Überkleidung, welche mit einem roten Sonnensymbol verziert war. Sein Langschwert und das Sonnenzepter im Gürtel machten klar, dass es der Praiosgeweihte nicht gewohnt war, sich hintenanzustellen. „Wenn euch schon die Neugier hierhergetrieben hat, könnte ihr auch gleich mit hinunterkommen. Eure Kampfkraft könnte von Nutzen sein.“ Mit einem freudigen Hallo verkündete der Diener des Gottesfürsten, dass er Verstärkung mitgebracht habe.
Es ging also in den Keller hinab. Die Wesira berichtete, dass sie das Anwesen gekauft habe, nachdem die ehemaligen Besitzer wieder in das Mittelreich zurückgekehrt waren. Das Gebäude musste 60 bis 70 Götterläufe gesehen haben. In den Seitengängen lag allerlei Schutt und Abfall, den die Handwerker bei ihren Arbeiten dort abgelagert hatten. Man drang weiter in die Gewölbe vor. Im Licht der Laternen tauchte ein erneuter Schuttberg auf. Davor lag ein lebloser Körper bekleidet in Handwerkerkluft. Gleichzeitig erfüllte für scharfe Ohren ein mittelreichisches Wiegenlied leise die Luft. Beim Näherkommen stellte man fest, dass der Körper einer Mumie glich. Die Haut spannte sich um den Schädel, alle Muskeln waren zusammengefallen. Der Mund stand offen. Sonea und Phelizitas überkamen dunkle Vorahnungen. Vampire? Lamijah? Letztere ehemalige Oron-Kultisten, welche Belelkel ewiges Leben geschenkt hatte. In anderen Gegenden war sie als Sukkuben bekannt.
Gegenüber der Leiche führte eine eingeschlagene Tür in einen länglichen Kellerraum. Dem Gang folgend bildete ein Holzgatter (statt einer Tür) eine weitere Möglichkeit in den Raum einzudringen. Nun hatte man keine Vorsicht bei der Begehung walten lassen, was allein bei der schieren Größe des Erkundungstrupps auch unsinnig gewesen wäre. Deshalb verwunderte es nicht, dass das Kinderlied verstummte und tapsende Geräusche aus dem Raum zu hören waren. Als Sonea in den Raum späte, erkannte sie eine bleiche Gestalt im Nachthemd. Die Gestalt hob ein Brecheisen und ging auf die Ingerimm-Geweihte los. Der Hammer der Geweihten krachte in die Seite des bleichen Mannes. Es war, wie wenn man auf ein ungespanntes Leder einprügeln wollte. Wirkung gleich Null [Rüstschutz 7]. Selhira drehte ihren Rabenschnabel auf die spitze Seite. Dieser Streithammer hatte auf der einen Seite einen stumpfen und auf der gegenüberliegenden Seite einen spitzen und leicht gebogenen Hammerkopf, was ihm zu seinem Namen verholfen hatte. Die spitze Kopfhälfte verursachte etwas Schaden. Thorns Balestrina war da schon wirkungsvoller. Auch der Flammenstrahl von Pheliziatas brannte sich seinen Weg durch die Lederhaut. Imion beschloss sich zu beschleunigen. Allerdings kam er mit den Geschwindigkeiten durcheinander [Patzer – Wurf 20] und er blieb mit dem Gürtel an einem massiven herausstehenden Eisennagel hängen und verlor seine Hose. Sigrun musste den Kurzbogen gegen den Kompositbogen tauschen. Der kurze Bogen hatte einfach nicht genügend Durchschlagskraft. Nachdem der Angreifer einiges an Schaden eingesteckt hatte, versuchte er Sonea mit aller Kraft wegzuschieben. Nach der langen Zeit des eingemauert seins, strebte das Wesen an die frische Luft. Die Geweihte hielt dagegen und es gelang ihr den Lamijah in den Kellerraum zu drängen. Das Wesen ließ von weiteren Versuchen ab, rannte den Raum hinunter und brach mit einem kräftigen Tritt das Holzgatter aus der Wand. Das war dann auch ihre letzte Tat, bevor ihr eine Balestrina-Kugel in den Kopf einschlug und den Untoten auf den Boden schickte.
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273. Spieltag (07.04.2026)
Die Helden begaben sich zur Nachtruhe und teilten zwei Wachen ein. Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich jedoch im Nachhinein als unnötig. Bereits beim beginnenden Tageslicht wurde der Trauerzug geformt. Vorneweg der bemalte Elefant, gefolgt von der Sänfte mit der Verstorbenen. Der Trauerzug wurde durch die quäkenden Tone einer Kabasflöte begleitet, alle paar Schritte erfolgte der blecherne Klang eines Marschbeckens. Die Sänfte wurde von den beiden Wachleuten getragen. Der Perainegeweihte und ehemalige Liebhaber folgte mit dem Rest der Familie und des Gesindes. Der Zug ging auf einem freigehaltenen Weg durch den Nebelwald in Richtung Nekropole.
Die Bestattungsgruppe war schon eine Stunde unterwegs, als man auf eine Wegsperre traf. Zehn Bewaffnete und ein Anführer hielten den Zug auf. Der Sprecher befürchtete, dass der Elefant des Zuges dem Anach-Nur übergeben werden würde. Im weiteren Gespräch kam heraus, dass der Ferkinaführer, welchem der Säbel fehlte, den Mahut des Dorfes getötet hatte, um zu verhindern, dass der Geisterbeschwörer neue Körper bekam. Leider sei der Elefantenführer uneinsichtig gewesen. Die Ferkinas gehörten zum Stamm der Ban Awallakh. Der Stamm mit dem Anach-Nur gehörte zu seinen Feinden. [Menschenkenntnis +: Der Anführer schien gehörigen Respekt vor seinen Gegnern zu besitzen] Als man eine Beschreibung des Gegners erbat, kam heraus, dass er aus zwei Wesen ein Neues machen könne. Er sei auf dem Friedhof und dort gäbe es genügend Körper. [Überzeugen +] Die Ban Awallak konnten zwei Führer stellen, die auf der Seite der Helden mitkämpfen würden. Damit hatte man jetzt zwei Ortskundige zur Hand. Der Gegner hätte auch zwei Hände voll Kämpfer, meinte der Anführer.
Der Trauerzug wurde geparkt. Beide Wachen der Gutsherrin, Bortholomäus, die beiden Ferkinas und die Helden rückten auf das Feindlager vor. Der dichte Nebel verschluckte die Gruppe. Als man sich dem Lager näherte konnte man die ersten Umrisse erkennen. Ein alter Elefantenfriedhof. Das klägliche Trompeten ließ auf einen gerade noch lebenden Dickhäuter schließen. Eine seltsame menschliche Gestalt war dabei die Flanken des Tieres mit einer zähen roten Flüssigkeit zu beschmieren. Außerdem konnte man noch ein paar Wachen durch den Nebel gehen sehen. Erst als sich eine seltsame wurmartige Gestalt vier Schritt über den Bodennebel erhob, war den Helden klar, dass man es hier nicht mit ein paar wilden Plünderern zu tun hatte. Phelizitas konnte mit ihrem Wissen über Sphärenwesen erkennen, dass es sich hier um einen dreigehörten Dämon aus dem Gefolge Asfaloths zu tun hatte: einem Ugrabaan. Der riesige Dämon konnte ein menschengroßes Wesen mit einem Happs wegfressen. Zusammen mit der Fähigkeit zwei Wesen zu verschmelzen, hätte der inhalierte Held eine gute Chance auf die Wiederauferstehung als Elefantenchimäre gehabt.
Der Nebel war ein gutes Versteck. [Verbergenprobe für den Meuchelangriff überflüssig]. Drei Fernkämpfer machten sich bereit: Thorn, Sigrun und Imion. Gut gezielt ist halb getroffen. Trotz der unscharfen Umrisse der Gestalten [-2 AT] trafen alle drei Waffen. Der Shamane und zwei Wächter fielen um. Wobei der Geisterzauberer nur bewusstlos war [Rest-LE: 4]. Dann stürmte der Rest der Gruppe in den Nahkampf. Die Helfer beschäftigten die feindlichen Ferkinas und so blieb für die Helden nur der Dämon übrig. Sonea stürmte vor und stellte sich mit ihrem geweihten Hammer dem Sphärenwesen in den Weg. Dem ersten Biss wurde meisterlich [Wurf 1] ausgewichen und die Tentakel des Wesens schlugen vorbei. Phelizitas zauberte einen Flammenstrahl [INGIFAXIUS]. Der leuchtende Strahl fraß sich durch den Nebel. Aufgrund seiner schieren Größe, konnte der Dämon nicht ausweichen. Die profanen Fernwaffen verursachten nur geringen Schaden. Selhira ging auf den Dämon zu und begann sich der Lederrüstung zu entledigen. Gegen ein Verschlucken wäre sie nur suboptimal nützlich gewesen. [allerdings kostete sie diese Handlung zwei volle Kampfrunden]. Der Angriff der Ingerimm-Geweihten traf kritisch [war dann ihre zweite EINS]. Auch dem zweiten Bissangriff wurde ausgewichen.
[das war dann die dritte EINS auf dem W20 in Folge – unglaublich. Dies führte dazu, dass der Dämon für eine Runde keine Manöver mehr fahren konnte. Damit entfiel der Verschlingenangriff für das Maul und der Festhalteangriff der Tentakel.]
Der Tentakel ging fehl. In der dritten und letzten Runde trat Selhira mit einem Dämonenwall in Nahkampf ein. Der Wall verhinderte einen Treffer und absorbierte allen Dämonenschaden [bis zu einer ausgewürfelten Menge]. Damit war man eine weitere Runde sicher. Geweihter Hammer und ein weiterer Flammenstrahl ließen den Sphärenweltler dann in einer schwarzen Nebelwolke vergehen. Welche sich schnell mit dem anwesenden Kondensat vermischte.
Zwischenzeitlich waren auch die restlichen Feinde besiegt worden. Sigrun trat an den (noch) lebenden, aber regungslosen, Zauberkundigen heran. Bei der Durchsuchung fiel ihr zuerst das zahnbewehrte Maul in dessen Achselhöhle auf. [Dämonenmal] Dann geriet dieser seltsame schwere Dolch in die Hände der Nordfrau. Selhira und Sonea erkannten sofort seine abstoßende Macht, was jetzt die Thorwalerin nicht sofort nachvollziehen konnte. Der Chablak-Dolch sei die Zauberwaffe eines Animisten, erklärte Phelizitas. Mit bösem Zauberzeug wollte sich die Späherin nun nicht belasten. Dann beendete sie mit einem schnellen Schnitt ihres Säbels das Leben des Animisten. Seine Börse enthielt nur ein paar Heller. Genug für ein Feierabendbier für jeden Kämpfer.
Nachdem nun die Chimärengefahr gebannt war, konnte die Bestattung wie geplant fortgeführt werden. Man erreichte das Familiengrabmal ohne weitere Störungen. Der Elefant zog mit einem Flaschenzug die schwere Steintür nach oben. Die herumstreifenden Ghule machten eine solche Vorsichtsmaßnahme erforderlich, wollte man sicherstellen, dass der Leichnam nicht in den Mägen der Leichenfresser landete. Unter den Segen der Geweihten wurde die Verstorbene auf ihren letzten Ruheplatz gebetet. Danach legte der Elefant den Rückwärtsgang ein und der schwere Stein machte das Grabmal wieder dicht. Zusammen trat man den Rückweg an. Im Dorf erhielten die Helden die versprochene Belohnung und kehrten nach einer Übernachtung wieder auf die Straße Perricum – Baburin zurück. Der weitere Weg wird sich auf die Uferstraße Mendlicum – Zorgan führen.
============ Ende Tanz der Elefanten=============================
Die nächste Sitzung wird am 14.04.2026 stattfinden.
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Fell und Zähne gingen als Trophäe mit. Dann traf die Gruppe am späten Nachmittag im Dorf ein. Der Anblick des Elefanten brachte Freude in die Reihen der Dorfbewohner. Man lenkte das Tier in den Innenbereich des Gutshofes. Dort ging es mit den Vorbereitungen des Trauerzuges sofort los. Die Flanken des Tieres wurden mit borongefälligen Symbolen verziert. Die Köchin hatte ihr Rezept für das traditionelle Hühnerpfeffer verlegt. Die Speise gab die Familie der toten Tochter mit auf den Weg in Borons Hallen. Nicht dass die Arme noch den Hungertod starb, was eine wahre Tragödie gewesen wäre. Die Gutsherrin hatte ihren Unmut an einem alten Diener ausgelassen, welcher mit gesenktem Kopf auf der Treppe saß. Besagter Diener geriet erneut in den Fokus der Heldenschaft, als die Ermittlungen in Sachen Säbelgriff von den Wachen zu dem alten Diener führten, welcher selbst einmal Soldat gewesen war. Der war aufgrund der vorhergehenden Schelte seiner Herrin zu keinem klaren Gedanken mehr in der Lage. [Heilkunde Seele gescheitert] Auch Selhira konnte ihn nicht aus seinen trüben Gedanken befreien. Da mussten ein paar deutliche Worte her. [Einschüchtern] Sigrun drohte ihm Prügel an, wenn er jetzt nicht gleich in die Gänge kommen würde. Der alte Herr drängte sich in eine Ecke zurück, gab aber an, dass sich sein Säbel mit der alten Uniform in seiner Feldkiste befinden würde. Das Griffstück ließ sich nicht mit einem Bewohner des Dorfes in Verbindung bringen.
Wie Imion treffend zum Tagesabschluss beitrug, sollte man sich nach der Beisetzung dann morgen um die Herkunft der Chimäre kümmern.
Das nächste Treffen findet am 07.04.2026 statt.
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Nun konnte man den Leichnam untersuchen. [Heilkunde Wunden] Todesursächlich war der Schnitt im Hals. Die Bisswunden stammten alle von den Ghulen. Der Eremit gab bekannt, dass er die Leiche hier gefunden und beerdigt hatte. Die Gruppe suchte die Umgebung ab [Fährtensuche]. Sigrun fand an einem Dornenstrauch einen Kleiderfetzen. [Stoffverarbeitung oder Etikette] Das Gewebe war grob. Die verzwirbelten Fäden nicht gleich dick und die Stoffeinfärbung nicht gleichmäßig. Das Texilmuster oder Bild passte zu keiner tulamidischen Webart. Nun kam die Zeit für DIE SCHAUFEL. Thorns Meisterstück. Das scharfe Blatt drang problemlos in den harten Dschungelboden. Wurzelhindernisse wurden durch einen beherzten Sprung mit den Zwergenstiefeln auf die Schultern des Schaufelblattes durchtrennt. Während sich Thorn in die Tiefe grub, sammelte der Reste der Gruppe Steine für einen Grabpanzer. Der Leichnam wurde ins Grab gebettet und Selhira sprach den Grabsegen:
Ruhe nun, Wanderer, unter den stillen Schwingen Borons.
Dein Atem ist verklungen, dein Weg durch das Licht der Welt vollendet.
Was war, ist vergangen – was kommt, liegt jenseits des Schleiers, den nur die Toten schauen.
Möge dein Geist Frieden finden in den Hallen der Ruhe,
fern von Schmerz, fern von Hast, fern von den Lasten des Lebens.
Der Rabe wacht über dich, still und unerbittlich,
und führt deine Seele auf Pfaden, die kein Lebender kennt.
Klage nicht um das Verlorene, o ihr Zurückgebliebenen,
denn Boron kennt weder Grausamkeit noch Gnade – nur das Gleichgewicht.
So wie der Schlaf den Tag beschließt,
so beschließt der Tod das Leben.
Schweigt nun und lasst los,
auf dass der Verstorbene seinen Weg unbeirrt gehe.
Kein Ruf soll ihn binden, kein Schmerz ihn halten.
Unter Rabenflug und Sternennacht
sei dir die ewige Ruhe gewährt.
Boron hat dich empfangen.
Alle waren zufrieden, nur einer nicht. Mit der Bitte um eine schnelle Wiedergeburt brach der Eremit den Frieden. Das letzte was man jetzt brauchte war irgendein Zombie, welcher durch die Gegend schlich. Bortholomäus stellt klar, dass er damit die Seelenwanderung meinte, in einen Säuglingskörper natürlich. Erneut erklärte er seine These des Duotheismus. Sigrun verstand den Streitpunkt nicht. Wenn Praios das Licht darstellte und Boron die ewige Dunkelheit. Müsste man dann nicht von einer Dreifaltigkeit sprechen? Das ließ den Eremiten nachdenklich verstummen.
Nun machte man sich auf den Weg einen Elefanten zu fangen. [Orientierung] Die Suhle wurde wiedergefunden und die Elefantenspuren führten zu einer Lichtung. Unterwegs hatte man noch eine Dorianfrucht geerntet [Pflanzenkunde + Klettern]. [Sinnesschärfe] Von weitem höre man das Krachen von Ästen, die der Dickhäuter aus den Bäumen riss, um sie seinem körpereigenen Recycling zuzuführen. [Sammelprobe Tierkunde] Mit vereinten Wirken gelang es der Gruppe den Elefanten zu zähmen. Sigrun und Thorn setzten sich auf den Rücken und die Helden machten sich auf dem Rückweg zum Dorf.
Tiger sind Meister des Hinterhalts [Verbergen 10 gg. Sinnesschärfe Helden]. Aus einer Baumkrone stürzte sich der Gestreifte auf Selhira und warf sie um. [Initative, Kampfbeginn] Es handelte sich nicht um ein gewöhnliches Exemplar. Dieser hier hatte einen Schlagenschwanz. Zwischen den Eckzähnen des Beutegreifers, waren die spitzen Giftzähne einer Schlange zu sehen und die gespaltene Zunge, machte die Schlangenmischung eindeutig. Die Chimäre war schnell und Selhira konnte nur mit Glück dem ersten Biss ausweisen. Imion spannte den Bogen. Die Balestrakugel traf und Sonea wirkte die Liturgie VERSTEINERUNG. Leider brachte Sigrun den Elefanten nicht unter Kontrolle. [Zweite Runde] Diesmal traf die Chimäre und das Gift breitete sich brennend seinen Weg durch die Adern der Borongeweihten. Diese kippte erstmal einen Heiltrank hinunter und versuchte nun zum zweiten Mal mittels eines Kraftaktes, das 200 Stein schwere Tier von sich zu hieven. Nun schlugen ein Elfenpfeil und eine Eisenkugel ein. Sigrun brachte den Dickhäuter dazu seine mächtigen Stoßzähne einzusetzen. Die Wunden der Chimäre im Zusammenspiel mit der einsetzenden Versteinerung, machten das Tier kampfunfähig.
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272.Spieltag (24.03.2026)
Die Nacht war kurz [Regeneration -2], aber man musste so schnell wie möglich eine Beerdigung auf die Reihe bringen. Deshalb machte sich die Gruppe auf den Weg in den Nebelwald. Der vermisste Mahut musste gefunden werden. Die Helden hielten trotz Nebel die generelle Richtung bei. [Orientierungsproben] Sie fanden eine Elefantensuhle, wo sich die Fußabdrücke der Dickhäuter tief in den weichen Boden gepresst hatten. Aber man war auf der Suche nach menschlichen Spuren. [Fährtenlesen] Sigrun fand die Abdrücke von unbeschuhten menschlichen Füßen. Die Spur führte aus dem Wald heraus zu einem Grabmahl im hügeligen Vorgebirgsland des Raschdulswalls. Eine Treppe führte auf das fünf Schritt hohe Podest des Mausoleums. Dort erhob sich ein würfelförmiges Gebäude mit einem spitzen Dach. Auf der Plattform stand ein nackter Mann mit einem oberschenkellangen weißen Bart. Er stützte sich auf einen Wanderstab und winkte die Gruppe heran.
Der Mann stellte sich als Bortholomäus vor, in Dorf hatte man immer von einem Bartholomäus gesprochen. Er sei „Auserwählter von Boron und Tsa und Verkünder des göttlichen Wahrheitsanspruchs, Todfeind aller grabfrevelndgehabter Ghule“. Er bat die Helden, „dass sie ihm gefolgt sein sollen“, hinauf in seinen „Tempel, wo sich Tsa und Boron in seinen Gebeten die Hände zu reichen erbarmen wollten“. Er sei „gekommen von Perricum, um nach der Wahrheit zu beweisen“. Rauschkraut konnte schlimme Dinge mit einem Hirn anstellen. Eigentlich sollten nur die Töne einer Kabasflöte zu Irrbilder führen. Aber mit genügender Dosis, nahm die Birne Schaden. Aufgrund der Erfahrung mit den Ghulen war die Motivation sich in ein fremdes Grabmal zu begeben jetzt nicht überbordend. Aber man konnte sich ja auch in der Frühlingssonne unterhalten. Nach dem Mahut gefragt, gab der Eremit an, dass er den Elefantenführer tot aufgefunden habe. Bei der Leiche habe er einen abgebrochenen Säbelgriff aufgefunden. Anschließend habe er den Mann begraben. Zum Empfang des Fundstücks betrat man jetzt doch den „Tempel“. Die Inschrift, über der Tür, in Ur-Tulamidia war nur noch teilweise vorhanden. Und keiner der Gefährten konnte diese Sprache lesen. Im ersten Raum fand man eine Lagerstatt aus Zweigen und Blättern neben einer kleinen Feuerstelle. Der Alte kramte in dem Grünzeug herum und zog den Säbelgriff heraus. Sonea schaute sich das Teil näher an. [Metallverarbeitung] Die Klinge war entlang einer Kohlenstoffader gebrochen, was auf eine fehlerhafte Verhüttung des Erzes zurückzuführen war. Der Griff selbst war mit Leder umwickelt und an einem Lederband hatte man einen Federtalisman angebracht. Der Griff war keinesfalls eine aranische Schmiedekunst. Alles war einfach zu grob gemacht. Der Eremit begann vom Duotheismus zu sprechen. Boron und Tsa als zwei Seiten des selben Blattes. Tod und Erneuerung stelle den göttlichen Kreislauf dar. Somit handele es sich hier eigentlich nur um einen Gott mit zwei „Seelen“, so man das so wolle. [Überreden] Sonea konnte den Redeschwall unterbrechen und Bortholomäus dazu bringen, die Gruppe zum Grab des Mahut zu führen. Im Nebenraum fand man einen offenen Sarkophag, keine Aufbruchspuren. Die Bildnisse an den Wänden waren nur noch teilweise erkennbar. [Götter / Kulte] Selhira war sich sicher, dass hier die alten Götter Maha Bor (heute Marbo) und Abu Bor (heute Boron) dargestellt waren. Das zeigte an, wie alt dieser Steinbau wirklich war.
Und los ging die Reise. Der Alte führte die Gruppe zielsicher zum Grab des Mahut [Sinnesschärfe] Ein spitzer Freudeslaut und schmatzende Geräusche, ließen die Helden aufhorchen. [Verbergen] Sigrun und Thorn gelang es unbemerkt in Sichtweite des Szene vorzudringen. Zwei Ghule hatten den Leichnam des Elefantenkundigen ausgegraben. Ihre groben Taschen zeigten an, dass sie zu den Leichensammlern gehörten. Gerade drehte einer der Wesen den Arm des Toten mit einem schmatzenden Brechen aus der Achselhöhle. Die Beute verschwand dann in der Stofftasche. [Meuchelangriff; Verbergen-Probe war ja gelungen; zum Einsatz kamen zwei Fernwaffen (Kurzbogen und Balestra), bei Treffer vierfacher Schaden] Beide Schützen zielten gut. Pfeil und Eisenkugel trafen genau in die Brust, beide Leichenschänder fielen leblos zu Boden. Bortholomäus stürmte herbei und hieb mit seinem Wanderstab nochmals auf die Schädel der Ghule. Nur so zur Sicherheit.
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271. Spieltag (17.03.2026)
====Tanz der Elefanten – Anthologie Seelenqualen===
Die Geschäfte in Gaulsfurt waren erledigt. Noch ein paar Tagesrationen und Seil eingekauft, dann ging es auf der Straße nach Baburin in den Süden. Zur Mittagszeit erreichte man Darrenfurt. Im Fenster der Gaststätte hing ein grüner Wimpel mit einer goldenen Ähre. Ein Zeichen, dass hier ein Peraine-Geweihter seine Dienste anbot. Die Gruppe betrat auf der Suche nach einem Mittagsmahl die Gaststube und konnte beobachten, wie sich der, in gleichem Grün gewandete, Geweihte die Zähne einer Hilfesuchenden ansah. Mit einem Spatel drückte er die Zunge auf die Seite und drehte die Mundhöhlung in das Mittagslicht. Anschließend griff er in ein kleines Döschen und überreichte der Frau zwei Nelken, um die Schmerzen zu lindern.
Der Geweihte begrüßte die Helden und fragte nach, ob er etwas für sie tun könne. Es gab die üblichen Fragen nach dem Wohin und Woher. Als der Mann, Peranjor ibn Yussufried sein Name, erfuhr, dass die Gruppe auf dem Weg nach Süden war, fragte er um eine Wegbegleitung bis nach Dagash nach. Das Dörfchen war sein Heimatort, welchen er wegen Peraines Ruf verlassen hatte. Dagash lag noch im Hügelland vor dem Raschtulswall, war aber eigentlich das Ende der Zivilisation. Die Helden stimmten dem Begehren zu und so zog man nach dem Mittagessen los. Die Zeche hatte der freundliche Geweihte übernommen. Auf der Reise tauschte man sich aus. Peranjor war auf dem Weg zur Beisetzung seiner verflossenen Liebe, der Tochter einer Gutsbesitzerin. Diese lag im Sterben und der Geweihte wollte ihr noch den letzten Segen geben. Dass sich Selhira als Borongeweihte in der Gruppe befand war eine günstige Zugabe des Schicksals. Peranjor rechnete nicht mit einem herzlichen Willkommen, weil die Mutter der Verstorbenen kein Verständnis für seine Lebensentscheidung aufbrachte. Aber den Zorn der Frau nahm er gerne als Preis für das letzte Geleit seiner ehemaligen Liebschaft.
Die Landschaft wurde immer unwirtlicher. Thorn Wagen rumpelte über den Pfad. Es ging mehrfach durch Bäche hindurch. Nur die Wagenräder und die Beine der Reittiere kamen mit dem Nass in Berührung. Schließlich rollte der Tross auf einen kahlen Dorfplatz, wo der nackte Lehm die Zugluft küsste. Eine Ortschaft aus einfachen Lehmbauten. Der Gutshof war schnell gefunden. Und wie erwartet zeigte sich Damara Jarinasunya wenig erfreut über den Besuch. Erneut rechtfertigte Peranjor seinen Wegzug. Zum ersten Mal konnten die Helden hören, dass er sich einen Ghulbiss zugezogen hatte und nur die Heilkunst eines zufällig anwesenden Peraine-Dieners war es zu verdanken, dass sich der Gebissene nicht in eines der unnatürlichen Wesen verwandelt hatte. Wie sich zeigte war die Tochter zwischenzeitlich verstorben und ihr Leichnam war im Innenhof des Gutes aufgebahrt. Eine ältere Hausangestellte vertrieb die Fliegen mit einem Federfächer. Man sah sich den Leichnam näher an und bemerkte einen tiefen Biss eines Raubtieres. Vermutlich eines Tigers. Oder Ähnlichem. Auf Nachfrage wurde erklärt, dass jeden Abend die Leiche erneut einbalsamiert wurde. Sigruns Kennerblick entging nicht, dass in zwei bis drei Tagen die Sache einen unappetitlichen Verlauf nehmen würde. Die Gutsherrin erläuterte, dass ein Grabmal in der naheliegenden Nekropole bereits bereitstand. Man benötigte jedoch einen Elefanten. Der Mahut sei bereits unterwegs ein Tier aus den Hügeln zu bändigen. Allerdings sei er überfällig. Eine Bestattung in der Erde oder auch mit Feuer wurde als unpassend abgelehnt. Den Helden wurde eine Unterkunft in der Wachstube des Gutshofes oder bei der blinden Tochter des Elefantenkundigen angeboten. Die beiden Soldaten, Azizelis Gandasunni und Shabobert ibn Melekem, sorgten für die Sicherheit im Dorf. Nachdem man vom Ghulbiss gehört hatte, wurden neugierige Nachfragen gestellt. Das Erscheinen der Leichenfresser war jetzt nichts Ungewöhnliches. In den angrenzenden Hügeln mit der Nekropole gab es genug Fressen für diese Wesen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass der örtliche Borongeweihte irgendwie aus der Spur gelaufen war. Ob daran sein selbst angebautes Rauschkraut schuld war, konnte man nicht mit Sicherheit sagen. Jedenfalls führte Bartholomäus eines Tages einen Nackttanz auf dem Dorfplatz vor, was die Einwohner als Zeichen sahen, dem Gotteskundigen einen Platz außerhalb der Dorfgrenzen anzubieten. Außerdem schien er immer zwischen Tsa und Boron, je nach Tagesform, zu wechseln. Tsa stand für das Leben und Boron für den Tod. Man sollte eigentlich in der Lage sein hier eine eindeutige Entscheidung zu treffen. Wenn der Irre nicht in der Gemeinde war, war man zufrieden.
Ghule sind hinterhältig rezitierte Selhira. Vertraue ihnen nicht! Erschlägst du sie, hau nochmals drauf, nur so zur Sicherheit. Ihre Klauen verbreiten Krankheiten, ihr Biss enthielt ein Gift, das innerhalb von 24 Stunden für die Verwandlung in einen Ghul sorgt. Warum man dann in einer solchen Gegend einen Leichnam offen rumliegen ließ, wurde nicht ausreichend beantwortet. Warum brauchte man überhaupt einen Elefanten als Geleit. Nun stellte sich heraus, dass das Familienmausoleum mit einer schweren Steintür verschlossen war. Schließlich wollte man nicht die Verstorbenen zum Ghulfutter degradieren. Und der Elefant wurde benötigt, um mit Seilzügen die Tür zu bewegen.
Imion und Sigrun entschieden sich für die Nacht bei der Blinden, der Rest zog in die Wachstube ein. Am Abend traf man sich bei Elaisha, welche ein paar Tips für den Umgang mit Elefanten zum Besten gab. Auf ihre Blindheit angesprochen, gab sie an, dass sie von väterlichen Schnaps gekostet hatte. Leider war das Destillat nicht noch nicht trinkbar und sie verlor ihr Augenlicht. Daraufhin verzichteten die Helden dankend auf das Angebot den örtlichen Alkoholgeist zur verköstigen. Auch Elaishas Versicherung, dass ihr Vater den Prozess verbessert hatte, was die sehenden Einwohner bewiesen, änderte nichts an dem Entschluss, seine Finger von dem Zeug fernzuhalten. Die Helden lernten einiges über die Dickhäuter. Auch an diesem Abend kam der Mahut nicht nach Hause.
Die Sonne glitt unter den Horizont und die Dunkelheit kam. Sigrun hielt Wache und bemerkte zwei Schatten, die sich in wiegendem Gang durch die Gassen bewegten. Die Gestalten hielten immer wieder an und nahmen Witterung auf. Sie Thorwalerin weckte Imion und beide versuchten sich an die beiden Wesen heranzuschleichen. Leider entdeckten die Ghule Imion und ein schriller Schrei zerfetzte die Nacht. Der Elf gab Fersengeld und rannte in Richtung der aufgebarten Leiche. Da die Ghule an sich nicht schnell sind, hatte er genügend Vorsprung, um den Rest in der Wachstube zu wecken.
Die unentdeckte Sigrun zog ihren Bogen und nutzte ihr Versteck für einen Meuchelangriff. Der Pfeil schlug mit einem satten dumpfen Schlag in die Hüfte eines der Ghule ein. Der Getroffene machte sich sofort auf den Weg in Richtung Dorfrand. Dann fiel Sigrun über ihn her und machte der Flucht ein Ende.
Zwischenzeitlich erschien auch der andere Ghul in der Zufahrt zum Gutshof und von der entfernten Mauer ließ sich ein weiterer Leichenfresser in den Innenhof fallen. Imion zog seinen Elfenbogen und brachte Abstand zwischen sich und seinem Verfolger. Sonea blockierte die Zufahrt und verbaute Ghul 1 den Weg. Selhira rannte quer durch den Innenhof und versuchte Ghul 2 zu blockieren. Es kam zum Handgemenge, wobei Thorn und Imion mit ihren Fernwaffen unterstützten. Ghul 3 kletterte über die Mauer in den Innenhof. Die Ghule versuchten mit ihren Klauen Verletzungen zuzufügen, scheiterten jedoch. Dann kam Sigrun in den Hof gerannt und verpasste Ghul 1 einen kritischen Kurzbogentreffer. Der Pfeil dran in den Hinterkopf ein und spießte ein Auge auf, welches aus seiner Höhlung getrieben wurde. Sonea konnte noch das Auge am Pfeil beobachten, kurz bevor der Ghul zusammenbrach. Als nächstes wurde Selhiras Gegner ausgeschalten. Hierbei zeigte Phelizitas, dass auch ein Ghul brennen kann, wenn man ihn mit einem Ignifaxius bearbeitet. Den Einschlag des Flammenstrahls überlebte das Wesen, allerdings geriet es in Brand und brach alsbald zusammen. Ghul 3 beschloss, um den geparkten Ochsenkarren herumzugehen und sich so der Verstorbenen zu nähern. Die Idee ging nicht auf, weil sich nun bis auf Thorn alle Helden vor die Leiche stellten. Sonea und Selhira schlugen auf den Leichenschänder ein. Sein Ende brachte Thorns kritischer Armbrustbolzen, der dem Ghulhirn Gelegenheit lieferte mal ungehinderte Luft zu atmen.
Wertvolles hatten die Unnatürlichen nicht dabei.
Das Abenteuer geht am 24.03.2026 weiter.
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270. Spieltag (10.03.2026)
Es war ja abzusehen gewesen, dass sich die noble Dame nicht vom Erscheinen der Helden beeindruckt zeigen würde. Sie schob sich das Halsband des Hundes in den Gürtel und machte sich zum Rückzug bereit. Ihre Flinkheit ließ sie als erstes handeln. Aber man mag noch so schnell rennen, der vorbereitete Flammenstrahl der Magierin, der Elfenpfeil und der zwergische Armbrustbolzen ließen sie bis zum Brunnen kommen. Die Verwundungen (Schmerzlevel 3) verlangsamten sie entscheidend. Ihre Leibwächter stellten sich dem Elfen und der Magierin in den Weg, um eine Verfolgung zu verhindern. Der Elf zog im Ladevorgang einen Pfeil hervor, rammte ihn seinem Gegner in die Brust und versenkte (in der dritten Runde) das Geschoss in der Brust der Flüchtenden. Daraufhin brach sie zusammen. Phelizitas lenkte daraufhin ihren zweiten Flammenstrahl auf die Gestalt ihres Angreifers um, welcher einen bedeutenden Schaden erlitt. Sonea und Selhira rannten dem dritten Leibwächter entgegen und verwickelten ihn in den Nahkampf. Mit schreckgeweiteten Augen stand das Kleine Mädchen auf der Parkkreuzung und schaute gebannt auf das Geschehen. Imion ignorierte seinen Gegner und rannte in Richtung Brunnen. Nachdem seine Schutzperson gestorben war, nutzte dieser Wächter die Gelegenheit zur Flucht. Die anderen beiden Wächter senkten die Waffen und wurden nach Plünderung ihrer Taschen davongejagt. Viel war nicht zu holen gewesen. Ein paar Heller und einen kleinen Armreif in Form eines thorwalischen Knotens.
Bei der toten Dame gab es mehr einzusammeln. Neben ihrem vergifteten Rapier und den drei, ebenfalls vergifteten, Wurfdolchen, hatte sie noch eine Geldschatulle dabei.
Die Magierin setzte ihre Fähigkeiten ein, um das Gift zu identifizieren: Kelmon. Mit der Tötung der Beauftragten von Alara Paligan, hatte sich die Gruppe jetzt wohl eine neue Feindin geschaffen. Deshalb wollten die Helden den Auftrag schnellstmöglich abschließen und aus der Gegend um Perricum verschwinden. Sie brachten noch schnell das kleine Mädchen nach Hause und versorgten sie mit genügend Geld, um sich einen neuen Hund kaufen zu können. Phelizitas Einwurf, man könne sich den Hund auch hier im Schlosspark fangen, stieß auf keine Gegenliebe.
Zurück zur Gaststätte, auf die Pferde und den dreistündigen Ritt zum Marschenpalast absolviert. Es war später Nachmittag. Der Marschenpalast war ein langer Kasten. Die Gebäudemitte nahm der Haupteingang mit der Empfangshalle mit Marmortreppe ein. Davon gingen dann ein Süd- und ein Nordflügel weg. Es gab noch einen Anbau mit einer Hintertür auf der Rückseite des Gebäudes. Personal war nur wenig zu sehen. Ein einsamer Gärtner pflegte die Pflanzen auf der Vorderseite. In weitem Bogen wurde das Gebäude umrundet und in die Fenster gespäht. Über dem Erdgeschoss befand sich ein einsamer erster Stock. Im Anbau war ein großer Speisesaal und Lagerräume versteckt. Im Erdgeschoss gab es nahe am Haupteingang eine Wachstube. Im gleichen Stockwerk befanden sich auch die Unterkünfte der Dienerschaft und der Hausverwaltung. Bei Tageslicht war ein Eindringen zu gefährlich. Noch eine kleine Ruhepause, dann war es dunkel.
Im Sternenlicht schlich sich die Gruppe an die Hintertür. Das war unproblematisch, hatte man im Erdgeschoss nach und nach die Kerzen erlöschen sehen. Lediglich in der Wachstube brannte noch ein einsames Licht. Thorn knackte das Schloss und die Gruppe bewegte sich in einem geraden Gang auf die Eingangshalle zu. Nun stiegen sie die Marmortreppe hinauf. Leider nicht so leise wie gewünscht. Ein Kopf erschien auf der gegenüberliegenden Seite, gefolgt von einem Arm mit einer Laterne. Nachdem niemand auf den Ruf antwortete, verschwand die Laterne wieder im Innern. Man hörte Ausrüstung klappern und die Gruppe eilte die Treppe hoch. Unten erschienen zwei Gestalten mit Laterne und leuchteten die Ecke der Empfangshalle aus. Das Licht war so schwach, dass die Wache herumlaufen musste, um die Halle auszuleuchten. Die Helden verschwanden im Südflügel des Obergeschosses und verschlossen die Türe. Dann gingen sie den Gang hinab und wählten ein Zimmer rechter Hand. Sie standen in einem noblen Schlafzimmer, mit Kommode, Kleiderschrank und Doppelbett. Jeder suchte sich ein passendes Versteck. Die schweren Schritte von Soldatenstiefeln hallten im Korridor. [Probe Verbergen bei jedem gelungen] Die Zimmertür öffnete sich und die Wache leuchtete den Raum aus. Zufrieden mit dem Ergebnis, verließen die Schritte wieder den Flügeln. Nach einer kurzen Wartezeit sammelten sich die Helden vor der Tür in die Empfangshalle.
Imion versuchte wiederholt einen Stillezauber zu wirken. Erst beim dritten Anlauf verstummten die Geräusche, auch das Grummeln der Magierin. Die Gruppe bewegte sich auf dem Rundlauf um die Eingangshalle in Richtung Nordflügel. Nachdem man nun einen ähnlichen Korridor wie zuvor betreten hatte, stellte man fest, dass man sich im richtigen Flügel befand. Hier waren die Arbeits- und Aufenthaltsräume der verstorbenen Baronin zu finden. Den nördlichsten Raum bildete ein Salon. Rechterhand befand sich das Arbeitszimmer. Nachdem man nun alle Bilder untersucht hatte, wurde man im Arbeitszimmer fündig. Der Tresor war unbeschädigt. Mit dem Schlüssel aus dem Hundehalsband wurde der Tresor geöffnet. Dabei leuchtete kurz eine bislang unbemerkt gebliebene Rune auf. Der Inhalt war irgendwie eine Enttäuschung. Das gesuchte Notizbuch fand sich nicht darunter. Thorn schaute sich das ganze näher an. Mit seinem zwergischen Gespür fand er den doppelten Boden mit Riegel. Unter dem Boden befand sich eine kleine Metallschatulle. Auch dieses Schloss war gleich geöffnet und in der Schatulle fand man das gesuchte Buch mit Iryanledereinband.
Als Rückweg wollten die Helden mit einem Seil aus dem Fenster klettern. Im Arbeitszimmer fand sich ein Ankerpunkt und zunächst ließ man die Schatulle am Seil zu Boden. Dann kletterten die Helden hinterher. So war zumindest der Plan. Für zwei Recken endete die Kletterei mit einem Absturz und einem lauten Aufschlag auf den harten Boden. Nun war rennen angesagt und die Gruppe verschwand im Schutze der Dunkelheit, bevor die Wache mit dem Licht erschien. Die Pferde wurden losgemacht und man ritt sofort nach Perricum zurück. Vor den Stadttoren wartete man den Morgen ab. Dann konnte die Stadt betreten werden. Thorns Werkstattwagen wurde angeschirrt, die Gaststätte bezahlt und dann ging es zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Arbeitgeber. Das Buch wechselte gegen 50 Dukaten den Besitzer und der Auftrag war hiermit abgeschlossen.
Das nächste Treffen findet am 17.03.2026 statt.
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269. Spieltag (03.03.2026)
Alle Verhandlungstaktik half nichts. Der Bärtige machte klar, dass er von seinem Gefangenen darüber Auskunft erwartete, wo die verstorbene Baronin seinen Vertrag abgelegt habe. Der Mann auf dem Stuhl spukte blutigen Schleim aus und machte klar, dass er das vergessen könne. Was ihn wiederum einen Rückhandschlag des Bärtigen einbrachte. An einem Lederbuch hatte er kein Interesse. Da die Gruppe beschlossen hatte, den Sitzenden zu retten und ihn nicht vom Bärtigen totprügeln zu lassen, kam es zum Kampf.
Phelizitas behandelte Wächter 2 mit einem BLITZ DICH FIND, während Sigruns Pfeile in ihn einschlugen. Wächter 1 hatte sich hinter ein paar Kisten versteckt und war zunächst nicht angreifbar. Sonea und Selhira nahmen sich den bärtigen Anführer als Ziel. Sonea landete einen kritschen Betäubungschlag, welcher zwar wenig Schaden anrichtete, allerdings dem Anführer drei Stufen Betäubung zufügte. Selhiras Rabenschnabelhieb ging fehl. Imion versuchte sich erfolglos mit einem Zauber zu beschleunigen. Der Bärtige versetzte Sonea einen Wuchtschlag. Wächter 1 lief um die Kisten herum und nahm sich Selhira zum Ziel. Wächter 2 griff erfolglos Sonea an.
Soneas Kampfglück verließ sie, ein zweiter Betäubungsschlag traf den Bärtigen nicht. Selhira kümmerte sich nun um Wache 1 und auch Phelizitas ging in den Nahkampf. Sigrun feuerte erneut auf Wächter 2, bevor Imion zu Hilfe kam und mit seinem Wolfsmesser in den Nahkampf ging. Die Selhiras Wächter 1 traf und durchdrang ihre neue Rüstung. Sein Partner traf Sonea nicht. Dafür kam der Wuchtschlag des Anführers durch und traf die Ingerimmgeweihte nochmals.
Erneuter Fehlschlag beim Betäubungsangriff von Sonea. Phelizitas greift wieder Wächter 1 an. Auch Sigrun versenkt, trotz Kampfgetümmel einen Pfeil in diesem Wächter. Allerdings ging Selhiras Hieb gegen Wächter 1 daneben. Imion zauberte einen FULMINICTUS auf Wächter 2. Beide Wächter schlugen diesmal daneben. Dafür gelang dem Anführer eine Standardattacke. So langsam bekam Sonea Probleme, lange hielt sie die Schwerthiebe nicht mehr durch.
Wieder ging der Betäubungshieb daneben. Die Hoffnung von Sonea dem Bärtigen noch eine letzte Stufe Betäubung zu verpassen, wollte einfach nicht gelingen. Phelizitas und Selhira blieben bei Wächter 1 als Ziel. Imion und Sigrun kümmerten sich um Wächter 2. Alle Angreifer hatten zwischenzeitlich so viele negative Status eingesammelt, so dass ihre Angriffswerte deutlich litten. Alle Angriffe gingen fehl.
Die fünfte Kampfrunde brachte für alle Gegner das Aus. Der Anführer erhielt den lang ersehnten Betäubungstreffer. Den Wächtern gingen die Lebenspunkte aus.
Phelizitas versetzte ihrem Gegner den Gnadenstoß. Sigrun fing an, den Anführer und eine Wache zu plündern. Prüfend betrachtete sie beide Langschwerter und entschied sich für das reich verzierte
des Anführers. Die Wache hatte zusätzlich noch ein kleines Amulett dabei, während der Anführer eine kleine Rondrastatue mitführte [Schatzkarten]. Die Parierstange des Schwertes hatte auf seiner Frontseite zwei blaue Saphire eingelassen. Die Rückseite der Stange zierte ein Steuerrad flankiert von zwei Sternen. Der Thorwalerin sagten die Verzierungen nichts. Selhira und Imion verarzteten Sonea.
Phelizitas schenkte dem Anführer noch einen SCHWARZEN SCHRECKEN. Damit würde er mächtig Angst vor der Dunkelheit bekommen, was jetzt bei einem schwarzgekleideten Borongeweihten nicht vorteilhaft war. Imion schaute sich den zweiten Wächter an und fand auch dort ein kleines Schmuckstück. Der Gefesselte spuckte erneut blutigen Schleim aus und bat „die Herren“ darum ihn doch nun bitte loszubinden. Selhira und Sonea taten ihm den Gefallen. Phelizitas ging während der Rede des Opfers nach draußen und zog den leblosen Wächter in das Innere des Lagerhauses. Der Tote hatte einen leichten Liebestrank [1 QS] dabei. Dalman Turmen bedankte sich für die Rettung und sprach den Erkennungssatz. Dann erzählte er der Truppe, nachdem man ihm die 50 Dukaten gegeben hatte, dass Rimiona einen Wandtresor in ihrem Landgut besessen hatte. Darin, so hatte die Baronin auf ihrem Sterbebett erklärt, sei das gesuchte Lederbüchlein. Der Tresor sei hinter einem Bild von einem Verwandten versteckt und den Schlüssel trage der Schoßhund in seinem Halsband herum. Allen Fragen zu trotz konnte der ehemalige Leibwächter nicht sagen in welchem Raum sich der Safe befinden soll. Bilder von Verwandten gab es auf dem Anwesen genug. Und hinter keinem hatte er einen Tresor gesehen. Allerdings gab er zu bedecken, dass er niemals Zugang zu der Privatsuite der Baronin gehabt hatte. Dalman musste auch zugeben, dass der Hund ihm entlaufen war, als er versucht hatte sich in den Besitz des Schlüssels zu bringen. Er wusste nur, dass der Hund, ein kleiner brauner Rahjatänzer, in den Büschen des Schlossparks verschwunden war.
Sigrun und Sonea packten den bewusstlosen Anführer in eine leere Kiste. Verluden diese auf die Schubkarre und fuhren den Kai entlang bis sie ein paar Fischer bei der Netzreparatur fanden. Dem Abgeschlagendsten, ohne zwei Zähne, und mit einen anzüglichen Grinsen im Gesicht, wurde das Angebot gemacht die Kiste auf der nächsten unbewohnten Insel auszusetzen. Gegen eine Gebühr von einem Dukaten, war der Fischer zu dieser Schandtat bereit. Zufrieden gingen die beiden Helden zurück, nachdem die Kiste nun das Deck des heruntergekommenen Fischerboots zierte.
Nun machten sich die Helden auf die Suche nach dem Hund. Zunächst befragten sie die Lustwandelnden [Gassenwissen] im Schlosspark. Sie konnten zwar nicht den Hund finden. Dafür bekamen sie heraus, dass der Hund von Trautlinde Falswegen adopiert worden war. Die Tochter eines Perricumer Handelsherrn lief öfters hier im Park umher. Also machte man sich auf die Suche nach einem gutgekleideten Kind. Ganze 45 Minuten irrten die Helden durch die Parkanlagen. [Gruppensammelprobe 10 QS in drei Durchgängen je 15 Minuten] Dann hörten sie einen schrillen Schrei. Das Geräusch führte sie zu einer Wegeskreuzung. Ein kleines Mädchen klammerte sich an ihren Hund, während eine noble Dame im schwarzen Mieder mit Reiterhose und -stiefel nach dem Hund griff. Auch die Bemerkung, dass die Frau nur das Halsband wolle, beruhigte das Mädchen nicht. Die Helden stürmten herbei und es zeigte sich, dass die Dame nicht allein war. Drei Leibwächter tauchten hinter den Büschen auf und näherten sich rasch. Kurzerhand griff die Dame nach hinten in den Gürtel, brachte ein kleines Wurfmesser heraus und schnitt das Halsband durch. Leider verletzte sie dabei den Hund. Dieser gab ein schrilles Winseln von sich, bevor er heftig zu zucken begann und sich unter Schmerzen wand, bis er mit heraushängender Zunge verstarb.
Jetzt griffen die Held an.
Der Kampf wird am 10.03.2026 stattfinden.
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268. Spieltag (24.02.2026)
Nach dem Abstieg mit dem Aufzug musste man sich über das weitere Vorgehen unterhalten. Die Hinweise deuteten in Richtung Zorgan. Die anderen Orte (Khunchom, Vinsalt und Altaia) waren noch weit weg. Um nach Zorgan zu kommen, führte die Reise zunächst nach Norden. In Wandleth stieß man auf die Reichsstraße Gareth – Perricum. Da die kleinen Zelte der Gruppe der Feuersbrunst des Schlundes zum Opfer gefallen waren, war nun eine Neuausrüstung erforderlich. Sigrun hatte zusätzlich noch einen Bedarf an einem Gambeson. Beides war in Wandleth problemlos zu bekommen. Beim Zelt entschied man sich für ein Großzelt für 12 Personen [20 Stein Gewicht, 60 Strukturpunkte (LE für Gegenstände), Preis 20 Dukaten. Eine gelungene Probe auf Wildnisleben (Lagerbau) der Qualitätsstufe 5+ erbringt +1 auf Regeneration. Zusätzlich bieten Zelte einen Kälteschutz von einer Stufe. Die Aufbauzeit für das Großzelt wird mit 1 Stunde angegeben]. Auch der Gambeson als Stoffrüstung bietet [1 Stufe] Kälteschutz. [grundsätzlich bietet er einen Rüstschutz von 2, bei 1 Stufe Belastung. Seine Stärke liegt im Schutz gegen Hiebwaffen (RS 3), seine Schwäche zeigte er gegen Dolche, Fechtwaffen und Schwerter (RS 1), dafür ist er mit einem Preis von 105 Silber unter den Rüstungen eine relativ billige Variante]. Die Übernachtung in Wandleth erfolgte in einem Mittelklasse Hotel.
=========Beginn: Heldenwerk 2: Die Paligan-Akten========
Das zünftige Landessen aus Hohenwacht war einer etwas gediegeneren Variante gewichen. Man bekam auch wieder Kuchen als Nachtisch. Das abendliche Mahl wurde durch einen Neuankömmling gestört. Dem Wirt war der Mann wohl bekannt, denn er begrüßte den Herrn Sekretär überschwänglich und bot ihm sofort das beste Einzelzimmer des Gasthofs an. Das Fenster auf der geräuschfernen Seite. Der 40-jährige Hochgewachsene versuchte seinen leicht verkrümmten Rücken durch bewusstes Aufrechthalten zu überdecken. Der Fremde ließ seinen Blick durch die Gaststube schweifen und kam dann zum Heldentisch. Er stellte sich als Egtor von Ibenburg vor. Er sei auf der Suche nach ein paar jungen Talenten, welche nicht die Absicht hatten sich in der Nähe von Perricum niederzulassen. Er bot für die Durchführung einer kleinen Gefälligkeit eine Summe von 50 Dukaten. Sigrun zeigte sofortiges Interesse und gab bekannt, dass man auf gar keinen Fall die Absicht habe auf Dauer in der Gegend zu bleiben. Der Herr Sekretär war auf der Suche nach einem kleinen, in Iryanleder gebundenen, Notizbuch. Besagtes Buch befand sich im Besitz von Rimiona Paligan, der Schwester der Kaiserwitwe Alara Paligan. Als staatstragenden Frauen war ihnen der Umstand bewusst, dass personale Informationen manchmal die Verhandlungen deutlich erleichtern konnten. Die genannten Informationen wurden meist in Schriftform an einem sicheren Ort gelagert. Die genannte Rimiona war vor Kurzem verstorben und der Kaiserlicher Rat für Reichsangelegenheit hatte Interesse an den Aufzeichnungen. Wie das Schicksal es wollte, hatte sich der ehemalige Leibwächter von Rimiona an den Rat gewandt und das Buch zum Verkauf angeboten. Der Leibwächter nahm sein Mittagsmahl für gewöhnlich in der Gaststätte „Zur glänzenden Münze“ in der Nähe des Hafens im Perricum ein. Den Helden wurde ein Losungssatz mit Antwortsatz mitgeteilt. Zum Abschluss gab der Sekretär zu bedenken, dass auch noch andere Kräfte Interesse an dem Büchlein entwickeln könnten. Alara sah sich mit Sicherheit als rechtmäßige Erbin an und würde einen Bevollmächtigten schicken. Und bestimmt hätten auch noch ein paar Perricumer Interesse daran, dass die sensiblen Daten nicht in falsche Hände gerieten.
Die Helden machten sich auf den Weg nach Perricum. Vier Tage dauerte die Reise. Auf Empfehlung von Egtor bezogen sie in dem Gasthaus „Der Hartsteener“ Quartier.
Bis zum nächsten Mittag war noch Zeit und der Abend wurde dazu verwendet, mal ausgiebig zu baden. Badehäuser waren gute Quellen, wenn es darum geht sich Informationen zu besorgen. Egtor war Mitglied einer angesehenen Adelsfamilie, welcher sich ehrgeizig die Reihen hochgearbeitet hatte. Rimiona galt als gute Vertreterin ihres Sohnes, welcher offiziell der Herrscher über Perricum war. Da er in seiner Funktion als Gemahl der Kaiserin jedoch selten in Perricum war, wurden die Amtsgeschäfte in seiner Abwesenheit durch Rimiona geführt.
Phelizitas und Sigrun betraten am nächsten Mittag das Gasthaus. Der Wirt kannte Dalman, welcher für gewöhnlich pünktlich zum Essen kam. Negatives konnte er nicht berichten. Der Rest der Helden hielt sich in der Umgebung des Gasthauses auf. Es geschah … NICHTS. Dalman kam nicht. Auch in der Nähe des Gasthauses fiel niemand etwas Besonderes auf. Sigrun erkundigte sich beim Wirt. Sie konnte in Erfahrung bringen, dass Dalman, nach dem Tod seiner Schutzperson wieder in sein kleines Haus in einer Handwerkergegend gezogen war. Damit war der nächste Anlaufpunkt klar.
Das Haus war gleich gefunden. Eine vernachlässigte Wohnstatt, das Dach bedurfte einer Überholung und auch die Tünche blätterte vom Mauerwerk. Ein Klopfen an der Tür zeigte, dass auch das Türschloss einer Auswechslung bedurfte. Gegenüber des Hauses war eine Flickschneiderei, wie das Scherensymbol über der Eingangstür zeigte. Im ersten Stock sah man einen grauen Dutt auf- und niederfahren. Eine Stoffbahn wurde aufgewirbelt. An dem Dutt hing der Kopf einer älteren Frau. Als sie die Heldengruppe vor der Tür des Wächterhauses sah, war die Arbeit der Alten nicht mehr so interessant. Stumm beobachtete sie wie die Gruppe im Haus verschwand. Drinnen fanden sich nur einfachste Möbel. Alles Wertvolle war weg. Entweder gestohlen und vertickt. So lebte also ein bedürftiger Beschützer des Reiches, der seine Anstellung verloren hatte.
Bei Verlassen krächzte die alte Schneiderin von gegenüber etwas von einer Schande, wie man ein Grundstück so verkommen lassen könne. Die Helden seien zu spät, bereits heute Morgen wären Geldeintreiber da gewesen. Ein Schlag mit dem Belegnagel auf den Hinterkopf und Dalman wurde leblos mit einer Schubkarre die Straße runtergefahren. Selhira erkundigte sich nach dem Geräuschgebaren des einrädrigen Handkarrens (Quiik-Quiik-Quiik). Doch die Zeugin war da anderer Ansicht. iiuk-iiuk-iiuk käme der Sache näher. Zumindest konnte sie eine Richtung nennen, in welcher die Geldeintreiber verschwunden waren, dem Aussehen nach Seeleute.
Bevor man sich auf die Spur des Schubkarrens setzte erkundigte man sich beim Wirt der „glänzenden Münze“, ob er etwas von einer Spielsucht bei Dalman Turmen wusste. Dies konnte der Gaststättenbetreiber negieren. Dalman stand bei ihm nicht in der Kreide und hatte seine Mahlzeiten immer gleich bezahlt. Also wieder zurück auf die Spur mit dem Schubkarren. Vom Haus ging es in die „Fluchtrichtung“ der Geldeintreiber bis zur nächsten großen Kreuzung. Dort saß ein alter Bettler in Seemannskleidung mit einem verbundenen Armstumpf. In die Bettelschale flogen 5 Silberstücke, was den Mann sofort gesprächsbereit machte. Sigrun bemerkte die blutgetränkten Verbände, welche teilweise eine gelblich grüne Farbe angenommen hatten. Ein sicheres Zeichen für Wundbrand. Selhira hatte solche Wunden [Heilkundeprobe] schon oft gesehen. Aber der Rest der Erscheinung passte nicht zum Wundbrand. Der Bettler hatte keine Schweißperlen auf der Stirn. Die Gesichtsfarbe war rosig und nicht kalkweiß wie bei einem Fieberkranken. Sie sprach Berulf an, welcher freimütig zugab, dass der Verband nur Fassade war. Den Arm hatte er durch einen Steintreffer beim Angriff von Helme Haffax erhalten. Der Ellenbogen war zertrümmert worden und der Feldscher hatte den Unterarm abnehmen müssen. Ja, den Schubkarren hatte er auch bemerkt. Aber die Seemänner wären keine gewesen. Er erkenne Soldatenstiefel wenn er welche sehe. Die Entführer hatten sehr neues Schuhwerk. Es bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass die Geldeintreiber erst vor kurzem eine Entlohnung erhalten haben könnten. Die Karre sei in Richtung Hafen gefahren. Dort gäbe es eine Menge leere unbewachte Lagerhäuser.
Der Hafen war groß. Die Helden ließ die Atmosphäre auf sich wirken. Da stand ein Mann in Seemannskluft vor dem Eingang eines Lagers. Daneben stand eine Kiste mit Segeltuchüberwurf. [Sinnesschärfe-Probe] Nur hatte die Kiste ein Rad. Sigrun ging direkt auf den Mann zu und sprach in an. Sie fragte, ob sein Chef Interesse an einer Wildnisführerin habe oder vielleicht wisse, wer Arbeitskräfte brauche. Die Wache antwortete, dass er keine Kenntnis über die Anstellungswünsche seines Anführers habe und dass sich Sigrun nun zu entfernen habe. [Sinnesschärfe] Aus dem Lagerhaus war ein klatschendes Geräusch, gefolgt von einem Schrei zu hören. Selhira trat hinzu und verwickelte Sigrun in ein Gespräch in Thorwalsch. Die Wache kam das Ganze suspekt vor und griff nach ihrem Knüppel. Sigrun erklärte der Wache, dass sie die Borongeweihte vom Schlafen her kannte. Gemeint war wohl, dass sie sich zusammen ein Zimmer im Gasthaus teilten. Bei der Wache kamen aber andere Bilder im Kopf an. Das veranlasste Selhira die Situation richtig zu stellen. Während sie die Wache beschäftigte, gelang des Sigrun unbemerkt in den Rücken zu gelangen. Dann kam der Meuchelangriff. Sigrun schlitzte den Rücken des Mannes quer auf. [Kampfbeginn, Initiativewurf, der Soldat war der langsamste]. Obwohl sowohl Sigrun, als auch Selhira Treffer landeten, konnten sie nicht verhindern, dass die Wache ihr Schwert zog und ein lautes „ALARM!!!“ in die Gegend brüllte. Der Rest der Gruppe versammelte sich vor dem Lagerhaus und stürmte hinein.
Drinnen bot sich ein eindeutiges Bild. Ein gutgekleideter bärtiger Mann stand bei einem Stuhl. Darauf war ein Mann gefesselt, bei dem zerschlagenen Gesicht, half auch keine Schminke mehr. Neben dem Anführer standen noch zwei „Seeleute“. Die drei Peiniger zogen ihre Schwerter. Als der Bärtige Phelizitas bemerkte, fluchte er lautstark „Schei…, die Al´Anfaner haben uns gefunden!“
Die nächste Sitzung findet am 03.03.2026 statt.
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267. Spieltag (17.02.2026)
Die Nacht verbrachte man unter den ausladenden Tannenzweigen. Das Rumpeln des Vulkans mit den Lavakugeln, die ihre Flammenspur in die Bergflanke zeichneten, war ein ständiger nächtlicher Begleiter. An Schlaf war nicht zu denken. Und irgendwo musste der Drache auch noch umherfliegen. Mit der ersten Morgendämmerung verließen die Helden den Ort und machten sich auf den Weg nach Hohenwacht.
====Beginn Niobaras Vermächtnis: Schlunder Handwerkskunst====
[Der Ort Hohenwacht ist über das Programm Avespfade nicht zu finden] Im Licht der untergehenden Sonne erreichte die Gruppe das kleine Dorf. Im Gegenlicht hoben sich die Umrisse der Burg auf der Felsnadel deutlich vom rötlichen Himmel ab. Der „Marktplatz“ war verlassen. Ein Brunnen stand herum und wartete auf den Durstigen. Sonea holte sich mit einem Eimer frisches Wasser aus der Tiefe. Während des Trinkens erklang das vertraute Klingen eines Meisels, der auf Stein traf. Angrenzend an den Platz befand sich noch das Gasthaus „Birnbaum“. Kerzenschein erleuchtete die Fenster.
Die Neugierde trieb die Gruppe zu der Werkstatt des Steinhauers. Der Name des Besitzers war in Kusliker Zeichen und Rogolan zu lesen: Sandsteiner. Auf Ansprache drehte sich der zwergische Handwerker in der Werkstatt um. Er begrüßte die Neuankömmlinge. Steinstaub hatte sein bärtiges Gesicht mit einer weißen Maske überzogen. Das Abwischen der staubigen Hände, vor dem Handschlag, an der staubigen Schürze, hatte wohl nur symbolischen Charakter. Der Zeitpunkt für das Arbeitsende war gekommen. In einer Staubwolke wurde die Schürze ausgeschüttelt, dann ging es zum Brunnen, wo der Zwerg das restliche Wasser im Eimer für eine Katzenwäsche nutzte. Er führte die Helden in die Gaststätte, wo er den Wirt damit beauftragte Essen und Getränke für die Gruppe herbeizubringen. In der kleinen Gaststätte war nicht viel los. Die Gruppe nahm die Hälfte der Örtlichkeit in Beschlag. Der Wirt gab an, dass er keine Übernachtungsmöglichkeiten habe. Die Helden müssten in der Nachbarschaft unterkommen, was eigentlich keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Es gab eine deftige Pilzpfanne mit reichlich Zwergenbier und Birnenschnaps. Die Helden unterhielten sich über die Erkenntnisse aus Wagenhalt und die Geschehnisse am Schlund. Der Steinmetz hörte mit wachen Ohren und Augen zu. Er hatte großes Interesse an jeder Neuigkeit, welche in das 200 Seelen Dorf gespült wurde. Beim Stichwort Wagenhalt gab er an, dass sein Großvater da auch mal tätig gewesen war. Philizitas zeigte ihm das abgezeichnete Wappen aus dem Kellerraum der Rohal-Akademie. Farmalosch, so der Name des Zwerges, erkannte das Wappen wieder. Es war eine alte Form des Wappens der Familie Treuzoll. Die Familie, Junker, Ehefrau und Tochter, lebten auf der Burg oben auf der Felsnadel. Einen Privatlehrer hatten sie auch noch. Auch die Burg hatte eine Kuppel zur Sternbeobachtung. Zwischenzeitlich wurde die Unterhaltung neben dem Alkohol durch den Rauch der Tabakpfeifen vernebelt. Die Magierin schrieb noch ein Besuchsgesuch an die Wache der Burg. Man konnte die Burg mit einem Aufzug erreichen, oder man machte sich zu Fuß auf den spiralförmigen Weg die Bergflanke hinauf.
Man wurde auf die umliegenden Häuser verteilt und traf sich zum handfesten Frühstück im Gasthaus. Dann ging es zum Aufzug. Die Wache grüßte freundlich und überreichte ein Antwortschreiben von Aldorin aus Punin. Dort wurde darauf verwiesen, dass der Gelehrte noch nichts von einen Niobara gehörte hatte. Er wisse nur von einer Bianora aus Zorgan. Ein Anagramm? Jedenfalls ging es mit dem Aufzug in schwindelnde Höhe. Das Geschaukel und die Höhe ließen in Sonea Schwindel aufsteigen. Oben angekommen, wurden die Besucher durch einen Gelehrten und eine 50-Jährige Frau erwartet. Die Ansprache der Frau machte deutlich, dass es sich hierbei und die Burgherrin handelte. Sie begrüßte Selhira und Sonea freundlich. Die Leibwächter, also der Rest der Gruppe, wurden erstmal ignoriert. Erst nach Klarstellung, dass es sich bei dem Elfen, dem Zwerg, der Thorwalerin und der Magierin nicht um Mietlinge handelte, brachte Veränderung in das Verhalten. Die Helden wurden zu einem gemeinsamen Mahl im Speiseraum eingeladen. Aber zuerst sollten sie ihre Geschäfte mit Aldorin zu Ende bringen.
Aldorin führte die Gruppe in die Turmkuppel. Hier ähnelte die Bauweise der Kuppeldecke aus Wagenhalt. Die Himmelsdarstellung zeigte die Sternbilder des Helden und des Drachen. Alle Wandelsterne hatten sich zu einer Reihe vereinigt, welche einen Speer in Richtung Drachenhals darstellte. Umlaufend am Rand des Deckenbildes waren folgende Worte eingelassen:
Wenn der rotglühende Schicksalsort
Nostrias al´anfanische Worte enthüllt,
soll die aufgehende Saat
euch den Himmel schauen lassen
EFF/2+7/XII-IX
Wie war das zu bewerten? Aldorin verwies auf die Aufzeichnungen des Thamos Nostriacus, welcher vor ca. 500 Götterläufen die Rückkehr Borbarads vorhergesehen hatte. „Dann wird die rote Saat der Gor aufgehen“ waren seine Worte. Niobara kam aus Anchopal. Nicht weit von der Gor entfernt. Der rote Tafelberg mit seinen ewigen Sandstürmen war eine bekannte Landmarke. Die Zahlenreihe erinnerte Phelzitas an ein Archivregister oder eine Buchrückenbezeichnung in einer Bibliothek.
Auf Bianora angesprochen, wies der Gelehrte auf die Inschrift, welche die zentrale Steinsäule der Wendeltreppe schmückte. Die Treppe führte auf die Spitze des Turmes. Dort stand geschrieben:
Ihr, die Weisheit / sucht, verzagt / nicht und scheitet fort, / dann werdet ihr / sie erhalten, / in Mahna-Dscharot im / Schlangetal / Bianora von Zorgan
Das Mahna-Dscharot war die Abkürzung für das Al´Mhana-Dscharot al´Chaima´ashtranim. Aus dem Tulamidischen übersetzt: altehrwürdiges Zentrum des Sternenzelts. Damit hatte man nun den Namen für Niobaras Sternenakademie gefunden. Das würde die Suche nach dem MDCA erheblich erleichtert. Einen konkreten Anlaufort hatte man noch nicht. Zumindest führte die Spur nach Zorgan. Die Stadt war im Kuppelgemälde in Wagenhalt zu sehen gewesen. Nun tauchte noch eine Gelehrte aus der Stadt auf. Niobara hatte eine Anzahl Frauen um sich versammelt, die sich alle als Schwestern anredeten. Der Erkenntnisse waren nun genug gewonnen, nun verlangte die den Geist tragende Kohlenstoffeinheit ihr Recht auf Brennstoffzufuhr.
Die Burgherrin hatte ordentlich aufgetischt. Ein gebratener Fasan war halt was anderes als eine ordinäre Pilzpfanne mit Wildbret. Man unterhielt sich über die Dinge der Welt. Die Frau war an den Beweggründen der Helden für ihre Aventurienreise interessiert. Warum verließ ein Waldelf seinen Stamm? Eine Thorwalerin im Mittelreich? Eine al´anfanische Magierin der schwarzen Zunft im, für sie, hohen Norden? Boron- und Ingerimmgeweihte zusammen auf Reisen? In Begleitung eines zwergischen Handwerkes? Die Erforschung des Sternenfalls, ein interessantes Gebiet. Ein Meteor, welcher einen Drachen in die Wand des Schlunds hämmerte. Sie hatte sich schon gefragt, warum der Berg auf einmal ausgebrochen war. Die Zeit verging. Dann ging es mit dem Aufzug wieder nach unten. Eine Übernachtung in der Burg war leider nicht möglich gewesen. Am morgigen Tag wollte man sich auf die Reise um die nördlichen Ausläufer des Raschtulswalls herum, nach Zorgan machen.
Die nächste Sitzung findet am 24.02.2026 statt.
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266. Spieltag (10.02.2026)
Die Nacht war über dem Krater hereingebrochen. Phelizitas verglich die gefundenen Sternentafeln von Niobara mit dem Nachthimmel. Thorn zeigte SEINE SCHAUFEL als Erfolg seiner Schmiedekunst herum als er das zwergische Urschlund dunkel genoss. Das brachte ihm den einen oder anderen mitleidigen Blick seiner Volksgenossen ein. Aber ein älterer Zwergenschmied erkannte etwas in dem jungen Kerl. Man kam ins Gespräch und der Alte bot an Thorn die Kunst der Schweren Platte beizubringen. Imion und Selhira hatten sich bereits mit alkoholschwerem Kopf zur Ruhe begeben.
Als die ersten Morgenstrahlen den Kratergrund erreichten, kehrte Leben in die Zeltstadt zurück. Töpfeklappern und Brandgeruch erfüllten die Luft. Gegen die Mittagszeit war mit dem Zeremoniebeginn zu rechnen. Zeit blieb also genug. Selhira pflegte stolz ihre Iryanrüstung. Thorn beschloss zusammen mit Sonea den Bergpfad zu erkunden. Gemeinsam kletterten sie den Alternativausgang hinauf. Mit Tieren oder gar Wagen kam man hier nicht weiter. Oben auf dem Rand hatte man einen guten Ausblick auf das Kraterinnere und auf die äußere Umgebung. Imion klärte Thorn über die Simia-Flammen auf, welche ohne Brennstoff auf den Stehlen des jüngeren Steinkreises loderten. Wohlbewacht durch die Garde des zwergischen Hochkönigs. Der Simia-Stein war durch den zwergischen Geoden Xenos von den Flammen in sieben Flammen geteilt worden. Die Flammen hatten die drei Elfenvölker und die vier Zwergenstämme erhalten. Hier waren nun zwei der Flammen anwesend. Die rote Flamme des Feuers, unter der Obhut der Ambosszwerge und die gelbe Flamme der Luft, unter der Obhut der Brillantzwerge. Phelizitas besichtigte den Rondraschrein. Eine zwergische Kriegerin im Plattenpanzer, bewaffnet mit einem zweihändigen Streithammer, dessen Kopf von blauen Blitzen umspielt wurde. Das war mal was anderes als der ewige Löwenkopf, welcher das Zeichen der Kriegsgöttin war.
Wie vorherbestimmt begann die Zeremonie zur Mittagszeit. Ingrascha, die Matriarchin der Angroschkirche, führte den Zug der Zwerge an, welcher sich aus dem Heiligtum in Richtung des neuen Steinkreises bewegte. Dort angekommen begrüßte sie die Gäste und sprach über das Alte und Neue in der Welt. Einer Welt, die in ständigem Wandel war. So wie das alte Jahr ging und der beginnende Frühling neues Leben brachte, war die Dualität des Lebens erkennbar. Symbolisiert durch Simia, der Tochter von Angrosch und Tsa. Die Geweihte wies auf den Simia-Schrein in der Ostwand des Kraters, in der Nähe der Zeltstadt. Dort wurde die alte Farbe abgewaschen und durch neue Pigmente, welche von Tsa-Geweihten verteilt wurden, erneuter. Möge die Morgensonne das Bild zum Strahlen bringen. „Freut euch ihr Suchenden! Die Zeit der Erneuerung ist gekommen! Die Götter handeln Hand in Hand und werden den Lauf der Schöpfung niemals ins Stocken geraten lassen.“ Jubel brach unter den Anwesenden aus. Ein Illusionist warf bunte Lichtkugeln in den Himmel. Die restliche Predigt der Zwergin ging im Beginn des Tanzfestes unter. Die Helden mischten sich unter die Feiernden. Sie begannen mit den Fingerfarben ihre Zeichnungen an die Felswand anzubringen. Das ganze Fest nahm einen harmonischen Verlauf, die Zeit verrann und langsam verließ das Licht den Grund des Kraters.
Plötzlicher erschallte ein zorniges Brüllen. Angsterfüllte Blicke zogen über den Himmel. Der Zwergenruf „DRAX!!!“ brachte Leben in die Menge. Der Boden schien zu erbeben und aus dem Kratergrund des alten Vulkans erhoben sich seltsame Gestalten. Innen schienen sie aus rotglühendem Erz zu bestehen. Ihre Haut war eine schwarze Schlackeschicht. Phelizitas konnte die Erzgolemiden identifizieren. Zu oft hatten ihre Lehrer die magischen Wesen als den Fluch Pyrdacors bezeichnet. Die Magierin klärte die Helden über die Eigenschaften dieser Wesen auf. Sie konnten sich durch jeden flüssigen Steinuntergrund bewegen und Gestalt annehmen. Die Golemiden waren die elementarischen Gegenstücke zu den dämonischen Golems. Sie sind immun gegen Feuer und hatten die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich Metallwaffen einfach einverleiben konnten.
Holzwaffen !!! Das war die Lösung, der Händler, wo war er? In der Panik hatte die Menge seine Verkaufstische umgestoßen und die Teile lagen nun auf dem Boden. Jeder der Helden nahm sich eine passende Waffe. Die Golemiden verbreiteten Angst und Schrecken unter den Anwesenden. Die Zwergenwachen verteidigten die Simia- Flammen gegen die Erzwesen. Zwerge aus dem Heiligtum eilten zu Hilfe. Die Pilgerer nutzten alle Wege, um aus dem Kessel herauszukommen. Aber irgendein unsichtbares Hindernis behinderte die Golems. Etwas hilflos trommelten ihre Fäuste gegen den alten Steinkreis und das angrenzende Angroschheiligtum.
Auch die Helden nahmen sich eines der Wesen vor. Imion beschleunigte mit dem Zauber AXXELERATUS Phelizitas und Thorn. Thorn war völlig überrascht über das neue Tempo, konnte aber seinen Sturmlauf unter Kontrolle bringen, bevor er in den Golem krachte. Sonea stürmte mit ihrem geweihten Streithammer vor. Selhira folgte.
Nun erfolgte ein zäher Kampf. Der harten Schlackenhaut war kaum beizukommen. Ein glücklicher Treffer schickte das Wesen zu Boden. Aber Rücken, Kopf, Arme und Beine hatten für das semiflüssige Gebilde keine Bedeutung. Alle Helden (außer Imion) hatten sich um das Wesen versammelt und schlug wie ein Schmied mit gleichbleibendem Rhythmus auf das Ding ein. Welches als Antwort einen flüssigen Ausläufer durch die Reihen der Kämpfer pflügen ließ. Selhira bekam einen schweren Treffer ab. Der Rest wurde, dank dem liegenden Zustand des Angreifers, nicht getroffen oder konnte ausweichen. Teilweise war der Schaden der Waffen so gering, dass sie an der Schlackenhaut einfach abprallten [Rüstschutz 4]. Sonea ließ ihre Wuchtschläge auf das Wesen niederfahren. Die Euphorie eines beschleunigten Zwerges machte der Enttäuschung über die geringe Waffenwirkung Platz. Aber den Helden gelangen auch ein paar kritische Treffer, die ganze Materiebatzen aus dem Wesen heraushieben. Die Batzen zerplatzen in einem Funkenregen auf dem Boden und blieben als schwarzes Geröll liegen. Imion blendete das Wesen wiederholt mit seinem BLITZ DICH FIND. Das Wesen konnte ein paar gute Treffer landen, aber schließlich siegte die Übermacht der Helden und der Schlackehaufen blieb reglos liegen.
Als dann ein schwarzer Drache mit einer feurigen Brust über dem Krater erschien und seinen Zorn in die Landschaft schrie, war klar, dass man es hier mit einem übermächtigen Gegner zu tun hatte. Das war auch den Zwergen klar, welche die Simia-Flammen über den Bergpfad in Sicherheit brachten. Drachenfeuer umspielte das Angroschheiligtum. Aber niemand greift einen Tempel ungestraft an, auch ein Drache nicht. Ein schrilles Zischen und Pfeifen war vom Himmel zu hören. Blendendes Licht einer Feuerkugel brannte die Schatten der Zelte in die Kraterwand. Mit einem donnernden Einschlag schmetterte der Meteor den Drachen in die Felswand. Aber die Ruhe hielt nicht an. Man befand sich auf einem Vulkan. Ein Rumoren begann. Mancher Held stürzte auf den bebenden Boden und zog sich leichte Verletzungen zu. Selhira schnappte sich ihren herumliegenden Iryanpanzer und zusammen stürmten die Helden die Serpentinen des Fahrweges hinunter, als sich die riesige Klaue des Feuerdrachen aus der Felswand grub.
Unten im Tal traf man auf eine freie Fläche. Die Reit- und Zugtiere hatten ihren eigenen Weg aus dem Kessel gefunden. Die Helden konnten mit ihrer Tierkenntnis die verängstigten Tiere beruhigen. Als sich die Gruppe umblickte, sahen sie den roten Feuerschein lodern, welcher die Nacht über dem Krater beleuchtete. Noch einen kurzen Weg, den Wagen unter die Bäume in den Sichtschutz gefahren. So verbrachte man die schlaflose Nacht.
====Ende von Basaltschmelze (Auftaktabenteuer zur Kampagne Brandans Pakt ,falls die Gruppe diese zu spielen wünscht)====
Nächster Termin: 17.02.2026