DSA 4 - Online

  • 139. Spieltag (23.01.2023)


    Es ging also wieder ins Gjalskerdorf. Lhargun bot an, die Überreste von Thimorn zu bergen. Und so ging es am nächsten Morgen zurück ins Bluttal. Thimorn und auch der Drache lagen tot im Schnee. Wir bestatteten Thimorn und bargen seine Habseligkeiten. Der Karfunkel des Drachen wurde herausgeschnitten und der Schamane versah das Objekt mit einem Geisterkäfig. Anschließend wurden wir bis Alrudh durch die Gjalsker begleitet. Von dort brachten uns Nivesen mit ihren Eisseglern nach Enqui. Wir quartierten uns im Haus Svelttor ein. Dort warteten bereits Traiano und der Skalde aus Olport. Am Abend erschien der Geist von Thure und forderte seine Harfe zurück. Wir berichteten die Geschehnisse. Als Thure die Harf ein letztes Mal spielte, warf uns ein Windstoß von den Stühlen. In unseren Köpfe erschienen Bilder, sehr alte Bilder. Die Harfe wurde in der Zeit der Hochelfen geschaffen. In ihr war der Geist eines Windgottes gefangen, den wir nun befreit hatten. Wie der Skalde berichtete, war der Geist ein Abkömmling von Swafnir.


    Am nächsten Morgen brachten wir Thimorns Rondrakamm, den Karfunkel des Drachen, sowie Zähne und Klauen desselben zum Rondratempel. Auch die Geweihten sahen Thimorn nun in einem anderen Licht. Als Dank für den letzten Dienst erhielten wir einen Waffensegen. Der Geweihte sprach davon, dass der Segen für immer auf den Waffen liege, solange sie rondragefällig einsetzt werden.

  • Doloritas Brief:


    An: Der Rondra-Tempel in Enqui

    Zur: Höchsten Tempelvorsteherin

    Von: Dolorita Esmeralda Kamilla Morisca Jesabella Jacobella


    Euer Hochwürden,


    mit Bedauern muss ich euch über den Tod eures Schwertgefährten ‚Thimorn vom Berge’ in den Tiefen des Gjalskerlandes berichten. Mögen ihn Golgaris glorreiche Schwingen direkt an Rondras Tafel geleiten, denn das hat er verdient.


    Versinkt nicht in tiefe Trauer über seinen Tod sondern jubelt seiner Taten, denn Herr vom Berge starb einen Tod, der eines wahren Kriegers würdig war, und hat eurem Orden weit mehr Ehre zukommen lassen, als man von einem einfachen Geweihten erwarten oder verlangen kann. Er starb im Kampf gegen eine Drachenkreatur der „Hranngar“, die von einem toten Diener eben dieses finsteren Gottes beschworen wurde, und hat damit unzählige unschuldige Leben im Norden unseres Kontinents gerettet, die wahrscheinlich nicht einmal wussten, dass sie sich in Gefahr befunden haben.


    Die Hintergründe unserer gemeinsamen Reise geht über ein Jahr zurück und hat seinen Ursprung noch in unserer Queste für die Magierakademie von Khunchom, die uns gemeinsam bis kurz vor eine Expedition zum großen Drachen Fuldigor geführt hatte, bevor sich unsere Wege getrennt haben. Es trug sich zu, dass … [es folgt eine detaillierte und seitenfüllende Auflistung gemeinsamer Abenteuer, die um begangene Verbrechen und Hinweise auf Doloritas Hexenidentät gekürzt sind, und wie Thimorn im Gjalskerland auf der Suche nach dem Schwert Stargard wieder aufgetaucht ist. Außerdem enthalten sind die Hintergründe zu Jandra und was der Thorwallerin einst passiert ist, allerdings mit dem latent giftigen Hinweis, das ‚sie ihre selbstgewählte Aufgabe nicht mal im Tode bewältigen konnte‘] … und so kam es, dass er einem Drachen in den Zweikampf im Bluttal gegenüber trat, und uns dadurch das Entkommen ermöglichte. Das letzte, was wir von ihm sahen, war, wie er mit dem Drachen gemeinsam im Boden versank und von Golgaris gekrönten Haupt erhoben wurde.


    Es gibt ein Sprichwort bei uns, das der Tod nur Wahrheit kennt. Viele Menschen nehmen sich diese Weisheit nicht zu Herzen, aber ich werde versuchen, dem ersten unter den Göttern die ihm gebotene Ehre zu erweisen. Zu sagen, dass unsere Beziehung zu Thimorn aus Amleth einfach gewesen wäre, wäre eine Lüge. Einige von uns haben ihn als engstirnig und aufgeblasen erlebt, übertrieben von sich selber überzeugt. Aber dennoch hat er sich so gut es ging den anfallenden Aufgaben gewidmet und auch die schwierigsten Tätigkeiten, die so ein Leben auf Reisen mit sich bringt, ohne Klagen freiwillig erledigt. Möglicherweise hätte er sich mit anderen Reisegefährten besser aufgehoben gefühlt, wir hatten leider nicht den Schlüssel zu seinem Herzen finden können oder umgekehrt. Dennoch hat er uns am Ende ermöglicht, weiter Tsas Geschenk erleben zu dürfen, und dafür sind wir dankbar. Vielleicht ist er ein Beispiel dafür, wie das Gute in Menschen triumphieren kann, auch wenn es nicht gleich für jedermann sichtbar ist. Vielleicht auch, das Heldenmut und Opferbereitschaft so wie die seltensten Pflanzen auch aus den unerwartetsten Böden spießen können. Oder, dass der Glaube an eine Kraft, die größer ist als man selbst, das Undenkbare möglich macht. Sein Opfer ist ein Vorbild für viele Krieger und Kämpfer in der Welt, die sich nur in Ruhm und Reichtum sonnen mögen, aber die Verantwortung ihrer Macht vergessen.


    Dere hat einen bedeutenden Krieger verloren, aber der Tod einen kostbaren Streiter gefunden.


    In allen Ehren und mit freundlichsten Grüßen

    Zu Ehren Rondras, Borons und aller Göttinnen und Götter, zum Wohle Sumus und all ihrer Erben,

    Dolorita Esmeralda Kamilla Morisca Jesabella Jacobella

    Siebtes Kind aus dem Haushalt Jacobella

    Al’Anfa

  • ====Meisterwechsel zu Fanaion ===


    Die Gruppe wartete auf den Frühling und verbesserte ihre Fertigkeiten.


    Nach einiger Zeit machte sich Unruhe bei den Geweihten von Enqui breit. Unsere Nachfragen führten nur zu der Info, dass ein Treffen im Rondra-Tempel stattfinden soll. Traiano versuchte sich zu verkleiden, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Nur mit seiner bunten Kleidung erreichte er genau das Gegenteil. Ich musste ihm mit meinen Fähigkeiten unter die Arme greifen, um das Gröbste wieder zu reparieren. Wir wollten mehr zu dem Geweihtentreffer erfahren. Das Treffen fand in einem kleinen Anbau statt. Zwei Geweihte verwehrten den Zutritt. Also versuchten Isha und Traiano es von Außen. Isleif und ich standen vor dem Haupteingang und wollten die Wachen beschäftigen, für den Fall, dass die Spionage aufflog.


    Vor einem beleuchteten Fenster auf der Rückseite wurde Stellung bezogen. Traiano setzte einen PENETRIZZEL ein, um ein Ohr in den Raum zu werfen. Was er hörte erweckte seine Ermittlerinstinkte (Neugierwurf 1) und er stürmte nach Vorne. Ich versuchte ihn aufzuhalten, aber der Magier hatte einfach zuviel Fahrt. Er schob mich zur Seite und stürmte auf die Wache im Innern zu. Er erbat lautstark Zugang zu der Besprechung. Es gelang uns tatsächlich kurzzeitig vorgelassen zu werden (Überreden +). Nachdem wir unser Hilfsangebot vorgebracht hatten, wurden wir höflich gebeten draußen zu warten. Der Magier stand nervös herum. Nach kurzer Zeit packte er mich am Arm und wir teleportierten in den Raum hinein. Als wir aus dem Nichts erschienen, wurden sofort die Waffen gezogen und wir blickten auf zahlreiche Klingen, die sich gierig in unsere Richtung streckten. OK, also das mit der Aufmerksamkeit hatten wir geschafft. Als die Geweihten bemerkten, dass wir keine bösen Absichten hegten, verschwanden die Waffen wieder. Der Rest der Gruppe durfte nun in den Raum. Im Bruch im Svelttal brannten Gehöfte. Goblins und Ork sollten herumrennen und die Gegend unsicher machen. Zumindest stand dies in dem Brief von Yagu, dem Bürgermeister von Neugrund. Die Siedlung war vor ca. 3 Jahren durch Flüchtlinge gegründet worden. Schließlich wurde unser Hilfsangebot angenommen. Die Reisezeit beträgt 2 – 3 Tage auf dem Wasserweg.


    Isha erkundigte sich im Phex-Tempel und bekam eine Anlaufstelle in Neugrund, einen „Vetter“ des hiesigen Geweihten. Sie sollte ein kleines Kästchen ungeöffnet abgeben. Außerdem erfuhr sie auch den Namen eines Schmugglers, der uns nach Neugrund bringen konnte. Auch Dolorita bekam von den örtlichen Hexen einen Platz genannt, wo man Gleichgesinnte antreffen konnte. Nach den letzten Besorgungen und einem entspannenden Abend im „Alten Palast“, nahmen wir Kontakt zu Otho auf, welcher im Hafen auf einen Hausfloß wohnte. Isha nahm dankend die Vorkasse des Rondraianer entgegen und wir schifften, nein, floßten uns ein.


    Am 30.01.2023 machen wir uns auf den Weg nach Neugrund.

  • 140. Spieltag (30.01.2023)


    Die Floßfahrt ging los. Von Enqui in den See „Brack“, In der Dunkelheit waren die Lichter der anderen Flöße gut zu sehen. Und es wurden immer mehr, je näher wir Parkauki kamen. Einer der Schmuggler hatte neben dem Staken noch andere, lüsterne Gedanken. Isha und Dolorita machten ihm sehr schnell klar, wo er für den Fall seines Übergriffs seine Genitalien wiederfinden werde. Das kühlte das Gemüt dann etwas herunter. Wir machten einen kurzen Halt in Parkauki. Es war Zeit die Reiseapotheke aufzufüllen. Ich hatte von der Perainegeweihten einiges an Pflanzenwissen mitgenommen. Als wir heftigst unsere Anwesenheit vor der Tür der Kräuterfrau zum Ausdruck brachten, öffnete die alte Dame die Tür. Sie hatte einen ordentlichen Kater, also nicht den tierischen. Jeder hier in Parkauki schien sich mit allen möglichen Substanzen die Birne volldröhnen zu müssen. Dolorita benötigte Ilmenblatt, Traiano wollte Kairan und Lotos. Ich selbst hatte es auf Wirselsalbe, Wirseltrank und Einbeerensaft abgesehen. Der Magier ging leer aus. Dem Rest konnte abgeholfen werden und wir ließen eine Summe um die vierzig Dukaten in den Händen der Kräuterfrau zurück.


    Den Rest der Reise fuhren wir dann in den Morgen hinein. Ich versuchte etwas Frühstück zu fangen. Vor langer Zeit hatte mein Vater mir die Grundzüge des Angelns beigebracht (TaW 1). Und der alte Herr hatte Recht behalten. Ich zog einen kleinen Fisch auf das Floß. Für einen Esser sollte es reichen, hungrig durfte er aber nicht sein. Wir fuhren in den Svelt hinein. An einer Furt war die Reise zu Ende. Nach dem Entladen bezahlte Isha die restliche Schuld und der Schmuggler trat die Rückreise an. Wir schauten uns mal um. Auf der gegenüberliegenden Seite der Furt war ein Schild in die Erde gerammt. Darauf ein Pfeil mit einer Eidechse und einem Fisch. Die Perainegeweihte hatte natürlich auch über die aventurische Götterwelt berichtet. Deshalb wusste ich, dass die Eidechse zu Tsa gehörte. Aber der Fisch? Isha klärte mich auf, dass der für Efferd steht. Der Wassergott benutzt nicht nur den Dreizack als Symbol. So kurz vor dem Einbruch der Nacht, mussten wir noch einen geeigneten Lagerplatz suchen. Ein Schrein hatte gute Aussichten auf der Gewinnerseite zu landen. Wir folgten dem Pfeil und nach kurzer Zeit tauchte Feuerschein auf. Ich schlich mich nach vorne und bekam die Gruppe Bauern zuerst zu Gesicht. Nachdem ich dem Rest der Gruppe Bescheid gesagt hatte, näherten wir uns dem Lagerfeuer und wurden freundlich aufgenommen. Im Laufe des Abends konnten uns die Landfrauen und -männer mit ersten Informationen über die Gegend versorgen. Vor ein paar Wochen waren südlich von Neugrund zwei Gehöfte niedergebrannt. Auf dem Weg nach Neugrund lag noch die alte Ruine einer Burg. Es sollte auch einen Magier in Neugrund geben. Die beiden Geweihten hatten die Quelle geschlossen und würden sie erst am nächsten Morgen wieder öffnen. Da wir nach Arbeitstagen bezahlt wurden, hatten wir keine Eile.


    Am nächsten Morgen gingen wir dann zur Höhle mit den heißen Quellen. Die Götter hatten den Platz gesegnet. In der großen Höhle waren mehrere Becken mit frischem, dampfendem Wasser. Unsere beiden Frauen nahmen ein großzügiges Bad. Traiano befragte die örtliche Priesterschaft. Und ich wollte mal meine Kenntnisse in der Pflanzenwelt nutzen. Die Geweihten hatten keine Probleme mit irgendwelchen Fremden. Nur die Ausbreitung des Tairach-Glaubens machte ihnen Sorgen. Gegen Mittag zogen wir dann weiter. Da die Ruine ein echte Wegmarke war, wollten wir sie nicht ununtersucht lassen. Das Bauwerk war im dritten Orkensturm zerstört worden. Musste eine schlimme Sache in dieser Gegend gewesen sein. Die Erinnerungen an das Ereignis hatten tiefe Traumas in der Bevölkerung hinterlassen. Die Ruine hatte keinen Keller. Auch waren alle brauchbaren Sachen schon längst verschleppt worden. Zumindest eignete sie sich noch als ein geschützter Schlafplatz.


    Heute war Neugrund das Ziel. Auf dem Weg wollten wir die zwei abgebrannten Gehöfte untersuchen. Wir erhofften uns Erkenntnisse zum Verursacher des Feuers. Das erste Bauerngut war bis auf die Grundmauern Asche. Der Brand musste auf der Rückseite ausgebrochen sein und so hatten die Bewohner Zeit die Flucht zu ergreifen. Knochenreste fanden wir nicht. Selbst das kleine Kellerloch war nur mit verbrannten Zeug gefüllt. In der Nähe der Brandquelle lag kein Herd oder Kamin, somit konnten wir einen Unfall eigentlich ausschließen. Beim zweiten Gehöft hatte es auch den Viehstall erwischt. Hier war der Brandherd im Bereich der Eingangstüre. Wir fanden die Überreste eines Mannes, der unter einem Balken verbrannt war. Traiano warf mal einen Blick in den Limbus, vielleicht irrte der Geist des Toten noch herum. Den fand er nicht, aber ein Abbild des Zaubers, hatte seine Spuren hinterlassen. Hier hatte jemand mit BRENNE TOTER STOFF herumgespielt. Traiano konnte sogar den dämonischen Ursprung zu Agrimoth zurückverfolgen. Bevor wir den Ort verließen, bestatteten wir die menschlichen Überreste noch göttergefällig. Irgendwelche herumirrenden Untoten brauchten wir nicht auch noch. Gegen Abend trafen wir in Neugrund ein. Der Ort war von einer Palisade mit Wehrgang umgeben. Wir grüßten die Wachen und zeigten unser Empfehlungsschreiben vor. Die zwergische Hauptfrau Braxa beschied uns, dass der Bürgermeister jetzt keine Zeit für uns hätte, wir sollten die Nacht im Gasthaus verbringen. Vom örtlichen Magier, Praiodan Goterian, hatte sie keine gute Meinung. Kann aber auch daran liegen, dass irgendein Held Wortspiele zur Kleinwüchsigkeit von Zwergen in Korrelation zur Hausgröße anstellte. Statt die Atmosphäre etwas aufzulockern stapfte die Kriegerin grummelnd davon.


    Im Gasthaus zum „kopflosen Schurken“ trafen wir auf einen betrunkenen Magier. Die weiße Robe und der Stab ließen daran keinen Zweifel. Zum einem Gespräch war er nicht bereit. Er verließ das Gasthaus. Zumindest sein Zunftsiegel zeigte, dass er in der Akademie in Gareth, „Schwert und Stab“, seine Ausbildung genossen hatte. Traiano folgte dem Trunkenen. Der Rest kam mit dem Wirt ins Gespräch, nachdem wir im Schlafsaal einen Platz gesichert hatten. Der Magier würde jeden Tag nüchtern wiederkommen und sich dann die Kante geben. Zwölfgötterglaube wurde nur in den heimischen vier Wänden gepflegt und wurde in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Die hohe Besteuerung hatte alle Schreine in den Ruin getrieben. Mit dem Bürgermeister orkischer Herkunft war der Wirt sehr zufrieden. Der ehemalige Muskelmann hatte einen Streithammer an den Kopf bekommen und konnte nun seither Lesen und Rechnen. Mir tat sich da ein Vergleich mit der Knochenkeule des Schamanen auf. Vielleicht war der Hammer beseelt gewesen? Und von dem orkischen Muskelmann war nur noch dessen gesunden Körper übrig geblieben? Triano kam am Haus des weißen Zauberers an. Mit einem PENETRIZZEL beobachtete er wie der Magier sich in seinem Bett zur Ruhe legte. So weit so gut. Aber warum war unter dem Bett eine Falltür?


    Den weiteren Geheimnissen in Neugrund werden wir am 09.02.2023 auf der Spur sein.