DSA - Online

  • Nach der Buchvorstellung ging es wieder hinunter in den Empfangssaal, wo die Tänzer und Gaukler auf ihr Publikum warteten. Sigrun beschloss, nochmals nach oben zu gehen und den Rest des Stockwerks zu erkunden. Sie suchte einen Weg Phelizitas vor den horrenden Ausgaben für einen Bund bedruckten Papiers zu schützen. Die Thorwalerin ging die Balustrade entlang, welche die Räume des Obergeschosses mit einander verband. Man hatte einen schönen Ausblick auf Zorgan und die Pflanzen, welche entlang der Mauern wuchsen. Eine Tür führte in das Lager. [Sinnesschärfe +] Gerade rechtzeitig bemerkte sie die Angestellte, welche zuvor den Bauchtisch getragen hatte. Sie öffnete der Reihe nach die Briefchen, ging in die Regalreihen und versah die Bücher mit kleinen Notizen. Ein Werk der Geografica wurde in Pergament eingeschlagen und auf den Tresen gelegt. Sigrun wartete geduldig. [Probe auf Verbergen, Körperbeherrschung und Verbergen] Es gelang ihr unbemerkt bis zum Tresen zu schleichen, sich das Buch zu schnappen und sich eiligst auf den Rückweg zu machen. Auf der Balustrade suchte sie sich einen polsternden Bewuchs im Außenbereich und warf die Geografica und ihr gestohlenes Beduinenbuch durch die Bogenöffnung in einen Busch. Gerade rechtzeitig wie sich zeigte, denn die Schreiberin stürmte aus dem Raum und beschuldigte die Thorwalerin des Diebstahls. Diese wies die Anschuldigung zurück und behauptete, dass der Dieb an ihr vorbei gerannt sei und durch den Mauerbogen gesprungen sei. An den Ärmeln zog die resolute Schreiberin Sigrun die Treppe hinunter in Richtung des Gardisten. Dort erzählte sie von dem gerade passierten Diebstahl. Sigrun hätte den Dieb fliehen sehen und könne eine Beschreibung abgeben. Fragend blickte der Soldat die Thorwalerin an, welche ihm eine Allerweltsbeschreibung eines mittelgroßen Mann mit Kaftan und Turban abgab. Und einen Zopf hätte er auch noch gehabt. [Überreden/Lügen gescheitert] Der Gardist war nicht überzeugt. Sigrun war unmittelbar nach der Tat festgestellt worden. Auch das Fehlen des Diebesgutes überzeugte den Ermittler nicht. Auf die Feststellung, dass Sigrun wohl nicht von hier sei, antwortete die Nordfrau woher er das wohl bemerkt habe. Der Gardist erwiderte auf die schnippische Antwort, dass das wohl an den Bröseln im Mundwinkel liegen könnte. Phelizitas mischte sich in das Gespräch ein. Der Fakt, dass die Thorwalerin gar nicht lesen könne, machte einen Diebstahl schon unwahrscheinlich. Und die Flucht hätte sie auch nicht ergriffen. [Überreden gelungen] Das schien dem Soldaten einsichtig. Der Haushofmeister Aytan ay Narhuabad bemerkte, dass die Thorwalerin wieder negativ aufgefallen war. Während das Gespräch lief, ging er in die Küche, holte ein leeres Tablett, ging zum Buffet, wo er, ohne auf seine Kleidung zu achten, mit den Armen Essen auf das Tablett schob. Mit dem vollen Tablett, welches einen halben Schritt Durchmesser hatte, kehrte er zu der Gruppe zurück und drückte Sigrun den Essensberg in die Hände mit der Bemerkung, dass sie ihre Wegzehrung nun erhalten habe und sich auf den Rückweg in ihre barbarischen Gefilde machen könne. Er ließ Sigrun keine Zeit für eine Erwiderung. Das nächste Mal könne sie ja rechtzeitig Bescheid geben, damit er eine Tafel mit einem Essensberg vor dem Institut aufbauen könne, in welchen sich Sigrun wie ein Schwein wälzen könne. Mit hochrotem Kopf ließ er die Gruppe stehen und ging zügig in den Garten.


    Der Gardist war nun damit beschäftigt die Personalien und die Wohnung der Helden in Erfahrung zu bringen. Der Institutsleiter machte klar, dass er wegen zweier Bücher keinen großen Aufwand wünsche, schon gar nicht als Abschluss des gelungenen Abends. Seine Beteuerungen wurde vom zurückeilenden Haushofmeister unterbrochen, welcher schwer atmend aus dem Garten gerannt kam. Na ja rennen konnte man es eigentlich nicht nennen, mehr so einen hopsenden Galopp zwischen schnellem Laufen und Stolpern. Prustend schob er Imion mit einem kurzen „keine Zeit“ auf die Seite und meldete seinen Fund dem Gardisten. Jedes Wort unterbrochen mit einer Pause zum Luftholen: tote – Frau – Mauer – Garten – schnell – Mörder. Warum starben die Leute immer auffallend schnell in der Nähe der Helden. Gab es da einen Zusammenhang? Keine Zeit für Philosophie. An den Tatort. Der Haushofmeister hatte wahr gesprochen. Die Frau war tot.


    [Heilkunde Wunden] Selhira schaute sich den Leichnam an. Der Frau war mit einem Stein der Schädel eingeschlagen worden. Die Blaufärbung von Hals und Zuge, sowie die geplatzten Augenäderchen, zeigten einen Würgeangriff. Die Kratzer an den Unterarmen waren Kampfspuren.

    [Heilkunde Gift] Pheliziatas bemerkte einen pockenartigen Ausschlag im ansonsten makellosen Gesicht. [Sinnesschärfe +] Die Würgemale waren unübersehbar. Die Autorin hatte nur wenig Habseligkeiten dabei. In ihrer Tasche fand man etwas Lippenrot, ein neues Notizbuch mit Kohlestift und eine handvoll Silberstücke. Dann machte sich Sigrun ans Werk. [Fährtensuchen +] Auf dem Boden, unter der Leiche fand sie einen abgebrochenen Fingernagel. Die Fußspuren hier deuteten auf einen Kampf zweier Personen hin. Eine Spur passt zur Schreiberin. Die andere führt in Richtung Flamingosee. Von der Form her Schnabelschuhe. Auf der Hose der Toten konnte sie einen Schuhabdruck aus Druckerschwärze feststellen. Außerdem glänzten im Fackellicht seltsame Spritzer im Gras. Irgendeine Salbe oder eine Fettpaste. Erstaunt lauschten die Anwesenden mit offenen Mündern Sigruns Vortrag. Sherlock Sigrun verstand das Verhalten nun nicht. War doch offensichtlich, habt ihr das nicht gesehen? Die Fußspuren am See zeigten an, dass hier jemand hastig Reinigungsarbeiten durchgeführt hatte. Wahrscheinlich um sich das Blut abzuwaschen.


    Man ging zurück zur Festgesellschaft und ließ die Situation mal auf sich wirken. Beim Durchwandern der Menge bekam man ein paar Gesprächsfetzen mit. [Proben auf Sinnesschärfe] Imion fiel auf, das sein früherer Gesprächspartner Veränderungen aufwies. Der arrogante Barde hatte keinen Gesichtsschleier mehr. Seine Füße waren nackt. Und ja, er hatte auch einen fehlenden Fingernagel am Zeigefinger der rechten Hand. Seine Tasche mit den Notenblättern hatte er auch nicht dabei. Nachdem er seine Feststellungen der Gruppe mitgeteilt hatte, machte man sich auf die Suche nach der Tasche. Man fand sie unter dem Buffettisch an die Wand gelehnt. Darin befanden sich auch Paar durchnässte Schuhe mit Druckerschwärze. Und ein kleines Tiegelchen mit einer Salbe. Der Barde wurde umstellt und vernommen [Einschüchtern +] Er gestand den Kampf ein und nannte als Grund die Schönheitssalbe. Sie verlieh außergewöhnlich feine Haut, hatte aber den Nachteil, dass sie süchtig mache. Wenn man sie nicht rechtzeitig auftrug bildeten sich unschöne Bläschen. Er selbst hatte erfolglos versucht Nachschub zu besorgen. Als er die Autorin ihre Salbe aufgetragen habe, hätte das Verlangen gesiegt. [Rechtskunde gelungen] In Aranien ist Suchtverhalten kein strafrechtlicher Entschuldigungsgrund.


    Phelizitas untersuchte die Salbe genauer. [Heilkunde Gift gelungen] Unverwechselbar Kokosfett, vermischt mit Arangen- und Limettenessenz, metallischer Geruch von Quecksilber, Telfiskraut, auch bekannt als Stechapfel und irgendwas alkalisch Stinkendes, das Sekret eines amphibischen Wesens, unbekannt, ob von der Haut oder aus dem Maul. Gesund war das nicht. Thorn zog es nochmals an den Tatort zurück. Dort hatte die Gartenmauer diverse halbkreisförmige Ausbuchtungen. In den Buchten wuchsen verschiedene Pflanzen. In einer Ausbuchtung in der Nähe des Tatortes wuchs eine Pflanze über die Höhe der Mauerkrone. Diese Pflanzenart gab es nur ein einziges Mal. Fachmännisch untersuchte der das Steinwerk der Mauer [Zwergennase]. Er fand einen losen Stein. Als er ihn herauszog, kam ein schlanker Holzkasten zum Vorschein, der die Länge der Mauerbreite hatte. Die Stirnseiten waren mit einer dünnen Steinplatte aus dem gleichen Material wie die Mauer versehen. Ohne zu suchen, fiel einem der Unterschied nicht auf. Man konnte also diese länglich, schmale Schublade in der Mauer verschieben. Legte man Geld hinein, kam die bestellte Ware zurück. Beide Beteiligten konnten sich nicht sehen, so konnte niemand Verrat begehen.


    Die nächste Sitzung findet am 09.06.2026 statt.

  • 281. Spieltag (09.06.2026)


    Der Abend lief aus. Die Auftraggeberin der Helden erhöhte ihr Angebot auf 10 blinkende Dukaten pro Person. Der Auftrag hatte sich geändert. Konspirationsgerüchte gegen die Fernhändlerin hatten sich nicht bestätigt. Nun ging es darum, die giftige Schönheitssalbe aus dem Spiel zu nehmen. Zunächst wollte man die Mauernische aus der Sicht von Zorigan, einem eher heruntergekommenen und verwinkelten Teil von Zorgan, besichtigen. Das konnte nicht schwer sein, lag ja quasi direkt gegenüber.


    Die Helden verließen das Typografische Institut und folgten der Großen Allee in Richtung Palast. Dann ging es rechts weg in die Gassen von Zorigan. Die Stadtplaner hatten hier vollständig versagt. Hier hatte jeder sein Haus wohl irgendwie in die Gegend gebaut. Zusammen ergab das ein Gewirr aus Gässchen, Durchgängen, Hinterhöfen und Sackgassen. Es war jedem klar, warum auf diesem engen Raum die Zorganpocken gewütet haben mussten. [Orientierungsproben alle gescheitert] Eine Mauer suchte man und eine Mauer wurde gefunden. Nur diese hatte nicht die gewünschte Textur. Weißer Marmor, schon ein paar Jahre alt. Man lief um das Gebäude herum. Der Mauerabschnitt war gebogen und schließlich kam man an ein großes Tor, an dem ein Plakat angeschlagen war. „Hiebe und Liebe“ stand dort geschrieben, eine romantische Komödie um einen Stutzer, welcher sich allen Widrigkeiten des Lebens stellen musste, um die Gunst seiner Angebeteten zu erlangen. Die Spielzeit des Theaterstücks war für den nächsten Praiostag angegeben. Mit diesem neuen Orientierungspunkt versuchte man nun aus dem Gassengewirr zu entkommen. [Orientierung gelungen] Es war wie im Bergbau, Flötze führten zu den Zugangsstollen, welche sich dann am Aufzugschacht kumulierten. Und im Prinzip ist eine Stadt auch nichts anderes, nur waren die Tunnel hier nach oben offen. Thorn nahm die größte Zugangsstraße die er finden konnte und folgte ihr. Dann, ein paar hundert Metern später, erreichte er die König-Arkos-Allee. Im Norden war das von Fackeln erleuchtete Palasttor, also musste im Süden irgendwo die Karawanserei sein. Glücklicherweise hatte man den vergangenen Nachmittag zu einer kleinen Stadtbegehung genutzt.


    Wandern macht durstig und der verlassene Innenhof der „Roten Kamele“ zeigte an, dass das Abendessen schon lange vorbei war. Eine kurze Erkundigung, wo man als angesehener Bürger zu dieser frühen Morgenstunde noch etwas Feuchtes für die Kehle bekam, führte zur Taverne Madala. Auch in Zorigan gelegen, aber genau gegenüber des Hesindetempels. Das war auch durch Ortsunkundige leicht zu finden. Ein kleiner Spaziergang und dann öffneten die Helden mutig die Tür. Die Luft hatte hier nicht den stickigen Geschmack der Hafenkaschemmen. Allerdings war noch genügend Platz für eine Personengruppe, was zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich war. Der Wirt nahm die Bestellung entgegen. Zwei Helden bestellten eine Überraschung aus dem einheimischen Alkohollager, zweimal war es Tee, einmal ein weißer Wein mit Wasser für die Magierin und dann war da noch das gewöhnliche Bier. Zum Essen bot der Wirt nur kalte Küche, wurde aber nicht gewünscht. Thorn zog seine Würfel mit den zwergischen Runen hervor und konnte zwei Gäste zum Trinkspiel überreden. Zusammen mit Sonea bildeten sie ein Würfelquartett. Die Ingerimmgeweihte verlor die erste Runde [schlechtestes Ergebnis bei der Glückspielprobe]. Es kam ein kleines Krüglein mit vier Becherchen. Schon der stechende Geruch des Destillats ließ erahnen, dass man hier die hiesiger Variante des mittelreichischen Obstlers vor sich hatte: Kaktusschnaps. Schmeckt eher mittelmäßig bis schlecht, birnt aber gut. Hinein in die hohle Knochenschüssel! Zweiter Anlauf: erneut verlor Sonea. Man kam ins Gespräch. Hier in Zorgan bekam man allerlei alchemistisches Zeug. Wenn man seinen Handelspartner außerhalb von Zorigan wählte, konnte man sicher sein, dass auch das in der Flasche war, was auf dem Etikett drauf stand. Billiger bekam man es in Zorigan, allerdings war die „Ware“ dann nicht geprüft. Es kam nun zu einer dritten Würfelrunde, die einer der Gäste verlor, dann rief die Wirt die Sperrstunde aus. [Zechenprobe] Während Thorn den Alkohol locker wegsteckte, galt das nicht für Sonea. Zwar konnte sie verhindern, dass ihre Neugierde nach einem Dattellikör verlangte, doch die breite Straße außerhalb der Taverne verwirrte die Geweihte. Gedankenverloren wollte sie in Richtung Palast abbiegen, wurde aber von Phelizitas mit sanftem Schulterdruck in Richtung Karawanserei geführt, wo die Helden eine ruhige Nacht erlebten.


    Nach dem Frühstück teilte sich die Gruppe auf. Imion, Thorn und Phelizitas wollten den Salbentiegel untersuchen. Sigrun und Selhira unternahmen einen erneuten Anlauf in Sachen gegenüberliegende Mauer und Sonea versuchte im Ingerimmtempel weitere Informationen auszugraben. Ein alchemistisches Labor fand sich im Hesindetempel. Für eine kleine Gebühr von einem Silber, konnte man die Einrichtung einen halben Tag mieten. Man schmolz die Paste aus dem Tiegel ein und untersuchte die Flüssigkeit. In der Bhurkhesch-Creme fanden sich allerlei Stoffe. Wichtigster Bestandteil waren die Sekrete eines Bhurkesch-Dämons. Das Spärenwesen wurde dem Bereich von Belelkel zugeordnet. Es war eine große, circa einen halben Schritt lange, Kröte mit drei Zungen. Der Rücken entzückte mit zehn wachsamen Augen. Um sich in einen Rauschzustand zu versetzen, leckten die Gierigen das Ding ab. Für die Creme bedeutete dies, dass sie Stigmata verschwinden und den Anwender in neuer Schönheit erstrahlen ließ.


    [Verkaufspreis 55 Dukaten für zehn Anwendungen. Das Aussehen wird um eine Stufe nach oben gesteigert, Proben auf Betören und Überreden werden um 2 erleichtert. Nachteile: Verlust von w3 LP und Suchtmöglichkeit (1-10 auf W20 pro Anwendung)]


    Währenddessen hatten Selhira und Sigrun den Mauerabschnitt gefunden. Bei Tageslicht konnte man sich an der einzigartigen Pflanze orientieren, die über die Mauerkrone wuchs und somit auch von außen sichtbar war. Der Bereich war schon öfters besucht worden, was die sich überlappenden Ledersohlenabdrücke von einfachem Schuhwerk zeigten. Die beiden beschlossen sich ein Versteck zu suchen und eine Observation einzurichten. [Verbergenprobe Sigrun gegen Sinnesschärfe des Boten] Es vergingen ein paar Stunden, dann traf eine Gestalt in einem heruntergekommenen Kaftan an die Mauer heran. Geld und Ware wechselten den Besitzer, dann machte sich der Bote wieder davon. Sigrun verfolgte ihn [Verbergen-Proben], Selhira folgte Sigrun in einigem Abstand. Der Bote machte zwar ein paar Schlenker, um etwaige Verfolger abzuhängen, damit blieb er jedoch erfolglos. Schließlich führte er die beiden Frauen zu einem Durchgang in einen Hinterhof. Sigrun folgte in den Schatten und entdeckte gerade noch rechtzeitig den Wachposten auf der Terrasse des zweigeschossigen Gebäudes. Dort hinauf führte eine Holztreppe, welche gerade durch den Boten genutzt wurde, um in den an die Terrasse angrenzenden Raum zu gelangen. Wache und Boten gaben sich Handzeichen, was anzeigte, dass man sich kannte. Im Innenhof stromerten zwei Gestalten in einfacher Kleidung umher. Sigrun zog sich zurück. Nach gegenseitiger Absprache machte sich die Boron-Geweihte auf den Weg die anderen zu holen.

  • Im Ingerimm-Tempel unterhielten sich die örtlichen Geweihten mit Sonea. Alchemie war jetzt nicht die Kernkompetenz des Feuergottes. Aber die örtlichen Geweihten konnten auf die Alchemisten in der Stadt und den Perainetempel verweisen, jeder davon hatte sein spezielles Fachgebiet. Von einer Schönheitssalbe, die süchtig macht, hatten sie noch nichts gehört. Aber zumindest konnte er die Vermutung ausgraben, dass solche Sachen in Zorigan zu besorgen waren, wie jedes Rauschgift, das die Sinne der Menschen verwirrt. In Zorigan gab es auch diverse „Händler“, die sich auf allen Handelsweg mit Dingen versorgten, die aus dem Blick der Palastwache verschwinden mussten. Das hatte allerdings dann auch seinen (saftigen) Preis.


    Selhira holte zuerst die Laboranten ab, bevor sie Sonea einsammelte. Zusammen ging es zurück zum Hinterhof. Den Weg hatte die Nordfrau mit thorwalischen Runen und Hummerscheren gekennzeichnet. Man wollte jetzt nicht wissen wie lange diese Tierteile schon in den Umhängetasche der Späherin vor sich hin gärten.


    Zwischenzeitlich hatte sich nicht viel im Hinterhof getan. Die Wachen im Hinterhof hatten sich ein schattiges Plätzchen in der Nähe des zweiten Zugangs gesucht. Die Wache auf der Terrasse hatte keinen Sonnenschutz und wurde mehrmals abgelöst. Es kamen regelmäßig Personen in heruntergekommenen Kaftanen, welche Waren in Empfang nahmen oder Geld ablieferten. Während die Nordfrau auf den Rest der Gruppe wartete konnte sie aus ihrem Versteck beobachten, wie eine einfach gekleidete Person einen Schubkarren mit Pritsche in den Hinterhof schob. Auf der Pritsche war eine Holzkiste zu sehen, einen Schritt lang, einen halben Schritt breit und circa zwei Spann hoch. Beim Verschießen hatte der Deckel Strohhalme eingeklemmt, vermutlich Teil des Inhalts. Ein Mann mit Schlapphut und Seidenumhang trat aus dem Raum neben der Terrasse und nahm die Ware in Empfang. Die paar Münzen, die den Besitzer wechselten, konnten unmöglich den Warenwert decken, selbst wenn er nur aus Stroh und Kiste bestand. Seidenumhang nahm die Kiste und verschwand damit wieder in den Räumlichkeiten.


    Das Alles konnte die Thorwalerin den eintreffenden Helden berichten. [Probe auf Handel] In der beschriebenen Kiste wurde zerbrechliche Ware transportiert, allerdings nur auf kurzen Strecken. Für lange Reisen bediente man sich einer Sand- oder Fettfüllung. Von der Größe her ließen sich dort acht bis zehn Salbentiegel transportieren. Man besprach das weitere Vorgehen. Selhira nahm mit Hilfe von göttlichem Beistand ihre Rabenform an. Der große Vogel war jetzt in Aranien nicht unbekannt. Sie flog zunächst auf die Mauer an der Balustrade. Die Männer trugen keine Rüstung, nur schwere Kleidung [Rüstschutz 1]. Neben den drei Wurfdolchen in den Rückenscheiden, trug jeder noch einen schweren Dolch für den Nahkampf. Dann flog sie zu einer kleinen Fensterscharte zum „Büro“ des Anführers. Ein Schreibtisch mit zwei Stühlen und ein kleiner Beistelltisch waren die einzigen Möbel. Die Holzkiste war geöffnet und zeigte zehn Salbentiegel. Der Anführer schaute in ein kleines Notizbuch. Er hatte den Inhalt eines Lederbeutels gezählt und strich nun etwas in dem Buch aus. Die Leibwache des Anführers saß gelangweilt auf einem Stuhl. Man hatte es also mit vier Wachen und einem Anführer zu tun. Alles deutete darauf hin, dass hier nur die Vermarktung der Salben stattfand. Hergestellt wurden sie woanders.


    Am 16.09.2026 wird das Versteck ausgehoben.

  • 282. Spieltag (16.06.2026)


    Nun war es Zeit das Schmugglerlager auszuheben. Selhira, Sigrun und Phelizitas übernahmen den Eingang an der Treppe. Imion, Thron und Sonea stürmten durch den zweiten Zugang in den Innenhof.


    Selhira rannte die Treppe zur Wachposten auf der Terrasse hinauf. [Körperbeherrschung +] Sie schaffte es bis nach oben ohne zu stolpern, allerdings war der Wachposten (Nr. 1) für einen Nahkampfangriff zu weit entfernt. Die Magierin kam bis auf acht Schritt zum Wachposten (Nr. 2) am zweiten Eingang in den Innenhof heran und begann einen Zauber. Sigrun stellte sich neben sie und schickte einen Pfeil in das gleiche Ziel. Sonea wählte den Partner des Schmugglers (Wachposten Nr. 3), welcher ebenfalls am zweiten Eingang stand, als Ziel. Das Äffchen der Geweihten, welches sie in Perricum erworben hatte, sprang voran und verwirrte den Gegner. Der folgende Betäubungsschlag traf, machte nur wenig Schaden, dafür sah der Mann nun Sterne [Betäubung Stufe 1]. Imion sprach einen Beschleunigungszauber auf sich selbst. Dann waren die Schmuggler am Zug. Die Borongeweihte sah noch, wie der Wachposten nach hinten, an den Gürtel griff, dann kam etwas Silbernes in ihre Richtung geflogen. [Kritischer Treffer] Das Wurfmesser knallte ihr gegen die Schläfe und es wurde dunkel. Wache 2 und 3 nahmen die Ingerimm-Geweihte in die Zange, ein schwerer Dolch traf und fügte eine leichte Verletzung zu. Die Wachen nutzen ihre Fähigkeiten eine Finte zu schlagen [Fertigkeit Finte Stufe 1 und 2], um die Abwehr ihrer Angriffe zu erschweren. Dann trat Thorn in den Zugang und traf Wache 2 mit seine Ballestrina.


    Imion nutze seine Geschwindigkeit und schlug mit seinem Wolfsmesser auf Wache 2 ein. Diese traf auch ein Pfeil durch Sigruns Bogen.Damit ging Wache 2 zu Boden. Phelizitas Furchtzauber vernebelte die Sinne der Wache (Nr. 1) auf der Terrasse. Die Wache 3 am zweiten Eingang erhielt einen zweiten Betäubungsschlag von Sonea. Bei der Abwehr unterlief der Wache ein entscheidender Fehler [Patzer]. Er verdrehte sich den Fuß, was dazu führte, dass der Hammer der Geweihten etwas mehr Schaden zufügte. Der Mann auf der Terrasse schickte ein weiteres Wurfmesser auf die Reise, welches die Magierin traf. Dazu musste er aber bis an den Rand der Treppe vorrücken, um die Zauberwirkerin ins Blickfeld zu bekommen. Wache 3 traf mit ihrem schweren Dolch nicht. Dafür bekam sie eine Eisenkugel durch den Zwerg verpasst. Das Zusammenspiel von Betäubung und Schmerz ließ sie umfallen.


    Imion rannte über den Hof, die Treppe hoch und griff den Messerwerfer (Wache 1) an. Sigruns Pfeil endete in einem Patzer beim Ausweichen von Wache 1. Der thorwalische Pfeil traf den Waffengürtel des Unglücklichen und seine Bewaffnung landete auf der Treppe. Phelizitas sah die Zeit gekommen, um die Samthandschuhe auszuziehen. Sie begann einen Feuerzauber. Sonea überquerte den Innenhof und spähte durch ein Fenster im Erdgeschoss. Dabei konnte sie erkennen, dass sich dahinter ein Lagerraum verbarg. In den Kampf eingreifen konnte sie nicht, da der Elf die Treppe blockierte. Wache 1 war damit beschäftigt seine Waffen einzusammeln, als zwei weitere Gegner den Laufgang hinter dem Haus entlang rannten und um die Ecke auf die Terrasse einbogen. Thorns Kugel ging daneben.


    Imion verpasste dem Messerwerfer noch einen Treffer. Dieser wurde bewusstlos und fiel [Richtungswurf auf W 4] nach hinten die Treppe hinunter. Die letzte Lebensenergie wurde durch den Sturzschaden vernichtet. Phelizitas musste den Zauber aufgeben, nachdem kein Ziel mehr vorhanden war. Sigrun betrat den Innenhof und nahm den Treppenkopf zum Ziel. Sonea rannte in den leeren Lagerraum, fand eine Leiter, die in das erste Geschoss führte. Am Ende ihres Zuges stand sie im Büro des Anführers. Der Genannte mit seinem Schlapphut und Seidenumhang ging nun mit seinem Gehilfen auf der Terrasse in den Nahkampf mit dem Elfen, was diesem eine leichte Wunde einbrachte. Thorn schoss auf den Gehilfen auf der Treppe und verletzte diesen.


    Imion setzte einen elfischen Kampfzauber ein [Fulminictus]. Der Gehilfe konnte nicht ausweichen und der Zauber überwand seine Seelenkraft. Sigrun patzte und konnte kein Ziel finden. Phelizitas beschloss sich ihre Zauberenergie aufzusparen und die letzten beiden Gegner ihrer Gruppe zu überlassen. Sonea begann den Schreibtisch des Anführers zu untersuchen und fand sein Notizbuch. Der Gehilfe entschied [Fluchtschwelle unterschritten], dass er sein Leben heute nicht opfern wird. Er sprang von der Treppe in den Innenhof und rollte sich gekonnt ab. [Fallschaden 2W6, zwei 1er gewürfelt, abzüglich Körperbeherrschung QS 2, somit kein Schaden]. Seine Freude über die gelungene Flucht dauerte nicht lange. Dann erhielt er einen schweren Schlag in die Brust. Das letzte was er sah, war wie ein Zwerg sein Ballestrina mit einem zufriedenen Grinsen senkte. Am Ende der Runde erwachte auch Selhira wieder von den Bewusstlosen.


    Imion und Selhira schlugen auf den Anführer ein. Dann trafen noch die Geschosse der Thorwalerin und des Zwerges. Damit war der Kampf vorbei. Während Sonea aus den Zahlen im Notizbuch schlau zu werden versuchte, durchsuchte Imion den Anführer. Dabei entdeckte er ein seltsames Fläschchen aus grob gehämmerten Kupfer. Fremde Runen und ein Stierkopf vor einer Scheibe blickten sie an. So was hatte der Elfe noch nie gesehen. Auch Phelizitas konnte damit ohne Labor nichts anfangen. [Schatzkarte: ein orkischer Zaubertrank, welcher Astralenergie auffüllt] Thorn und Sigrun begannen die Leichen in den Lagerraum zu schleifen. Phelizitas nahm noch den Seidenumhang in Empfang. [Werte wie Kapuzenumhang, nur leichter und mit weniger Strukturpunkte]. Mit seinen Kenntnissen in Handel erkannte Sonea, dass im Notizbuch Namen standen und Zahlen, die teilweise durchgestrichen waren. Auffällig war ein Kunde mit dem Namen Zamarya. Die Summen waren immer ein Mehrfaches von 55 Dukaten. Dem Verkaufspreis für einen Salbentiegel. Während der Rest der Gruppe die letzten Leichen und Bewusstlosen verschwinden ließ untersuchte Sonea nochmals den Schreibtisch und fand einen goldenen Armreif mit fremden Schriftzeichen und Symbolen des Erzes und von Stieren [Schatzkarte: Ring mit drei Ladungen Psychostabilis]. Nach Rücksprache mit der Magierin ergaben sich die tulamidischen Worte: „Dreh mich für einen festen Geist“.


    Nun stand noch die Vernehmung der bewusstlosen Schmuggler heran. Den ersten gelang es nicht mit der Heilkunde unter die Lebenden zu bringen [Heilkunde Wunden gescheitert mit 10 Würfelpunkten überzählig], er starb unter den Händen des Heilenden. Beim Zweiten hatte man mehr Glück. Der konnte mit Überreden und Einschüchtern dazu gebracht werden, ein paar Fragen zu beantworten. Die Salbentiegel wurden im Namen der Töchter der Nachtkerze vermarktet. Er selbst war nur ein Bote, welcher die Geheimfächer befüllte und das Geld zum Anführer brachte. Die Alchemistin Zamarya stellte die Salbe in einem Haus in der Nähe des Theaters in Zorigan her. Das Gebäude bestand aus Erd- und Obergeschoss und hatte auch einen Keller. Sein Grundriss war fünfeckig. Damit hob es sich von den restlichen würfel- und quaderförmigen Gebäuden ab. Mit einem Tritt wurde er davon gejagt. Dann machte sich die Gruppe auf den Weg zur Karawanserei. Man wollte noch eine Regenerationsphase vor dem Einstieg in das Zirkelhaus haben.


    Auf dem Weg kam man vor dem Hesindetempel an einem Maler vorbei. Dieser zeichnete gerade mit Kohlestift ein neues Bild. Es war Mauerwerk zu erkennen, nur gab es in Sichtweite kein vergleichbares Gegenstück. Und der Zeichner hatte die Augen geschlossen. Daneben war ein kleines Tischchen aufgebaut, worauf mehrere Zeichnungen lagen. Sie wurden durch eine Frau für 5 Silber zum Verkauf angeboten. Die Helden blätterten die Bilder durch und waren erstaunt, als sie auf ein Bild des Hinterhofes stießen, wo sich mehrere Gestalten einen Kampf lieferten, wovon sechs den Helden vom Aussehen her, sehr ähnlich sahen. Die Verkäuferin wurde befragt und sie gab an, dass das Bild schon zwei Wochen alt sei. Der Zeichner würde hin und wieder Werke erstellen, die er in einer Art Trance malte. Das Bild mit dem Kampf wurde gekauft und die Gruppe sah sich das aktuelle Werk mal an. Zwischenzeitlich war ein Raum mit einem Heptagramm entstanden. Darin hatte sich ein Dämon manifestiert. Phelizitas identifizierte das Sphärenwesen als einen Zogh´Slot aus der Sphäre Belelkels. Im Hintergrund des Bildes war nun eine große Kröte zu sehen. Ein schöner Ausblick, was die Helden wohl erwarten würde.


    [Die o.a. Szene stammt aus einer Kartensammlung mit kurzen Sidequests: „The Düngeonmeister, Deck of Sidequests“, erworben bei Amazon]


    Das nächste Treffen findet am 23.06.2026 statt.

  • 283. Spieltag (30.06.2026)


    Nach einer kurzen Absprache beschlossen die Helden den Schutz der Nacht für ihre Intervention zu nutzen. Die Zeit bis dahin verbrachte man mit der Analyse des orkischen Zaubertranks [bringt w6+2 Astralpunkte zurück] . Anschließend legte man noch eine lange Rast ein, um die Schäden des letzten Kampfes zu heilen und sich zu erholen. Außerdem sorgte man dafür, das die Waffen eine Rahja-Weihe bekamen.


    Die Sonne näherte sich dem Horizont. Mit ein paar Fragen an die Ortskundigen [Gassenwissen +] war das Haus der Alchimistin schnell gefunden. Das fünfeckige Haus mit zwei Stockwerken grenzte an eine Straßenkreuzung an, was die ungewöhnlichen Umrisse erklärte. Im Norden des Hauses befand sich ein Garten mit einem großen Baum und einem Brunnen. Dorthin konnte man durch ein Tor in der Grundstücksmauer gelangen. Beim Hindurchspähen durch die Bretterritzen sah man, wie eine einfach gekleidete Frau mit einem Krug Wasser aus dem Brunnen entnahm und durch einen Hintereingang wieder ins Haus ging. Von der südwestlichen Ecke des Hauses verlief eine weitere Mauer bis zum Nachbarhaus. Diese Mauer hatte keine Öffnungen. Beim Nachbarhaus handelte es sich um ein einstöckiges Gebäude, welches einen Zugang zum Flachdach hatte. Vom Dach aus erhob sich ein kleiner Rundturm mit einer Kuppelspitze. Sigrun spähte von der Straße aus durch die Fenster ins Erdgeschoss. Auf der Südseite blickte man zuerst in einen großen Speisesaal mit einem u-förmigen Tisch für ca. 15 Personen. Rechts daneben befand sich der Raum mit dem Labor. Die Tische glänzten noch feucht von den Reinigungsarbeiten nach Feierabend. Auch in der Ostwand gab es ein Fenster zum Labor. Außerdem war da noch die große Doppeltür. An zwei Nägeln hing ein Schild, das anzeigte, dass der Laden geschlossen war.


    Sigrun stieg die steile Holztreppe zum Flachdach des Nebengebäudes hinauf. Damit hatte sie einen Blick auf den Hintereingang und den Garten. Immer wieder ging eine Person zum Brunnen. Dabei konnte man einen Blick in die Küche des Alchemistengebäudes erhaschen. Sigrun näherte sich der Tür des kleinen Rundturms. Das Schloss war kein Hindernis und nach dem Öffnen der Tür stieg die Thorwalerin die Wendeltreppe hinauf. Dort fand sie einen kleinen Arbeitsraum mit einem kleinen Bücherregal, einem Arbeitstisch und einem Teleskop. Die Bilder auf den Pergamenten zeigten Sternenkonstellationen, wie sie in Niobaras Büchern auftauchen. Kurzerhand wurden diese Karten eingepackt. Im Regal standen zwar Bücher, deren Titel sich der Leseunkundigen nicht erschlossen. Das schwere Messingrohr mit den Glaslinsen war einfach zu unhandlich, um es so mitzunehmen. Also ging es wieder zurück auf des Flachdach.


    Sigrun balancierte auf der Mauerkrone [Körperbeherrschung +] zum Alchemistengebäude hinüber. Sie erhielt so Zugriff auf die Fenster im ersten Stock, welche in einen Rauchsalon führten. Schnell war der Fensterriegel geöffnet und die Nordfrau stand in dem großen Raum. Es gab mehrere kniehohe Tischchen mit darum abgelegten großen Kissen. Außerdem stand dort noch ein großes Doppelbett zur Entspannung.


    [Es wurden Verbergenproben gegen die Sinnesschärfe der Alchemistin geworfen, die das obere Stockwerk bewohnte. Die erste Probe gelang (Einstieg durchs Fenster), bei der zweiten Vergleichsprobe siegte die Alchemistin, mit einem ähnlichen Ergebnis endete auch die Versteckenprobe im Zusammenhang mit dem Bett]


    Während Sigrun sich den Raum näher anschaute bemerkte sie jemand, der im angrenzenden Treppenhaus herum lief und nach der Dienerschaft fragte. Sigrun versteckte sich hinter dem Bett. Die Tür zum Treppenhaus öffnete sich und eine mittelalte Frau mit einer Lederschürze betrat den Raum. Die Frau machte ein paar Schritte in den Raum und entdeckte die Thorwalerin. Auf Ansprache wies die Alchemistin darauf hin, dass sich der Eingang unten befand und das Geschäft geschlossen war. Sie forderte die Fremde auf zu gehen. Sigrun kalkulierte ihre Chancen und startete einen Überraschungsangriff. Sie bekam die Alchemistin in einen Festhaltegriff. [Ausweichenprobe Alchemistin kritischer Erfolg]. Unter wildem Gezappel gelang es der Laborfrau in ihre Schürze zu greifen und sie holte eine Phiole hervor, welche sie am Ellenbogen der Thorwalerin zerschlug. Die Schnitte in der Hand nahm die Alchemistin hin. Sofort breitete sich ein beißender Geruch aus und das nackte Fleisch von Sigruns Arm begann zu rauchen. Sigrun musste den Griff lösen.


    Der Rest der Gruppe stand auf der Straße. Die scharfen Augen des Elfen konnten sehen, wie zwei Figuren im ersten Stock mit einander rangen. Nachdem die Laborantin nur frei war, machte sie sich rückwärts auf den Weg zur Tür. Sigrun bückte sich und versuchte ihr den Teppich unter den Füßen wegzuziehen. Dies gelang nicht, dafür kam eine weitere Säurephiole geflogen. [Patzer im Angriffswurf] Das Geschoss flog weit an der Thorwalerin vorbei und zerschellte am Türrahmen eines Fensters. Das bekannte Zischen und Rauchen zeigte an, dass die Säure ihre Arbeit tat. Das Fensterglas zerbarst und rieselte auf die darunterliegende Straße. Die Alchemistin hatte nun das Treppenhaus erreicht und warf die Tür hinter sich zu.


    Nun war Eile geboten. Sigrun verbarrikadierte die Tür mit einem Regal und setzte den Teppich in Brand. Schnell füllte sich der Raum mit schwarzem Rauch, welcher durch das geöffnete Fenster auf die Straße wehte. Dann nahm die Thorwalerin das offene Fester auf die Mauerkrone, hängte sich an selbige und ließ sich dann den restlichen Schritt auf die Straße fallen. [Fallschaden wurde durch Körperbeherrschung ausgeglichen] Anschließend rannte Sigrun in eine Seitenstraße und verließ den Tatort.

  • Aus dem Alchemistengebäude schallten die ersten Alarmrufe wegen des Feuers. Sonea, Selhira, Imion und Thorn eilten zur Vordertür. [Kraftakt Sonea, pro QS 1W6 Schaden am Türriegel mit 10 Strukturpunkten Stärke] Die Schulter der Ingerimmgeweihten prallte gegen die Tormitte. Mit einem lauten Knacken zerbrach der Holzbalken im Innern und gab den Zugang zur Empfangshalle frei. Imion und Sonea rannten die Treppe hinauf in den ersten Stock, während sich Thorn und Selhira das Labor ansahen.


    Die Alchemistin und ihre zwei Diener nahmen die Hilfe der beiden Heraneilenden gerne an und gemeinsam konnte mit dem Brunnenwasser das Feuer gelöscht werden. Sonea verwickelte die Alchemistin und die Diener in ein Gespräch und verschaffte so den beiden Kollegen im Erdgeschoss Zeit sich genauer umzusehen. Bei dem Gespräch kam heraus, dass sich im Keller ein paar Dämonenverehrer eingenistet hatten. Mit Drohung und Erpressung hatte man die drei Bewohner gefügig gemacht. Gegen acht Gegner war auch Widerstand zwecklos. Eine Flucht hätte im Tod der Zurückgebliebenen geendet. Schließlich waren die Kultistinnen bereit auch etwas vom Gewinn der Zauberpaste an die Alchemistin abzugeben. Und so hatte sich eine Symbiose entwickelt. Die Alchemistin war aber nicht abgeneigt, die Beziehung zu den Besatzern zu beenden.

    Sonea übergab den drei Bewohnern einen Dukaten und versprachen sie nach dem „Aufräumen“ in der Gaststätte abzuholen. Als Dank schenkte ihnen die Alchemistin einen Waffenbalsam, der auf dem Tisch im Labor lag. Daraufhin verließen die Drei das Gebäude.


    Zwischenzeitlich untersuchten Selhira und Thron das Labor. Es stellte sich heraus, dass die dämonische Schönheitssalbe hier wohl nicht hergestellt worden waren. Typische Behälter und auch die Rohstoffe waren hier nicht zu finden. Dafür konnte Thorn einen Waffenbalsam vom Labortisch erbeuten. Selhira fand im Regal einen roten Trank mit der Aufschrift „Dunkelelf“.


    [Hier kommt das „Deck of many Drinks“ zum Einsatz. Das Deck enthält diverse Tränke mit Wirkungen, die am D&D-Universum angelehnt sind. Auf den Karten sind die Spielwerte beschreiben und aus dem Beigleitheft lassen sich die Rezepte für das Reallife entnehmen.


    Der Trank „Dark Elf“ erschafft um den Genießer herum eine Kugel der Dunkelheit (die nur mit Nachtsicht zu durchdringen ist, Durchmesser 3 Schritt), welche eine Minute (10 Kampfrunden) anhält. Anschließend tritt aus der Dunkelheit der Trinker mit der illusorischen Rüstung eines Dunkelelfen hervor, welche ihm einen +2 Bonus für eine Einschüchterungsprobe gewährt, bevor sie sich nach 10 Minuten in Luft auflöst.


    Rezept: 2 Teile weißer Rum, 1 Teil Pfirsichschnapps, 3 Teile Kirschsaft (so dunkel wie möglich, Stichwort DARK Elf“, 2 Teelöffel Grenadinesirup, Als Deko noch ein Spieß mit vier Cocktailkirschen. Die flüssigen Teile werden mit Eis im Shaker gemischt, dann in ein Martiniglas abgesiebt und mit dem Kirschspeer garniert.


    „Entrenched in shadow, this cocktail tastes sweet, but has a bite to it that may intimidate the weak-hearted.“


    Weitere Rezepte folgen. Nur damit man sieht, dass wir uns hier nicht in irgendwelchen Welten, ohne Auswirkungen auf die Realität, bewegen.]


    Selhira und Thorn warteten bis die drei Bewohner das Haus verlassen hatten, dann ging es hinab in den Keller. Der bestand aus zwei Räumen. Einem Vorratslager für Speisen und einem angrenzenden Labor zur Zubereitung der Dämonensalbe. Bei der Absuche entdeckten die beiden Recken, dass man einen Teil der Regalwand verschieben konnte und so eine Geheimtüre freilegte. Die Kratzspuren auf dem Boden ließen auf regen Gebrauch der Türe schließen. Nun war es Zeit alle Helden zu sammeln und Kriegsrat zu halten. Am Ende verkleideten sich die beiden Menschen (Sonea und Selhira) in Dienergewänder aus dem Kleiderschrank der Bediensteten. Die Suppe in der Küche wurde mit Kukris gewürzt und anschließend den Kultisten im Geheimraum serviert. So der Plan.


    Als sich die Geheimtür öffnete kam man in einen seltsamen Raum. In der hinteren linken Ecke standen zwei Frauen. Eine hatte eine außergewöhnliche Wespentaille. Das Gesicht der anderen war mit einem Schleier gedeckt und in ihrem Gürtel steckte eine Peitsche mit Dornen. Auf Kommando wurde das Essen auf den Tisch gestellt. Das Zentrum des Raumes wurde durch ein Heptagramm eingenommen, in welchem ein Dämon gerade seine Tentakel in diversen Körperöffnungen von drei Kultistinnen versenkte. Den Frauen schien das zu Gefallen, Schmerzensschreie klingen anders. In der hinteren rechten Ecke waren drei Kultanhänger damit beschäftigt eine schrittgroße Kröte, mit vielen Augen auf dem Rücken, abzuschaben. Der Schleim wurde in Tonschalen abgestreift. Manchmal leckte einer der Gestalten seinen Schaber ab und ein wohliger Schauer erfasste seinen Körper. Mehr konnte man ohne aufzufallen nicht feststellen und die beiden Heldinnen verließen den Raum.


    In den folgenden 10 Minuten Wartezeit tat das Einnahme- und Waffengift seine Wirkung und verwandelte die Anführerin mit Leibwächter in totes Fleisch. Die anderen Gestalten waren so in ihrer Trance vertieft, dass sie die weltlichen Dinge nicht mehr interessierten.


    Die nächste Sitzung findet am 07.07.2026 statt.

  • 284. Spieltag (07.07.2026)


    Kampfbereit öffneten die Helden zum zweiten Mal die Geheimtür. Die Kultisten waren immer noch mit den gleichen Tätigkeiten beschäftigt. Es war also keine Eile geboten.


    Sonea sprach die Liturgie Versteinerung auf den Tentakeldämon, Selhira versperrte die Tür durch einen Dämonenwall, Imion zauberte einen Axxeleratus auf sich selbst und Sigrun zielte sorgfältig für einen meuchelnden Schuss. Dann eröffneten die Helden den Kampf.


    Der Pfeil des Kurzbogens traf und setzte sofort einen Kultisten außer Gefecht. Zusammen mit der Liturgie auf den Dämon hatte die Gruppe nun die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zirkels erreicht. Imion schlug auf eine der Kultisten beim Tentakeldämon ein, der auf den wundervollen Namen Zogh´Slot hörte. Dafür rannten die drei verbliebenen Krötenkultisten in seine Richtung, wobei eine der Frauen nicht auf Nahkampfreichweite herankam. Imion musste sich nun dreier Gegner erwehren. Selhira trat an den Beschwörungskreis des Zogh´Slot heran und schlug auf eine Kultistin ein, damit machte sie sich zum Ziel des Dämons. Dieser versuchte mit drei Tentakel nach der Geweihten zu greifen. Zwei bekamen die Borongeweihte in ihren Haltegriff. Sonea belegte die Türöffnung noch mit einer Flammenwand. Niemand würde diesen Raum verlassen.


    In den folgenden Kampfrunden wurden die Kultisten einer nach dem anderen ausgeschaltet, wobei es zu diversen Patzern und kritischen Erfolgen kamen. Einer der Angreifer zerbrach seinen Dolch. Sonea verlor das Gleichgewicht und stürzte. Großen Schaden konnten die Menschen mit ihren Dolchen nicht anrichten. Der Krötendämon zog sich ängstlich in eine Ecke des Raumes zurück. Nachdem die Helden die Überhand über die Kultisten gewonnen hatten, betrat Sigrun den Raum, stellte eine Sichtverbindung zum Bhurkhesch her und vernichtete ihn mit einem einzelnen Schuss aus ihren Kurzbogen. Aufgrund der Weihung durch die Rahja-Geweihten verursachten die Waffen der Helden doppelten Schaden bei den Dämonen aus Belelkels Reich.


    Am längsten zog sich das Gefecht mit dem Zogh´Slot hin. Er griff mit drei Tentakeln und einem Biss an. Selhira war lange Zeit sein einziges Ziel, hatte aber den Vorteil, dass sie noch innerhalb des Dämonenwalls stand und somit der Schaden des Außerweltlichen durch den Wall absorbiert wurde. Zwar konnte sie nach einem Waffenwechsel auf ihren Dolch einen der Tentakel durchtrennen, allerdings zeigte es sich effektiver sich mit einem Kraftakt aus dem Festhalten der Dämonenarme zu befreien. Sonea half zunächst Imion gegen die Kultisten und wechselte dann auf die Seite von Selhira als klar wurde, dass die menschlichen Gegner mit Hilfe von Sigrun zu besiegen waren. Damit teilten sich die Angriffe des Dämons auf. Als seine Lebensenergie sich dem Ende zuneigte ergriff er die Flucht. Als Gelegenheitsangriff verpasste ihm Sonea noch einen kritischen Schlag mit ihrem Hammer. Das war dann das Ende des Dämons und der Raum war gesäubert.


    Die Durchsuchung des Raumes wird am 14.07.2026 stattfinden.


    [Diesmal gab es nur einen kurzen Beitrag. Eine Einzelaufstellung der Kampfrunden bringt aufgrund der immer wieder kehrenden Angriffe der Vielzahl der Gegner keinen bedeutenden Mehrwert für den Leser. Der Kampf dauerte den ganzen Abend. Somit geht die Story nächste Woche weiter.]


  • Legende:


    großer Kreis = Dämonenwall (Der Geweihte erschafft eine Zone am Standort des Wirkers der Liturgie. Dämonen können in die Zone eindringen, allerdings werden ihre gewöhnlichen Angriffe von der Kugel aufgesaugt wie ein Schwamm. Die Kugel kann insgesamt die Anzahl der eingesetzten Karmapunkte, zuzüglich der dreifachen Qualtitätsstufe, an Schaden absorbieren, bevor sie in sich zusammenfällt.)


    kleiner Kreis = Feuerwall (Der Geweihte erschafft eine drei Schritt hohe und 1 Schritt breite kreisrunde Wand aus Feuer. Er kann beliebig viele Personen von der Feuerwirkung ausnehmen. Jedes andere Wesen erleidet W6+QS Feuerschaden. Bei 1-3 auf dem W6 zieht sie sich den Status "Brennend" zu.)

  • 285. Spieltag (14.07.2026)


    Nun war es an der Zeit die Früchte der gefahrvollen Arbeit zu ernten. Da waren zunächst die 8 Dolche der Kultistinnen und die Neunschwänzige mit Dornen von der Leibwächterin. Rüstungen waren nicht aufzufinden. Dafür aber das Rezept für die Schönheitspaste und vier Unzen des gerade abgeschabten Bhurkhesch-Sekretes. Phelizitas schob das alles in ihre Tasche. Das Sekret ließ sich auch als Kontakt- und Einnahmegift verwenden. [sofortige Wirkung: w6 Schaden + 1 Stufe Verwirrung].


    Dann war da noch ein seltsames Fläschchen mit einen stark nach Knoblauch riechenden Geschmack. Das bedurfte noch einer weiteren alchimistischen Untersuchung.


    [Quelle: Düngeonmeister, Deck of many Drinks. Der Trank hat den passenden Namen „Breath Weapon“. Er bringt den Trinker dazu, seinen Mageninhalt sofort in die Umgebung zu entlassen. Unglückliche, welche im Säurestrahl stehen, erhalten 4w6 Schaden, welchen sie durch eine gelungene Körperbeherrschungsprobe halbieren können. Der Trank hatte aber auch den Nachteil, dass sich der Trinker nach einer Minute selbst entleeren musste, egal wo er gerade war. Das o.a Deck of many Drinks besteht aus 50 Cocktails, welche für die D&D-Welt entwickelt wurden. Der Witz bei der Sache ist, dass man auch nützliche Rezepte für die reale Welt bekommt. So besteht der Drink aus 2 Teilen Vodka + ½ Teil trockenem Vermonth, also ein Vodka-Martini. Der gängige Olivenspieß besteht aus einer mit einer Knoblauchzehe gefüllten Olive. Ob das schmeckt entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Knoblauchatem dürfte dem Kommunikationsbedürfnis an einer Bar optimal entgegenwirken.]


    Der Rest der Beute bestand aus einem Heiltrank, ein paar Edelsteinen und Münzen, sowie aus einem Paar Ohrringen und einer fingergroßen Götterfigur aus Holz. [Schatzkartendeck DSA].


    Dem Rahjatempel wurde Bericht erstattet und man erhielt dann noch eine Belohnung in Höhe von 10 Dukaten pro Held für die geleistete Arbeit. Auch wenn sich der Verdacht auf eine Handelsverschwörung nicht bewahrheitet hatte, zahlte die Fernhändlerin den vereinbarten Lohn dankend aus.


    ========Ende „Ein Fest für die Augen“=================


    Beim Frühstück wurde beraten, wo man als nächstes hinreisen soll. Sonea verabschiedete sich von der Gruppe. Die Interessen der Ingrimm-Geweihten lagen wohl nicht mehr in der weiteren Erkundung von Niobaras Vermächtnis. Den Weggang beobachtete ein einzelner Reisender. Der Mann in starker Rüstung trat an den Tisch heran und fragte, ob Interesse an einem starkem Arm bestand. Sein Korspieß ließ keinen Zweifel an der Profession des Neulings. Nach einem kurzen Personalgespräch wurde der Krieger in der Gruppe willkommen geheißen. Da es Hinweise auf weitere Erkenntnisse in Sachen Niobara in Khunchom gab, wollte man sich in diese Richtung bewegen. Allerdings lag Anchopal, eine Wirkstätte Niobaras, nur einen kleinen Schlenker neben an. Und so beschloss man nach dem Frühstück in diese Richtung aufzubrechen. Die erste Etappe bis Barbrück brachte man ohne Schwierigkeiten hinter sich. Die Straße war viel bereist und aufgrund der Nähe zum Hauptstadt absolut sicher. Dann ging es weiter nach Al´Berosmim. Das Hügelland zum Farsh Uruch Gebirge lag linker Hand. Der Verkehr hatte deutlich nachgelassen.


    Man kam an einem Sack heran, der neben der Straße lag. Neugierig wurde halt gemacht. Selhira näherte sich dem Behälter. Er bestand augenscheinlich aus einem rauhen Erntesack für Feigen mit einer eigentlich unpassenden Seidenkordel als Verschluss. Als sich die Geweihte dem Gebinde auf circa acht Schritt genähert hatte, verwandelte sich die Kordel in eine Speikobra, die sich aggressiv aufstellte und die Geweihte anfauchte. Die Frau rief den Rest der Gruppe herbei. Sigrun sah eine klaffende Falle für Seehunde, während Thorn eher dafür plädierte das Ding zum Fangen für Bären einzusetzen. Imion trat erschreckt zurück, als er in die stumpfen Augen eines abgeschlagenen Rehkopfes blickte. Man konnte sich nur dem Sack nähern, wenn man seinem Instinkt einen starken Willen entgegensetzte [Willenskraftprobe]. Aber es gab ja auch noch Fernwirkmittel in Form eines geworfenen Steines. Dieser traf zielgenau und brachte einen gedämpften Schmerzenslaut aus dem Sack mit sich. Sigrun ließ sich von der Falle nicht beeindrucken, die Dinger waren eigentlich harmlos, wenn man wusste wo man nicht hinfassen sollte. Sie zog den Sack auf die Straße. Dabei stellte sich heraus, dass er nur 10 Stein wog, so leichte Menschen gab es eigentlich nicht. Auch stellte sie fest, dass die Seehundfalle eigentlich doch nur eine Seidenschnur war. Nachdem sie den Verschluss gelöst hatte, schüttelte sie den Sack kräftig aus. Herauspurzelte ein Tulamide in guter Kleidung. Erschrocken legte er mit Blick auf die Schnur sofort den Rückwärtsgang ein. Sigrun untersuchte den Mann. Der bedankte sich in dem er seiner Retterin einen Edelstein entgegenwarf, welchen Sigrun folgsam auffing. Phelizitas untersuchte den Sack und die Schnur, aber außer der Erkenntnis, dass beides magisch war, stellte sie nichts weiter fest. Thorn warf einen Stein in den Sack und beobachtete, wie dieser in der Dunkelheit verschwand. Der Zwerg kroch dann in den Sack hinein, um den Stein wieder zu finden. Allerdings musste er sehr weit hineinkriechen, so dann nur noch seine schweren Stiefel im aranischen Sonnenschein zu sehen waren. Schnur und Sack wanderten in das Gepäck der Helden.


    Nun war es an der Zeit dem Befreiten ein paar Fragen zu stellen. Der erzählte, dass er in Nasir Malkid im Gedränge eines Teehauses einer Katze auf den Schwanz getreten sei. Die rothaarige Besitzerin hatte das gar nicht lustig gefunden. Im weiteren „Gespräch“ sei er dann in dem Sack gelandet. Wobei er zunächst zum Haus der Frau gegangen war, eigentlich war die Fremde doch eine vertrauensvolle Person gewesen. Der freundlichen Bitte mal in den Sack zu kriechen, konnte man einer so bezaubernden Person gar nicht abschlagen. Das Ganze war dann ziemlich unschön geworden, als der Sack verschlossen worden war. Voller Angst und Abscheu habe er sich in die letzte Ecke des doch recht großen Sackes verkriechen müssen. Der Rest war dann noch eine Transportgeschichte, welche mit einem harten Aufprall auf die Straße endete. Wenn dann keine weiteren Fragen wären, würde er sich gerne, mit aller Höflichkeit, von der Örtlichkeit entfernen. Da dem nichts entgegenstand, konnte den Mann gehen.


    [Die Szene kommt aus dem Deck of Sidequests von Düngeonmeister, welches 75 universelle Nebenquests umfasst. Auf der Vorderseite der Karten ist die Szenerie beschrieben. Auf der Rückseite finden sich dann Hinweise zum Abschluss der Szene, je nach Verhalten der Gruppe. Die hier verwendete Karte trägt den Titel „in the Bag“. Auch dieses Deck ist eigentlich für die D&D-Welt konzipiert und musst etwas angepasst werden. Einen Bag of Holding (hat Platz für 150 Pfund Dinge, die aber nur 20 Pfund beim Tragen wiegen), gibt es eigentlich in der DSA-Welt nicht. Gleichwohl, wird er auch hier seine Nützlichkeit unter Beweis stellen. Gepaart wurde das Ganze dann noch mit dem DSA-Zauber „Hexenknoten“ für die Kordel.]


    Die Helden bezogen in Al´Berosmim Quartier und hörten sich dort mal nach einer Person um, die auf die Beschreibung vom Befreiten passte. Man fand heraus, dass in Nasir Malkid eine Katzenhexe bekannt war, welche sich um die Leute kümmerte, auch wenn das aufgrund des Perainetempels nicht notwendig war. Am nächsten Morgen reiste man in die Provinzhauptstadt des Sultanats Gorien. Man kam in der Karawanserei in der ehemaligen Festung Krak Muakkir unter. Im 35-Tage-Krieg war sie zerstört worden und die Reiterei hatte in der Zwischenzeit eine neu Kaserne gefunden. In der Stadt mit 2200 Bewohnern fand sich auch der Orden der Gesegneten Heilerschaft der Peraine-Gläubigen, auch Therbûniten genannt, der ist ein vom Heiligen Therbun von Malkid gegründeter Orden, der sich der Heilung und Versorgung Verwundeter verschrieben hat.


    Die weitere Reise wird Thema am 21.07.2026 sein.

  • 286. Spieltag (18.07.2026)


    Anchopal, am Rande der Gorischen Wüste gelegen. Eine herrlich symmetrische Stadt. Kreisrund. Mit Aquädukt. Stadttore in alle vier Himmelsrichtungen. Auch wenn unter Hasrabals Herrschaft der Peraine-Tempel vor die Stadt verlegt wurde. Wollte man doch Konflikte mit den Rastullah-Gläubigen verhindern. Zu den 3 000 Einwohnern gesellten sich je nach Jahreszeit noch bis zu 500 Pilger. Die Helden mieteten sich in die Karawanserei der Mada Basari ein. Nach einem zwölfstündigen Reisetag wollte man sich nur noch den Staub vom Körper waschen. An Wasser mangelte es hier nicht.


    Am folgenden Morgen wurden die Überreste von Niobaras Observatorium besichtigt. Es gab eine frische Stelle mit Erdarbeiten und der Bereich um den Rundturm war abgesperrt. Ein Gedenkstein erinnerte an einen Unfall, bei dem zwei Ordensmeister des ODL (Ordo Defensores Lecturia) ums Leben gekommen waren. Nach Tarsilin von Borbra hatte Faredeon ibn Aylanora die Leitung der Grauen Stäbe übernommen. Eben diesen wollte man aufsuchen, um sich weitere Informationen zu Niobara zu beschaffen. Der Adept empfing die Heldengruppe im Ordenshaus, welches gleichzeitig auch das südliche Stadttor bildete. Meister Faredeon war leider nicht zu sprechen. Er hatte sich vor ein paar Tagen auf den Weg nach Süden gemacht. Dort sei ein Meteor in ein Mogulenhügelgrab eingeschlagen. Ashtarra Okharim, Leiterin der Adamant-Laboratorien, hatte um Hilfe ersucht. Der Tochter des Akademieleiters von Khunchom schlug man ohne triftigen Grund eine solche Bitte nicht ab. Der Adept konnte berichten, dass es zu einem Gewölbeeinbruch zwischen Niobaras Turm und dem Akademiegebäude gekommen war. Das war aber schon zwei Jahre her. Der Einsturz hatte zwei Ordensmeister begraben und man hatte beschlossen die Leichen nicht mehr zu bergen, nachdem klar war, dass keine Überlebenschance bestand. Darauf hin hatte man auch die Kellergewölbe, die einer logischen Linie von Turm folgend, den Endbereich des eingestürzten Tunnels bildeten, untersucht und auch eine Kellerwand eingerissen. Dahinter sei ein bislang unbekanntes Gewölbe aufgefunden worden. Auf einem Podest sei eine Ledertasche mit Inhalt festgestellt worden, welche von Meister Faredeon sichergestellt wurde. Über den genauen Inhalt wusste der Adept nichts. Allerdings seien in den Regalen mehrere uralte Bücher aufgefunden worden, welche sich gerade bei der Restauration befänden. Auf Bitte der Helden wurden diese in den Raum geführt.


    Viel war nicht mehr geblieben. Die morschen Regale waren abgebaut worden. Nur noch das leere Steinpodest in der Mitte war da. Von den Kanten des Podestes gingen, wie bei einer Kompassrose, Fugen im Boden in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Die Enden der Fugen waren mit geraden Wänden miteinander verbunden, so dass ein achteckiger Raum entstanden war. Die Decke lief zu einer Spitze über dem Podest zusammen. Deckengemälde suchte man hier vergeblich, also musste die alte Ledertasche Hinweise enthalten. Es waren auch keine Silbernägel wie in Wagenhalt feststellbar. An die Tasche, bzw ihrem Inhalt, kam man aber ohne Erlaubnis von Meister Faredeon nicht heran. Auch die nachfolgende Besichtigung von Niobaras Turmruine brachte keine neuen Erkenntnisse. Zwar waren noch dunkelblaue Farbreste in den Schattenbereichen der Vorsprünge und der Treppe feststellbar. Aber das brachte die Helden auch nicht weiter. Es blieb wohl nichts anderes übrig, als sich mal mit dem Ordensmeister zu unterhalten. Also machte man sich auf die dreitägige Reise.


    ===Beginn Beschreibung der Unendlichkeit; Anthologie Dämonenmacht===


    Das Zielgebiet lag bei Ehristar, auch am Rande des Tafelberges mit der Gorischen Wüste gelegen. Der feine rote Sandstaub hatte sich mit dem Staub aus dem Einschlag über die Gegend gelegt. Zwei Meilen vor dem Grab gab es ein kleines Hüttendorf. Durch das Dorf führten die Räderspuren von Karren, die die Richtung zum Grab wiesen. [Probe auf Sinnesschärfe] Bei der Untersuchung des verlassenen Dorfes nahm Sigrun zwei Frauenstimmen wahr. Als man näher an die Hütte trat, war klar, dass sich eine jüngere Stimme mit einer älteren Stimme stritt. Auf ein Klopfen an der Tür öffnete eine junge Tulamidin. Sie erklärte, dass ihre starrsinnige Großmutter sich weigerte die Siedlung zu verlassen. Der Mann der jungen Frau war bereits mit der Schafherde weggegangen. Gras gab es hier bis zum nächsten heftigen Regen nicht mehr. Eine Befragung der beiden Frauen ergab, dass sie den Meteoreinschlag beobachten konnten. Zunächst habe der Stern geflackert und sei dann eine halbe Stunde später eingeschlagen. Die junge Frau konnte beobachten, wie sich die Richtung der Flugbahn des fallenden Sterns geändert hat. Der Stern war in Richtung Grab abgebogen. Die Großmutter suchte die Verantwortung bei den Magiern in Khunchom, welche sich in dem Mogulengrab eingenistet hatten. Sie gab auch an, dass sie ihre Enkelin mehrmals angewiesen habe, die Schafe nicht beim Grab fressen zu lassen. Man wisse ja nicht, was das magische Gras mit den armen Tieren anstelle. Der Konflikt mit der Abreise konnte nicht geklärt werden. Jedenfalls zogen die Helden nach einiger Zeit weiter. Sigrun machte noch einen Durchgang durch das Dorf, musste aber enttäuscht feststellen, dass die ehemaligen Bewohner alles Wertvolle mitgenommen hatten.


    Die Gruppe traf beim Zeltlager der Magier ein. Im Hintergrund sah man den Eingang ins Hügelgrab. Hinter dem Eingang erhob sich eine ungesund leuchtende blaue Rauchwolke in den Himmel. Man sah Magier, die sich über irgendwelches Kartenmaterial beugten. Ein Zelt war eine Krankenstation. Dahinter erhob sich ein neues Gräberfeld. Die Ritter des Immerwährenden Kampfes bewachten das Areal und führten die Helden zur Expeditionsleitung. In einem Zelt mit hochgerollten Wänden verrichteten Ashtarra Okharim und Ordensmeister Faredeon ihren Dienst. Sie erhielten Unterstützung von Magistra Orana Kellwig und deren Tochter Faiza, beide kamen von der Drachenei-Akademie zu Khunchom.


    Faredeon wurde auf die Ledertasche angesprochen und versprach bereitwillig seine Erkenntnisse zu teilen. In der Tasche sei eine Metallscheibe gewesen. Außerdem wurde durch die beiliegenden Schriftstücke mitgeteilt, dass man das Grab des Siegels suchen soll. Hierzu hatten die Helden bereits die Kenntnis, dass eine der Lehrlinge Niobaras den Beinamen „das Siegel“ erhalten hatte. Diese Frau soll in der Nähe von Rashdul beigesetzt worden sein. Die dortige Niederlassung des ODL, so meinte Faredeon, hätte wahrscheinlich Aufzeichnungen darüber. Allerdings warnte Faredeon davor, zu offenkundig mit dem Wissen um sich zu werfen, da er den starken Verdacht hatte, dass der Orden durch Hasrabals Spione unterwandert ist. Sollte der Sultan auch nur ansatzweise den Verdacht hegen, dass ein mächtiges Artefakt zu finden sei, hätte die Gruppe eine ganze Feindesschar gegen sich.


    Ashtarra bat die Helden um Unterstützung. Nach dem Einschlag seien noch ein paar Kollegen der Adamantenen Labore im Grab vermisst. Der Meteor verbreite eine gefährliche Strahlung, was dazu führe, dass man bereits nach kurzer Zeit das Grab wieder verlassen müsse. In diesem Moment wankte eine Wächterin mit einer bewusstlosen Magierin in den Armen ins Lager. Kaum war diese Last von ihr genommen, brach sie zusammen. Die Adern traten schwarz hervor, die Augen brannten in blauem Feuer, überhaupt schien die Frau von einem blauen Leuchten überzogen. Erst kamen die Krämpfe, dann der Tod. Ashtarra erklärte, dass es sich hier um Sternenfieber handelte. Länger als 30 Minuten sollte man sich nicht der Strahlung aussetzen. Allerdings klangen die Symptome auch wieder nach einer halben Stunde ab, so dass man sich wieder der Strahlung aussetzen konnte. Sie stellte der Gruppe Werkzeuge, Heil- und Zaubertränke zur Verfügung und auch ein Visalter Ei, damit die Zeit genau beurteilt werden konnte. Anschließend übergab sie noch eine Karte von zwei der drei Ebenen des Grabes. Sie machte klar, dass alle geborgenen Artefakte im Eigentum der Drachenei-Akademie bleiben werden. Einer Nutzung derselben durch die Gruppe, zumindest bis zur Abgabe, stand nichts im Wege. Außerdem hätte sich gezeigt, dass Koschbasalt für die Strahlung undurchdringlich sei. Deshalb gab es auch ausreichend Transportkisten in unterschiedlichen Größen, um die verseuchten Artefakte zu bergen.


    Am 28.07.2026 wird die Gruppe in das Mogulengrab eindringen.

  • 287. Spieltag (28.07.2026)


    Die Gruppe beschloss noch am Nachmittag den ersten Vorstoß in das Mogulengrab zu wagen. Ashtarra Okharim sorgte dafür, dass sich die Helden nicht nackt den Gefahren stellen mussten. Neben Grab- und Kletterausrüstung wurden auch Heil- und Zaubertränke bereitgestellt. Damit man die Zeit genau messen konnte, die sich die Helden im magischen Strahlungsfeld bewegen würden, wurde ein Vinsalter Ei [aventurische Taschenuhr] überreicht. Es wurde nochmal klargestellt, dass die erste Etage die Adamant-Labore der Khunchomer Akademie darstellten und alle dortigen Gegenstände im Besitz der Akademie bleiben werden. Einer heldenhaften Nutzung stand dies natürlich nicht im Wege. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass mit einer abirrenden Wirkung der Artefakte ,durch die magische Überladung in Folge der Verstrahlung, zu rechnen sei.


    [Regeltechnisch wurde der Aufenthalt in den Räumen in Zeiteinheiten gezählt. In den Meisterkarten sind entsprechende Angaben enthalten. Die Tätigkeiten wurden mit Zeitmaßen versehen, die durch die Qualitätsstufen der Proben reduziert werden. Die Strahlung wird ab der 30sten Minute so stark, dass alle fünf Minuten körperlicher Schaden entsteht. Die ersten (leichten) Symptome zeigen sich bereits nach 10 Minuten. Die Abklingzeit entspricht der Bestrahlungsdauer, so dass man mehrere Besuche pro Tag durchführen kann. Außerdem schirmt Koschbasalt die Strahlung ab.]


    Das erste Gangstück zeigte an, dass das Bauwerk durch den Einschlag ordentlich durchgeschüttelt worden war. Ein paar Leuchtsteine, welche eigentlich in Wandhalterungen angebracht sein sollten, hatten besagte Halterungen unfreiwilligerweise verlassen und hatten sich, den Gesetzen der Gravitation folgend, auf dem Boden niedergelassen. Je näher man dem Gangende kam, desto lauter wurden die Windgeräusche. Der erste Raum war wohl ein Empfangsraum gewesen. Zumindest bevor eine unheimliche Kraft alle Möbel und Gegenstände gegen die südliche Wand geworfen hatte. [Sinnesschärfe Hören] Ein leises Wimmern und Stöhnen waren durch den brausenden Wind zu vernehmen. Dieser Wind wurde durch einen sich wild drehenden Fächer verursacht, der in der nordöstlichen Ecke durch die Luft tanzte. Der Kor-Geweihte legte sich auf den Boden und robbte unter den Fächer. Mit einem mutigen Griff [Körperbeherrschung] gelang es ihm unbeschadet das Zentrum des Fächers zu greifen und diesen zu schließen. Eine mitgeführte Schnur sollte das Öffnen des Windwerkzeugs verhindern. Dann wanderte der Gegenstand in den Nimmervollen Beutel. Sollte sich die Schnur lösen, dann hätte man einen sogenannten Windsack. Nachdem man nun nicht mehr durch die Luft bedrängt wurde, war es möglich die Trümmer an der Ostwand [Gruppensammelprobe Steinbearbeitung oder Kraftakt] zu beseitigen. Darunter kam eine verschüttete Magierin zum Vorschein. Am Ende ihrer Kräfte und mit einem blauen Feuer auf Augen und Haut, wurde sie nach draußen verbracht und in ärztliche Obhut gegeben. Dass der Meteor die östliche Wand des Raumes zerstört hatte, war nur eine kleine Begebenheit. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte man die Trümmer der Artefaktwerkstatt sehen. Den Krater wollte aber niemand überqueren, lieber suchte man sich eine Umgehungsroute. Die gerettete Magierin konnte den Helden die Räumlichkeiten der ersten Ebene erklären. Dort befand sich auch ein Artefakttresor aus Koschbasalt.


    Nach einer kurzen Wartezeit ging es wieder hinein. In der nördlichen Wand des Empfangszimmers gab es eine Tür, welche zu einem Alchemielabor gehörte. Als Phelizitas die Tür öffnete, sah sie über einen weißen Rauch hinweg, welcher den Raum bis auf Brusthöhe gefüllt hatte. Mit einem leichten ätzenden Geruch floss der Nebel in den Empfangsraum und bereitete sich schnell aus. Das nun auftauchende Labor war eine Trümmerwüste. Alle Fläschchen und Phiolen waren auf dem Boden zerschellt und hatten einen Scherbenhaufen hinterlassen. Da machte dann das umgekippte Regal keinen großen Unterschied mehr. Natürlich machte man sich auf die Suche nach Brauchbaren. Thorn fand einen Handspiegel mit zwei Spiegelflächen. Den Spiegel steckte er ohne weitere Untersuchung hinter seinen Gürtel.


    Aus dem Labor führte hinter der nördlichen Tür ein kurzer Gang, welcher ein paar Schritt gerade verlief, bevor er einen Knick nach Osten machte. Der Raum war verschüttet und musste erstmal freigelegt werden. Hier zeigte sich, dass die Meisterschaufel Thorns nicht zu verachten war. Es war eine gute Entscheidung gewesen, das aus einem Brunnen geborgene uralte Werkzeug aufzuarbeiten. [spieltechnisch war die Probe mit einer Doppel-Eins ein kritischer Erfolg gewesen, was dazu führte, dass die Schaufel eine Qualtiätsstufe bei Grabarbeiten addierte.] Alle Expeditionsteilnehmer wussten genau wenn DIE SCHAUFEL zum Einsatz kam, machte Thorn bei jeder Einsatzgelegenheit ein riesiges Aufheben um sein meisterliches Schmiedestück. Erleichtert stellten die Helden fest, dass sie bereits nach kurzer Zeit zum Abzweig in Richtung Artefaktkammer kamen. Der Weg dorthin war dank der stabilen Bauweise frei geblieben, während der weitere Gang in Richtung Osten erst freigemacht werden musste. Da aufgrund der räumlichen Enge nur vier Arbeiter am Werk sein konnten, hielten sich Phelizitas und Imion zurück. Der Waldelf kämpfte mit der Enge des Gewölbes, irgendwie war zwischen den Bäumen im Wald mehr Platz.


    Die Artefaktkammer war leer. Allerdings brachte man gerade sechs Personen dichtgedrängt stehend unter. Somit war für ein Nachtlager hier kein Platz. Imion konnte erst mit Hilfe eines magischen Armreifs den Raum betreten. Der PSYCHOSTABILIS vertrieb seine Raumangst. Allerdings hatte das Artefakt jetzt nur noch eine Ladung für den weiteren Gebrauch, aber ein Aufladen dürfte für die Artefaktmagier aus Khunchom wohl nur eine kleine Unannehmlichkeit darstellen. Nach der Abklingzeit machte man sich an das Freilegen des östlichen Gangteils, welches dann in südliche Richtung abbog. Die Tür zum nächsten Raum wurde geöffnet. Auf den ersten Blick schien es sich hier um die Verkaufsräumlichkeit zu handeln. Diese wollte man aber erst bei einem weiteren Anlauf erkunden. Das Sternenfieber verursachte bereits die ersten leichten Körperschäden.


    Als die Gruppe ins Abendlicht trat machte sich Entspannung breit. Die Gruppe wurde von Faiza Kellwig angesprochen und über die Erkundungsergebnisse befragt. Beim Gespräch kam heraus, dass ihre Liebschaft in der Anlage vermisst wurde. Faramud hatte in den Werkstätten gearbeitet als der Einschlag kam. Faiza bot an sich der Gruppe anzuschließen und bei der Suche zu helfen. Dieses Angebot musste aber abgelehnt werden, da der Platz in der Artefaktkammer bereits jetzt vollständig belegt war. Die Mutter von Faiza, Orana Kellwig hörte aus einiger Entfernung zu. Sie unterstützte die Helden in ihrer Entscheidung, zumal sie keine Überlebenswahrscheinlichkeit für Faramud sah, nachdem die Magierin, die die Helden aus dem Empfangsraum gerettet hatten, kurz vor dem Ableben gestanden hatte. Ein Überleben bei der Strahlungsmenge wäre eigentlich nur in der Artefaktkammer möglich gewesen, aber die war leer aufgefunden worden. Nach diesem Gespräch konnte man den Abend ausklingen lassen und sich zur Nachtruhe begeben. Die Zeltunterkunft war zwar nicht so bequem wie ein Bett, aber ausreichend für eine Regenerationsphase.

  • Frisch, fromm, fröhlich, frei, ging es am nächsten Morgen nach dem Frühstück weiter. Da man tags zuvor bereits den Weg frei gemacht hatte, erreichte man nach einer kurzen Ruhepause in der Artefaktkammer die Tür zum Verkaufsraum. Thorn machte den ersten mutigen Schritt in den Raum hinein und wurde von einem lauten Knacken aus Richtung Decke begrüßt. Ein Ausweichen gelang nicht mehr und der Zwerg wurde von den Steinen getroffen. Kurz darauf war Donnergrollen zu vernehmen und es begann wie aus Kübeln zu regnen. Das Wasser stieg unaufhörlich und hatte die Sohlenstärke der Zwergenstiefel bereits überschritten. Wenn das so weiter ging würde der Raum in 5 Minuten komplett geflutet sein. Und wir sprechen hier nicht von einer kleinen Artefaktkammer, sondern von einem Verkaufsstudio mit Auslagetischen und eine Vortragsplattform samt Dokumentenhalterungen. Die Gruppe drängte in das Wasser und machte sich auf die Suche nach dem Auslöser des Wetterphänomens. [Gruppenprobe auf Sinnesschärfe Tasten] Man wurde fündig, als das Wasser bereits kniehoch im Raum stand. Eine Kette mit einem Amethyst. Phelizitas schaute sich das gute Stück an und erkannte, dass der Stein in der Fassung drehbar war. Eine halbe Umdrehung später hörte der Regen auf. Nun konnte man sich die Ausstellungsstücke ansehen. Eragon, der Kor-Geweihte stand vor einem bogenförmigen Klettergerüst, wie es jeder gute Rosengarten vorzeigen kann. Das blaue Leuchten des Metalls hielt ihn davon ab mal hindurchzulaufen. Die Öffnung des Nimmervollen Beutels war aber für eine Mitnahme zu klein, so dass das Artefakt an Ort und Stelle blieb. Sigrun fand eine Ansammlung von faustgroßen, tiefschwarzen Kristallen. Ein leichtes Summen und Vibrieren waren zu hören und zu spüren. Da auch die Magierin keinen unmittelbaren Zweck in den Kristallen sah, ging man von Rohmaterialien aus. Die Dinger verschwanden im Beutel. Als letztes wurde man auf eine Schublade aufmerksam. Auf dem Samtkissen ruhten sechs flache Spieldosen, die wie ein Südweiser wirkten. Allerdings hab es hier nicht acht, sondern nur sechs Spitzen, welche in den Symbolen der Elemente endeten. Der Zeiger stand zwischen zwei Elementsymbolen und bewegte sich nicht. Alle Dosen wurden eingepackt.


    Dann ging es zurück an die frische Luft zum Abtrocknen. Man übergab die Kristalle und die „Spieldosen“ Ashtarra Okharim. Sie konnte erklären, dass es sich hier um Ortungsgeräte für bestimmte Elemente handelte. Allerdings noch in der Prototyp-Variante. Zeigten sie nur zweidimensional die Richtung für das gewünschte Element in der nächsten Entfernung. Was jetzt für Luft etwas unpraktisch war, da der Zeiger des Elementfinders sich sofort auf der Stelle zu drehen begann. Auch für Erz war das eher suboptimal, da der Detektor nicht die Tiefe angab, in welcher gegraben werden musste. Wie gesagt, es handelte sich um verbesserungswürdige Prototypen. Nach der Abklingzeit ging es wieder zurück zur Artefaktkammer.


    Diesmal verließ man sie durch den südlichen Zugang und gelangte in die große Artefaktwerkstatt. Schwarzer Rauch hatte die Kammer gefüllt und man sah zwischendurch hellen Feuerschein lodern. Zeit für den Windfächer sich mal richtig Luft zu machen. Der Rauch verschwand, allerdings brachte der frische Luftzug das Feuer erst richtig zum Brennen. Die Werkbänke aus Holz verwandelten sich langsam in Asche und die Metalle begannen zu schmelzen. An so einer Esse hatte der Zwerg seine helle Freude. Die wurde aber durch den Wolkenbruch getrübt, als Phelizitas mit dem Regenartefakt das Ganze ablöschte. Der schwarze Rauch verwandelte sich in weißen Dampf, welcher vom Windfächer über den Krater in der westlichen Wand in Richtung Ausgang getrieben wurde. Nachdem der Raum begehbar war, war klar, dass man sich hier nicht mehr nach Beute umschauen musste. Die Tür in der Ostwand, welche zum überfluteten Verkaufsraum führte, wie der feine Wasserstrahl am unteren Ende der Tür zeigte, ließ man getrost zu und ließ das Wasser langsam ablaufen. Bei der weiteren Untersuchung des Raumes fand man eine Treppe nach unten, sowie in der Südwand eine Öffnung zu einer weiteren Werkstatt. Die Treppe war zunächst uninteressant.


    In der kleinen Werkstatt herrschte absolute Stille. Die Gegenstände schwebten im Raum herum, da irgendwas die Gravitation außer Kraft gesetzt hatte. In dem Gewirr sah man einen Leichnam treiben. Eragon ließ sich ein Seil umbinden und „schwamm“ zu der Gestalt hinüber. Die graue Hautfarbe mit den schwarzen Adern machten deutlich, dass hier jede Hilfe zu spät kam. Also klammerte sich der Kor-Geweihte an dem Leichnam fest und ließ sich in Richtung Ausgang ziehen. Dann machte man sich auf den Rückweg. Beim Anblick ihres Geliebten brach Faiza zusammen. Ihre ganze Hoffnung auf ein glückliches Ende ging den Weg in Borons Hallen.


    Nach einer kurzen Wartezeit ging es wieder hinein in das Mogulengrab. Zunächst galt es noch die kleine Werkstatt zu erkunden. Es ist keine gängige Kunst sich mit Schwimmbewegungen und an den Wände entlang durch einen schwerelosen Raum zu bewegen. Aber der Zustand der Werkstatt war deutlich besser als der in den anderen Räumen. Thorn fand eine kleine Flöte, deren Kopf man drehen konnte. Sigrun fand einen Ohrring dessen Silberaufhänger durch eine kleine Kugel lief. In die Kugel war eine kleine Vogelfeder drehbar eingearbeitet. Zwei Dinge passierten gleichzeitig. Thorn schraubte den Flötenkopf ab und alle Geräusche kamen zurück. Sigrun dreht die Feder in ihrer Fassung und alle Gegenstände fielen zu Boden. Beide Helden verdankten ihrer Körperbeherrschung, dass sie ohne Fallschaden davonkamen. Nun konnten die anderen Helden den Raum durchsuchen. Hierbei fand Imion einen kleinen Krug mit einem Korken. Im Krug befand sich feinstes, dunkelgraues Pulver. Dann fand man noch ein Dutzend kleine Glaskugeln, die bei Benutzung in hellem Licht erstrahlen und es irgendwie schafften zu erlöschen, sobald jemand sie direkt ansah. Ein herrlicher Blendschutz, auch wenn dann die ganze Umgebung in befreiender Dunkelheit versank. Dann war da noch die Öllampe, die die Kraftlinien als Energiequelle nutzte. Schöne Sache, wenn man auf einem Knotenpunkt stand. Aber an wichtigsten waren die beiden Rubinringe, in deren Innern ein flackendes Feuer loderte. Das Feuer konnte in Form eines Flammenstrahls in die mit dem Finger weisende Richtung geschickt werden. Jeder Ring hatte zwei Ladungen. Damit konnte man herrliche Löcher in Freund, Feind und Gegenstände brennen.


    Dann stieg, nach einer kurzen Pause in der Artefaktkammer, Phelizitas als Erste die Treppe auf die zweite Ebene hinab. Sie kam im Thronsaal des Mogulen heraus. Der raumhohe Thron hatte unter dem Einschlag gelitten, als der glühende Meteor im Vorbeifallen die Rückseite des Sitzes verschmolz. Es gab also auch noch eine dritte Ebene. Ansonsten war die Decke des hallenförmigen Raumes mit Säulen abgestützt. Das Bodenmosaik zeigte eine riesige Sanduhr. Die Wandmalereien zeigten die alten tulamidischen Gottheiten. In der Nordostecke befand sich ein Durchgang, welcher zu einer weiteren Säulenhalle führte. Auf den ersten Blick schien der Boden Löcher zu haben. Aber hineingeworfenes Kies zeigte, dass der Boden nur unsichtbar war. Als Phelizitas ihren Zauberstab als Tastmittel nutzte, tastete sie plötzlich ins Leere, als sich der unsichtbare Boden in eine kleine Nebelwolke verwandelte. Eine Durchquerung des langen schmalen Raumes auf gut Glück würde wahrscheinlich in einem Aufschlag auf der dritten Ebene enden. Glücklicherweise hatte man das Gravitationsartefakt. Damit konnte man an das andere Ende gleiten. Der Leichnam eines Magiers lag dort auf dem Rücken. Auf Höhe des Baunabels hielt er eine Kristallkugel.


    Die weitere Erkundung wird am 04.08.2026 stattfinden.

  • 288. Spieltag (04.08.2026)


    Mit Hilfe des Nihilogravo-Artefakts wurde die Schwerkraft neutralisiert. Der unsichtbare und teilweise nicht vorhandene Boden wurde so überwunden. [Schwimmen- oder Fliegenprobe] Mit ein paar Kratzern gelang es den Helden auf die andere Seite der Säulenhalle zu kommen. Dort angekommen, untersuchte man die Leiches des Magiers. Nach dem Mal auf der Handfläche zu urteilen, kam er von der Drachenei-Akademie. Die seltsame Kristallkugel, die er in den Händen hielt zeigte einen matten nebligen Schimmer. Die Säulenhalle endete in einem kurzen Gang, welcher bereits knöchelhoch mit Sand gefüllt war, welcher immer wieder von der Decke herabrieselte. Am Gangende befand sich eine schwere Eisentür, welche man schon aus der Basaltkammer auf der ersten Ebene her kannte. Pheliziatas zog am massiven Handgriff und die schwere Tür öffnete sich langsam. In der Kammer dahinter fand man keine Artefakte, dafür einen jungen Mann, welcher sich ängstlich in das hinterste Eck zurückgezogen hatte und die für ihn fremde Magierin mit großen Augen ansah. Der Candidatus Hexander hatte gehörigen Durst, hatte er sich mit Sternenfieber leuchtend in die Koschbasaltkammer zurückgezogen. Das blaue Leuchten war nach einiger Zeit verschwunden und nun traute er sich nicht mehr heraus, da er befürchten musste nicht mehr rechtzeitig den Ausgang zu erreichen. Als die Gruppe in der Kammer war, hörten sie von draußen einen scharfen Knall, gepaart mit einem magischen Knistern. Eine Nachschau ergab, dass eine klare Kugel nun in der Luft schwebte. Die Leiche des Magiers war verschwunden. Langsam strömten nebelartige Schwaden im Zentrum der Kugel zusammen. Eine Untersuchung ergab, dass sich das Kugelartefakt in der magisch gesättigten Umgebung selbst auflud, um sich bei Überladung selbst „Luft“ zu machen. Im Laufe der Untersuchung wurde auch der Körper des toten Magiers zunehmend sichtbar, auch wenn die verfaulenden inneren Organe nun keinen angenehmen Anblick boten.


    Nachdem das Artefakt gerade entladen war, bot es sich an, dieses sofort nach draußen zu bringen. Verpackt in einer Koschbasaltkiste trat man, mit dem Überlebenden zusammen, den Rückweg an. Das Sicherungsseil, welches man beim Hinüberschweben am vordersten Recken festgemacht hatte, wurde am massiven Türgriff befestigt. Somit hatte man eine Seillinie, an der man sich durch den schwerelosen Raum durchziehen konnte. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Tresor auf der ersten Etage kam man ans Tageslicht.


    Ein neues Zelt war errichtet worden. Die geflügelte gelbe Sonne auf rotem Grund machte klar, dass es eine Abordnung der Praios-Kirche hierher geschafft hatte. Ein Orden, der sich der Wahrheit verschrieben hatte und allem „unnatürlichen“ Wirken, soweit es sich nicht um göttliche Mächte handelte, sehr kritisch gegenüberstand. Die beiden Götterdiener befanden sich gerade in einer lebhaften Diskussion mit Ashtarra Okharim. Vorwürfe wegen einer mangelnden Sicherung einer magischen Werkstatt wurden laut, was im Lichte eines stürzenden Sterns wohl ziemlich lächerlich erschien. Man rechnet natürlich täglich mit einem Einschlag in dieser Größenordnung. Der Sarkasmus der Erwiderung entging den Geweihten nicht. Sie drohten mit einem Arcanum Interdictum, welches den Grabhügel entzaubern sollte. Selhira hörte der Unterhaltung aufmerksam zu, ohne sich in das Gespräch einzumischen. Ein Interdictum war ein mächtiges Ritual, bei dem man, selbst in seiner schwächsten Form, ein kleines Dorf magietot machen konnte. Allerdings war der karmale Energieaufwand enorm [128 Karmapunkte, davon 32 permanente]. Die beiden Geweihten konnten unmöglich diese Aufgabe selbst stemmen. Bei wohlwollender Berechnung war mit einer Verstärkung der Praioten nicht vor 6 Tagen zu rechnen. Bis dahin sollte sich die Sache hier geklärt haben.


    Nachdem die Boron-Geweihte ihre Erkenntnisse dem Rest der Gruppe mitgeteilt hatte, unternahm man einen neuen Anlauf. Wieder die alte Strecke in die zweite Etage, nur diesmal wandte man sich im Thronsaal des Mogulen nach Norden. Nach dem Öffnen der Tür war vom Inhalt des großen Lagerraums nichts mehr zusehen. Also gar nichts mehr. Nacht – Dunkelheit – Schwärze. Selbst die Lichtquelle der Helden versagte ihren Dienst gegen das Dunkel anzutreten und beschloss einfach mal eine Pause zu machen. Obwohl man die Hitze der Flamme spüren konnte. Dass diese Dunkelheit keinen natürlichen Ursprung haben konnte war sofort klar. Deshalb setzte Pheliziatas auf eine andere Art von Strahlung als sichtbares Licht. Mit einem ODEM ARCANUM ließ sie alles Magische in einem roten Schein erstrahlen. Zumindest für ihre Augen. Da der Raum selbst aufgeladen war, stand sie vor einer roten Wand. Allerdings war das Dunkelartefakt völlig überladen und stellte eine rote Sonne dar, die heller als der Hintergrund strahlte. Beim Hineintasten verdunkelten die magietoten Regale zwar immer wieder dieses helle Licht, aber die Zauberin näherte sich schrittweise der Quelle. Gleichzeitig begann sie unbewohnt heftig zu schwitzen. Es handelte sich aber nicht um gewöhnliche Körperflüssigkeit, sondern die Tropfen leuchteten in den Farben des Regenbogens irisierend. Also fing sie die Tropfen auf. Nach Erreichen des Artefakts, erspürte sie einen handgroßen Samtbeutel und zog den Kordelverschluss zu. Schlagartig kehrte die Beleuchtung zurück und gab die umgefallenen Regale frei. Dazu kam noch eine Stimmenflut, die die Ohren bedrängte. In dem Raum waren die besprochenen Protokollsteine der Labore gelagert gewesen. Alle waren nun überladen und versuchten ihrer Zerstörung zu begegnen, in dem sie ihren gespeicherten Inhalt lautstark in die Umgebung entließen. Phelizitas begann alle Steine einzusammeln. Sie grub sich durch die Regalböden auf dem Boden. Alles was sie in die Finger bekam wanderte in den Nimmervollen Beutel. Aber die Suche fand kein Ende, Artefakt um Artefakt verschwand im Beutel und verkam zu einem gedämpften Gemurmel. Selhira und Imion standen vor der Tür. Ihre Haut begann zu kribbeln. Die Haare auf dem Unterarm stellten sich auf. Kopfschmerz trat ein. Und die Magierin fand kein Ende [Willenskraft gegen Neugier gescheitert]. Um die Zauberin wieder im Jetzt zu verankern, sprach die Borongeweihte auf sie ein. Als sie die Schulter von Phelizitas berührte, gab es einen kleinen Funkenschlag, wie wenn man mit Pantoffeln über einen Wollteppich lief. [Heilkunde Seele gelungen] Bevor noch größeres Unheil geschehen konnte bemerkte die Magierin die Stimme der Borongeweihten. Nun konnte man sich gleich auf den Rückweg in eine Koschbasaltkammer machen. Gerade beim Eintreten in die Kammer setzten stechende Kopfschmerzen ein und leichte Doppelbilder entstanden [Verwirrung Stufe 1]. Pause – Erholung. Nach 20 Minuten ging es weiter, wieder an die frische Luft.

  • Die Helden beschlossen, dass es für heute genug sei. Die Protokollsteine wurden den wartenden Labormagiern in die Hand gedrückt. Welche die Bedeutung der Steine erst erkennen konnten, wenn man die überlagernden Stimmen der anderen Steine, durch schlichte Entfernung von einander, neutralisierte. Die Helden konnte beobachten, wie sich Faiza Kellwig einem der Magier langsam näherte, dann vor ihm stehen blieb, ihm den Stein aus der Hand riss und in ein Zelt rannte. Selhira ging hinterher. Faiza kniete auf einem Teppich und lauschte den Worten aus dem Stein. Es war sofort klar, dass es sich um die Abschiedsbotschaft von Faramud handelte. Krampfartiges Schluchzen ließ ihren Oberkörper zucken. Faramud, ein intelligenter Mensch, der sein Ende kommen sah, begleitet von einem anderen Zauberer. Das Sternenfieber verbrannte ihn, während er seine letzten Worte sprach und Faiza seine Liebe gestand. Das war für die junge Frau zu viel, sie presste den Stein gegen ihr Herz und begann weinend in sich zusammenzusacken. Selbst die gefühlvollen Worte Selhiras [Heilkunde Seele gescheitert] brachten keine Linderung. Dies musste die Zeit erledigen. Die Borongeweihte kehrte stumm zu ihren Gefährten zurück. Der Abend brach herein und mit ihm kam ein Wagen in das Zeltdorf gerumpelt. Das Siegel der Pentagramma-Akademie zu Rashdul kündigte hohen Besuch an. Eine alte Frau trat auf das verbrannte Gras und ging forschen Schrittes in das Zelt der Campleitung und sprach dort sofort Ashtarra an. Das Gespräch hatte eher den Charakter einer Verkaufsveranstaltung in der um Erkenntnisse und Beute geschachert wurde. An den Artefakten der Adamant-Labore hatte Zuloya saba Hasrabal gar kein Interesse. Als Vertreter ihres Vaters hatte sie ausschließlich elementare Dinge im Sinn und Interesse am dem gefallenen Stern selbst. Sie bot die Ressourcen der Familie Hasrabal an, natürlich nur gegen den Austausch von Gesteinsproben des Meteors. Jedermann in den Tulamidenlanden wusste, dass man sich den Zorn des Sultans eher nicht zuzog. Humanität und Gemeinnützigkeit standen jetzt eher nicht auf dem Banner der Familie, welche durch ihren Machthunger bekannt war. Menschen, die gegen den Willen der Hasrabals arbeiteten, hatten eine gestiegene Unfallwahrscheinlichkeit zu verzeichnen. Deshalb wunderte es die heldenhaften Lauscher nicht, dass Faredon Kontakt zu ihnen aufnahm. „Kein Wort über Niobara“ war sein geflüsteter Hinweis. Wenn die Helden weitere Informationen in der Liegenschaft des ODL in Rashdul einholen wollten, sollten sie jeder Aufmerksamkeit der Machthaber aus dem Weg gehen. Deshalb zog man sich still zurück und legte sich zur Ruhe.


    Am nächsten Tag ging es wieder in das Mogulengrab. Im Thronsaal auf der zweiten Ebene hatte es eine Veränderung gegeben. In der Südwand hatte jemand einen kleinen Gang freigelegt, welcher in die untere Ebene führte. Aus den Spuren im Dreck wurden die Helden nicht schlau. [Fährtensuche gescheitert]. Man wand sich nochmals der Kammer mit den Protokollsteinen im Norden zu. Dort gab es noch eine Tür in der Nordwand und eine weitere in der Westwand. Die Tür im Norden war verschlossen. Wo war ein Schlösser-Experte wenn man ihn brauchte? Schweren Herzens brannte sich Phelizitas mit einem Flammenstrahl durch das Schloss, welches rauchend zu Boden fiel. Und wieder hatte sie einen irisierenden Schweißausbruch, welcher in einer zweiten Phiole aufgesammelt wurden.


    [Jeder Zauberspruch im Grab zeitigt einen zufälligen Nebeneffekt. Hier beginnt der Zauberer kräftig zu schwitzen, seine Astralenergie geht in die Körperflüssigkeit über. Durch das Auffangen der Flüssigkeit wurden zwei Zaubertränke mit jeweils 6 AsP generiert.]


    Hoffnungsvoll öffnete man den Raum. Doch dieser war leer. Ein Raum welcher ausgeräumt worden war, um daraus später einen weiteren Lagerraum zu machen. [Sinnesschärfe gelungen]. Die Fliesen ließen vermuten, dass es sich hier mal um einen Hygienebereich gehandelt haben könnte. So ganz leer war er doch nicht. In der nordwestlichen Ecke ließ sich ein Flimmern erkennen, ähnlich dem Aufsteigen heißer Luft. Das schien nicht weiter von Interesse und die Gruppe ging weiter. Aus dem großen Lagerraum führte noch eine Türe nach Westen. Auch der nächste Raum wurde von der Kunchomer Akademie nicht genutzt, war aber ausgeräumt worden. Die schmalen Zwischenwände ließen vermuten, dass sich hier die Wohnräume des Mogulen befunden haben könnten. Im südlichen Bereich führte ein kleiner Gang weiter. Im Westen bog ein Gang in südwestlicher Richtung ab. Der südliche Gang war durch den Einschlag des Meteors durchschlagen worden. Die Zeit ohne Sternenfieber wurde knapp und die Gruppe suchte den Artefakttresor in der ersten Ebene auf.


    Bevor man in die dritte Ebene hinabsteigen wollte, warf man durch den zerstörten Boden in der Säulenkammer einen Blick auf den Raum darunter. Es ging 15 Schritt hinab. Im westlichen Bereich der Kammer schien es eine flackernde Quelle blauen Lichtes zu geben. Direkt unter den durchgebrochenen Boden war ein Podest zu sehen. Auf dem Podest stand ein langgezogener sechseckiger Steinaltar mit sechs Vertiefungen. In fünfen standen irgendwelche vasenartigen Gefäße. Im Hinblick auf das Klettererlebnis in Perricum entschlossen sich die Helden diesmal die Treppe zu nehmen. Ein Absturz aus 15 Schritt Höhe konnte eine sehr schmerzhafte Erfahrung sein. Man ging also, nach einer Entgiftung im Tresor, zum Thronsaal zurück und dann die neu freigelegte Treppe hinunter.


    Dieser Raum hieß zu Recht Säulenhalle. Raumhöhe ca. 15 Schritt. Sechs mächtige Pfeiler stützen die Steindecke. Mauerdurchbrüche im Westen, Norden und Süden machten klar, dass dort noch weitere Räume warteten. Platz war genug. Im Westen der pulsierende Meteor, welcher eine Lichtquelle überflüssig machte. Im Osten ein Steinaltar auf einem treppenartigen Podest. Der Aufschlag hatte Meteortrümmer im Raum verteilt. Die Gruppe ließ eins davon in einer Basaltschachtel verschwinden. Dann sah man sich den Altar aus der Nähe an. Ein 15 Schritt langes und 8 Schritt breites Sechseck aus massivem Stein. Auf der Frontseite war eine Feuerrune erkennbar. In den Ecken waren fünf Urnen aufgestellt, welche ca. 30 Stein Gewicht hatten. Nachdem man einen Deckel geöffnet hatte, sah man eine kegelförmige Vertiefung. Die ganze 1,5 Schritt hohe Urne schien eine ummantelte Sanduhr zu sein. Ob sich im unteren Bereich irgendwas Rieselfähiges befand, wurde nicht untersucht. Eine Vertiefung war nicht besetzt. Ein Rundblick brachte weder eine herumstehende Vase hervor, noch irgendwelche Trümmer einer zerstörten Urne.


    Am 11.08.2026 wird die Erkundung fortgesetzt.

  • 289. Spieltag (11.08.2026)


    So langsam setzten die Kopfschmerzen des Sternenfiebers ein. Mit einem Pergament und Kohlestift wurden die Inschriften der Urnen abgepaust. Phelizitas hob den Deckel einer Urne und blickte in einen Trichter, dessen spitzes Ende in Richtung Boden zeigte. Dort war auch ein Loch erkennbar. Sie steckte einen Stock hinein und konnte so bis zum Boden der Urne vordringen. Als sie den Stock herauszog, war das untere Ende handbreit mit einem grauen Pulver überzogen. Noch ein kurzer Blick in den südlichen Gangbereich mit den zwei Türen, dann ging es wieder zurück zum Camp. Imion plagte die Sehnsucht nach einem offenen Himmel und er nutzte den Basalttresor in der ersten Ebene nicht für einen Zwischenstopp. Er erreichte das offene Gelände, allerdings brachte ihm das weitere Verbrennungen durch das Sternenfeuer ein. Der Rest der Gruppe trat nach ca. 30 Minuten in die Mittagssonne.


    Man nahm mit Ashtarra Okharim Kontakt auf und zeigte die Zeichen von den Urnen. Sie erkannte die Zeichen als zur Dämonendomäne Eskates zugehörig. Diese wurde von der Erzdämonin Heskatet verwaltet. Heskatet wurde wahlweise als knöcherne alte Frau mit einer Waage oder als Kind mit einer Sanduhr dargestellt. Einen richtigen göttlichen Gegenspieler hatte sie nicht. Ihre Aufgabe war die Wahrung der Zeit und des Limbus. Die Götterwelt hatte mit Satinav einen Wächter über die Zeit. Frevel gegen die Zeit wurden durch die Genannten gnadenlos verfolgt.

    Das brachte die Helden auf die Frage, warum auf den Urnen Heskatets Zeichen angebracht war?


    Die Abklingzeit war vorbei und es ging erneut in die Tiefe. Zweite Ebene, den schrägen Gang hinein. Dieser endete an einer Kreuzung, von der zwei weitere Gänge wegführten. Zusammen bildeten sie ein Y-förmiges Gangsystem. Im kelchförmigen Bereich im Osten, war ein Raum erkennbar. Der Raum hatte viele kreisförmige Löcher im Boden und auf der gegenüberliegenden Seite wartete eine große Truhe. Das roch nach einer Falle. Thorn kniete sich nieder und begutachtete die Löcher aus der Sicht eines Mechanikers. Er warf einen Blick in ein Loch und sah die Spitze eines Armbrustbolzens. Eine Veränderung an der Truhe musste den Schuss auslösen. Nach einer groben Rechnung würden ca. 30 Bolzen durch den Raum flitzen. Der Gang in Richtung Westen endete in einer Verschüttung. Ein kopfgroßer Stein wurden zum Fallenraum getragen und gegen die Truhe geworfen [Kraftakt +]. Als der Stein gegen die Front der Truhe krachte, schossen 5 Bolzen durch den Raum. Glücklicherweise warteten die Helden draußen im Gang. Phelizitas nutzte das Nihilogravo-Artefakt, um auf die anderen Gangseite zu fliegen. Beim Abbremsen verstauchte sie sich ihr Handgelenk. Ein Seil wurde verankert. Nach der Rückkehr zogen alle Helden die Truhe in Richtung Ausgang. Die restlichen Bolzen flogen durch den Raum, ohne einen Schaden anzurichten. Die Enttäuschung war groß, als man feststellte, dass die große Truhe leer war.


    Dann entschied man sich für das verbliebende Gangstück, welches in südöstlicher Richtung vor einer Tür endete. Dahinter befand sich eine Elementare Beschwörungskammer. Der Mogul war zwar lange tot, aber die Magie des Meteors hatte die Mauer auf die elementare Ebene dünn gemacht. Zwei Feuerdschinne bemerkten die Eindringlinge und kamen auf die Helden zu. Die Magierin aktivierte den Gewitterstein, warf ihn in den Raum und verschloss die Tür. Ein stetig wachsender Wasserstrahl aus den Türritzen zeigte an, dass der Raum dahinter geflutet wurde. Irgendwann kam eine Dampfwolke aus den Türritzen. Das Wasser floss im hinteren Bereich in den Krater, welchen der Meteor gerissen hatte. Phelizitas konnte sich beim Bergen des Gewitterartefaktes gerade noch festhalten, sonst hätte sie das abfließende Wasser in die Tiefe gezogen. Damit war der Weg frei zum letzten Raum der Ebene.


    Dies war ein seltsamer Raum. Die Wände waren mit alt-tulamidischen Schriftzeichen bedeckt. Keiner der Helden war dieser Sprache mächtig und so war der ansonsten leere Raum uninteressant.


    [Hätte ein Held die Sprache verstanden, wäre er von der erzählten Geschichte so gefesselt gewesen, dass er nur mit einer Willenskraftprobe das Lesen hätte beenden können.]


    Jetzt wurde die Zeit wieder knapp und man trat die Rückreise in den Tresorraum auf der ersten Ebene an. Die Verbrennungen möchten im Einzelnen gering sein, doch die Menge addierte sich auf. Deshalb beschloss man, dem nächsten Anlauf wieder eine Pause im Camp folgen zu lassen. Diesmal ging es wieder in die dritte Ebene, nach Süden durch die Raummauer in den Gang mit den zwei Türen. Dahinter befanden sich zwei fast identische Zimmer. Wohnunterkünfte für Gelehrte, wie die vielen Schriftrollen verrieten. Allerdings waren die so bröselig, dass sie ohne vorherige Konservierung nicht lesbar waren. Man erkannte zwar ein paar Sätze in Ur-Tulamidia, aber der Sinn blieb verborgen. Die Rollen mussten also aus der Mogulenzeit stammen. Im östlichen Raum fand man noch einen mumifizierten Leichnam einer Frau. Die Koptengewänder zeigten, dass es sich hier um eine Magierin gehandelt haben könnte. In diesem Raum gab es auch Regale, die mit allen erdenklichen Arten von Sanduhren vollgestellt waren. Einige der Glaskörper waren beim Meteoreinschlag aus dem Regal gefallen und auf dem Boden zerschellt. Der Inhalt der Zeitmesser war auch unterschiedlich. Sand in allen Farben, zähflüssiges Öl oder andere unbekannte Flüssigkeiten füllten die Glaskörper und warteten darauf durch die Wespentaille nach unten zu fließen. Man hatte hier also auf dem Gebiet der Zeitkontrolle Forschungen betrieben. Aber zu welchem Zweck? Die Rückreise endete wieder mit den gewohnten Kopfschmerzen. Dann hatte man wieder Zeit für die Außenwelt.


    Imion ließ seinen Krug mit silbernem Pulver untersuchen. Die Artefaktmagier fanden heraus, dass man damit einen verzauberten Ort oder Gegenstand einpudern konnte. Der Silberstaub wanderte dann die Matrixfäden des Zaubers entlang und man konnte damit die Zaubermatrix sichtbar und kopierbar machen. Für den Elfen uninteressant, aber für Phelizitas mit ihrer magischen Feder, gut zu gebrauchen. Thorn holte den Spiegel aus dem Labor in der ersten Ebene hervor. Ein Handspiegel mit zwei gegenüberliegenden Spiegelflächen. Thorn blickte hinein und schaute auf sein eigenes jugendhaftes Gesicht. Das waren Zeiten gewesen. Trinkfest, kein Zwicken in den Gelenken. Handwerklich noch ungeschickt und mit allerlei Flausen der Jugend verflucht oder gesegnet, je nach Blickwinkel. Die andere Seite zeigte einen alten Zwerg mit einem mächtigen grauen Bart. Tiefe Falten in den Augenwinkeln und ein paar Zähne zu wenig. So würde Thorn also mal aussehen.

  • Als weitere Aufgabe stand heute die Bergung von Gesteinsproben an. Aus dem Deckel einer Basalttruhe wurde ein Schild gefertigt, der die Strahlung abhalten sollte. Aus der fahrenden Werkstatt des Zwergs besorgte man sich eine Schmiedezange mit langen Griffen. Dann ging es wieder hinunter auf die dritte Ebene. Diesmal war der leuchtende Meteor das Ziel. Schildbewehrt näherte man sich dem leuchtenden Stein. Ein kiloschweres Objekt wanderte in eine mitgebrachte Basalttruhe. Der Schild schützte vor der starken Strahlung [w6 pro Kampfrunde] und mit den bloßen Händen wollte man den leuchtenden Stein gar nicht anfassen [W6+3 Schadenspunkte verhindert] Dann hatte man noch die Idee, den Zauberspiegel in der Nähe des Altars zu benutzen. Allerdings war man nicht an dem gespiegelten Gesicht interessiert, sondern am abgebildeten Hintergrund. Hinter dem Jugendbild war der Altar zu erkennen. Eine Zauberin in Koptenkleidung stand davor, die Hand an der Feuerrune und äscherte gerade einen Leichnam ein. Der Spiegel wurde gedreht. Nun lag Faramud, die Liebschaft von Faiza, auf dem Altar und wurde von den Flammen verzehrt. Der Zwerg schaute genauer hin. Alle sechs Urnen waren vorhanden. Die Bilder ließen böses erahnen. Warum sollte Faiza den Leichnam ihres Geliebten hier verbrennen wollen? In einem uralten Magielabor für Zeitforschung. Das klang jedenfalls nach etwas, was es zu verhindern galt. Die Zeit wurde knapp und man trat die Rückreise an. Zumindest bis zum Tresor in der ersten Ebene. Abklingzeit. Sternenproben in der Basaltkiste außerhalb des Tresors geparkt. Dann ging es nochmals hinunter.


    Diesmal ging es wieder in die dritte Ebene. Nun war die Gangfortsetzung interessant. Von den beiden Magierquartieren bog der Gang nach rechts in Richtung Norden ab und folgte der östlichen Raumumrandung der großen Säulenhalle. In der Ostwand des Ganges gab es zwei Öffnungen, die in einen sechseckigen Raum führten. Der Raum hatte die gleichen langgestreckten Proportionen wie der Altarstein in der Säulenhalle. Die Ostwand zierte ein großes Gemälde, welches eine skelettartige Frau mit Kapuzenmantel und Waage darstellte. Heskatet !! Vor dem Bildnis stand eine Feuerschale in der eine Flamme handbreit züngelte. Die Inschrift am Sockel der Schale war in ur-tulamidischer Sprache und somit für die Helden nicht zu entziffern. Irgendwelches Brennmaterial sucht man vergebens. Und ob die Flamme ewig brannte oder erst beim Meteoreinschlag gezündet wurde, wird ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls fand man in diesem Raum noch die fehlende sechste Urne für den Altar. Dann ging es wieder an die frische Luft. Dabei wurde die Kiste mit der Gesteinsprobe mitgenommen.


    Als die Helden das Camp wieder erreichten, war ein weiterer Besucher eingetroffen. Das Banner des Zeltes zeigte das Zeichen der Al´Achami-Akademie. Wie ein Blick in das Zelt der Campleitung zeigte, waren die drei Chefmagier in Verhandlungen vertieft. Thomeg Atherion grüßte Phelizitas, gehörten doch beide einem schwarzmagischen Orden an. Das Geschacher hatte etwas beruhigend Weltliches an sich. Atherion bezeichnete sich als der Erbe der Kophtanim und erhob Anspruch auf das Wissen aus dem Mogulengrab. Hasrabals Tochter war nur an den elementaren Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Meteor interessiert und Ashtarra wollte alle Artefakte in Sicherheit wissen, um so ihre Labore wieder in Betrieb zu nehmen. Thomeg ließ Phelizitas Bericht erstatten. Als die Sprache auf die Gesteinsproben in der Basalttruhe kam, rauschte Hasrabals Tochter nach draußen. Angezogen, wie ein Magnet. Thomeg wollte noch am selben Abend die Schriftrollen aus den Magierquartieren bergen und fragte nach, wer die Expedition begleiten würde. Faiza meldete sich sofort freiwillig. Phelizitas klärte Thomeg unter vier Augen auf, warum eine Teilnahme der jungen Frau abzulehnen war. Bis auf Imion schlossen sich alle Helden Thomegs Expedition an.


    Zuloya saba Hasrabal trat an die Kiste mit den Proben heran, während Phelizitas noch mit Thomeg beschäftigt war. Befehlsgewohnt verlangte sie die Öffnung des Deckels. Eragon der Kor-Geweihte streckte ihr die Hand entgegen und machte klar, dass ein Söldner keinen Dienst ohne Entlohnung durchführte. Mit einem mitleidigen Lächeln ließ Zuloya mit spitzen Fingern eine einzelne Silbermünze in die Hand des Geweihten fallen. Eragon nickte und hob den Deckel. Der Anblick des leuchtenden Sternenfragmentes stimmte die Hasrabal-Tochter gnädig. Sie befand den Transport der Kiste ins Labor. Wie einfach doch die Welt ist: Trag sie selber oder bezahle dafür. Zuloya ließ eine weitere Münze in die Hand des Kor-Geweihten fallen. Kleingeister und ihre bemitleidenswerte Gier nach Geld. Die Verachtung der Magierin stand ihr ins Gesicht geschrieben. Aber sie bekam ihren Willen und die Truhe stand am Ende auf dem Labortisch. Die Gelehrten machten sich an die Arbeit.


    Die Expedition von Atherion machte sich zum Tagesabschluss nochmals auf den Weg in die Tiefe. Dort sammelte man die brüchigen Schriftstücke ein. Allerdings verlangsamte die Sorgfalt mit dem alten Schriftgut die Geschwindigkeit der Truppe. Eine weitere Verbrennung durch das Sternenfieber konnte man nicht verhindert. Aber die Schriftstücke fanden einen Weg in das Konservierungszelt. Allerdings bemerkten die Gelehrten, dass man aufgrund des fehlenden Sonnenlichtes heute nicht mehr daran arbeiten könne. Phelizitas nahm Kontakt zu den Wächtern auf und bestand darauf, dass niemand heute Nacht das Zelt betreten soll. Der Wächter gab an, dass er dem Angehörigen einer Akademie schwerlich den Zutritt in das Zelt verweigern konnte. Grabräuber und Diebe war da was anderes. Man verblieb so, dass die Wache Phelizitas informierte, sollte sich Faiza an den Papieren zu schaffen machen.


    Damit fand der Arbeitstag ein Ende.


    Am 18.08.2026 geht es weiter.

  • 290. Spieltag (18.08.2026)


    Dann kam man aber auf die Idee, dass das Zelt wohl nicht der zentrale Punkt sein würde. Die Wache wurde an den Eingang des Grabes gestellt. Auch hier erfolgte der Hinweis, dass der Wachposten einen berechtigten Besucher nicht aufhalten könne. Aber der Wächter versprach Phelizitas zu wecken, wenn Faiza in den Ruheort des Mogulen gehen würde.


    Wider Erwarten hatte man doch eine relativ lange Nachtruhe. Die Wache weckte Phelizitas erst beim Einsetzen der Morgenröte. Sie konnte auch berichten, dass die ganze Nacht über Licht im Skriptoriumszelt zu sehen gewesen war. Die Magierin hatte auf einem Travois, einem von Menschen gezogenen Schleppgestell, den Leichnam eines Mannes mit ins Grab gezogen. Die Helden weckten zuerst Madame Okharim und Meister Atherion. Nach einem kurzem Bericht, wurden die Schriftrollen überprüft. Faiza hatte sie mit einer Mischung aus Kleister und Öl bearbeitet und konnte so das Zerbröseln der Rollen verhindern.


    Bevor man jetzt blindlings ins Grab stürmte, wollte man Informationen einholen. Die beiden berühmten Zauberer blätterten die Seiten durch. Dass die Urnen nicht wie gewohnt gebaut waren, hatten die Helden selbst herausgefunden. Sie waren eine Sanduhr für Asche. Der Mogul strebte eine Wiedergeburt an, in dem er seinen Leichnam mit dämonischem Feuer zu Asche verbrennen ließ. Anschließend sollte Heskatet, die Herrin über das Feuer und die Zeit war, die Asche wieder zu einem Körper zusammensetzten und mit der Seele des verstorbenen Mogulen ausstatten. Sie hätte dann einen treuen Anhänger erhalten. Nur hatte der Plan ein paar Denkfehler. Warum sollte Heskatet, die sich bekanntermaßen sehr zurückhielt, eine Seele freigeben, die sie bereits hatte? Da sie nur bei Zeitfreveln einschritt, warum sollte sie selbst einen verursachen? Nur um einen sterblichen Anhänger auf Dere zu haben? Zudem zeigten die Aufzeichnungen der letzten Anhängerin des Mogulen, dass nicht genügend Astralenergie vorhanden war, um den Plan umzusetzen. Und so scheiterten alle Versuche und die Schüler des Mogulen wurden mit ihm begraben. Seine Asche füllte nun die Böden der sechs Urnen, denn eine Verbrennung war geglückt. Sollte es möglich sein, dass der Meteor so viel Energie freigab, um das Experiment umsetzen zu können. Dann könnte es Faiza gelingen ihren Geliebten zurückzuholen.


    Sigrun und Eragon blieben im Lager. Dafür begleiteten Atherion und Okharim die Gruppe. Ohne auf die Strahlung zu achten rannten die Helden bis auf die unterste Etage. Im ersten Raum nach dem Eingang fand man ein Seil, welches in den Tiefen des Meteorkraters verschwand. Ein schneller Blick, gegen das blendende Licht, zeigte nur ein leeres Seilende. Als man das Treppenende in die Säulenhall erreicht hatte, konnte man im blauen Licht des Meteors sehen, wie Faiza gerade die Feuerrune des Altars zündete. Alle sechs Urnen waren an ihrem Platz und das Höllenfeuer verschlang den Leichnam, dessen Ascheflöckchen auf magischem Weg in die geöffneten Urnen gezogen wurde.


    Selhira und Thorn rannten zum Altar. Imion wollte sich beschleunigen, allerdings gab es hier eine Rückkopplung, welche ihn zu Boden warf. Aber der AXXELERATUS war gelungen. Atherion und Okharim rannten ebenfalls zum Altar. Sie wollten ihre Zauberstäbe als Waffen nutzen. Phelizitas trat in die Mitte des Raumes, hielt sich aber mit dem Zaubern zurück. Offensichtlich passierten seltsame Dinge wenn man in der magischen Atmosphäre des Grabes Zauber wirkte. Auf Ansprache reagierte Faiza nicht mehr. Blaues Feuer brannte in ihren Augen, als sie mit einem unbekannten Zauber begann. Thorn zog seine Schaufel, hakte sie mit dem Trittsteg hinter einer Urne ein und zog. Das Gefäß knallte auf den Altar und anschließend auf den Boden. Zerbrechlich war es nicht. Die Asche suchte sich nun einen anderen Weg in die nächste Urne, aber nicht mehr durch die Luft, sondern sie kroch wie zähe Flüssigkeit in eine andere Richtung. Der Meteor erstrahlte im gleißendem Licht und erhellte die ganze Halle. Außerdem begann er rote und gelbe Lichtkugeln zu emittieren und es formte sich eine Doppelhelix über dem Stein. Selhira gelang es nicht Faiza umzureißen. Während Imion aufstand und sich auch zum Altar bewegte, hörte Phelizitas ein knirschendes Krachen aus der nördlichen Öffnung zum umlaufenden Gang.


    Da das Zerren an der Magiern nicht gelang, versuchte Selhira eine weitere Urne vom Altar zu stoßen. Mit festem Griff packte sie den oberen Rand, allerdings hatte sie übersehen, dass die Teile 33 Stein wogen [Kraftakt gescheitert]. Okharim und Atherion schlugen auf Faiza ein. Atherion stocherte vorbei und kam mit seinem Stab in Berührung mit dem Altar [Attackepatzer]. Der anschließende Rückstoß beförderte den Schwarzmagier die Treppen hinunter zu Phelizitas Füssen. Nun war Platz für Thorn, welcher den Raum des Magiers einnahm. Er verpasste Faiza einen schönen Gruß von der Meisterschaufel. Faiza reagierte auf die Störung des Rituals indem sie nun mit beiden Händen versuchte Asche zusammenzukehren und diese dann in die Urne vor sich zu füllen. Als fünf Mumien durch die nördliche Öffnung traten, begann Phelizitas mit einem Feuerzauber. Bekanntermaßen war Harz und Binden sehr entzündungsfreundlich.


    Selhira gelang es im zweiten Anlauf die Urne vom Altar zu stoßen. Faiza sah nun endlich das Ende ihrer Bemühungen gekommen und griff die Borongeweihte an. Währenddessen erhielt sie Schläge von Thorn und Okharim. Imion erreichte den oberen Treppenbereich und wechselte auf seinen Bogen, nachdem er nicht an seinen Freunden vorbeikam. Die Mumien liefen nicht direkt auf die beiden Schwarzmagier zu, sondern stellten sich in einer Reihe vor der Treppe auf. Mit einer scharfen 90 Grad-Wende deckten sie nun die ganze Treppenbreite zum Altar hin ab und begannen sich in Bewegung zu setzen. Phelizitas beendete ihren Feuerzauber, der eine Mumie mit einem Treffer zu Asche verwandelte. Der Meteor hatte die Zauberkraft verstärkt, allerdings brannte sich ein Flammenring durch die Bude, welcher jedem Anwesenden eine Feuerverletzung zufügte. Atherion begann nun auch mit seinem IGNIFAXIUS.


    Am Altar kam es zum beschriebenen Gerangel. Bevor Faiza noch irgendwas machen konnte, viel sie tot um. Selhira stellte sich den Untoten in den Weg, während Thorn mit seiner Schaufel zunächst maL die Asche auf dem Altar besser verteilte. Allerdings stellte er schnell fest, dass die sich nun nicht mehr bewegte. Auch die Doppelhelix beim Meteor war wieder in sich zusammengefallen und das gleichmäßige blaue Leuchten erhellte wieder den Raum. Atherion schickte seinen Feuerzauber los, Phelizitas begann einen neuen. Imion wirkte einen FULMINICTUs, der zusammen mit dem Feuerschaden von Atherion einen weiteren Angreifer neutralisierte. Anschließend gab es einen kleinen Knall, als die Luft die Leere auffüllte, die der Elf hinterlassen hatte, als ein Teleportzauber ihn verschwinden ließ. Mumie Nr. 3 verging im Feuer von Phelizitas, die wieder zu schwitzen anfing [was zu einen neuen Zaubertrank führte], im Zusammenspiel mit dem geweihten Rabenschnabel des Borongeweihten.


    Die letzte Mumien überlebte nicht lange und die Gruppe machte sich zusammen mit der Leiche der Magierin auf den Rückweg. Zumindest bis zum Tresor auf der ersten Ebene, wo man eine Rast einlegte, um das Sternenfieber zu senken. Imion tauchte in einem kleinen Blitz auf der zweiten Ebene auf. Ein Raum mit vielen Löchern im Boden, mit einer zertrümmerten Truhe vor der Tür. Er wusste wo er war. Das Herausziehen der Truhe hatte alle Armbrustbolzen gezündet. Sein Geschwindigkeitszauber war ihm nun nützlich und erreichte nur kurz nach der Gruppe den Tresorraum. Dort machte er nicht Halt, sondern flitzte zum Ausgang. Nach der Abklingphase ging es ins Morgenlicht.


    Die Wiederbelebung hatte man verhindert, allerdings wartete Zuloya Hasrabal mit einer schlimmen Nachricht auf die Anwesenden. Sie hatte die Meteorproben untersucht. Dass es jedes Mal ein Knistern gab, wenn sich ein Lebewesen näherte, war jetzt nicht so interessant. Der Stein lag aber in der Nähe eines Kraftknotens, was bewirkte, dass er sich immer weiter auflud. Bei einer Größe von einem Kubikschritt, konnte man ihn auch nicht so einfach bewegen. Ein Zerschlagen unter Wirkung des Sternenfiebers würde ewig dauern und weitere Leben kosten. Da sich der Stein auflud, würden sich die Auswirkungen des Fiebers steigern. Also war eine Hebung, selbst mit zwergischer Mechanik nicht möglich. Die Ladung würde also weitergeben und wenn die Geschwindigkeit der Ausdehnung der Magiesphäre so bleiben würde, würde Khunchom in ca. 300 Götterläufen unter der Sphäre verschwinden. Aber halt nicht nur die Stadt am Mhanadi, sondern auch alle anderen Städte in ähnlicher Entfernung, also auch Rashdul und Mherwed. Als Lösung sah die Elementarmagierin nur die völlige Überladung des Steins. Mit der einhergehenden Explosion magischer Energie. Wenn man alle Artefakte der Adamantlabore gleichzeitig zündet, könnte das klappen. Oder man fand genügend lebensmüde Magier. Wobei einer genügte, der das einheitliche Befehlswort für die Artefakte sprach. Der Vorschlag der Praiosgeweihten ein Interdictum zu wirken, wurde mit einem leichten Lächeln sofort verworfen. Wenn man schon eine halbe Armee von Praiosgeweihten brauchte, um ein normales Dorf magielos zu machen, müsste man hier alle Praiosgeweihten Deres ausbrennen. Wobei das mancher Teilnehmer der Versammlung jetzt nicht als schlimmen Schaden ansah.


    Die weiteren Überlegungen werden am 25.08.2026 Früchte tragen.