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  • Fell und Zähne gingen als Trophäe mit. Dann traf die Gruppe am späten Nachmittag im Dorf ein. Der Anblick des Elefanten brachte Freude in die Reihen der Dorfbewohner. Man lenkte das Tier in den Innenbereich des Gutshofes. Dort ging es mit den Vorbereitungen des Trauerzuges sofort los. Die Flanken des Tieres wurden mit borongefälligen Symbolen verziert. Die Köchin hatte ihr Rezept für das traditionelle Hühnerpfeffer verlegt. Die Speise gab die Familie der toten Tochter mit auf den Weg in Borons Hallen. Nicht dass die Arme noch den Hungertod starb, was eine wahre Tragödie gewesen wäre. Die Gutsherrin hatte ihren Unmut an einem alten Diener ausgelassen, welcher mit gesenktem Kopf auf der Treppe saß. Besagter Diener geriet erneut in den Fokus der Heldenschaft, als die Ermittlungen in Sachen Säbelgriff von den Wachen zu dem alten Diener führten, welcher selbst einmal Soldat gewesen war. Der war aufgrund der vorhergehenden Schelte seiner Herrin zu keinem klaren Gedanken mehr in der Lage. [Heilkunde Seele gescheitert] Auch Selhira konnte ihn nicht aus seinen trüben Gedanken befreien. Da mussten ein paar deutliche Worte her. [Einschüchtern] Sigrun drohte ihm Prügel an, wenn er jetzt nicht gleich in die Gänge kommen würde. Der alte Herr drängte sich in eine Ecke zurück, gab aber an, dass sich sein Säbel mit der alten Uniform in seiner Feldkiste befinden würde. Das Griffstück ließ sich nicht mit einem Bewohner des Dorfes in Verbindung bringen.


    Wie Imion treffend zum Tagesabschluss beitrug, sollte man sich nach der Beisetzung dann morgen um die Herkunft der Chimäre kümmern.


    Das nächste Treffen findet am 07.04.2026 statt.

  • 273. Spieltag (07.04.2026)


    Die Helden begaben sich zur Nachtruhe und teilten zwei Wachen ein. Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich jedoch im Nachhinein als unnötig. Bereits beim beginnenden Tageslicht wurde der Trauerzug geformt. Vorneweg der bemalte Elefant, gefolgt von der Sänfte mit der Verstorbenen. Der Trauerzug wurde durch die quäkenden Tone einer Kabasflöte begleitet, alle paar Schritte erfolgte der blecherne Klang eines Marschbeckens. Die Sänfte wurde von den beiden Wachleuten getragen. Der Perainegeweihte und ehemalige Liebhaber folgte mit dem Rest der Familie und des Gesindes. Der Zug ging auf einem freigehaltenen Weg durch den Nebelwald in Richtung Nekropole.


    Die Bestattungsgruppe war schon eine Stunde unterwegs, als man auf eine Wegsperre traf. Zehn Bewaffnete und ein Anführer hielten den Zug auf. Der Sprecher befürchtete, dass der Elefant des Zuges dem Anach-Nur übergeben werden würde. Im weiteren Gespräch kam heraus, dass der Ferkinaführer, welchem der Säbel fehlte, den Mahut des Dorfes getötet hatte, um zu verhindern, dass der Geisterbeschwörer neue Körper bekam. Leider sei der Elefantenführer uneinsichtig gewesen. Die Ferkinas gehörten zum Stamm der Ban Awallakh. Der Stamm mit dem Anach-Nur gehörte zu seinen Feinden. [Menschenkenntnis +: Der Anführer schien gehörigen Respekt vor seinen Gegnern zu besitzen] Als man eine Beschreibung des Gegners erbat, kam heraus, dass er aus zwei Wesen ein Neues machen könne. Er sei auf dem Friedhof und dort gäbe es genügend Körper. [Überzeugen +] Die Ban Awallak konnten zwei Führer stellen, die auf der Seite der Helden mitkämpfen würden. Damit hatte man jetzt zwei Ortskundige zur Hand. Der Gegner hätte auch zwei Hände voll Kämpfer, meinte der Anführer.


    Der Trauerzug wurde geparkt. Beide Wachen der Gutsherrin, Bortholomäus, die beiden Ferkinas und die Helden rückten auf das Feindlager vor. Der dichte Nebel verschluckte die Gruppe. Als man sich dem Lager näherte konnte man die ersten Umrisse erkennen. Ein alter Elefantenfriedhof. Das klägliche Trompeten ließ auf einen gerade noch lebenden Dickhäuter schließen. Eine seltsame menschliche Gestalt war dabei die Flanken des Tieres mit einer zähen roten Flüssigkeit zu beschmieren. Außerdem konnte man noch ein paar Wachen durch den Nebel gehen sehen. Erst als sich eine seltsame wurmartige Gestalt vier Schritt über den Bodennebel erhob, war den Helden klar, dass man es hier nicht mit ein paar wilden Plünderern zu tun hatte. Phelizitas konnte mit ihrem Wissen über Sphärenwesen erkennen, dass es sich hier um einen dreigehörten Dämon aus dem Gefolge Asfaloths zu tun hatte: einem Ugrabaan. Der riesige Dämon konnte ein menschengroßes Wesen mit einem Happs wegfressen. Zusammen mit der Fähigkeit zwei Wesen zu verschmelzen, hätte der inhalierte Held eine gute Chance auf die Wiederauferstehung als Elefantenchimäre gehabt.


    Der Nebel war ein gutes Versteck. [Verbergenprobe für den Meuchelangriff überflüssig]. Drei Fernkämpfer machten sich bereit: Thorn, Sigrun und Imion. Gut gezielt ist halb getroffen. Trotz der unscharfen Umrisse der Gestalten [-2 AT] trafen alle drei Waffen. Der Shamane und zwei Wächter fielen um. Wobei der Geisterzauberer nur bewusstlos war [Rest-LE: 4]. Dann stürmte der Rest der Gruppe in den Nahkampf. Die Helfer beschäftigten die feindlichen Ferkinas und so blieb für die Helden nur der Dämon übrig. Sonea stürmte vor und stellte sich mit ihrem geweihten Hammer dem Sphärenwesen in den Weg. Dem ersten Biss wurde meisterlich [Wurf 1] ausgewichen und die Tentakel des Wesens schlugen vorbei. Phelizitas zauberte einen Flammenstrahl [INGIFAXIUS]. Der leuchtende Strahl fraß sich durch den Nebel. Aufgrund seiner schieren Größe, konnte der Dämon nicht ausweichen. Die profanen Fernwaffen verursachten nur geringen Schaden. Selhira ging auf den Dämon zu und begann sich der Lederrüstung zu entledigen. Gegen ein Verschlucken wäre sie nur suboptimal nützlich gewesen. [allerdings kostete sie diese Handlung zwei volle Kampfrunden]. Der Angriff der Ingerimm-Geweihten traf kritisch [war dann ihre zweite EINS]. Auch dem zweiten Bissangriff wurde ausgewichen.


    [das war dann die dritte EINS auf dem W20 in Folge – unglaublich. Dies führte dazu, dass der Dämon für eine Runde keine Manöver mehr fahren konnte. Damit entfiel der Verschlingenangriff für das Maul und der Festhalteangriff der Tentakel.]


    Der Tentakel ging fehl. In der dritten und letzten Runde trat Selhira mit einem Dämonenwall in Nahkampf ein. Der Wall verhinderte einen Treffer und absorbierte allen Dämonenschaden [bis zu einer ausgewürfelten Menge]. Damit war man eine weitere Runde sicher. Geweihter Hammer und ein weiterer Flammenstrahl ließen den Sphärenweltler dann in einer schwarzen Nebelwolke vergehen. Welche sich schnell mit dem anwesenden Kondensat vermischte.


    Zwischenzeitlich waren auch die restlichen Feinde besiegt worden. Sigrun trat an den (noch) lebenden, aber regungslosen, Zauberkundigen heran. Bei der Durchsuchung fiel ihr zuerst das zahnbewehrte Maul in dessen Achselhöhle auf. [Dämonenmal] Dann geriet dieser seltsame schwere Dolch in die Hände der Nordfrau. Selhira und Sonea erkannten sofort seine abstoßende Macht, was jetzt die Thorwalerin nicht sofort nachvollziehen konnte. Der Chablak-Dolch sei die Zauberwaffe eines Animisten, erklärte Phelizitas. Mit bösem Zauberzeug wollte sich die Späherin nun nicht belasten. Dann beendete sie mit einem schnellen Schnitt ihres Säbels das Leben des Animisten. Seine Börse enthielt nur ein paar Heller. Genug für ein Feierabendbier für jeden Kämpfer.


    Nachdem nun die Chimärengefahr gebannt war, konnte die Bestattung wie geplant fortgeführt werden. Man erreichte das Familiengrabmal ohne weitere Störungen. Der Elefant zog mit einem Flaschenzug die schwere Steintür nach oben. Die herumstreifenden Ghule machten eine solche Vorsichtsmaßnahme erforderlich, wollte man sicherstellen, dass der Leichnam nicht in den Mägen der Leichenfresser landete. Unter den Segen der Geweihten wurde die Verstorbene auf ihren letzten Ruheplatz gebetet. Danach legte der Elefant den Rückwärtsgang ein und der schwere Stein machte das Grabmal wieder dicht. Zusammen trat man den Rückweg an. Im Dorf erhielten die Helden die versprochene Belohnung und kehrten nach einer Übernachtung wieder auf die Straße Perricum – Baburin zurück. Der weitere Weg wird sich auf die Uferstraße Mendlicum – Zorgan führen.


    ============ Ende Tanz der Elefanten=============================


    Die nächste Sitzung wird am 14.04.2026 stattfinden.

  • 274. Spieltag (14.04.2026)


    Der Weg ging zunächst zurück nach Darrenfurt. Die Gruppe hatte beschlossen entlang der Uferstraße südlich von Mendlicum nach Zorgan zu reisen. Die Reise über Morganabad und Marmelund brachte die Gruppe zur Mittagszeit des dritten Tages an die Stadtmauern der Küstenmetropole.


    Mendlicum bietet 5200 Bewohnern eine Heimatstatt. Ca. 1500 davon haben ihre Wurzeln im Mittelreich. Die Emira Aischanka saba Neraida führt hier das Herrschaftszepter. Die hufeisenförmige Stadt ist um den Kriegshafen herumgebaut. Einen Stadtteil hatten die Bewohner im mittelreichischen Stil erbaut, um sich hier heimisch zu fühlen. Als Besonderheit hat die Stadt einen Borontempel, durch welchen die Stadtmauer läuft. Es gibt sogar ein Tor, welches ein Eindringen von dem äußeren Tempelteil in den inneren Tempelteil gewährleistet. Schenkt man den hiesigen Sprechern Glauben, so bewachten sie rastlosen Seelen den Eingang. Jeder unerwünschte Eindringling würde sich sein Karma an der Wut der Schutzgeister vergiften. Und wer will es sich schon mit dem Totengott verscherzen. Sterben muss jeder mal.


    Die Helden erblickten das Wappen der Stadt im Barburiner Tor: eine silberne Mauerkrone unter türkisem Himmel mit silbernen Sternen. Bereits kurz nach dem Stadttor führte eine breite Straße nach Norden. Ganze Menschenmassen bewegten sich in diese Richtung. Man konnte ein Gespräch belauschen in dem davon die Rede war, dass die Mada Basari anlässlich der Neuerwerbung eines Landsitzes ein Fest gaben. Auch die Armen und Bettler waren eingeladen sich vom Orden der grünen Schleier Labsal geben zu lassen. Ein Peitschenschnalzer riss die Helden aus den Gedanken. Imion drehte sich um und starrte in die Nüstern zweier Lastenpferde, die ihm ihren heißen Atem ins Gesicht bliesen. Der Elf beruhigte die Tiere, was ein zwölfgötterlästerliches Fluchen von Seiten des Fuhrmanns nach sich zog. Welcher Irre veranstaltete eine Eröffnungsfeier, wenn die Handwerker noch bei der Arbeit waren? Erst jetzt fiel auf, dass der Lastenkarren mit Bauholz und Steinen beladen war. Nachdem die Helden Platz gemacht hatten, rollte der Karren wieder los. Begleitet durch das dauernde Gemäkel über menschenvolle Straßen. Leute, die in ihrer Ignoranz die arbeitende Bevölkerung von ihrer Tätigkeit abhielten. Die Gruppe nutzte den Windschatten des Karrens, um sich ungestört der Veranstaltung zu nähern. Als Imion dann aus Langweile noch seine Handharfe zückte, um eine elfische Weise zum Besten zu geben, verlor der Fuhrmann erneut die Contenance. Jetzt hatte er auch das fremdländische Geklimper auf den Ohren. Was hatte er getan, dass die Götter in so strafen mussten. Schließlich traf man am Anwesen ein.


    Ein u-förmiger mittelreichischer Landsitz mit einem Garten im Innenhof. Allerlei Pavillons zierten das noch grüne Gras. Wein, Tee, Pittas und natürlich Wasser mit Arangensaft wurden gereicht. Die Mondsilbersultana nickte den Neuankömmlingen gefällig zu. Eine Traube Handwerker versammelte sich unter einem Feigenbaum. Der Vorarbeiter, mit seiner staubigen Lederschürze, trat an die Wesira heran und teilte ihr in leisem Ton mit, das man im Keller zwei Leichen freigelegt habe. Leise waren die Töne, aber laut genug für scharfe Elfenohren. Die Mada Basari, eine aranische Handelsorganisation, hatte noch eine freie Zugabe beim Kauf des Anwesens erworben. Neugierig folgte die Gruppe den Handwerkern mit der Wesira zum Kellerabgang. Nun gab es einen kleinen Stau. Ein lautes Hüsteln machte die Helden darauf aufmerksam, dass jemand Durchlass begehrte. Ein Herr in weißer Überkleidung, welche mit einem roten Sonnensymbol verziert war. Sein Langschwert und das Sonnenzepter im Gürtel machten klar, dass es der Praiosgeweihte nicht gewohnt war, sich hintenanzustellen. „Wenn euch schon die Neugier hierhergetrieben hat, könnt ihr auch gleich mit hinunterkommen. Eure Kampfkraft könnte von Nutzen sein.“ Mit einem freudigen Hallo verkündete der Diener des Gottesfürsten, dass er Verstärkung mitgebracht habe.


    Es ging also in den Keller hinab. Die Wesira berichtete, dass sie das Anwesen gekauft habe, nachdem die ehemaligen Besitzer wieder in das Mittelreich zurückgekehrt waren. Das Gebäude musste 60 bis 70 Götterläufe gesehen haben. In den Seitengängen lag allerlei Schutt und Abfall, den die Handwerker bei ihren Arbeiten dort abgelagert hatten. Man drang weiter in die Gewölbe vor. Im Licht der Laternen tauchte ein erneuter Schuttberg auf. Davor lag ein lebloser Körper bekleidet in Handwerkerkluft. Gleichzeitig erfüllte für scharfe Ohren ein mittelreichisches Wiegenlied leise die Luft. Beim Näherkommen stellte man fest, dass der Körper einer Mumie glich. Die Haut spannte sich um den Schädel, alle Muskeln waren zusammengefallen. Der Mund stand offen. Sonea und Phelizitas überkamen dunkle Vorahnungen. Vampire? Lamijah? Letztere ehemalige Oron-Kultisten, welchen Belelkel ewiges Leben geschenkt hatte. In anderen Gegenden war sie als Sukkuben bekannt.


    Gegenüber der Leiche führte eine eingeschlagene Tür in einen länglichen Kellerraum. Dem Gang folgend bildete ein Holzgatter (statt einer Tür) eine weitere Möglichkeit in den Raum einzudringen. Nun hatte man keine Vorsicht bei der Begehung walten lassen, was allein bei der schieren Größe des Erkundungstrupps auch unsinnig gewesen wäre. Deshalb verwunderte es nicht, dass das Kinderlied verstummte und tapsende Geräusche aus dem Raum zu hören waren. Als Sonea in den Raum späte, erkannte sie eine bleiche Gestalt im Nachthemd. Die Gestalt hob ein Brecheisen und ging auf die Ingerimm-Geweihte los. Der Hammer der Geweihten krachte in die Seite des bleichen Mannes. Es war, wie wenn man auf ein ungespanntes Leder einprügeln wollte. Wirkung gleich Null [Rüstschutz 7]. Selhira drehte ihren Rabenschnabel auf die spitze Seite. Dieser Streithammer hatte auf der einen Seite einen stumpfen und auf der gegenüberliegenden Seite einen spitzen und leicht gebogenen Hammerkopf, was ihm zu seinem Namen verholfen hatte. Die spitze Kopfhälfte verursachte etwas Schaden. Thorns Balestrina war da schon wirkungsvoller. Auch der Flammenstrahl von Pheliziatas brannte sich seinen Weg durch die Lederhaut. Imion beschloss sich zu beschleunigen. Allerdings kam er mit den Geschwindigkeiten durcheinander [Angriffpatzer – Wurf 20] und er blieb mit dem Gürtel an einem massiven herausstehenden Eisennagel hängen und verlor seine Hose. Sigrun musste den Kurzbogen gegen den Kompositbogen tauschen. Der kurze Bogen hatte einfach nicht genügend Durchschlagskraft. Nachdem der Angreifer einiges an Schaden eingesteckt hatte, versuchte er Sonea mit aller Kraft wegzuschieben. Nach der langen Zeit des eingemauert seins, strebte das Wesen an die frische Luft. Die Geweihte hielt dagegen und es gelang ihr den Lamijah in den Kellerraum zu drängen. Das Wesen ließ von weiteren Versuchen ab, rannte den Raum hinunter und brach mit einem kräftigen Tritt das Holzgatter aus der Wand. Das war dann auch ihre letzte Tat, bevor ihr eine Balestrina-Kugel in den Kopf einschlug und den Untoten auf den Boden schickte.

  • Bei seiner Untersuchung konnte man keine Bissspuren am Hals feststellen. Auffällig war nur das Nachthemd. In der Ecke mit dem Mauerdurchbruch fand man eine bewusstlose Handwerkerin. [Heilkunde Wunden +] Durch Heilkunst konnte sie aus der Bewusstlosigkeit erweckt werden. Ihre Geschichte war kurz. Die beiden Handwerker hatten einen Mauerdurchbruch geschaffen, zwei Leichen dahinter entdeckt, wovon eine ihr sofort einen heftigen Schlag versetzt habe. Der Mann hätte ihr einen Kuss gegeben und dann sei es dunkel geworden. Die Nachschau am Durchbruch ergab eine Frauenleiche, leicht begraben unter Mauerresten. Deren Untersuchung brachte eine 1 Spann lange Haarnadel mit kunstvollem Griff zum Vorschein. Die Nadel war mit roher Gewalt durch das Genick in den Hinterkopf getrieben worden. Am Finger fand man einen goldenen Siegelring. Das Bild zeigte einen bepackten Esel und die Wörter „Schritt für Schritt“. Die Mondsilberwesira Gazalinde saba Neraida erkannte den Ring sofort. Er gehörte zur Familie Ebersen. Bei genauer Betrachtung handelte es sich bei den beiden (jetzt) Toten um das Besitzerpaar. Nur, wer wann dann in der Kutsche Richtung Mittelreich gereist? Sigrun hatte kein Interesse an den Toten. Sie interessierte mehr der Inhalt der Regale. Alte Tontöpfe und verrostetes Werkzeug. Im Weinregal fanden sich noch drei staubige Flaschen, die noch einen ordentlichen Füllstand aufwiesen. Nach einer kurzen Umschau verschwanden die Gebinde in der Stofftasche der Thorwalerin. Simold Rebenlieb, der Praiosgeweihte, hatte das Treiben an dem Mauerloch still beobachtet. Einem kurzen Räuspern folgte die Aussage, dass er einen Auftrag an die Helden zu vergeben hätte. Man sollte das jedoch vielleicht nicht vor den Arbeitern, sondern im Gartenzelt erörtern.


    Dort traf man sich dann auch. Der Praiosgeweihte bedankte sich für die Unterstützung durch die Helden. Die Mondsilberwesira wäre gerne bereit als Eigentümerin eine Kompensation für die Mühen zu leisten. Die Wesira schaute ihn mit zuckender Augenbraue an, griff aber schließlich in ihre Börse und zählte 5 Dukaten auf den Tisch. Der Vertreter des Göttervaters erzählte, dass ihm die Unordnung in der Stadt langsam über den Kopf wachse. Schmuggler, Oronverstecke und der Diebstahl eines geweihten Streithammers aus dem Borontempel, und jetzt auch noch eingemauerte Lamijah. Dazu kamen noch die Hintergründe für das Verschwinden der Ebersen. Er bot eine ordentliche Summe, wenn ihm die Helden hier etwas Arbeit abnehmen würden. Die Wesira konnte erzählen, dass sie den Hauskauf über den Gutsverwalter Arve Leinfahrer abgewickelt habe. Arve hatte eine Vollmacht der Ebersen vorgezeigt. Allerdings bestanden jetzt Zweifel an der Echtheit des Dokuments. Arve bewohnte nun das Gestüt der Ebersen südlich der Stadt. Nach der Abreise der Herrschaften, war der Haushalt aufgelöst worden und die Dienerschaft hatte sich eine neue Anstellung suchen müssen. Die Dienerin Damara hatte eine Beschäftigung in der Küche des Praios-Tempel gefunden. Die Helden willigten in den Auftrag ein. Da der Tag zu Ende ging, wollte man am Morgen mit den Untersuchungen beginnen.


    Man quartierte sich in der Herberge „Palastschatten“ ein. Diese liegt innerhalb des Festungsrings der Emirsburg. Zwerg und Elf beschlossen ein Zweibettzimmer zu buchen und den Preis für eine Woche im Voraus zu bezahlen. Thorn forderte die Herausgabe von 5 Metallscheiben von Imion. Dieser sah den Zwerg zweifelnd an und fragte nach, ob fünf Scheiben von dem goldenen Metall jetzt nicht etwas viel für 7 Übernachtungen wären. Deshalb zählte er ihm 5 Scheiben aus silbernem Metall auf den Tresen. Der Zwerg erklärte dem Legendensäger die Wirkung von GELD und den Wechselkurs der diversen Metalle Kupfer, Silber und Gold. Tatsächlich hätten die Silbermünzen den richtigen Wert für den gekauften Dienst der Übernachtung.


    Nachdem die Zimmer bezogen waren, stand Körperreinigung auf dem Plan. Endlich wieder mal ein Badehaus. [alle Gassenwissenproben erbrachten zusammen nur 1 Qualitätsstufe und somit nur 1 Gerücht] In den Gesprächen mit den Badenden kam heraus, dass die Mondsilberwesira das Herrenhaus als Schnäppchen erworben hatte, nachdem sie die Vorbesitzer aus Mendlicum vertrieben hatte.


    Die Ermittlungen werden am 21.04.2026 beginnen.

  • 275. Spieltag (21.04.2026)


    Neuer Tag neues Glück. Bislang hatte man zwei Hinweise, wo man ansetzen konnte. Zum einen Arve Leinfahrer, der ehemalige Gutsverwalter, der jetzt auf einem Gestüt südlich von Mendlicum wohnte. Und die ehemalige Leibdienerin Damara, welche sich zur Küchenfrau im Praios-Tempel umorientiert hatte. Die Helden beschlossen, sich zunächst um Damara zu kümmern. Den vermeindlichen Betrüger wollte man sich für den Schluss aufheben.


    Aus dem Schatten der Emirsburg ging man zum Praiostempel. Das Gebäude war eindeutig aranisch. Ein Viereckhof mit Flachdach und komplett in weiß gehalten. Durch das Doppeltor sah man in den schönen Innenhof. Ein Garten mit einem Springbrunnen. Die Brunnenfigur stellte einen Greifen dar, welcher seine wachsamen Augen auf jeden Besucher warf, der durch das Tor schritt. Weiße Kieswege und sauber geschnittene klotzförmige Hecken zeigten eine strickte Ordnung der Dinge. Kein Ästchen durfte die plane Oberfläche der Hecke durchwachsen, dafür sorgten die Akoluten peinlichst genau. Einer davon wurde durch die Helden angesprochen. Er führte sie auf die östliche, dem Hafen zugewandte Seite des Viereckhofs. Ein Klopfen an der offenstehenden Küchentür und ein paar Minuten später lud Damara zum Frühstück ein. Ein kleiner, von Hecken umwachsener Bereich neben der Küchertür mit Tisch und Sitzbänken. Man kam ins Gespräch. Damara hatte die Abreise der Ebersens aus dem ersten Stock des Anwesens beobachtet. Neben ihr war Thiomar gestanden, der Leibdiener des Herren, welcher jetzt auf dem Gestüt arbeitete. Die Kutschentür wurde von Yullabethild aufgehalten, die leider zwischenzeitlich verstorben war. Aber ihr Bruder lebte noch in der Stadt. Dann war da noch Rashdan Bishar, der Kutscher, welcher auf dem Bock gewartet habe. Rashdan sollte sich heute in Hafennähe herumtreiben, war aber vor Kurzem in der Bibiliothek des Tempels zu sehen gewesen. Die Herrschaften hätten sich für die Jahreszeit ungewöhnlich dicke Kleidung bereitlegen lassen, vielleicht erwartete man im Mittelreich schlechtes Wetter. Mit hochgezogenen Kragen und tiefsitzender Kopfbedeckung seien die Herrschaft eingestiegen. Nein, die Gesichter konnte sie nicht erkennen. Ihr war die Abreise schon länger angekündigt gewesen. Ashina und Rosalinde Weinacker waren nicht zu sehen gewesen. Kurz nach der Abreise hatte Rosalinde Weichacker Suizid begangen. Man hatte sie vergiftet in ihrem Bett in auf dem Rücken schlafend aufgefunden. Ashina soll in die Stadt gezogen sein, wo wusste die Küchenfrau, zuständig für Gebäck, nicht. Rosalindes Mutter lebt hier in Mendlicum. Zu Ronwulf, dem Stallburschen hatte sie keinen Kontakt mehr, aber seine Schwester lebt noch in Mendlicum. Wahrscheinlich ist er dort untergekommen.


    Das war jetzt schon eine ganze Menge an Hinweisen.


    Yullabeths Bruder war der nächste Anlaufpunkt. Die Schuhwerkstatt machte einen etwas vernachlässigten Eindruck. Ein kleines Fachwerkhaus im mittelreichischen Stil. Die Farbe der Fensterläden war schon etwas ausgebleicht. Aber das schmiedeeiserne Türschild mit Stiefel und Hammer machte die Profession des Bewohners klar. Ein Klopfen kündigte einen arbeitenden Menschen an. Als die Helden das Geschäft betraten, stellte Tullefried die Arbeit ein und fragte nach der Art der Reparaturen nach. Als die Sprache auf seine Schwester kam, verdunkelte sich seine Stimmung und er wandte sich ab [Überreden-Probe +] Er lud die Helden in seine Wohnküche ein. Es gab Fladenbrot mit Joghurt und Schlauchwein. Yullabeth war von der Abreise der Herrschaft völlig überrascht worden. Im Morgenmantel habe sie den Herrschaften beim Besteigen der Kutsche die Tür aufgehalten. Am Tag vor ihrem Tod sei sie auf dem Markt einem Bekannten aus dem Ebersen-Haushalt begegnet. Sie sei sehr aufgeregt gewesen und habe immer „Sie war das“, „Was für eine Scharade“ und „Dann hat der Bastard alles gewusst“ vor sich hingemurmelt. Mit selbstgezeichneten Skizzen sei sie zu Damara gerannt. Die konnte ihr aber nicht helfen. Der Geweihte Simold Rebenlieb sei nicht zu erreichen gewesen. Sie wollte den Priester aber schnellstmöglich aufsuchen. Dazu kam es dann nicht mehr. Ihre Leiche wurde in einer Seitenstraße erstochen aufgefunden. Tullefried stimmte der Untersuchung des Zimmers der Schwester zu.


    Einfachste Möbel, Tisch, Bett, Beistelltisch. Die Staubschicht zeigte an, dass hier alles zu geblieben war wie zum Todestag. Auf dem Beistelltisch fand man eine Zeichnung eines Armbandes. Daneben lag ein Briefbogen der mit den Worten „Euer Gnaden Rebenlieb“ begann. Dann folgte nur ein Tintenfleck. Fehlten Yullabeth die Worte oder hatte sie beschlossen ihre Informationen persönlich vorzutragen? Thorn untersuchte das Zimmer auf ungewöhnliche Verstecke [Zwergnase]. Tatsächlich fand er ein eingenähtes Kästchen in der Matratze. [Karte aus dem Spielkartenset „Schätze“] Eine einsame viereckige Münze blickte dem Zwerg entgegen. Er erkannte die Prägung sofort. Hier handelte es sich um Zwergensilber. Wohl eine Seltenheit in Aranien. Thorn schätzte den Verkaufswert auf zwei Silbertaler. Er entschloss sich dem Bruder das seltene Stück zu geben. Der Schuster bedankte sich und versprach aus dem Silberstück eine Halskette machen zu lassen.


    Was sollte es als nächstes sein? Der erwähnte „Bastard“ war wohl ein Mann. Die Gruppe entschied sich für den Kutscher Rashdan Bishar. Irgendwo im Hafen sollte er zu finden sein. [Gassenwissenproben, Phelizitas kritischer Erfolg (zweimal 1)] Die Magierin landete bei ihrer Auswahl der abgefragten Personen einen Volltreffer. Der verhärmte Mann, wahrscheinlich ein alter Fischer, riet von einem Kontakt zu Rashdan ab. Der Kutscher hatte sich zu einem Anführer der Schmuggler hochgearbeitet. Allein schon dieser Umstand ließ vermuteten, dass er am Verschwinden der Ebersen beteiligt war. Vor zwei Jahren war es zum Umbruch bei den Schmugglerbanden gekommen. Mehrere Konkurrenten waren tot aus dem Hafenbecken gefischt worden. Sein Stützpunkt war die Taverne „Schädelknochen“. Eine üble Spelunke. Die Gerüchte behaupteten, dass Rashdan Hilfe von der Tänzerin Blutrose gehabt haben soll. Wer zu ihr ins Zimmer gelassen wurde, erhoffte sich eine unvergessliche Nacht. Blutrose könnte ein passender Name für einen Sukkubus sein.

  • Phelizitas gab ihre Informationen an die Gruppe weiter. Dann gab sie ihr erlerntes Wissen zu den Lamijahs preis. Dabei gab es den Umstand, dass Haustiere die Untoten bereits in weitem Umkreis wittern konnten und unruhig wurden, wenn sie einen der Untoten detektierten. Also ging es zum Kleintiermarkt. Sigrun interessierte sich für einen ausgewachsenen Raben. Das Tier befand sich in einem runden Flechtkäfig mit einem Durchmesser von ca. 1 Schritt. [Tierkunde +] Der Vogel reagierte interessiert. Sonea hatte es auf ein kleines Äffchen abgesehen. Den kleinen roten Fes hatte es jetzt (noch) nicht auf dem Kopf, aber der Geweihte konnte eine Verbindung zu ihrem Tierfreund aufbauen. Sie übernahm auch gleich die Preisabsprache [Handel +] und konnte etwas Rabat heraushandelt. [Basispreis Affe 15 Silber, Rabe 2 Silber] Die Tiere wurden jeweils mit einer Fußfessel übergeben, welche mit dem Handgelenk des Käufers verbunden wurde.


    Nun ging es in den Hafenbereich und man erkundete die Taverne „Schädelknochen“. Ein zweistöckiges Gasthaus, halb überhängend ans Ufer bebaut. Der Überhang wurde durch zwei mächtige Holzpfeiler gestützt. Über der Wasserlinie verlief ein Bootssteg an dem ein kleines Fischerboot vertäut lag. Der Steg war durch den Überhang vor Regen geschützt. Auf der linken Seite des Gebäudes führte eine Treppe zu dem genannten Steg hinab. Die Front wurde von einer schweren Tür eingenommen. Immer wieder erhaschte man einen Blick in den dahinterliegenden Gastraum. Die Butzenglasfenster waren so verstaubt und milchig, dass sie nur wage Umrisse erkennen ließen. Immer wieder mal trat ein stattlicher Mann in ordentlicher Ausstattung vor die Tür. Mal warf er einen Betrunkenen auf die Straße, mal rauchte er ein kleines Pfeifchen zur Ablenkung. Der Sippenkrieger passte gar nicht zur schäbigen Kundschaft, die sonst durch die Tür kam. Allerlei Tagelöhner und verarmte Schiffer ließen sich hier volllaufen. Sie ließen sich aufgrund der Waffenlosigkeit gut von den Mitgliedern der Schmugglerbande unterscheiden. Hinter dem Gastraum im Untergeschoss schloss sich ein Lagerbereich an. Links vom Lagerbereich war ein Raum der Nachts durch eine Kerze oder Laterne erhellt wurde. Dort befand sich jemand, der sich nicht identifizieren ließ. Die Haustiere schlugen jedenfalls nicht an. An dem Fenster musste man vorbei, wenn man über die Treppe auf den Holzsteg am Wasser gelangen wollte. Rechts des Lagers gab es einen ähnlichen Raum, welcher jedoch dunkel blieb.


    Mit der Tür ins Haus fallen wollte man nicht. Hier war subtiles Vorgehen gefordert. Sigrun übernahm als Späher diese Aufgabe, während der Rest der Gruppe sich für ein Eingreifen bereithielt. [Es folgten mehrere Verbergen-Proben, um das leise Vorgehen zu sichern] Der Thorwalerin gelang es unerkannt auf den unteren Steg zu kommen. Sie bewegte sich zum Fischerboot und holte von dort zwei Ruder und verbarrikadierte die Hintertür. So konnte sie den Überhang genauer untersuchen. Dabei stellte sie ein Seil fest, welches zu einer Klappe in der Decke des Überhangs führte. [Kletternprobe / Körperbeherrschung] Die Klappe war nicht verschlossen aber ein Gewicht verhinderte, dass die Klappe noch oben weggedrückt werden konnte. Ein Abtasten zeigte, dass es sich um einen Teppich handelte. Mit dem Dolch [Körperbeherrschung] gelang es das Hindernis aufzuschneiden und über die nun offene Luke in den Raum einzudringen. Es drang nur milchiges Licht durch die Fenster, aber zumindest die Umrisse des großen Bettes waren zu erkennen. In einer Ecke befand sich ein kleines Bücherregal mit zwei Stühlen und Beistelltischchen. Aus dem Lagerraum drang durch den Türspalt etwas Kerzenlicht in den Raum. Das Bett war frisch gemacht und die Seidenbezüge der Kissen zeigten an, dass hier eine Person gastierte oder gastierte hatte, die weiche Schlafgelegenheiten gewöhnt war. Sigrun zog von beiden Kissen den Seidenbezug ab und nahm ihn mit. In dem Bücherregal fand sie zwei fast völlig zerlesene Bücher und eine Schriftrolle. Die Schriftrolle glich die Tabellen aus den Sternenbüchern von Niobara, welche die Nordfrau bereits gesehen hatte. Das ganze Schriftgut wurde eingepackt, dann traf die Späherin den Rückweg an. [Klettern / Verbergen]


    Die Schriftstücke wurden dann Phelizitas vorgezeigt. Die Magierin konnte die Buchrücken lesen: „Zwölfmal Zwölf Abentheurer, Teil 2 – der gelehrte Herr und die Heilkräuther des Todes“ und „Was glaubt das Volk“ von Errik von Dannike. Für ein ausgiebiges Studium war jetzt hier nicht der richtige Ort. Beim Entrollen der Schriftrolle konnte die Gelehrte feststellen, dass es sich um die Berechnung des Sajalana-Sterns handelte der seine Bahn über den Wurzeltempel im „Wald der wilden Schwestern“ zog. Am 30. Tsa würde er dort den Tempel kreuzen. [Götter/Kulte] Der Stern stellte einen Alverianer Tsas dar, welcher für die Geburt, Schwangere und grundsätzlich für das Leben steht. Für eine genaue Analyse war jetzt keine Zeit.


    Die nächste Sitzung findet am 28.04.2026 statt.

  • 275. Spieltag (28.04.2026)


    Die Hafenstraße war jetzt nicht der geeignete Ort, um sich die Bücher anzusehen. Deshalb verlegte die Gruppe in ihre Unterkunft. Die Sternenkarte war das erste Schriftstück. Zusammen mit Niobaras Sternenkarten versuchte man dem Pergament Informationen zu entlocken. Die Berechnungen der Sternwanderung führte zu einem Ort in der Nähe von Marmelund. Dort müsste sich ein alter Wald befinden. In seinem Inneren gab es einen Wurzeltempel, der den drei milden Schwestern (Tsa, Rahja, Peraine) geweiht war. Aufgrund einer Rätselspur fand nicht jeder Besucher diesen heiligen Ort. Das zweite Buch trug den klingenden Namen „Zwölfmal zwölf Abentheurer, Teil 2 – Der gelehrte Herr und die Heilkräuther des Todes“ [Aventrurische Bibliothek, S. 126]. Der Zustand der Bücher war erbärmlich. Phelizitas tat es in der Seele weh, wie rücksichtslos konnte man mit Wissen umgehen. Allerdings ließ sich aufgrund der Markierungen erkennen, was den Leser interessiert hatte. Eine Textstelle beschäftigte sich mit der Rätselspur des Wurzeltempels. „Was glaubt das Volk“ von Errik von Dannike war das letzte Beutestück. [Aventurische Bibliothek, S. 119]. Das Werk beschäftigte sich mit den Mythen, die man sich am winterlichen Herd zum Zeitvertreib erzählte. Auch hier fand sich eine Passage, welche sich mit dem Wurzeltempel beschäftigte. Mit diesen Erkenntnissen legten sich die Helden schlafen. Morgen stand ein langer Tag bevor.


    Die erste Anlaufstelle war die Schwester des Stalljungen Ronwulf. Nurhan wohnte mit einer stattlichen Kinderschar in der Altstadt von Mendlicum. Zunächst öffnete eine jüngere Frau die Tür. Nachdem die Helden sich vorgestellt hatten, rief die Tochter nach ihrer Mutter. Die 34-jährige kam an die Tür und fragte misstrauisch nach dem Begehr. Ihrem Bruder Ronwulf war etwa 14 Tage nach der Abreise der Ebersen der Schädel eingeschlagen worden. Im Hafenviertel, dort wo die Schmuggler ihr Unwesen trieben. Das passiert wenn man sich auf dunkle Geschäfte einlässt. Man sucht sich als Partner auch nicht den zwielichtigen Bishar aus. Gut möglich, dass er selber Hand angelegt hatte. Ronwulf war am Tag der Abreise der Ebersen bei ihr aufgetaucht und hatte stolz einen Beutel Geld vorgezeigt. Dann sei er nochmals gegangen und am späten Abend mit einem bemalten Holzbrett wiedergekommen. Auf dem Holzstück sei ein Esel oder Pferd abgebildet gewesen. Auf Nachfrage der Helden bot die Frau das Holz zum Verkauf. Zusammen mit der Besichtigung von Ronwulfs Zimmer, war die Gruppe zwei Dukaten los. Mit dem Holzbrett war ein undichtes Dach repariert worden. Es ließ sich durch einfache Handwerkskunst in Holzbearbeitung herausnehmen. Die Zeichnung zeigte das Wappen der Ebersen. Lücken in der Lackierung und das Loch für den Riegel machten klar, dass es sich hier um eine Kutschentür handelte.


    Als nächstes Stand die Mutter der verstorbenen Rosalinde auf dem Programm. Die 47-Jährige betrieb einen Pidda-Stand nahe des südlichen Stadttors. Morgens halb zehn im Dornenreich, braucht man eine kleine Stärkung. Das Essen war gut, nur störten die traurigen Augen der Köchin die nette Atmosphäre. Auch hier gaben sich die Helden als Ermittler in Praios Namen zu erkennen. Die Frau begann die traurige Geschichte zu erzählen. Ihre Tochter Rosalinde hatte ihr ganzes Leben für die Ebersen gearbeitet. Die Mutter war stolz, dass die Tochter eine solch ehrbare Anstellung gefunden hatte. Eines Abends, das mag wohl drei Götterläufe her sein, kam die Tochter mit ihrer neuen Liebschaft Ashina nach Hause. Die Ebersen nahmen Rosalindes Freundin als neue Dienerin auf. Was Ashina vor einem Leben im Hafenviertel rettete. Es fiel jedoch auf, dass Rosalinde immer müde nach Hause kam. Auch Ashina konnte keine Ursache finden. Dann kam eines Tages die Nachricht, dass man Rosalinde tot auf dem Dachboden aufgefunden habe. Ashina nahm sich der trauernden Mutter an und verschaffte ihr erschöpfenden Trost, bis die Hinterbliebene einschlief. Dann verließ Ashina die Frau. Die Dienerin wollte sein neues Leben im Orden der Grünen Schleier beginnen.

  • Nun blieben noch Thiomar, der Leibdiener des Herrn und der Gutsverwalter Arve Leinfahrer übrig.

    Zur Mittagszeit näherten sich die Helden dem Gestüt, welches sich eine halbe Stunde Fußmarsch weit neben der Küstenstraße im Süden befand. Nach einer Strecke zwischen den Weiden links und rechts der Straße, bog ein ausgefahrener Karrenweg ins Landesinnere ab. Das Wohn- und Verwaltungsgebäude war ein quadratischer Bau mit Innenhof. Einstöckig, mit Fenster für jeden Raum auf der Außenseite. Im Innenhof erstreckte sich auf Kniehöhe ein hölzerner Gehweg entlang der Gebäudemauer. Es waren die Türen zu den Räumlichkeiten zu sehen. Die Stallungen befanden sich in einem gesonderten Gebäude. Personal eilte zwischen Katzen und Hühnern durch den Innenhof. Ein gesetzter Mann mit Hund gab ruhig Anweisungen, welche Arbeiten durch wen auszuführen waren. Als die Helden im Zugangsbereich erschienen, ging er ihnen entgegen. Sein Hund, ein aranischer Straßenmischling, folgte ihm immer. Er stellte sich als Thiomar Belgor vor, Vorarbeiter des Gestüts. Auf die Ebersen angesprochen gab er stolz bekannt, dass er gerne der Herrschaft gedient habe. Völlig überraschend habe Hr. Ebersen das Gestüt in seiner Großzügigkeit dem Gutsverwalter überschrieben und er habe hier eine neue Anstellung gefunden, was in seinem Alter anderswo schwierig gewesen wäre. An die Abreise konnte er sich noch gut erinnern. Yullabeth hatte die Türe zur Kutsche aufgehalten. Er sei zusammen mit Damara im ersten Stock gewesen und habe die Szene beobachtet. Die Herrschaften hätten sich ungewöhnlich dicke Kleidung herrichten lassen. Auch über die Liebschaft zwischen Rosalinde und Ashina wusste er Bescheid. Es blieb ihm allerdings ein Rätsel, was Rosalinde dazu gebracht hatte ihre silberne Haarnadel an Ashina zu verschenken. Rosalinde hatte es jedem im Haus erzählt, um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass Ashina eine Diebin sei. Gerüchte gab es zu genügend. Angeblich sei das Haus verflucht gewesen. Immer wieder wurde von Schattengestalten im Garten und auf den Dächern berichtet. Aber er selbst hatte nie einen Geist gesehen. Von der Belegschaft hatte er kurz vor der Abreise noch ein Bild gemalt. Das sei jetzt seine Passion. Er bot den Helden Landschaftsbilder zum Kauf an. Daran bestand jedoch kein Interesse. Aber die Helden konnten das Gruppenbild betrachten. Nun hatten sie auch ein Gesicht zu Ashina, die bislang nirgends aufzufinden war.


    Der Vorarbeiter führte auf Wunsch der Helden eine Begegnung mit den Gutsverwalter herbei. Sein Arbeitszimmer befand sich in der Nordostecke des Verwaltungsbaus. Als die Helden durch die Tür traten, standen sie direkt vor dem Schreibtisch von Arve Leinfahrer. Dieser blieb sehr gelassen und sah ein, dass man eine Untersuchung von Seiten der Praios-Kirche durchführen musste. Lebende Leichen fand man ja nicht jeden Tag im Keller herumlaufen. Er weis auf die Sitzgruppe an der östlichen Wand und bewirtete die Gruppe mit Tee, Wein, Gebäck und Früchten. Bei der eigentlichen Abreise der Ebersen war er nicht anwesend gewesen. Somit konnte er hierzu keine Angaben machen. Hr. Ebersen hatte vor der Abreise ihm die Dokumente, sowohl die Vollmacht das Anwesen in der Stadt zu verkaufen, als auch die Überschreibung des Gutshofs, ausgehändigt. Nach dem Geschäft hatte er das Geld dem Kurierdienst der Mada Basari übergeben. Es wurde ein Wechsel ausgestellt, der es erlaubte die gleiche Summe von der Stoerrebrandt-Bank abzuholen. Der Wechsel sei per Kurier in eine kleine Stadt südlich von Gareth geliefert worden. [Menschenkenntnis +] Die Helden spürten, dass etwas an der Aussage faul war. Also begann man sich etwas im Zimmer umzusehen. Dabei bemerkte Thorn die Metalltür unter dem Sofa. Ein Zwerg erkennt einen Tresor, wenn er vor einem steht. Arve blieb bei seiner Geschichte. Also fragte man ihn, ob man sich mal auf dem Gestüt umsehen dürfe. Arve hatte damit keine Probleme, schloss aber seine privaten Räumlichkeiten aus. Er rief Thiomar, der die Helden herumführen sollte.


    Thiomar zeigte den Helden das Anwesen. Im Marstall fand sich keine passende schwarze Kutsche, oder ein baugleiches Gefährt mit neuer Tür und Farbe. Auf dem Hof wurden schwerpunktmäßig Pferde gezüchtet, aufgezogen und anschließend verkauft. Deshalb gab es eine Vielzahl von Weiden. Es fanden sich aber auch andere Nutztiere im Portefeuille. Der Weg führte auch auf die andere, der See zugewandten, Straßenseite. Thiomar erzählte, dass er hier immer an die Steilküste gehe, um zu Malen. Erneut bot er seine Landschaftsbilder zum Kauf an. Nach einer Reihe von Weiden, wurde die Fauna ungepflegter. Kein Nutzland, langes Gras, Kletten. Der Bewuchs nahm immer mehr ab, da das Salzwasser, welches der Wind, nach dem Aufschlag gegen die Klippen, über die Kante wehte, den Boden vergiftete. Am Klippenrand sah man ca. 50 Schritt in die Tiefe. Und man hatte einen glänzenden Blick auf das Meer. Linkerhand sah man Mendlicum mit seinen Hafeneinfahrten. Thiomar berichtete, dass man hier vorsichtig mit dem Herumwandern sein musste. Steile Risse zogen sich von der Kante ins Landesinnere. Eng und tief. Wer da hineinfiel, konnte zu Tode stürzen. Den Helden war klar, dass man hier problemlos eine Kutsche verschwinden lassen konnte. Eine langwierige Suche nach dem Gefährt hielten sie nicht für geboten. Spuren im Gras brauchte man, nach den lange Zeitspanne, zwischen Abreise und heute, nicht mehr erwarten.


    Was war im Tresor? Man hatte einige Beweise ausgegraben. Aber reichte das zur Festnahme? Wie konnte man Arve etwas kooperativer machen? Imion schlug vor, sich mit dem Mann anzufreunden. Auf magische Art. BANNBALADIN. Vielleicht würde der Gutsverwalter redseliger, wenn er einem Freund gegenüberstand. Also ging es zurück zu den Räumlichkeiten des Gutsverwalters.


    [Spieltechnik: Der Zauber verändert die Grundeinstellung einer Person in Bezug auf den Zauberer. Arves Einstellung entsprach Stufe 4 (von 9). Er hatte eine gewisse Abneigung gegen Wesen, die in seinen Sachen herumschnüffelten. Imion legte seine Zauberprobe ab (welche er durch einen Schicksalspunkt wiederholte). Dann verstärkte er die Zauberwirkung durch einen weiteren Schicksalspunkt um 1 Qualitätsstufe. Damit brachte er Arve auf Stufe 7. Der empfand nun Vertrauen und Freundschaft zum Elfen.]


    Imion erzählte, dass er im Wald noch nie einen Stahlschrank im Boden gesehen habe. Dort grub man ein Loch und ließ die Wurzeln einen Deckel formen. Arve zog sich einen Lederhandschuh an und ging zu einer präparierten Speikobra, welche auf dem Schrank stand. Zwischen den Giftzähnen holte er einen Schlüssel aus dem Maul der Schlange. Zusammen mit Sigrun wurde das Sofa auf die Seite geräumt und der Tresor geöffnet. Arve übergab die Überschreibung, den Kaufvertrag und die Vollmacht Thorn. Darunter kam eine große Ledertasche, fast ein Sack zum Vorschein. Der Rand des kreisrunden Leders war mit mehreren Löchern versehen. Dadurch fädelte man eine Kordel und erhielt beim Zusammenziehen der Kordel ein stabiles Transportbehältnis. In klein hatte man so was am Gürtel hängen und musste sich vor Beutelschneider in Acht nehmen. Aber die Form eines Behälters sagte nur bedingt etwas über seinen Inhalt aus.


    Sonea und Phelizitas schauten sich mal im Büro um. Auf dem Schreibtisch lag die aktuelle Bestandsliste des Tierbestands. Mit dem Datum des Einkaufs, bzw. Verkaufs versehen. Und was fand man am Tag der Abreise der Ebersens? Den Zugang von zwei Nutzpferden. Keine Fohlen, sondern ausgewachsene, trainierte Pferde. So ein Zufall !!! Während Arve dem Elfen die Vorzüge eines Stahlschrankes im Vergleich zu Wurzelgeflecht beibrachte, schaute sich Thorn die drei Schriftstücke genauer an. [Malen/Zeichnen +; Schriftgutfälschung fällt unter dieses Talent] Die Handschrift war auf allen dreien die gleiche. Wie konnte das sein? Die Ebersen, welche Vollmacht und Überschreibung ausgefertigt haben, konnten wohl nicht einen Kaufvertrag aufsetzen. Denn da waren die Ebersen bereits abgereist. Und das Schriftbild glich dem im Tierverzeichnis. Thorn mischte sich mit diesen Ungereimtheiten in die elfische Unterhaltung ein. Sigrun versuchte den Sack aus dem Tresor zu heben. Aber 2 000 Dukaten wiegen gute 50 Stein und sie musste [Kraftakt +] schwer ziehen, aber das Klimpern, als der Sack auf den Boden prallte war eindeutig. Jetzt war es Arve genug und er verwies die Helden lautstark vom Hof. Der Zauber war verflogen. Mit lautem Gezeter rang er mit Thorn um die Dokumente, welche der Zwerg nicht mehr aus der Hand geben wollten. Die Tür ging auf und Vorarbeiter mit Hund erschienen auf dem äußeren Laufsteg. [Überzeugenprobe +] Thiomir wurde von der Beweislast erschlagen. Nach Einsichtnahme in die Dokumente konnte er bestätigen, dass Vollmacht und Überschreibung nicht in der Handschrift von Herrn Ebersen verfasst waren. Die kannte er als Bote für Briefe seiner Herrschaft gut genug. Er ließ seinen Hund abliegen und sah der Festnahme teilnahmslos zu.


    Arve wurde vor den Praios-Geweihten Simold Rebenlieb gezerrt. Mit den vorgelegten Beweisen blieb dem Gutsverwalter nichts anderes übrig als zu gestehen. Um einer Folter zu widerstehen, hatte er nicht die Kraft. Er war an der Scharade beteiligt gewesen. Ashina und Ronwulf hatten die Kleidung der Herrschaft getragen. Mit dem Mord hatte er nichts zu tun. Er hatte nur die Gelegenheit für eine Betrügerei genutzt. Rashdan und Ashima hatten sich um die Ebersen gekümmert. Rashdan war in seiner Taverene „Zum Schädelknochen“ zu finden. Wo Ashina war, wusste der Gutsverwalter nicht. Die Mondsilberwesira und der Praios-Geweihte waren sich einig und Arve wurde der Stadtobrigkeit übergeben. Thiomir erhielt den Auftrag, gegen eine handvoll Dukaten aus dem Münzsack als Entschädigung, das Gestüt weiter zu betreiben.


    Am 05.05.2026 wird die Hafenkneipe erneut eine Schauplatz sein.

  • 276. Spieltag (05.05.2026)


    Nach Absprache mit dem Praios-Tempel, bzw. seinem Geweihten Simold Rebenlieb, wurde vereinbart, dass der Zugriff auf die Gaststätte der Schmugglerbande erst später erfolgen soll. Zuerst hatten die Helden noch ein Interesse daran, sich nochmals einen Überblick zu verschaffen.

    Phelizitas und Thorn betraten den Gastraum und wurden vom Wirt angesprochen. Er wies ihnen einen kleinen Tisch zu, den er zuvor mit seinem, mehr oder weniger sauberen Tuch, saubergewedelt hatte. Eine eher nutzlose Geste, aber der Wille zählte. Phelizitas bestellte einen Wein und Thorn ein Bier. Der Wein war genau das, aber damit endete bereits die Produktbeschreibung. Das Bier schien mehr aus Wasser als aus Gerstensaft zu bestehen. Man ließ den geneigten Blick durch die Runde schweifen. Klar abzugrenzen waren die angetrunkenen Hafenarbeiter. Ein stattlicher Sippenkrieger stand vor einer Tür in der Nordwand. Viele Gäste machten den Eindruck von Halsabschneidern, die die beiden Helden genau bewerteten, ob sie in die Kategorie Opfer passten und wie hoch der zu erwartende Widerstand sein würde, im Vergleich zum erhofften Nutzen. An der Ostwand lief eine Treppe zu den Räumlichkeiten der Dirnen hinauf. Eines der Zimmer hatte Sigrun in der vergangenen Nacht besucht. Man bestellte sich noch etwas zu essen. Phelizitas genügte sich mit einem Schälchen Oliven, während Thorn den Fleischeintropf wählte. Besagter Eintorf bestand aus irgend einer fleischartigen Substanz, welche in einer tomatenartigen Sauce weichgekocht und mit reichlich Salz gewürzt worden war. Als der Wirt das Geschirr wegräumen wollte, wurde durch die Al´Anfanerin der Wunsch geäußert mit dem Chef zu sprechen. Der Wirt sagte es dem Sippenkrieger, welcher sich durch die bewachte Tür zurückzog. Durch die kurz geöffnete Tür sah man einen kleinen Gang. Auf der linken Seite ging eine Tür ab, durch die der Krieger verschwand, rechts befand sich nochmals eine Tür zu einem unbekannten Raum.


    Nach kurzer Zeit kam der Krieger zurück. Auf dem Weg zum Tisch der Helden befahl er die Beseitigung eines eingeschlafenen Hafenarbeiters. Als ihn einer der Schurken angrabschen wollte, machte er ihm klar, dass der Versuch die Hand des Neugierigen kosten würde. Der Kämpfer teilte mit, dass Rashdan Bashar zu einem Treffen bereit sei. Die beiden Besucher wurden in einen Raum geführt, das wohl sowas wie ein Chefzimmer sein sollte. Es gab einen Schreibtisch mit Stuhl auf dem der „Schmugglerkönig“ residierte. Sein Schlafplatz schien der verranzte Sofa in der Ecke zu sein. Dann gab es noch diverse Schränke. Phelizitas eröffnete das Gespräch mit einer Nachfrage bezüglich der angebotenen Dienste. Die Kommunikation entwickelte sich zu einem Kaufgespräch für eine Musikergruppe mit Tänzerinnen, die man in den Süden schicken konnte. Rashdan versprach innerhalb einer Woche die Leute „eingesammelt“ zu haben. Er erbat die Vorkasse von 7,5 Dukaten pro Person. Der Rest wäre mit der Anlieferung der Sklaven fällig. Thorn, welcher seiner Rolle als Leibwächter nachkam, schaute sich unauffällig um [Sinnesschärfe +]. Von der Außenecke des Zimmers verlief ein dicker Holzbalken zur Decke, welche gleichzeitig den Boden der Dirnenzimmer darüber bildete. In dem Balken befand sich ein Versteck, welches eine Länge von circa 1,5 Schritt aufwies. Die Nachfrage nach der berühmten „Blutrose“ ergab, dass die Tänzerin vor ca. 1 Woche ihre Räumlichkeiten verlassen hatte. Rashdan hatte die Geschäftsbeziehung beendet und die „Tänzerin“ ausbezahlt. Einen Wegzugsort konnte der Schmuggler nicht nennen. Phelizitas Blick fiel auf einen handelsüblichen Streitkolben, der hier als Briefbeschwerer für die Papiere auf dem Tisch diente. An der Wand befand sich ein kleiner Schrank, welcher mit leeren Weinflaschen gefüllt war. Die Flaschen waren auf ein paar Buchseiten geparkt worden. Die Magierin konnte die Wort „Lust“ und „Fänge“ lesen. Darauf angesprochen behauptete Rashdan, dass es sich um Altpapier handeln würde, das halt noch keiner aufgeräumt habe. Phelizitas bat um die Übergabe der Seiten, da sie es als eine Verschwendung von Wissen ansah, das beschriebene Papier einfach zu vernichten. Rashdan stimmte dem zu und man vereinbarte die Übergabe der ersten Rate für den morgigen Tag. Die beiden Helden verließen die Taverne.


    Die Beiden trafen sich mit dem Rest der Gruppe. Bei den Seiten, welche mit Gewalt aus einer Buchbindung gerissen worden waren, handelte es sich um eine Abhandlung, welche sich mit den unnatürlichen Eingenschaften eines Belkelel-Vampirs auseinandersetzte. Sigrun beschloss sich nochmals in das Zimmer zu schleichen. Die Zeit verging bis zur nach Mitternacht. Dann trat sie wieder ihre leise Reise über die Außentreppe an. [Es folgten eine Vielzahl von Verbergen-Proben] Die von ihr gestern mit den Paddeln blockierte Hintertür war zwischenzeitlich wieder freigeräumt worden. Das Türschloss stellte kein Hindernis dar und die Thorwalerin betrat den Gang zum Chefzimmer durch die Hintertür. Nur das Licht von flackernde Kerzen und Fackeln aus den Türritzen des Gastraumes und des Arbeitszimmers des Oberschmugglers beleuchteten den Boden. Zumindest sah man Hindernisse auf dem Boden relativ gut. Die Wände des Ganges verschwanden völlig in der Dunkelheit. Sigrun schlich sich zu Tür des Schmugglers. [Sinnesschärfe -1 gelungen] Gleichmäßige Schnarchgeräusche waren zu hören. Die Tür wurde lautlos geöffnet und Sigrun betrat den Raum, welcher nur von einer Kerze beleuchtet wurde. [Ab hier wurden die Verbergen-Proben mit den Sinnesschärfe-Proben des Schlafenden verglichen] Sigrun trat an den verdächtigen Balken. Mit der Kerze in der Hand untersuchte sich das Holz und fand eine feine Einkerbung, wo man den Deckel des Verstecks mit einem Dolch heraushebeln konnte. Ohne den Schläfer zu wecken, legte die Thorwalerin den Innenraum des Verstecks frei. Darin befand sich ein Streithammer, ähnlich wie ihn Selhira trug. Auch diese Waffe war mit Rabensymbolen und den Zeichen eines gebrochenen Wagenrades versehen. Das Ding wanderte in den Gürtel. Bevor Sigrun der Raum verließ, untersuchte sie noch einen geschlossenen Schrank. Dort fand sie ein Giftfläschchen (Kukris) und eine Goldkette. Auch diese Dinge wurden Teil der Beute. Sigrun gelang ein störungsfreier Rückweg.

  • Die Nacht war fast vorbei und deshalb beschlossen die Helden gleich zum Praios-Tempel zu gehen. Man stellte fest, dass der Gebetsraum von innen verriegelt worden war. Deshalb wartete man auf den Sonnenaufgang. Kurz davor wurde der Innenriegel entfernt und ein noch verschlafen aussehender Akoluth blickte erstaunt auf die wartende Gruppe. Er lud die Gruppe auf ein Teefrühstück ein, doch Thorn war dies zu fade. Er wünschte sich was Alkoholhaltiges. Der Praios-Diener kam mit den Getränken zurück. Thorn erhielt einen kräftigen Kräuterschnaps. Sigrun erkannt des eindeutigen Geruch von Premer Feuer, einem Destillat aus vergorenem Rübensaft, welches mit Kräutern verbessert worden war. Irgendwann betrat auch Simold Rebenlieb den Gebetsraum. Er wurde auf den neuesten Stand gebracht. Er bot an, die Taverne mit Seekriegern auszuheben. Damit sollte er jedoch noch etwas warten, bis die gefundene Boron-Waffe den Weg in den Tempel gefunden hatte.


    Im Boron-Tempel wurden die Helden durch Rabraxes von Milohet begrüßt. Der Geweihte freute sich über die Rückführung von „Ruhebringer“, einem geweihten Mendlicumer Stechhammer. Nedimsira saba Rasmani war mit ihm gegen die Dämonenverseuchung der Grüfte vorgegangen. Leider hatte sie den Sieg mit ihrem Leben bezahlt. Woher genau die Waffe herkam, verlor sich in der Dunkelheit der Geschichte. Als dem Borongeweihten erzählt wurde, dass man auf der Jagd nach einem Vampir war, bot er an, den Hammer auszuleihen. Außerdem übergab er der Gruppe zwei Dosen Marbos Hauch. Das zerriebene Pflanzenpulver war in Wurfbeuteln verpackt, die beim Aufprall eine Giftwolke freisetzen sollten. Die halluzinogene Wirkung traf sofort ein. Der Geweihte des Totengottes gab noch bekannt, dass sich in dem Wurzeltempel ein Heilbrunnen befand, dem man nachsagte, auch schwere magische Krankheiten heilen zu können. Allerdings hing die Stärke des Heilwassers auch mit den Sternen zusammen. Die größte Wirkung wurde für den 25. Tsa vorhergesagt. Der Orden der Grünen Schleier veranstaltete regelmäßig Pilgerfahrten zu dem Tempel.


    Nun war es Zeit für den Schlag gegen die Mendlicumer Schmuggler. Der Praiosgeweihte hatte zwischenzeitlich ein Überfallkommando aus Seekriegern organisiert. Eine kleine Galeere setzte ihre Truppen auf dem Bootssteg unter, bzw. hinter der Taverne ab. Zeitgleich stürmte ein Landtrupp die Trinkhalle durch den Haupteingang. Um zu bewerkstelligen wurden Spiegel zur Kommunikation eingesetzt. Rashdan Bishar hatte keine Chance und so war die Gegenwehr auch überschaubar. Die Beweislast gegen ihn war ausreichend und er landete in einer Kammer des Paiostempels zum Verhör. Das Urteil war eindeutig. Allein auf den Diebstahl der borongeweihten Waffe „Ruhebringer“ stand das lebendige Einmauern. Die Konspiration mit einer Lamijah und die beiden Morde an Yullabeth und Ronwulf brachten ihm das zweite Todesurteil: Erhängen an Rosenstängelbündeln. Da man jemanden für gewöhnlich nur einmal umbringen kann, entschied sich der Praiosgeweihte für das Einmauern.


    [Zur Erklärung der Bestrafungsart: Boron = Totengott = lebendig begraben; Lamijah = Dämonenpaktierer mit Belkelel = Gegenspielerin von Rahja, der Liebesgöttin = die gottgefällige Pflanze: Rose]


    Rashdans letzten Worte, bevor der letzte Stein in der Tunnelmauer des Borontempels gesetzt wurde: „Ihr wisst ja gar nicht wozu sie fähig ist! Sie kann jeden um den Finger wickeln, ihr habt schon verloren!“


    Am 12.05.2026 geht die Vampirjagd los.