209. Spieltag (05.12.024)
Der Abend nahm seinen Lauf. Auch das längste Dinner ist irgendwann vorbei. Die ersten Gäste verließen die Karawanserei. Auch Frenja erhob sich mit ihren Arbeitskollegen. Ein letzter Blick in Richtung Qamar und Dolorita, ein letztes Schulterzucken, dann verließ sie die Örtlichkeit. Qamar bedankte sich für die Annehmlichkeiten des Abends und verabschiedete sich von der Hexe. Er ging in seine Räumlichkeiten. Die Helden setzten sich zusammen und berieten das weitere Vorgehen. Als Ergebnis wollte man den Ferkina-Prinzen folgen und auch ihn befragen.
Zurück blieben Isha und Vento, galt es Qamar im Auge zu behalten. Der Rest der Gruppe nutzte den Flugteppich. Sie flogen dem Fluss entlang, dem auch die Straße folgte. Bereits nach kurzer Zeit sahen sie ein kleines Lagerfeuer unter einem Baum. Angenehmes Mada-Licht streute über die Umgebung und überzog die Welt mit seinem silbernen Glanz. Das Landen auf der Straße war kein Problem. Nachdem man den Teppich im Unterholz der Büsche versteckt hatte, näherte man sich dem Lagerfeuer. Isleif klimperte ein paar Akkorde auf seiner Harfe und machte so auf sich aufmerksam. Aus dem Schatten des Baumes trat der Ferkina hervor und hielt seine Dschadra verteidigungsbereit in den Händen. Er rief die Gruppe an. Nach eine friedlichen Vorstellung bat er die Besucher an sein Feuer. Die Überreste eines Hasen brieten noch über der Glut. Man kam ins Gespräch. Zarid hatte die Helden in der Karawanserei bemerkt, waren also für ihn nicht gänzlich fremd. Offen erzählte er, dass er seinem Vater wohl mitteilen muss, dass er keine Senkung der Abgaben erreichen konnte. Weder bei der Sultana, noch bei ihrer Tochter hatte er Erfolg gehabt. Darüber wird der Kriegerfürst nicht erfreut sein. Wenn man mit Reden nichts erreicht, dann senkt man seine Abgaben, indem man sich den Gegenwert aus der Bevölkerung des Sultanats Palmyrabad holt. Das würde wohl auf eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Aranien hinauslaufen. Vielleicht konnte der Shah die Abgaben senken. Farid war zu etwas Geld gekommen, weil er einen Wagen in die Berge begleitet hatte. Die Ladefläche hatte mehrere schwere Kisten enthalten, deren Inhalt ihm unbekannt war. Qamar und Frenja waren auch dabei gewesen. Ziel war ein Marbidenkloster im Raschtulswall, dort seien die Kisten abgeladen worden. Seltsame Leute dort. Wein wurde gegen Orangenschnaps ausgetauscht und der restliche Hase füllte die Mägen der Helden. Es wurde vereinbart, dass Zarid seinen Vater noch 14 Tage vom Raubzug abzuhalten versucht. Als Erkennungszeichen wechselte ein goldener Ring mit einem Rubin den Besitzer. Am nächsten Morgen machte man sich auf den Rückweg, während der Ferkinaprinz weiterzog.
Die Nacht in der Karawanserei verlief völlig ereignislos. Der Magier blieb auf seinem Zimmer und machte dort, was Magier an einsamen Abenden halt so machen. Am nächsten Morgen verließ er seine Räumlichkeiten und nahm im Innenhof der Karawanserei sein Frühstück ein. Da er seine Bücher und eine Tasche mit Fläschchen und Kräutern dabei hatte, wollte er wohl wie gewohnt seinem Heilergeschäft nachgehen. Das Ganze erfolgte natürlich unter den wachsamen Augen von Vento und Isha. Schließlich schritten Isleif, Salazar und Dolorita mit dem eingerollten Teppich durch das Eingangstor. Sie setzten sich zu ihren Gefährten und berichteten vom Gespräch mit dem Ferkina. Dann erschien Frenja und ging forschen Schrittes auf Qamars Tisch zu. Da das Gespräch interessant zu werden schien, bewegte sich Isha die Treppe hoch und versuchte unbemerkt eine Position auf dem Arkadenrundgang, über dem Tisch des Magiers, einzunehmen. Alles war nicht zu vernehmen, aber die Worte, dass man am Nachmittag abreisen wollte, waren verständlich. Fenja berichtete von den Nachforschungen im Palast. Ihr wurde die Sache zu heiß. Das Marbidenkloster als Ziel? Zu gefährlich. Erstmal aus der Stadt raus. Im Anschluss an das Gespräch ging man auseinander.
Dolorita besuchte den örtlichen Marbo-Tempel, den Tempel der samtenen Kissen. Eine alte Frau, in einem schwarzen Kapuzenumhang gekleidet, öffnete die Tür. Das faltige Gesicht bat die Hexe herein und fragte nach ihrem Begehr. Ein Bedarf an Schlafkräutern bestand nicht, auch keine Rauschrunde auf den weichen Kissen. Die Alte erzählte, dass sie von einem Marbo-Kloster in den bergen wusste. Während hier in der Stadt das kurze Vergessen angeboten wurde, suchten Leute das Kloster auf, die sich nach dem ewigen Vergessen sehnten. Also den rituellen Suizid. Die beiden Einrichtungen traten nicht regelmäßig in Kontakt. Man wusste halt voneinander. Nun hatten die Helden eine komplette Wegbeschreibung, die sich aus den Informationen der Geweihten und Zarid zusammensetzte.
Die weiteren Entscheidungen stehen am 12.11.2024 an.