Für Vero wurde es eine unruhige Nacht. Er träumte von einer Frau auf einem halbkugeligen Hügel. Von dort sah man das vom Feuerschlick beleuchtete Ufer und in der Ferne der Nacht erhob sich die Silhouette von Elburum. Die Frau trug eine Lederkladde in der linken Hand, wo auch ein Armband mit zahlreichen Amuletten sichtbar war. Mit der freien Hand winkte sie dem Träumenden zu und forderte ihn so auf, näher zu kommen. Nach dem Erwachen erzählte der Konzilmagier den Helden von seinem Traum. Man beschloss, nach dem Frühstück (Khelbara servierte Fladenbrot, Früchte, Honig und heißen Tee), den Hesindetempel aufzusuchen.
Dort angekommen wurde die Gruppe von der feuerschlickabhängigen Deliah Alama empfangen. Salazar versprach die Fertigung eines Substitutionsmittels, um die Geweihte von der Geisel der Sucht zu befreien. Dazu benötige er aber Zugang zu einen Laboratorium. Die Geweihte gab ihm ein Empfehlungsschreiben für das Haus der heilenden Hand. Dort konnte der Rashduler seinen Trank auf Kosten des Tempels fertig stellen. Die Sternenkarten waren natürlich Teil der öffentlichen Bibliothek. Man verglich Khelbaras Karte mit den hiesigen und kam zu dem Schluss, dass es sich nicht um den Nachthimmel von Elburum handeln könne. Zwar waren ein paar Konstellationen auch am Elburumer Himmel zu sehen, so dass der gesuchte Ort in der Nähe sein müsste, aber ohne weitere Rechenleistung mit Hilfe eines Astrolabors war hier nichts zu machen. Also galt es Niobaras versteckte Sternwarte zu finden. Veros Traum hatte hierzu die benötigten Informationen geliefert. Die Hesindegeweihte wurde nach einer entsprechenden Örtlichkeit befragt und kannte tatsächlich die beschriebene Stelle. Sie warnte aber davor, den dortigen Feuerschlick einzusammeln. Die Möwen würden sich dort an den Algen laben und jeden angreifen, der ihnen die Nahrung streitig machen würde. Die Möwen hätten, wahrscheinlich unter der sinnfordernden Wirkung des Schlicks, ein erhebliches Talent entwickelt, ungeschützte Körperstellen für ihre Schnabelangriffe zu finden.
Es wurde Grabungswerkzeug eingekauft und mit den Pferden ging es die Küstenlinie entlang in Richtung Norden. Zur späten Mittagszeit traf man ein. Vero ging auf den halbkugelförmigen Hügel hinauf. Der Boden war aus festem Gestein. Dort bestätigte eine Orientierungsprobe, dass man am richtigen Ort war. Man begann die Umgebung aufzusuchen und wurde auch fündig. Eine „unpassende Steinplatte“ wurde freigelegt. Die Platte wies an einer Kante frische Werkzeugspuren auf. Eine Untersuchung ergab, dass man dort wohl wiederholt einen Hebel angesetzt hatte. Der Drehpunkt, in Form eines eingedellten Steines, war schnell gefunden. Die Spitzhacke wurde angesetzt mit mit aller Kraft gedrückt (KK-Probe +5). Die Platte hob sich aus der Verankerung und wurde auf die Seite geschoben. Darunter kam eine Treppe zum Vorschein. Die Helden stiegen hinab und folgten dem Gang in Richtung des Kuppelhügels. Jedem war klar, dass es sich hier um eine künstliche Struktur handeln müsse. Die Reise endete an einer gebogenen Steinwand.
Isleif kannte Sagen und Legenden, die sich um Zwerge rankten, welche die Kunst der magischen Felsverformung beherrschten, allerdings nicht in dem Ausmaß, welches erforderlich wäre, um eine solche Kuppel zu schaffen. Auch der Konzilmagier bestätigte die Einschätzung. Die Kollegen am Konzil war schon froh, wenn sie eine 5 Meter Kugel formen konnten. Die Kräfte des Elementarwesens, welches diese Struktur erschaffen hatte, mussten gewaltig sein! Salazar versuchte ein HARTES SCHMELZE. Damit gelang es ihm zwar nicht, ein Loch in die Wand zu schmelzen. Aber es formte sich ein menschliches Ohr, welches an der Wand festgewachsen war. Ohne die richtige Losung kam man nicht weiter. Ishas scharfes Gehör bemerkte Schritte im Kies, die sich der Treppenöffnung näherten. Kurz trat Ruhe ein und die Gruppe machte sich verteidigungsbereit. Nach kurzer Zeit erschien ein gestiefelter Frauenfuß auf der obersten Treppenstufe und vorsichtig setzte sich nun auch der zweite Fuß auf die darunterliegende Stufe. Das Geflimmer, das die Gliedmaßen umspielte, ließ auf einen magischen Schutzschild schließen. Die Gestalt entpuppte sich als die Traumfrau, die langsam die Treppe hinunterstieg. Es handelte sich um die angebliche Zofe der Sultana, welche auf dem Fest Bilder von den Helden gezeichnet hatte. Sie hatte die Helden nicht so früh hier erwartet. Hatte der Traum doch in der Dunkelheit gespielt. Die aufgebrochene Steinplatte wurde wieder in ihre Fassung gehoben. Die Magierin setzte ihren unzerbrechlichen Stab als Hebel ein und flüsterte die Worte „Ehre der Prophetin, Ehre ihrer Töchter“. Die Worte waren zwar leise, aber die Helden hatten scharfe Ohren (Sinnesschärfe ausreichende bestanden). Die Platte hob sich auf magische Weise und als die Helden dem Weg folgten, kamen sie an eine hölzerne Doppeltüre.
Man betrat die Sternwarte und blickte erstmals auf ein riesiges Teleskop, welches auf seinem Holzgestell ruhte. Dahinter befand sich ein Globus mit Sternenbildern. Die Wände waren von allerlei Tischen und Regalen umgeben. Ein Raum für Wissenssucher. Es waren noch zwei Schwestern anwesend. Eine war deutlich älter, die andere deutlich jünger als die Führerin. Die Helden wurden willkommen geheißen. Ein schneller Rundblick ergab, dass rechts des Eingangs diverse Sternkarten auf dem Tisch lagen. Links hingen mehrere Stammbäume an der Wand. Khelbara war mit der Bezeichnung „Auserwählte“ gar nicht einverstanden. Doch die Schwestern erklärten, dass nach Vergleich der Stammbäume, Khelbara eine Nachfahrin von Niobara sein müsse.
Während sich die Sternenkundler der Gruppe auf die Sternkarten stürzten, kümmerte sich Isha um die Unterlagen mit den Stammbäumen. Legte man die Zeichnungen übereinander, so kam man zu dem Schluss, dass Niobara und Donation wohl Zwillinge gezeugt haben mussten. Eine weitere Prüfung der Aufzeichnungen ergab, dass die Kinder in die Obhut von Pflegeeltern gegeben worden waren. Allerdings blieben die Gründe für diese Tat im Dunkeln.
Die Sternenkundler machten sich sich an die Auswertung der Karten und konnten einige Talentpunkte sammeln. Die Berechnungen waren noch lange nicht abgeschlossen, als ein Knirschen ertönte und mit einem hohlen Poltern der Globus auf den Tisch der Sternenkundler zurollte.
Können die Helden dem Globus aus weichen? Diese Frage werden wir am 08.07.2024 beantworten.