231. Spieltag (06.05.2025)
Bonnuaro fragte nach dem Bedarf einer musikalischen Einlage am Palasttor nach. Die Wesira hörte sich eine Kostprobe an und versprach sich im Kontor der Mada Basari zu melden, falls die Statthalter etwas Entspannung wünschten. Diese Meldung traf aber am Abend nicht mehr ein. Und die Gruppe ging nochmals der Körperpflege nach.
Am nächsten Morgen machte man sich nach dem Frühstück auf zum Palast. Die Wache war auf vier Mann erhöht worden und der Aga ließ sich erstmals das Empfehlungsschreiben von Cherek vorweisen. Der Aga ging in den Palast. Den Helden wurde Wasser angeboten, um die Wartezeit zu verkürzen. Der Hauptmann kam mit einer Einladung zum Mittagessen wieder. Es galt also etwas Zeit totzuschlagen. Bei einem weiteren Spaziergang durch die Stadt fiel auf, dass das Militär Kontakt zu den Tempeln aufnahm und die Geweihten und Gläubigen aufforderte die Stadt zu verlassen, solange noch Zeit sei. Viele der Pilger kamen der Aufforderung nach. Auch manche Teile der Bevölkerung versuchten ihr Heil in der Flucht. Aber die meisten Bewohner vertrauten ihren Soldaten und den dicken Mauern. Am Ende der Aquädukts wurden Fässer und andere Behälter mit Wasser gefüllt. Die Stadt begann sich auf eine Belagerung einzustellen. Zugtiere hatten als Fleischreserve auf einmal den zehnfachen Wert.
Zur Mittagszeit traf man sich wieder am Palasttor. Die Helden wurden an die Tafel zu Maruban und seiner Schwester Rahala geführt. Maruban machte klar, dass er sich als der rechtmäßige Herrscher betrachtete. Er hatte auch schon seinen Vater um militärische Hilfe ersucht. Warum Arkon trotz ungebrochenem Friedensvertrag eine militärische Aktion gestartet hatte, konnte Maruban nicht sagen. Rahala machte während dem Gespräch klar, dass sie eine diplomatische Lösung bevorzugen würde. Es wurde schnell klar, dass die beiden Statthalter sich einen Gesichtsverlust durch eine kampflose Aufgabe nicht leisten konnten. Den Helden wurde angeboten als Vermittler aufzutreten. Als sie zustimmten, erhielten sie ein entsprechendes Schreiben, welches sie als vertrauensvolle Vertreter Marubans auswies. Zusammen mit den Wesirringen von Sybia, sollte das eigentlich einen Zugang in die Nähe Arkons gewährleisten. Maruban erwähnte beiläufig, dass die Tanzabende von Rahala während der Belagerung wohl vorbei sein werden und sie ihrem neuen Tanzlehrer Bescheid geben könne. Das ließ die Helden dann aufhorchen. Ein neuer Lehrer sei in der Stadt und würde der tanzbegeisterten Schwester ein paar neue Moves beibringen. Nachdem es nichts mehr zu besprechen gab, war am Spätnachmittag die Audienz zu Ende.
Der Helden versuchten über ihr Gassenwissen ein paar Erkundigungen zum Tanzlehrer einzuholen. Sie fanden heraus, dass der Lehrer und seine Leibwächterin in ein altes, nun verlassenes, Gasthaus eingezogen waren. Weitere Erkundigungen durch Isha führten zu dem gesuchten Gebäude. Die stumpfen Fenster zeigten die Umrisse von gestapelten Tischen und Stühlen. Bewegung war nicht auszumachen. Weshalb die Geweihte zum Hintereingang schlicht. Das simple Schloss leistete keinen nennenswerten Widerstand. Die Türe wurde langsam geöffnet und gewährte einen Einblick auf die Küche. Ein paar Lebensmittel und der Geruch verbrannten Holzes zeigten, dass hier jemand kürzlich sein Essen zubereiten habe. Die kleine Menge ließ darauf schließen, dass sich hier keine größere Gruppe einquartiert haben könnte. Das feine Gehör der Aranierin (Sinnesschärfe +10) ließ sie wachsam werden. Gerade war jemand im oberen Stock gegen ein Holzmöbel gestoßen und hatte damit ein typisches Kratzgeräusch auf dem Holzboden hinterlassen. Zeit sich aus dem Staub zu machen.
Im Heldenquartier gab es eine Diskussion darüber, ob man Arkos entgegenreiten sollte. Sollte man die Gruppe teilen? Ein paar Helden sollten Rahala zu ihren Tanzstunden folgen, in der Hoffnung, dass sie dort das gesuchte Tanzgewand mitbrachte? Isha und Isleif wollten den Versuch noch heute wagen. Man verzögerte die Abreise, da man in die Dunkelheit reisen musste und so am Morgengrauen auf den Heerzug treffen würde. Dann wieder zurück nach den Verhandlungen und man wäre dann bald zwei Tagen auf den Beinen. Der Thorwaler und die Aranierin gingen zum „verlassenen“ Gasthaus. Ein paar Dukaten brachten ihnen einen Fensterplatz in einer konspirativen Wohnung bei einer Nachbarin zum Gasthaus ein.
Am Abend erschien dann die Statthalterin. Sie wurde am Eingang des Gasthauses von einem schlanken Mann im Kaftan empfangen. Man sah durch die Scheiben, wie Kerzen entzündet wurden. Die Schattenumrisse hinter den Fenster zeigten drei Gestalten im Gastraum. Nach einiger Zeit waren nur noch die Gestalten des Kaftanträgers und einer großen muskulösen Gestalt erkennbar. Zeit sich um die Statthalterin zu kümmern. Bei einem Blick in die Küche traf man auf den entzückenden Rücken einer bekannten Gestalt. Frenja, die ehemalige Palastgardistin aus dem Haus der Sultana vom Palmyrabad, war gerade dabei Essen zuzubereiten. Die beiden Helden zogen sich sofort zurück. Isha kletterte an der Fassade hinauf, um einen Blick in die Zimmer zu werfen. Im ersten Zimmer erblickte sie einen Stab, welcher an der Wand eines Kleiderschrankes lehnte. Auf dem Bett lag eine Reisetasche. Die sah die Geweihte nicht zu ersten Mal. Bereits bei der Durchsuchung des Gästezimmers in der Karawanserei von Palmyrabad war sie auf besagtes Reisestück gestoßen. Es gehörte Qamar, dem kräuterkundigen Magier. Und so langsam kam die Erinnerung zurück. Qamar war ein Schüler Rasulans. Diesmal hatte der Meister seine Bediensteten vorgeschickt. Was sie auf gar keinen Fall erhalten durften, war das Tanzgewand der Laila el-Sulef.
Das werden die Helden am 13.05.2025 zu verhindern wissen.