260. Spieltag (23.12.2025)
Pünktlich erschienen die Helden an der Blutulme, an der Rohal aufgetaucht sein soll. Ende Tsa war es in der Nacht noch bitterkalt, deshalb hüllten sie die Helden in ihre Umhänge. Fast hatten sie schon aufgegeben, denn sie konnten in der Umgebung keine Bewegung feststellen, sahen sie aus dem Grabungsfeld mit Baustelle einen kleinen Humanoiden rennen. Der junge Mann war auf dem Weg zur Ulme. In seiner Hast stürzte er mehrmals, als er in der Nacht über das Grasfeld eilte. Schwer atmend erklärte er der Gruppe, dass er die Baumeisterin tot aufgefunden habe. Die Helden verlegten zum Auffindeort. Die Baumeisterin lag auf der Erde, ihr Spazierstock daneben. Unweit davon stand ein einsamer Baum. Die Borongeweihte sah sich den Leichnam an. Die Todesursache war auf den ersten Blick der Schnitt durch den Hals. Dann begann man die Leiche genauer zu untersuchen. In der Kleidung im Rücken stellte man mehrere Einstiche fest. Der Ring an der Hand in der Form eines Fuchskopfes hatte seltsame schwarze Antragungen. Um den Hals der Toten hing ein leeres Säckchen. Darin fand man die Reste von Sternenstaub, welcher auch ihre Handflächen silbern schimmern ließ. Außerdem war in dem Beutelchen ein kleiner leerer Zettel, der stark nach Zwiebeln roch. Mit seinen Kenntnissen in Alchemie, machte Thorn die Aussage, dass man mit Zwiebelsaft Botschaften schreiben kann, welche erst mit einer Hitzequelle sichtbar gemacht werden konnten. Ein paar Worte in Ingerimms Namen ließen bei Sonea eine kleine Flamme in der Handfläche erscheinen. Mit ihrer Hilfe wurden die Buchstaben sichtbar gemacht: GESPRÄCHE ROHALS IM TEMPEL. Im Umfeld der Leiche fand man einen goldenen Knopf, von der Machart, welche Sigrun von einer Weste im Haus des Kontorschreibers geschnitten hatte.
Ein Held rannte zum Haus des Büttels, der nach mehrmaligem Klopfen mit zerzaustem Haar die Türe öffnete. Grimmig fragte er, in einen Umhang gehüllt, nach dem Grund des Weckens. Als er hörte, dass ein ermordeter Leichnam gefunden worden war, kleidete er sich an und ging mit zum Tatort. Er schaute sich nochmals um und fand einen Beutel mit getrockneten Blättern in einem Astloch am nahestehenden Baum. Die Helden und der Lehrling der Baumeisterin beugten sich über die Pflanzenreste, welche der Lehrling als getrocknetes Blutblatt identifizierte. Das wuchs hier überall und er hatte die Aufgabe die Grabungsstellen von diesem Unkraut zu befreien. Die Magier meiden den Kontakt mit der Pflanze. Warum konnte der junge Mann nicht sagen. Rote Hände bekam man davon jedenfalls nicht. Von der Baustelle wurde eine Trage besorgt. Bedeckt unter Selhiras Mantel brachte man den Leichnam zum Hesindetempel.
Der Geweihte führte die Helden zunächst in den Keller. Dort gab es ein kleines Labor. Der dortige Steintisch war groß genug, um den Leichnam dort abzulegen. Man fragte nach einen schnellen Zugang zu Bibliothek, was der Geweihte erstaunt zur Kenntnis nahm, so mitten in der Nacht. Aber ein Todesfall brachte seltsames Verhalten mit sich. Er zeigte der Gruppe die Büchersammlung. Die 21 Bände „Gespräche Rohals des Weisen“ waren von Interesse. Da man nicht alle Bände dieser ellengroßen Bücher sichten wollte, untersuchte man die ganze Reihe nach Auffälligkeiten. Bei Band 5 wurde man fündig, denn er stand etwas aus der Reihe heraus. Beim Durchblättern entdeckte man einen weiteren Zettel: FINDE HYANONS TURM IM OSTEN. Der Hesindegeweihte konnte nur die bereits bekannten Ausführungen machen, dass sich in der Nähe ein Turm von Hyanon befinden soll, den aber Heerscharen von Magiekundigen und Forschern vergeblich gesucht hatten. Dem Geweihten war auch bekannt, dass Gebäude von Magiern gern an den Schnittpunkten von Kraftlinien errichtet wurden. So auch die, jetzt verfallene, Akademie von Rohal. Kraftlinien sind keine starren Gebilde, deshalb verschieben sich die Knotenpunkte mit der Zeit. Damit ließen es die Helden für den Tag bewenden und machten mal eine Pause.
Die Ruhephase endete zur Mittagszeit und man hatte einen Termin mit der Spektabilität des Stoerrebrandt-Kollegs: Yeto Helmisch. Der beleibte 50jährige versuchte sein schütteres Haar durch geschicktes Kämmen der verbliebenen langen Haarsträhnen zu überdecken. Ihm war der Vorfall mit Yelina bekannt. Eine Ursache für die Krankheit kannte er jedoch nicht. Zu Hyanon wusste er, dass der Magier auf den Spuren des Dämonenbeschwörers Cyrianus Kalamal geforscht habe. Dieser Kalamal hat so um die 590 BF gelebt, zur Zeit der Magierkriege. Seine Spektabilität vermutete, dass der Turm durchaus auf magische Weise verborgen sein könnte. Dass der Turm sich in einer Globule befinden könne, hielt er für möglich. Dies erforderte aber ein hohes Maß an arkanem Können. Möglich, dass Hyanon als Erzmagier dazu die Fähigkeiten gehabt hatte. Die Spiegelpaste war auch ein Thema. Damit könne man kurzzeitig in eine andere Globule reisen, so man ein Portal für den Übertritt gefunden hat. Allerdings stellt die Ingredienz eines Staubbeutels einer Iribaarslilie eine bedeutende Hürde dar. Diese magische Sumpfpflanze lockte mit ihrem bezaubernden Duft die Leute zum Blütenstand. Anschließend zogen Tentakel die Beute unter Wasser. Aus der Pflanze konnte man ein Gift gewinnen. Die Akademie hatte keine Vorräte an den Staubbeuteln dieser Pflanze. Das Kontor konnte alles besorgen, wenn die Bezahlung stimmte und man etwas Zeit mitbrachte.