167. Spieltag (24.10.2023)
Jetzt ging es erstmal in den Hesindetempel. Die dortige Geweihte hatte sich den Leichnam ohne Hirn und Geschlechtsteil näher angeschaut. Die graue Masse aus dem Oberstübchen war mit einem präzisen Schnitt vom Rückgrat getrennt worden. Ebenso war das Geschlechtsteil fachmännisch entfernt worden. Die Geweihte hatte aus dem Magen des Toten eine milchige Flüssigkeit geborgen und im angrenzenden Labor untersucht. Es handelte sich hierbei um Retroelixier. Dolorita kramte in ihren Magiekenntnissen und wurde fündig. Dieses seltene Elixier war in den Hallen von Schwarztobrien erfunden worden und äußerst selten. Damit konnte man einen Leichnam wiederbeleben, also Nekromantie in reinster Form. Hier in Zorgan war das Zeug nicht zu bekommen. Bevor die Gruppe den Tempel verließ nutzten sie die Gelegenheit für einen Abstecher in die Geschichtsabteilung.
Exkurs: Im Travia 1028 BF kam es zum 35-Tage-Krieg. Dimiona (Trägerin des Belelkel-Splitters aus Borbarads Krone), Sybias zweites Kind, führte das Reich Oron in den Krieg gegen Aranien. Sie wurde von Helme Haffax verraten, der mit seinen maraskanischen Truppen Barbrück (siehe vorangegangenen Geistergeschichte) eingenommen hatte. Daraufhin wurden die Oronischen Truppen geschlagen. Dimiona flüchtete nach Keshal Taref, dort kam es zum letzten Gefecht in dessen Verlauf ihr Bruder (der jetzige Herrscher Araniens) sie durch Enthauptung tötete. Ohne Führung zerfiel das Oronische Reich und Aranien übernahm die Länder und setzte eine neue Regentin ein.
Das Wohnhaus des Toten war erwartungsgemäß verschlossen. Eine Nachschau auf dem Grundstück brachte die Abdrücke von schweren Militärstiefeln. Damit war klar, dass der Mann zuvor ausgespäht worden war.
Isha nahm Verbindung zum Phex-Tempel auf. Die Kontaktperson druckste etwas herum. Aber die genannte Wesira, welche dem Perainegeweihten die Weinkönigin vorgeschlagen hatte, existierte nicht in Wirklichkeit. Der Name wird als Deckname für eine Agentin der Mada Basari verwendet. Die Agentin hatte diverse Sabotage- und Spionageunternehmungen gegen Oron geleitet. Isha bat beim Stammsitz der Mada Basari um eine Unterredung mit Sybia. Die Antwort sollte zum Wohnsitz der Held geschickt werden.
Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, wurde nochmals der Bereich um die Rosengärten abgesucht. Hierbei stießen sie auf ein bäuerliches Ehepaar, welches lautstark stritt. Die Dame des Hofes wedelte mit einem Kleidungstück vor dem Mann herum. Ihr Vorwurf lautete auf eine geheime Liebschaft. Der Mann schaute etwas ratlos drein und seine Einlassungen, bezüglich seiner Unwissenheit, wurden von der Lebensgefährtin als schlichte Lüge abgetan. Dolorita mischte sich in die Sache ein und bekam heraus, dass die Frau beim Stallmisten in den Strohgarben auf das Kleid gestoßen war. Ein kurzer Blick auf das Kleidungstück identifizierte es als Kleid der Weinkönigin. Dolo ließ die zwei Streithähne stehen und ging unter ihren verdutzten Blicken einfach in den Stall. Sie suchte den Bereich ab und fand ein feines Fußkettchen. Irgendwelche Gewalteinwirkungen waren weder am Kettchen, noch am Kleid festzustellen. So langsam kamen Zweifel an einer Entführung auf.
Zwischenzeitlich war auch ein Gesprächstermin mit Sybia eingetroffen. Die Helden verlegten zum Stammhaus der Mada Basari. Dort wurden sie höflich empfangen und in einen abgeschlossenen Raum geführt. Dort wartete eine unbekannte Frau, viele Kissen, heißer Tee und Honiggebäck auf sie. Die Frau stellte sich unter ihrem Tarnnamen vor und fragte nach dem Sachstand der Ermittlungen. Sie konnte den Namen des Toten richtigstellen. Er hieß nicht Rabban sondern Rassan Elburumi. Sie übergab eine Notiz mit den vier Namen eines Sabotagekommandos. Die Weinkönigin und Rassan bildeten die ersten zwei. Darauf folgten Arras Terekandi und Kalashra Bishar. Arras verdingte sich als Messergaukler und Kalashra hatte als Tarnidentität die Rolle einer Prostituierten im Vergnügungsviertel angenommen. Als Identifikationszeichen wurden zwei Ringe übergeben. Die Helden wollten beide Personen aufspüren und warnen, deshalb trennten sie sich.
Isleif machte sich auf ins Vergnügungsviertel. Mit der Ortsbeschreibung war der Aufenthaltsort von Kalashra schnell befunden. Sie bewohnte eine ordentliche Wohnung in einem bürgerlichen Haus in einer Seitenstraße des Vergnügungsviertels. Auf Klopfen öffnete sie leicht bekleidet die Tür. Da der Nordmann ihr fremd war und auf Nachfrage irgendwas von einem Mord redete, zog sie einen Dolch aus der Rückenscheide. Erst der Ring beruhigte sie und sie bat den Skalden herein. Der Tod ihres ehemaligen Mitstreiters nahm sie mit. Sie entschloss sich sofort die Wohnung zu wechseln, Isleif bot ihr eine Unterkunft im „Heldenpalais“ an. Kalashra nahm dankend an, sie zog sich noch in Reisekleidung um, schulterte ihren Rucksack und beide verließen über einen Schleichweg das Anwesen.
Isha und Dolorita machten sich auf zur Behausung des Gauklers. Dort erfuhren sie, dass Arras einen Auftritt in einem Lokal hat. Der Türsteher begrüßte sie und führte die beiden zu einem Tisch in der zweiten Reihe neben der Bühne. Der Abend verging mit einem guten Essen, Schleiertanz und einer Musikgruppe. Als dann der Nachtisch serviert wurde erschien Arras. Er jonglierte zunächst mit vier Dolchen. Diese warf er auf den Bühnenboden, wo sie zitternd stecken blieben. Dann zog er ein kleines Skalpell. Mit den Worten, dass er nun ein Kunstwerk erschaffen werde, begann er sich seinen linken Oberarmmuskel herauszutrennen. Das Publikum fand es dann nicht mehr unterhaltsam, als das handflächengroße, blutende Fleischstück zur neuen Tischdeko mutierte. Dolorita zauberte einen BLICK IN DIE GEDANKEN und sah, dass in Arras ein Programm ablief, in welcher Reihenfolge er sich fachmännisch selbst in Stücke schneidet. Erst der dreizehnte Schnitt, das Öffnen der Bauchhöhle sollte zum Tode führen. Als Arras dann begann seine Kunst an seinem rechten Oberschenkel fortzusetzten, versuchten Isha und Dolorita die Bühne zu erreichen. Dazu mussten sie sich erstmal durch die fliehenden Besucher kämpfen (Selbstbeherrschungsprobe). Dolorita warf einen Borndorn, der auf die Hand gezielt war (kleines Ziel). Sie traf und Arras fiel das Skalpell zu Boden. Sofort bückte er sich und versuchte es wieder an sich zu bringen. Derweil stürmte Isha heran. Sie brachte Arras zu Boden. Dolorita versuchte Arras zu fesseln, was aber im ersten Anlauf nicht gelang. Der zweite Ringerangriff brachte dann einen kritischen Erfolg. Nun konnte Dolo die Fessel richtig anlegen. Mit einem VIPERNBLICK vertrieb sie die Bilder aus Arras Kopf und sein Verlangen nach dem medizinischen Messer schwand dahin. Jetzt konnte man zu Wundversorgung übergehen. Trotz gelungener Heilkunde-Wunden-Probe, stockte die Blutung nicht. Dolorita schickte nach fremder Heilerhilfe. Isha machte sich auf dem Weg in die Umkleidekabine, nachdem Arras ihr von dem fremden großen Mann erzählt hatte. Die Künstler wiesen den Weg zum Hinterausgang. Auf der Hauptstraße angekommen erblickte Isha (Sinnesschärfe +10) den Fliehenden. Sie schlich hinterher und konnte ihm folgen. Der Mann ging in die östlichen Bereiche von Zorgan und verschwand im Kellerzugang eines verwahrlosten Bauernhauses.
Währenddessen hatte ein Magier versucht die Wunden mit Magie zu heilen. Als das nicht funktionierte präsentierte Dolorita ihm das Skalpell. Der Magier erbleichte und rief nach einem Bannmagier. Er erklärte, dass das Messer ein oronisches Skalpell sei. Diese Dinger waren mit einem REVERSALIS BALSAM SALABUNDE kombiniert mit einem HEILKRAFT BANNEN verzaubert. Der erste Spruch schnitt schlimmste Wunden, die anschließend nicht geheilt werden konnten. Erst als der Antimagier den Bannzauber gebrochen hatten, konnte dem Gaukler geholfen werden.
Im nächsten Termin (30.10.2023) wird dem Mörder das Handwerk gelegt.