163. Spieltag (11.09.2023)
Die Helden verließen ihre neue Heimat in Richtung Barbrück. Auf der Straße war nur das normale Fußvolk unterwegs. Die Arbeiten am gegenüberliegenden Rahja-Tempel waren in vollem Gange. Der Weg führte auf der Hauptstraße entlang und am Nachmittag traf man ein. In der Karawanserei der Mada Basari herrschte reger Betrieb. Auffällig waren die vielen grünen Roben mit Ährensymbolen an den Säumen. Eine Nachfrage ergab, dass man das nahegelegene Prainekloster evakuieren musste. Die Geister hatten dort eine Rahjageweihte getötet. Isha und Dolorita nahmen Kontakt zu den Mönchen auf. Der Abt bestätigte den Sachverhalt. Die Geister waren die ganzen Jahre über immer friedlich gewesen. Vor ca. zwei Tagen seien sie aggressiv geworden und hätten das Areal des Klosters für Lebende als Tabu erklärt. Aber sie erklärten auch, dass sie der Herrin Peraine weiterhin huldigen würden. Nach der Herkunft der Geister befragt, antwortete der Ordensmann, dass diese Seelen von Soldaten stammen, die in der Schlacht von Barbrück gefallen waren. Das Oron-Reich hatte die Truppen des Dornenreiches angegriffen. Die Verteidiger mussten sich bis auf das Kloster zurückziehen und wurden dort aufgerieben. Die Gruppe verließ die Karawanserei und spähte über den Fluss. Dort waren die Anleger des Klosters zu sehen. Das Kloster selbst war U-förmig, wobei der Bodenteil in Richtung Norden wies und die beiden Flügel zum Fluss zeigen. Die Helden überquerten die alte Brücke. Ein gewaltiges Bauwerk, neun Bögen mit jeweils 20 Schritt Spannweite streckten sich über den Fluss. 12 Schritt über den Fluten schritt man dahin. Auf den Pfeilern waren neuerdings Bastionen zur Verteidigung errichtet worden. Den Brückenkopf am Nordufer bildete seine kleine Festung. Die Mauer linkerhand war auch die Umfassung des Klosters und so war es einfach den Eingang zu finden. Im Licht der Nachmittagssonne betraten die Helden das Grundstück. Während der Rest des Anwesens deutlich die Zeichen von menschlicher Pflanzkunst zeigte, war ein Teil im nordöstlichen Bereich sich selbst überlassen worden. Dort erhob sich eine vier bis fünf Schritt hohe Dornenhecke. Ein undurchdringliches Gestrüpp, das nur mit Kratzern und Rissen in der Haut zu bändigen war. Dolorita untersuchte mit Pflanzenkunde das Gewächs. So große Rosen hatte sie noch nie gesehen. Irgendwas hat sie enorm wachsen lassen. Aber auf perainegeweihtem Grund war das jetzt nichts Ungewöhnliches. Wo auch sonst, sollten Gewächse eine außerordentliche Höhe erreichen, wenn nicht auf dem Tempelgrund der Göttin des Ackerbaus und der Heilung.
Da es außen nichts Auffälliges gab, betraten die Helden den Tempeltrakt. Die breite Halle war mit Holz verkleidet. Hier reihten sich 24 Bänke für je 8 Personen hintereinander. Die Besonderheit war der Altar, der wies einen fingerdicken Riss auf. Irgend eine rohe Gewalt musste ihn gespalten haben. Eine nähere Untersuchung ergab, das eine schwarze oder dunkelbraune Flüssigkeit in den Riss gelaufen war. Das war offensichtlich geronnenes Blut und es musste alt sein. Außerdem stellten die Helden fest, dass ein fingerlanges Stückchen des Altars fehlte. Isha untersuchte den Opferstein und konnte bestätigen, dass er noch geweiht war.
Dann gingen die Helden in den Wohntrakt. Bei den Novizen hörten sie leises Wimmern. Als sie jedoch die Tür zu der Zelle mit zwei Betten öffneten, wurde die Stimme lauter und ein kurzer spitzer Schrei ertönte. Es war jedoch niemand zu sehen und die Stimme begründete dies mit dem hellen Licht. Als die Vorhänge geschlossen waren, erschien eine durchscheinende Gestalt. Nebelschleier umwallten den weiblichen Körper. Eine Sinnesschärfenprobe erbrachte, dass zwei Finger der linken Hand fehlten. Der Geist stellte sich als Neridscha vor. Sie war hier durch einen anderen Geist getötet worden. Die Rahja-Geweihte sollte nach Spuren von Belelkel in dem Kloster Ausschau halten. Ihr Abt Assaban vom Kloster Nassori hatte ihr dazu den Auftrag erteilt. Bei der Nennung von Belelkel verschwand ein weiterer Finger von der Hand. Erlösung konnte der Geist nur nach einer Beichte finden. Wie gut das Isha das erledigen konnte. Mit einer Überzeugenprobe gewann sie das Vertrauen der Geweihten.
Im Kloster Nassori war ein Rahjasutra gefunden worden. Der Autor war ein gewisser Donation. Es war bekannt, dass er auf der Suche nach einem Artefakt der Belelkel gewesen war. Aber es nie gefunden hatte. Mit seinem Wissen hatte er ein mehrteiliges Rätsel erschaffen, das einen würdigen Finder zu dem Artefakt führen soll. Assaban hatte sie beim Lesen des Rahjasutra ertappt. Darin wurden die Künste von Belekel und Rahja kombiniert, um die höchste Lust zu bereiten. Außerdem gestand die Geweihte, dass sie vom schwarzen Wein getrunken habe. Keine Ahnung wie das verfluchte Getränke den Weg ins Kloster gefunden habe. Irgendwo auf dem Grundstück muss es eine Kapelle oder Reste davon geben. Donation hatte diese hier errichten lassen. Die Rahjageweihte war bereit ihren Pakt mit Belelkel zu brechen. Die Hexe bereitete einen PENTAGRAMMA vor. Isha sprach einige Schutzsegen. Alle Bedingungen waren geschaffen. Aber die Rahjaschwester verpatzte ihre Mutprobe (Wurf 20) und Belelkel hole sich ihre Seele sofort. Mit einem grausamen Schmerzenschrei wurde der Geist vor den Augen der Helden zerrissen.
Die Helden schauten sich dann den letzten Flügel des Gebäudes an. Hier befand sich das Hospital. Allerdings hatte ein Poltergeist alles Bewegliche durch den Raum geworfen. Der Raum roch nach Wirselsalbe und diversen anderen Heilkräutern. Aber sonst war nichts Auffälliges zu entdecken. Also schauten sich die Helden nochmals die Dornenhecke an. Mit etwas Phantasie ließ sich ein eingewachsener Turm erkennen. Isha kletterte auf die Außenmauer des Klosters und lief auf der Mauerkrone entlang. Seltsam, dass die Ranken nicht über die Mauer wuchsen. Irgendwas lenkte die Ranken auf das Zentrum des Gewächses.
Die Helden fassten den Plan das Gelände bei Dunkelheit zu beobachten. Sie holten sich die Erlaubnis der Beyrouni auf einem Turm der Brückenbastion zu nächtigen. Die Helden aus Zorgan und Retter des Rahjatempels hatten einen guten Leumund und so stand dem nichts entgegen. Die Nacht brach herein. Im Hospital erschien ein blaues Leuchten und ebenso an einem bestimmten Punkt in der Dornenhecke. Nach einer kurzen Beratung beschloss man, einen Fuß auf das Tempelareal zu wagen. Nur einen Schritt auf das Grundstück, um zu schauen, was passiert.
Das Licht im Hospital bewegte sich und lautes Rumpeln war zu vernehmen, als ein Bett an der Wand zerschellte. Auch das Licht in der Hecke war deutlich zu sehen. Isha bemerkte (Sinnesschärfe +10 +) wie sich der Schatten eines nahegelegenen Baumes bewegte und sich in Richtung Doloritas Fußknöchel verlängerte. Ein Warnruf weckte die Hexe und die Waffen wurden gezogen. Die Magiekenntnisse der Hexe identifizierten das Wesen als einen Nachtalp. Also einen Geistervampir. Das Ziel des Wesens war die Absorption von Lebensenergie. Hatte es 500 Punkte gesammelt, nahm der Schatten körperliche Form an. Davon war das Ding zum jetzigen Zeitpunkt aber noch ein ganzes Stück entfernt. Isha begann einen Ausfall, das Wesen wich exzellent aus (Wurf 1) und verpasste Isha einen Gelegenheitsschlag, der ihr 4 Punkte Lebenskraft raubte. Dann flogen die magischen Wurfdolche von Dolorita heran. Der erste Borndorn erschuf eine Kugel der Dunkelheit, also ein perfektes Versteck für einen Schatten. Der zweite setzte eine Blendladung frei, welche die Dunkelheit sofort wieder bannte. Leider verursachte keiner der Dolche einen Schaden, der über den Rüstschutz von 6 Punkten hinausging. Dann ergriff das Wesen die Flucht in Richtung Dornenhecke. Die Helden zogen sich zur Nachtruhe zurück.
Am 20.09.2023 wollen sie mit vereinten Kräften der Perainegeweihten die Dornenhecke aufbrechen.