8. Spieltag
Endlich machten sich die Helden auf den Weg und nahmen die letzte Etappe bis zu den Seen in Angriff. Die Kutscherin hielt die Kalescha an, als sie lautes Tier- und Menschengeschrei hörte. Zwischenzeitlich hatte es zu schneien begonnen und durch die wirbelnden Schneeflocken erblickten die Helden zwei Bornlandbären, welche auf eine Frau mit Rondra-Waffenrock eindrangen. Zwei jüngere Kämpfer lagen bereits regungslos im Schnee. Bis die Helden sie unterstützen konnten, hatte die Geweihte bereits einen Tatzenschlag eingefangen. Die beiden Bären ließen sich leicht unterscheiden. Während der Eine besonders groß erschien, hatte das Halsfell des Anderen einen blonden Schimmer. Der Große rutschte beim ersten Angriff (Patzer) im Schnee weg und verdrehte sich unglücklich eine Pfote. Die Rondrageweihte war zwischen den Bären eingeklemmt. Die erste Runde verbrachten die Helden damit, sich in Stellung zu bringen. Die Gjalskerin griff den Blondhals an, während sich der Zwerg auf den großen Bären stürzte. Am eiligsten hatte es der Borongeweihte. Er lief dem großen Bären in den Rücken und drosch mit dem Streitkolben auf in ein. Nun ist es eine Sache einem Bären in den Rücken zu schlagen, ganz anders sieht es aus, wenn sich das Vieh umdreht und dir seinen stinkenden Atem ins Gesicht brüllt. Deshalb beschloss der Borongeweihte nun die Flucht anzutreten (Körperbeherrschung -) und bekam noch einen schnellen Prankenhieb ab. Zumindest hatte der Bär von der Geweihten abgelassen. Dann war der Zwerg heran und schwang seinen Felsspalter (Patzer). Das Ding glitt ihm aus den Fingern und fiel der Rondrageweihten zwischen die Füße (was deren Verteidigungswert für eine Runde um 3 Punkte senkte). Die Hexe zauberte Radau auf ihren Besen, was sie zwei Runden in Anspruch nahm. Unterdessen schickte die Auelfe einen Pfeil in den Goldkragen. Und der Magier versenkte mehrere Fulminictus in Selbigen. Wobei einer an der Zähigkeit des Wildtieres scheiterte. Die Gjalskerin und die Rondrageweihte schlugen weiterhin auf Goldpelz ein, bis er schließlich zu Boden ging. Der große Bär erlag schließlich der Übermacht.
Die Rondrageweihte stellte sich als Leudara von Firunen vor. Nach alter Kriegersitte der Theaterritter schlug sie sich mit der Faust gegen die Brust, während sie in der Linken ihr Schwert zur Seite schwang. Die beiden Knappen konnten den Häusern Krabbwitzkoje-Rantzigfurten und Salderkeim-Niveselgrund zugeordnet werden. Für den Heerzug verlangte die Rondrageweihte die 200 Portionen Bärenfleisch. Felle (je 30 ST), Klauen und Zähne (je 5 ST pro Bär) wurden mit Lederbearbeitung durch die Helden abgeernet.
Im Gespräch erklärte die Geweihte, das sie Teil von Timpskis Einheit sei. Der Zug hatte am Seeufer Lager gemacht und wartete nun auf das Zufrieren der Wasserfläche, um an die Hausboote der Norbarden heranzukommen. Der „geniale“ Einfall die Boote mit Pfeilen zu beschießen, hatte nur dazu geführt, dass die Norbarden jegliche Verhandlung ablehnten. In den Helden sah sie frisches Blut für die Verhandlungen, hatten doch die „Kriegskünste“ der Bronjaren die Lage in eine Pattsituation geführt. Nur ihrem sarkastischen Unterton war zu entnehmen, dass sie mit den Entscheidungen ihre Vorgesetzten nicht einverstanden war. Nie jedoch würde es ihr in den Sinn kommen, die militärische Ordnung in Frage zu stellen. Schließlich machte sich die Gruppe auf zum Heerlager.
Eine freundliche Begrüßung sieht anderes aus. Der Fourier beklagte gleich die weiteren Esser. Die Ziehherren waren mit ihren verletzten Knappen unzufrieden. Beiden begegnete Leudara mit der barschen Antwort, dass, erstens, in der Kutsche 200 Portionen Fleisch lagen und, zweitens, man als Knappe eben nicht auf Bärenjagd gehen soll, wenn man unfähig ist eine scharfe Klinge zu schwingen. Damit war für sie die Sache erledigt.
Dann lernten die Helden auch die Anführer des Heerzuges kennen. Besonders unangenehm fiel gleich Jaruslaw von Kirschhausen-Krabbwitzkoje auf. Model arroganter adliger Standesdünkel. Er hielt sich für einen Militärexperten und war der Meinung, dass man auf das Zufrieren des Sees warten solle. Anschließend würde man mit Baustämmen das Eis verstärken und über diesen Bereich eine Kavallerie-Angriff führen. Als die Gjalskerin (Kriegskunst +) bemerkte, dass man mit Pferden keine Hausboote angreift, tat er sie als unerfahrene Stammeswilde ab, die keine Ahnung habe wie man „richtig“ Krieg in zivilisierten Lande führe.
Anders war Elkmann Timpski der Hauptmann der Stadtwache war da schon bodenständiger. Ihm war anzumerken, dass er mit seinem Mitstreiter nicht zufrieden war und bot den Helden ein Gespräch am Abend an und befahl der Gruppe ein Zelt zuzuweisen.
Die Gruppe richtete sich erstmal ein. Die Bärenfelle mussten aufgezogen werden. Die Gjalskerin nahm Kontakt mit dem Schmied auf, welchee an den Lederfachmann des Heerzuges verwies. Schnell war der Pelz versorgt. Der Zwerg hatte wohl eigene Pläne. Er besorgte sich beim Materialwart 15 Meter Hanfseil und in der Küche einen Kochtopf mit Deckel. Anschließend spannte er das Fell im Zelt auf und der „angenehme“ Duft durch von nassem Pelz gepaart mit dem eisernen Geschmack von Blut erfüllte die Wohnstatt.
Die Gjaskerin machte eine Runde durch das Lager und fand das Goblinpärchen an einen Baumstamm gekettet. Sehr zum Missmut der Soldaten nahm sie Kontakt zu den beiden auf und hinterließ (Verbergen +) einen Messer für die Goblins zurück, welches der Mann gleich dankend in seiner Kleidung verschwinden ließ.
Was die anderen Helden in ihrer ersten Runde im Zeltlager machen, wird Gegenstand der nächsten Sitzung sein. Diese findet aber erst am 18.10.2022 statt (wegen meinen Arbeitszeiten).