112. Spieltag (24.05.2022)
Die Gruppe stand in den Trümmern der necromantischen Sitzgruppe. Rechterhand war eine unbeschädigte Türe ohne Klinke und Schlüsselloch, die Tür geradeaus lag zerfetzt auf dem Boden und linkerhand war eine Holztüre mit aufgequollenden Brettern. Isha stieg über die am Boden liegende Tür und fand ein Regal mit drei Büchern und eine Truhe. In der Truhe fand sich ein Edelstein und ein Zaubertrank. Bei den Büchern handelte es sich um ältere Ausgaben der ESSENTIA OBSCURA, des CODEX DIMENSIONIS und ein profanes Buch mit dem Titel VOM TANTZE. [die Buchtitel wurden zufällig bestimmt; für die Kiste gab es Karten aus den Spielkartensets SCHÄTZE] Auf die Schriftwerke stürzte sich Traiano. Der Rest wurde verteilt.
Dolorita kümmerte sich um die verquollene Holztür. Ein kräftiger Schulterstoß [Kraftprobe] und das Ding sprang aus der Zarge. Dahinter führte eine Treppe aufwärts und endete an einem alten Torbogen, der neuzeitlich zugemauert worden war. Eine Orientierungsprobe ergab die Bestimmtheit, dass es sich hier um den Zugang zum Heizungskeller handeln musste.
Also zur letzten Tür. Die Untersuchung der Phex-Geweihten ergab keine Fallen, die silbrig schimmernden Riegel verschwanden im Mauerwerk. Ein ODEM ARKANUM zeigte die magische Aufladung. Als Isha verschiedene Sätze in Tulamidia gegen die Türe sprach, konnte man das Flackern der Magie beobachten, welche jedoch kurz darauf wieder in den Anfangszustand zurückfiel. Also untersuchte Dolorita das Hindernis auf magischem Wege. Der ANALYS ergab, dann auch das Lösungswort, welches in die Matrix eingebettet war: Ewiges Leben. Damit war die Türe dann auch offen.
Vor der Gruppe erstreckte sich ein langer Gang mit einem Ausranker, der zu einer Wendeltreppe führte. Vorsichtig drang man in weiter vor. Die Wendeltreppe führte nach oben. Isha schlich sich hoch und bemerkte bald, wie sich die Temperatur erhöhte und die Luft brenzlig roch. Die Treppe endete in einem kleinen Gang im Erdgeschoss des Palastes an einer Geheimtür zur Rückwand eines Kamins. Traiano suchte auf magischem Wege nach einem Öffnungswort und fand selbiges in Form eines geschmiedeten HEBELS an der Rückwand des Kamins. Da man nicht in den Palazzo vordringen wollte, ging es wieder zurück. Der Gang knickte nach links ab und führte auf ein Treppe.
Somit die Treppe runter. Die Luft wurde feuchter und Modergeruch breitete sich aus. Im Licht der mitgebrachten Lampen war ein Raum mit einem Heptagramm zu sehen. Im Zentrum befand sich ein kreisrunder Absatz mit einem schwarzen, ca. zwei Meter durchmessenden Loch, aus welchem glucksende Geräusche kamen. Traiano begutachtete dieses offensichtlich magische Werk. In die Zeichen auf dem Boden waren die Namen des Dämon Thargunitoths und eines unbekannten Fluss- und Schlammgottes eingebettet. Plötzlich vernahm man das Knarzen von Leder und eine wächserne Hand griff über den Brunnenrand. Vor der Gruppe erhoben sich die Überreste einer Magierin. Ein großes Brandloch im Brustbereich ließ die Todesursache erahnen. In der Hand hielt sie einen Dolch und mit einem langgezogenen Stöhnen begann sie sich auf die Gruppe zuzubewegen. Der Anblick einer wächsernen Wasserleiche, welche mit nassen Haaren auf die Helden zuwankte, schreckte die Heroen nicht im Mindesten. Tranianos IGNIFAXIUS zündete zwar nicht, aber nachdem Doloritas Netzdolch die Tropfende immobilisiert hatte, schlugen Fanaion, Isha und Isleif das Ding buchstäblich in Stücke, welche sich gleichmäßig auf dem Boden des Raumes verteilten.
Jetzt konnte man sich um die Doppeltüre
im rückwärtigen Teil des Raumes kümmern. Der Diebesgott hatte
niemand anderenen als Isha dafür ausersehen. Die packte ihre
Dietriche aus und versuchte das gute, aber rostige Schloss zu öffnen.
Sie wurde rüde vom Elfen unterborchen, als dieser ihr mit einem bei
der Magierleiche gefundenen Schlüssel auf die Schulter klopfte. Nett
– ging aber auch ohne Schlüssel auf. Wo ist denn da der
Sportsgeist. Hinter der Tür fand man zwei Truhen mit ein paar
Münzen, Schmerzpastillen und einem Fläschchen Tulmadron. Der Himmel
für eine Giftmischerin wie Dolorita, die den Wert des Fundes sofort
richtig einschätzte. Draußen beschäftigte sich Traiano noch mit
dem magischen Bauwerk und konnte auch seinen Zweck enträtseln.
Einmal im Monat spie der Brunnen einen Schwall Schlamm aus. Alles
Tote was damit in Berührung kam erwachte zu unheiligem Leben. Damit
konnte man sich dann die Geschichte zusammenreimen. Necromanitin
erwirbt Palast, Untote latschen bald auf der Insel herum und die
örtliche Akademie nimmt sich des Problems an. Necormantin wird mit
einem Flammenstrahl zu Tode gerillt und liegen gelassen. Leider
übersah der Zaubergelehrte den magischen Brunnen und die Böse hatte
ab der nächsten Mondphase ein paar langweilige Jahrhunderte in ihrem
Kellerpalast vor sich. Bis dann ein paar vorwitzge und neugierige
Menschen und ein Elf etwas Abwechselung in das triste Dasein der
Ex-Necromantin brachten. Leider war die Freunde darüber nur von
(sehr) kurzer Dauer.