268. Spieltag (24.02.2026)
Nach dem Abstieg mit dem Aufzug musste man sich über das weitere Vorgehen unterhalten. Die Hinweise deuteten in Richtung Zorgan. Die anderen Orte (Khunchom, Vinsalt und Altaia) waren noch weit weg. Um nach Zorgan zu kommen, führte die Reise zunächst nach Norden. In Wandleth stieß man auf die Reichsstraße Gareth – Perricum. Da die kleinen Zelte der Gruppe der Feuersbrunst des Schlundes zum Opfer gefallen waren. Nun war eine Neuausrüstung erforderlich. Sigrun hatte zusätzlich noch einen Bedarf an einem Gambeson. Beides war in Wandleth problemlos zu bekommen. Beim Zelt entschied man sich für ein Großzelt für 12 Personen [20 Stein Gewicht, 60 Strukturpunkte (LE für Gegenstände), Preis 20 Dukaten. Eine gelungene Probe auf Wildnisleben (Lagerbau) der Qualitätsstufe 5+ erbringt +1 auf Regeneration. Zusätzlich bieten Zelte einen Kälteschutz von einer Stufe. Die Aufbauzeit für das Großzelt wird mit 1 Stunde angegeben]. Auch der Gambeson als Stoffrüstung bietet [1 Stufe] Kälteschutz. [grundsätzlich bietet er einen Rüstschutz von 2, bei 1 Stufe Belastung. Seine Stärke liegt im Schutz gegen Hiebwaffen (RS 3), seine Schwäche zeigte er gegen Dolche, Fechtwaffen und Schwerter (RS 1), dafür ist er mit einem Preis von 105 Silber unter den Rüstungen eine relativ billige Variante]. Die Übernachtung in Wandleth erfolgte in einem Mittelklasse Hotel.
=========Beginn: Heldenwerk 2: Die Paligan-Akten========
Das zünftige Landessen aus Hohenwacht war einer etwas gediegeneren Variante gewichen. Man bekam auch wieder Kuchen als Nachtisch. Das abendliche Mahl wurde durch einen Neuankömmling gestört. Dem Wirt war der Mann wohl bekannt, denn er begrüßte den Herrn Sekretär überschwänglich und bot ihm sofort das beste Einzelzimmer des Gasthofs an. Das Fenster auf der geräuschfernen Seite. Der 40-jährige Hochgewachsene versuchte seinen leicht verkrümmten Rücken durch bewusstes Aufrechthalten zu überdecken. Der Fremde ließ seinen Blick durch die Gaststube schweifen und kam dann zum Heldentisch. Er stellte sich als Egtor von Ibenburg vor. Er sei auf der Suche nach ein paar jungen Talenten, welche nicht die Absicht hatten sich in der Nähe von Perricum niederzulassen. Er bot für die Durchführung einer kleinen Gefälligkeit eine Summe von 50 Dukaten. Sigrun zeigte sofortiges Interesse und gab bekannt, dass man auf gar keinen Fall die Absicht habe auf Dauer in der Gegend zu bleiben. Der Herr Sekretär war auf der Suche nach einem kleinen, in Iryanleder gebundenen, Notizbuch. Besagtes Buch befand sich im Besitz von Rimiona Paligan, der Schwester der Kaiserwitwe Alara Paligan. Als staatstragenden Frauen war ihnen der Umstand bewusst, dass personale Informationen manchmal die Verhandlungen deutlich erleichtern konnten. Die genannten Informationen wurden meist in Schriftform an einem sicheren Ort gelagert. Die genannte Rimiona war vor Kurzem verstorben und der Kaiserlicher Rat für Reichsangelegenheit hatte Interesse an den Aufzeichnungen. Wie das Schicksal es wollte, hatte sich der ehemalige Leibwächter von Rimiona an den Rat gewandt und das Buch zum Verkauf angeboten. Der Leibwächter nahm sein Mittagsmahl für gewöhnlich in der Gaststätte „Zur glänzenden Münze“ in der Nähe des Hafens im Perricum ein. Den Helden wurde ein Losungssatz mit Antwortsatz mitgeteilt. Zum Abschluss gab der Sekretär zu bedenken, dass auch noch andere Kräfte Interesse an dem Büchlein entwickeln könnten. Alara sah sich mit Sicherheit als rechtmäßige Erbin an und würde einen Bevollmächtigten schicken. Und bestimmt hätten auch noch ein paar Perricumer Interesse daran, dass die sensiblen Daten nicht in falsche Hände gerieten.
Die Helden machten sich auf den Weg nach Perricum. Vier Tage dauerte die Reise. Auf Empfehlung von Egtor bezogen sie in dem Gasthaus „Der Hartsteener“ Quartier.
Bis zum nächsten Mittag war noch Zeit und der Abend wurde dazu verwendet, mal ausgiebig zu baden. Badehäuser waren gute Quellen, wenn es darum geht sich Informationen zu besorgen. Egtor war Mitglied einer angesehenen Adelsfamilie, welcher sich ehrgeizig die Reihen hochgearbeitet hatte. Rimiona galt als gute Vertreterin ihres Sohnes, welcher offiziell der Herrscher über Perricum war. Da er in seiner Funktion als Gemahl der Kaiserin jedoch selten in Perricum war, wurden die Amtsgeschäfte in seiner Abwesenheit durch Rimiona geführt.
Phelizitas und Sigrun betraten am nächsten Mittag das Gasthaus. Der Wirt kannte Dalman, welcher für gewöhnlich pünktlich zum Essen kam. Negatives konnte er nicht berichten. Der Rest der Helden hielt sich in der Umgebung des Gasthauses auf. Es geschah … NICHTS. Dalman kam nicht. Auch in der Nähe des Gasthauses fiel niemand etwas Besonderes auf. Sigrun erkundigte sich beim Wirt. Sie konnte in Erfahrung bringen, dass Dalman, nach dem Tod seiner Schutzperson wieder in sein kleines Haus in einer Handwerkergegend gezogen war. Damit war der nächste Anlaufpunkt klar.
Das Haus war gleich gefunden. Eine vernachlässigte Wohnstatt, das Dach bedurfte einer Überholung und auch die Tünche blätterte vom Mauerwerk. Ein Klopfen an der Tür zeigte, dass auch das Türschloss einer Auswechslung bedurfte. Gegenüber des Hauses war eine Flickschneiderei, wie das Scherensymbol über der Eingangstür zeigte. Im ersten Stock sah man einen grauen Dutt auf- und niederfahren. Eine Stoffbahn wurde aufgewirbelt. An dem Dutt hing der Kopf einer älteren Frau. Als sie die Heldengruppe vor der Tür des Wächterhauses sah, war die Arbeit der Alten nicht mehr so interessant. Stumm beobachtete sie wie die Gruppe im Haus verschwand. Drinnen fanden sich nur einfachste Möbel. Alles Wertvolle war weg. Entweder gestohlen und vertickt. So lebte also ein bedürftiger Beschützer des Reiches, der seine Anstellung verloren hatte.
Bei Verlassen krächzte die alte Schneiderin von gegenüber etwas von einer Schande, wie man ein Grundstück so verkommen lassen könne. Die Helden seien zu spät, bereits heute Morgen wären Geldeintreiber da gewesen. Ein Schlag mit dem Belegnagel auf den Hinterkopf und Dalman wurde leblos mit einer Schubkarre die Straße runtergefahren. Selhira erkundigte sich nach dem Geräuschgebaren des einrädrigen Handkarrens (Quiik-Quiik-Quiik). Doch die Zeugin war da anderer Ansicht. iiuk-iiuk-iiuk käme der Sache näher. Zumindest konnte sie eine Richtung nennen, in welcher die Geldeintreiber verschwunden waren, dem Aussehen nach Seeleute.
Bevor man sich auf die Spur des Schubkarrens setzte erkundigte man sich beim Wirt der „glänzenden Münze“, ob er etwas von einer Spielsucht bei Dalman Turmen wusste. Dies konnte der Gaststättenbetreiber negieren. Dalman stand bei ihm nicht in der Kreide und hatte seine Mahlzeiten immer gleich bezahlt. Also wieder zurück auf die Spur mit dem Schubkarren. Vom Haus ging es in die „Fluchtrichtung“ der Geldeintreiber bis zur nächsten großen Kreuzung. Dort saß ein alter Bettler in Seemannskleidung mit einem verbundenen Armstumpf. In die Bettelschale flogen 5 Silberstücke, was den Mann sofort gesprächsbereit machte. Sigrun bemerkte die blutgetränkten Verbände, welche teilweise eine gelblich grüne Farbe angenommen hatten. Ein sicheres Zeichen für Wundbrand. Selhira hatte solche Wunden [Heilkundeprobe] schon oft gesehen. Aber der Rest der Erscheinung passte nicht zum Wundbrand. Der Bettler hatte keine Schweißperlen auf der Stirn. Die Gesichtsfarbe war rosig und nicht kalkweiß wie bei einem Fieberkranken. Sie sprach Berulf an, welcher freimütig zugab, dass der Verband nur Fassade war. Den Arm hatte er durch einen Steintreffer beim Angriff von Helme Haffax erhalten. Der Ellenbogen war zertrümmert worden und der Feldscher hatte den Unterarm abnehmen müssen. Ja, den Schubkarren hatte er auch bemerkt. Aber die Seemänner wären keine gewesen. Er erkenne Soldatenstiefel wenn er welche sehe. Die Entführer hatten sehr neues Schuhwerk. Es bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass die Geldeintreiber erst vor kurzem eine Entlohnung erhalten haben könnten. Die Karre sei in Richtung Hafen gefahren. Dort gäbe es eine Menge leere unbewachte Lagerhäuser.
Der Hafen war groß. Die Helden ließ die Atmosphäre auf sich wirken. Da stand ein Mann in Seemannskluft vor dem Eingang eines Lagers. Daneben stand eine Kiste mit Segeltuchüberwurf. [Sinnesschärfe-Probe] Nur hatte die Kiste ein Rad. Sigrun ging direkt auf den Mann zu und sprach in an. Sie fragte, ob sein Chef Interesse an einer Wildnisführerin habe oder vielleicht wisse, wer Arbeitskräfte brauche. Die Wache antwortete, dass er keine Kenntnis über die Anstellungswünsche seines Anführers habe und dass sich Sigrun nun zu entfernen habe. [Sinnesschärfe] Aus dem Lagerhaus war ein klatschendes Geräusch, gefolgt von einem Schrei zu hören. Selhira trat hinzu und verwickelte Sigrun in ein Gespräch in Thorwalsch. Die Wache kam das Ganze suspekt vor und griff nach ihrem Knüppel. Sigrun erklärte der Wache, dass sie die Borongeweihte vom Schlafen her kannte. Gemeint war wohl, dass sie sich zusammen ein Zimmer im Gasthaus teilten. Bei der Wache kamen aber andere Bilder im Kopf an. Das veranlasste Selhira die Situation richtig zu stellen. Während sie die Wache beschäftigte, gelang des Sigrun unbemerkt in den Rücken zu gelangen. Dann kam der Meuchelangriff. Sigrun schlitzte den Rücken des Mannes quer auf. [Kampfbeginn, Initiativewurf, der Soldat war der langsamste]. Obwohl sowohl Sigrun, als auch Selhira Treffer landeten, konnten sie nicht verhindern, dass die Wache ihr Schwert zog und ein lautes „ALARM!!!“ in die Gegend brüllte. Der Rest der Gruppe versammelte sich vor dem Lagerhaus und stürmte hinein.
Drinnen bot sich ein eindeutiges Bild. Ein gutgekleideter bärtiger Mann stand bei einem Stuhl. Darauf war ein Mann gefesselt, bei dem zerschlagenen Gesicht, half auch keine Schminke mehr. Neben dem Anführer standen noch zwei „Seeleute“. Die drei Peiniger zogen ihre Schwerter. Als der Bärtige Phelizitas bemerkte, fluchte er lautstark „Schei…, die Al´Anfaner haben uns gefunden!“
Die nächste Sitzung findet am 03.03.2026 statt.