226. Spieltag (01.04.2025)
Das Gelage begann sich nun in seine Einzelteile zu zerlegen. Der Ferkina-Lover eilte seiner Flamme hinterher. Die Honoratioren verabschiedeten sich, da mit einem Erscheinen der Mutter der Sultana nicht mehr zu rechnen war. Die Tänzerin blickte etwas hilflos in die Runde, ihre Dienste waren nun nicht mehr gefragt. Einzig der dicke Seidenhändler schien guter Laune, blieben nun genügend Spezereien für ihn übrig. Die Gruppe wurde vom Hofwesir Leilan ibn Nesjada durch die verwinkelten Palastgänge geführt und kamen in einen weiteren Garten. Die Sultanamutter Dalilha saba Emissa empfing die Helden in einem Gewächshaus. Ein freundliches Gesicht sah anders aus. Der älteren Dame war die Verantwortung über Elburum ins Gesicht geschrieben. Man ließ sich auf einer Sitzgruppe zwischen den Pflanzen nieder. Dalilha kam gleich zur Sache. Ihre verzogene Tochter war nur mit Rauschkraut, Alkohol und Gelage beschäftigt. Elburum ging ihr ziemlich am verlängerten Rücken vorbei. Eine richtungsweisende, strenge Hand wäre von Vorteil. Tatsächlich gab es da zwei Kandidaten. Dalim ibn Terishika, ein Beyrounsohn aus Tamaristan, dessen Vater Interesse an einer Vermählung hatte. Der gute Dalim hatte noch keine Ahnung, welches Schmuckstück er sich da anzulachen gedachte. Der andere Interessent war Marwamir, ein Verwandter des Königshauses, welcher am Hof in Baburin Militärdienst leistete. Einerseits war von ihm eine erziehende Hand zu erwarten, andererseits, wusste der Soldat bereits über den Charakter seiner Zukünftigen Bescheid. Die Sultanamutter bot 100 Dukaten für die Vermittlungsdienste der Helden. Eine direkte Frage nach einem Interessenten unter den Helden, wurde von den männlichen Gruppenmitgliedern sofort abschlägig beschieden. Die Sultanamutter erzählte noch von den Resten Orons, welche sich in kleinen Zirkeln im ganzen Land und natürlich in Elburum verteilt hätten. Im bislang kleinen Maßstab versuchten sie die öffentlichen Geschäfte nach ihren Kräften zu stören. Aber wenn sie sich eine entsprechende Machtbasis verschaffen könnten, evtl. zusammenschließen? Dann würde der ganze Ärger von vorne beginnen. Nach dem Tod der vorherigen Sultana, welche in der Nähe von Yerkesh ertrunken sein soll, hätte man ihre Tochter mit der Verwaltung von Elburum beauftragt. Den Helden waren die Umstände des Todes der Ex-Sultana wohlbekannt. Man wollte sich aber nicht in unwichtigen Details verlieren. Die alte Dame musste nicht wissen, dass die ehemalige Sultana von Mumien in Stücke gehackt worden war. Ertrunken als Todesursache reichte für die Geschichtschroniken völlig.
Der Hofwesir führte die Helden über den bekannten Weg unter dem Torbogen mit dem Pfauensymbol, an der Treppe an dessen Ende nun ein Raum sichtbar war vorbei, in den Lieferantenbereich der Küche. Dort verabschiedete er sich mit der Bemerkung, dass die Helden den weiteren Weg nun kennen würden. Nach einer kurzen Beratung entschieden sich die Helden für eine Nachtruhe. Am folgenden Tag besuchte Vero die Sternwarte von Niobaras Töchtern und holte Khelbara ab. Diese schien nicht frohen Mutes zu sein. Stattdessen erzählte sie, dass die Oberin mit ihrem Buch verschwunden sei. Das Kitab ash Shifa sei ein einzigartiges Werk der Heilkunde, welches die Magierin aus der geheimen Bücherei der ehemaligen Akademie von Baburin „entliehen“ hatte. Der Zugang zu der Bücherei sei über den örtlichen Hesindetempel möglich. Allerdings gab die Zauberin zu bedenken, dass Assad, der Herrschersohn, mit der „Leihgabe“ nicht einverstanden gewesen sei. Offen durfte die Magierin die Stadt nicht betreten. Sie begleitete Vero zurück in die Stadt und verschaffte sich allerlei Maskierungsmaterial.
Auch die Helden deckten sich mit diversen Zaubertränken und Heilmitteln ein. Die interessante Frage nach der Wichtigkeit des verschwundenen Buches beantwortete Khelbara folgendermaßen: Es gibt nur diese eine bekannte Fassung. Das Buch galt als verschollen und enthält alles, was eine Heilerin zu wissen braucht. Es enthält auch Hinweise auf dämonische Heilverfahren, was wohl zur Vernichtung der ganzen Abschriften geführt hatte.
[Werte aus der aventurischen Bücherei: Verfügbarkeit 0; Wert ca. 500 Dukanten; Steigerungen: Heilkunde Wunden 22; Krankheiten 14; Gift 13; Seele 15; Sternkunde 10; Philosophie 10; Anatomie 20; Thesis für BALSAM SALABUNDE bis Wert 20. Einige Ausgaben enthalten Erweiterungen, die auf dämonische Heilpraktiken und die Einheit von Geist und Körper jenseits des Zwölfgötterglaubens eingehen.]
Die Helden entschlossen sich die „Wahrsagerin“ im Slumviertel aufzusuchen, um ein paar Erkundigungen einzuholen. Die Gutinformierte konnte berichten, dass sich die Oberin der Töchter Niobaras mit einem Schnellsegler aus der Stadt gemacht hatte. Die Ermittlungen im Hafen ergaben, dass das Schiff auf dem Weg nach Mendlicum fuhr. Die Richtung ließ vermuten, dass die Oberin auf dem Weg nach Baburin war. Dorthin reisten die Helden auch, allerdings zu Land. Auf dem Weg erfuhren sie, dass der Baburiner Herrscher Merkan, der Vater der Schahi, kaum noch in der Lage war, seine Amtsgeschäfte zu führen. Sein Erbe Assad übernahm die Führung. Mehrmals geriet Khelbara mit regierungstreuen Baburen in Zwistigkeiten, da sie da entschieden anderer Meinung war, was die Geeignetheit des Erben anbetraf.
Nach 9 Tagen trafen die Helden ein. Isha verkleidete sich als Kriegerin und nahm die Horasier mit auf Erkundungstour. Vor dem Haupttor hatte sich eine Schlange gebildet. Die Stadtwache hatte die Türme besetzt und war mit Armbrüsten bewaffnet. Alle Männer durften nach kurzer Inspektion passieren. Die weiblichen Reisenden, mussten sich mit einem feuchten Tuch das Gesicht abwischen. Andare blieb davon nicht verschont. Isha trug so viel Eisen an sich, dass die Stadtgarde sofort das Interesse verlor. Offensichtlich war man auf der Suche nach einer Magierin mit Gesichtsschminke. Also war es mit einer Einreise für Khelbara Essig. Das Aufklärungsteam überprüfte noch das Stadttor am Flusshafen. Hier waren die Kontrollen für Warenlieferanten eher lasch. Die örtliche Niederlassung der Mada Basari konnte helfen. Es wurde vorgeschlagen, dass die Helden, welche mit der Zerschlagung des Schmugglerrings für Schwarzen Wein ganze Arbeit geleistet hatten, im nahen Bordell Quartier beziehen konnten. Die Amulette, welche die Kämpen für die Rettung des Rahja-Tempels in Zorgan erhalten hatten, öffneten die Tore des gehobenen Amüsierbetriebs. Zum Einschmuggeln der Helden sollte Dunkelheit und ein fliegender Teppich verwendet werden. Das hörte sich doch nach einem ganz passablen Plan an.
Am 08.04.2025 werden wir sehen, ob der Plan aufgeht.
[Andare verabschiedet sich an dieser Stelle. Ihr Studienplan lässt eine Teilnahme leider nicht mehr zu. Vielen Dank für dein Mitspielen.]