265. Spieltag (03.02.2026)
Die Tage in Wagenhalt waren gezählt. Die bestellte Iryanrüstung [feuerfeste Lederrüstung] traf im Stoerrebrandt-Kontor ein. Die letzten Dinge wurden geregelt, dann würde es auf die Reise in Richtung Schlund gehen. Sonea richtete den im Ruinenkeller gefundenen Gladiatorenhelm wieder her [Lederrüstung für den Kopf, Rüstschutz 4 gegen Dolche, Fechtwaffen und Schwerter, Nachteil: Sinnesschärfe Hören/Sehen -1] Thorn gelang ein Glanzstück. Er reparierte die Schaufel aus dem Garether Brunnen. [4 QS Metallbearbeitung = +1 Fertigkeitspunkt auf Grabungen beim Einsatz dieses Werkzeugs] Der Zwerg war dermaßen stolz auf seine Arbeit, dass er noch zwei Einschubklemmen für seinen Werkstattwagen anfertigte, so dass nun jedermann das gute Grabungswerkzeug sehen konnte.
In Gareth wurde noch ein Zwischenhalt eingelegt, um die letzten Waren zu kaufen, denn in der Hauptstadt des Mittelreiches war jede Ware Aventuriens grundsätzlich verfügbar. Das nutzte Thorn aus, um sich die beste und prunkvollste Balestrina [eine Art Armbrust, welche Kugeln anstatt Bolzen verschießt] anzueignen. Die Schwert-und-Stab-Akademie begrüßte die Helden mit allen Ehren. Dort erhielten sie ihre 25 Dukaten Sold. Für die Abgabe des noch geladenen Siegelstockes erhielten sie den Pentagramm-Orden in Arkanum. [In das magische Metall lassen sich Zauber einbinden. Grundsätzlich bewirkt das Tragen des Ordens bei Gelehrten +2 Fertigkeitspunkte bei Einsatz der Talente Bekehren/Überzeugen und Überreden.] Die Belohnung von Stoerrebrandt in Form von ganzen 18 Silberstücken, für die Nachschau und den Sachstandsbericht bei den Grabungen am Kolleg, waren irgendwie kläglich. Da war das Empfehlungsschreiben an die Kontorverwalter mit dem Hinweis auf die vollste Unterstützung deutlich mehr Wert. Der Handelsherr war immer an neuem Wissen und Erkenntnissen interessiert. Allerdings konnte er den Wert des Wissens im Zusammenhang mit Niobaras Vermächtnis noch nicht in einen geldwerten Vorteil.
===Ende Niobara Teil 5 und Siegelbruch === Beginn Basaltschmelze
Dann ging die Reise weiter. Bei Wandleth verließ man die Straße nach Perricum und bog nach Süden in Richtung Raschtulswall ab. Der rauchende Berg war eine gute Wegmarke, so dass ein Verlaufen unmöglich war. Die Anzahl der Angrosch-, Ingerimm- und Tsagläubigen nahm deutlich zu. Alle strebten zum Vulkan und sie wollten am Fest der Erneuerung teilnehmen, mit dem das Ende des Winters gefeiert wurde. Die Helden ritten auf ihren Pferden. Thorn und Imion reisten auf dem Werkstattwagen. Der Verkehr kam ins Stocken. Die Ursache war gleich gefunden: ein schiefer Händlerwagen blockierte die Straße – Radbruch. Thorn schnappte sich seine Schaufel und zusammen mit Sonea bahnten sie sich einen Pfad durch die Menge. Für die ehrwürdige Schaufel gab es keine Arbeit. Sonea lehnte sich mit dem Rücken an den Wagen und ihre Beinmuskeln drücken den Wagen in eine waagrechte Position. Thorn befestigte das Ersatzrad mit allen Mitteln der zwergischen Handwerkskunst. Der Händler Ottojian war hoch erfreut und überaus dankbar. Er bot den Helden Waffen an. Als die Kisten geöffnet wurden machte sich Enttäuschung breit. Alle Waffen waren aus Eisenholz gefertigt. Die Helden lehnten dankend ab, nahmen aber das Angebot zu einem Umtrunk im Schlund an.
Der Aufstieg zum Vulkankrater war anstrengend. Die Pferde mussten auf dem steilen Weg geführt werden. [2 Stufen Belastung, bzgl. der QS einer Körperbeherrschungsprobe] Der Weg führt an den warmen Quellen und dem Ingerimm-Tempel vorbei zur Zeltstadt. Die Erdnägel ließen sich nur schwer in den Untergrund treiben, weswegen die errichteten Zelte mancherorts wieder zusammenfielen, wenn jemand über die Seile stolperte. Mittels Bretter und Fässer wurden Popup-Tavernen errichtet. Die Tsagläubigen erstanden Pigmentfarben und begangen die Simia-Zeichnung an der steilen Kraterwand mit neuer Farbenfreude zu bedenken. Die restlichen Stände verkauften allerlei Touristenzeug. Was jetzt Steinholzwaffen, darunter zweihändige Streithämmer, für einen Erinnerungsfaktor darstellen sollten, war jetzt nicht offensichtlich. Das Angroschheiligtum war für Besucher gesperrt. Sonea besichtigte den Ingerimmtempel und ließ als Opfergabe einen Bernstein zurück. Ihr wurde als Geweihte ein überdachter Schlafplatz angeboten, sie wollte aber bei der Gruppe bleiben. Die warmen Quellen dienten der Entspannung der Beinmuskulatur. Thorn hatte da eine andere Meinung und verzichtete auf eine nasse Wohltat. Er entspannte sich bei einem Krüglein Zwergenbrand und einer Pfeife Tabak.
Auffällig war, dass die Stimmung im Krater auffällig friedvoll war. Es gab kein lautes Wort, kein Gezänk oder neidvolles Streiten um den besten Platz. Im hinteren Teil des Kraters befand sich noch ein uralter Steinkreis und auch ein paar zyklopische Menhire ragten aus der Kraterwand. Am Rondraschrein vorbei wand sich ein steiler Fußpfad, welcher kletterfesten Wanderern einen anderen Weg in und aus dem Krater bot. Der Pfad führte an einem weiteren Steinkreis vorbei, der neueren Datums war.
Die Helden nahmen das Angebot des Händlers an und langten ordentlich bei den geschenkten Getränken zu. Imion hatte bald genug und musste in sein Zelt geführt werden. Mit dem Erlöschen des Tageslichtes erschien eine Prozession unter Führung eines Zwergenfürsten an den Toren des Angrosch-Tempels und bewegte sich zum Steinkreis am Bergpfad. Die Träger führten zwei flammende Körbe mit sich, welche dort auf zwei Stehlen abgestellt wurden. Es musste sich um wichtige Artefakte handeln, da der Zwergenfürst, erkennbar an der helmähnlichen Krone und dem goldenen Bartschmuck, zwei seiner Leibwächter zum Schutz zurückließ.
Die Helden hörten sich am Abend um und erfuhren so manches Wissenswerte. Der Steinkreis beim Angroschtempel war uralt. Brandan, der legendäre erste Geode und seine Getreuen hatten ihn errichtet. Auf der Spitze eines der zyklopischen Menhire soll er seinen Pakt mit dem Elementarherren des Erzes geschlossen haben. Brandans Menhirkreis hatte auch heute noch eine magische Wirkung. Elementarzauber ließen sich hier besonders einfach wirken.
Bei den Flammen in den Körben handelte es sich um die gelbe Flamme der Luft und die orangene Flamme des Erzes. Es handelte sich um zwei der sieben Simia-Flammen, welche der zwergische Geode Xenos aus dem Stein der Simia geschaffen hatte. Vier Flammen gingen an die vier großen Zwergenvölker (Brillant-, Hügel-, Erz-, Ambosszwerge) und drei wurden den Elfenvölkern (Wald-, Au-, Firnelfen) überreicht. Sie sollten den Übergang vom elften zum zwölften Zeitalter erleichtern.
Die Erneuerungszeremonie würde am nächsten Abend beginnen. Da sich die Zwerge in ihrem Tempel bedeckt hielten, kam es zu keinem Gedankenaustausch.
Das nächste Treffen findet am 10.02.2026 statt.