Beiträge von Darkstar

    268. Spieltag (24.02.2026)


    Nach dem Abstieg mit dem Aufzug musste man sich über das weitere Vorgehen unterhalten. Die Hinweise deuteten in Richtung Zorgan. Die anderen Orte (Khunchom, Vinsalt und Altaia) waren noch weit weg. Um nach Zorgan zu kommen, führte die Reise zunächst nach Norden. In Wandleth stieß man auf die Reichsstraße Gareth – Perricum. Da die kleinen Zelte der Gruppe der Feuersbrunst des Schlundes zum Opfer gefallen waren. Nun war eine Neuausrüstung erforderlich. Sigrun hatte zusätzlich noch einen Bedarf an einem Gambeson. Beides war in Wandleth problemlos zu bekommen. Beim Zelt entschied man sich für ein Großzelt für 12 Personen [20 Stein Gewicht, 60 Strukturpunkte (LE für Gegenstände), Preis 20 Dukaten. Eine gelungene Probe auf Wildnisleben (Lagerbau) der Qualitätsstufe 5+ erbringt +1 auf Regeneration. Zusätzlich bieten Zelte einen Kälteschutz von einer Stufe. Die Aufbauzeit für das Großzelt wird mit 1 Stunde angegeben]. Auch der Gambeson als Stoffrüstung bietet [1 Stufe] Kälteschutz. [grundsätzlich bietet er einen Rüstschutz von 2, bei 1 Stufe Belastung. Seine Stärke liegt im Schutz gegen Hiebwaffen (RS 3), seine Schwäche zeigte er gegen Dolche, Fechtwaffen und Schwerter (RS 1), dafür ist er mit einem Preis von 105 Silber unter den Rüstungen eine relativ billige Variante]. Die Übernachtung in Wandleth erfolgte in einem Mittelklasse Hotel.


    =========Beginn: Heldenwerk 2: Die Paligan-Akten========


    Das zünftige Landessen aus Hohenwacht war einer etwas gediegeneren Variante gewichen. Man bekam auch wieder Kuchen als Nachtisch. Das abendliche Mahl wurde durch einen Neuankömmling gestört. Dem Wirt war der Mann wohl bekannt, denn er begrüßte den Herrn Sekretär überschwänglich und bot ihm sofort das beste Einzelzimmer des Gasthofs an. Das Fenster auf der geräuschfernen Seite. Der 40-jährige Hochgewachsene versuchte seinen leicht verkrümmten Rücken durch bewusstes Aufrechthalten zu überdecken. Der Fremde ließ seinen Blick durch die Gaststube schweifen und kam dann zum Heldentisch. Er stellte sich als Egtor von Ibenburg vor. Er sei auf der Suche nach ein paar jungen Talenten, welche nicht die Absicht hatten sich in der Nähe von Perricum niederzulassen. Er bot für die Durchführung einer kleinen Gefälligkeit eine Summe von 50 Dukaten. Sigrun zeigte sofortiges Interesse und gab bekannt, dass man auf gar keinen Fall die Absicht habe auf Dauer in der Gegend zu bleiben. Der Herr Sekretär war auf der Suche nach einem kleinen, in Iryanleder gebundenen, Notizbuch. Besagtes Buch befand sich im Besitz von Rimiona Paligan, der Schwester der Kaiserwitwe Alara Paligan. Als staatstragenden Frauen war ihnen der Umstand bewusst, dass personale Informationen manchmal die Verhandlungen deutlich erleichtern konnten. Die genannten Informationen wurden meist in Schriftform an einem sicheren Ort gelagert. Die genannte Rimiona war vor Kurzem verstorben und der Kaiserlicher Rat für Reichsangelegenheit hatte Interesse an den Aufzeichnungen. Wie das Schicksal es wollte, hatte sich der ehemalige Leibwächter von Rimiona an den Rat gewandt und das Buch zum Verkauf angeboten. Der Leibwächter nahm sein Mittagsmahl für gewöhnlich in der Gaststätte „Zur glänzenden Münze“ in der Nähe des Hafens im Perricum ein. Den Helden wurde ein Losungssatz mit Antwortsatz mitgeteilt. Zum Abschluss gab der Sekretär zu bedenken, dass auch noch andere Kräfte Interesse an dem Büchlein entwickeln könnten. Alara sah sich mit Sicherheit als rechtmäßige Erbin an und würde einen Bevollmächtigten schicken. Und bestimmt hätten auch noch ein paar Perricumer Interesse daran, dass die sensiblen Daten nicht in falsche Hände gerieten.


    Die Helden machten sich auf den Weg nach Perricum. Vier Tage dauerte die Reise. Auf Empfehlung von Egtor bezogen sie in dem Gasthaus „Der Hartsteener“ Quartier.


    Bis zum nächsten Mittag war noch Zeit und der Abend wurde dazu verwendet, mal ausgiebig zu baden. Badehäuser waren gute Quellen, wenn es darum geht sich Informationen zu besorgen. Egtor war Mitglied einer angesehenen Adelsfamilie, welcher sich ehrgeizig die Reihen hochgearbeitet hatte. Rimiona galt als gute Vertreterin ihres Sohnes, welcher offiziell der Herrscher über Perricum war. Da er in seiner Funktion als Gemahl der Kaiserin jedoch selten in Perricum war, wurden die Amtsgeschäfte in seiner Abwesenheit durch Rimiona geführt.


    Phelizitas und Sigrun betraten am nächsten Mittag das Gasthaus. Der Wirt kannte Dalman, welcher für gewöhnlich pünktlich zum Essen kam. Negatives konnte er nicht berichten. Der Rest der Helden hielt sich in der Umgebung des Gasthauses auf. Es geschah … NICHTS. Dalman kam nicht. Auch in der Nähe des Gasthauses fiel niemand etwas Besonderes auf. Sigrun erkundigte sich beim Wirt. Sie konnte in Erfahrung bringen, dass Dalman, nach dem Tod seiner Schutzperson wieder in sein kleines Haus in einer Handwerkergegend gezogen war. Damit war der nächste Anlaufpunkt klar.


    Das Haus war gleich gefunden. Eine vernachlässigte Wohnstatt, das Dach bedurfte einer Überholung und auch die Tünche blätterte vom Mauerwerk. Ein Klopfen an der Tür zeigte, dass auch das Türschloss einer Auswechslung bedurfte. Gegenüber des Hauses war eine Flickschneiderei, wie das Scherensymbol über der Eingangstür zeigte. Im ersten Stock sah man einen grauen Dutt auf- und niederfahren. Eine Stoffbahn wurde aufgewirbelt. An dem Dutt hing der Kopf einer älteren Frau. Als sie die Heldengruppe vor der Tür des Wächterhauses sah, war die Arbeit der Alten nicht mehr so interessant. Stumm beobachtete sie wie die Gruppe im Haus verschwand. Drinnen fanden sich nur einfachste Möbel. Alles Wertvolle war weg. Entweder gestohlen und vertickt. So lebte also ein bedürftiger Beschützer des Reiches, der seine Anstellung verloren hatte.


    Bei Verlassen krächzte die alte Schneiderin von gegenüber etwas von einer Schande, wie man ein Grundstück so verkommen lassen könne. Die Helden seien zu spät, bereits heute Morgen wären Geldeintreiber da gewesen. Ein Schlag mit dem Belegnagel auf den Hinterkopf und Dalman wurde leblos mit einer Schubkarre die Straße runtergefahren. Selhira erkundigte sich nach dem Geräuschgebaren des einrädrigen Handkarrens (Quiik-Quiik-Quiik). Doch die Zeugin war da anderer Ansicht. iiuk-iiuk-iiuk käme der Sache näher. Zumindest konnte sie eine Richtung nennen, in welcher die Geldeintreiber verschwunden waren, dem Aussehen nach Seeleute.


    Bevor man sich auf die Spur des Schubkarrens setzte erkundigte man sich beim Wirt der „glänzenden Münze“, ob er etwas von einer Spielsucht bei Dalman Turmen wusste. Dies konnte der Gaststättenbetreiber negieren. Dalman stand bei ihm nicht in der Kreide und hatte seine Mahlzeiten immer gleich bezahlt. Also wieder zurück auf die Spur mit dem Schubkarren. Vom Haus ging es in die „Fluchtrichtung“ der Geldeintreiber bis zur nächsten großen Kreuzung. Dort saß ein alter Bettler in Seemannskleidung mit einem verbundenen Armstumpf. In die Bettelschale flogen 5 Silberstücke, was den Mann sofort gesprächsbereit machte. Sigrun bemerkte die blutgetränkten Verbände, welche teilweise eine gelblich grüne Farbe angenommen hatten. Ein sicheres Zeichen für Wundbrand. Selhira hatte solche Wunden [Heilkundeprobe] schon oft gesehen. Aber der Rest der Erscheinung passte nicht zum Wundbrand. Der Bettler hatte keine Schweißperlen auf der Stirn. Die Gesichtsfarbe war rosig und nicht kalkweiß wie bei einem Fieberkranken. Sie sprach Berulf an, welcher freimütig zugab, dass der Verband nur Fassade war. Den Arm hatte er durch einen Steintreffer beim Angriff von Helme Haffax erhalten. Der Ellenbogen war zertrümmert worden und der Feldscher hatte den Unterarm abnehmen müssen. Ja, den Schubkarren hatte er auch bemerkt. Aber die Seemänner wären keine gewesen. Er erkenne Soldatenstiefel wenn er welche sehe. Die Entführer hatten sehr neues Schuhwerk. Es bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass die Geldeintreiber erst vor kurzem eine Entlohnung erhalten haben könnten. Die Karre sei in Richtung Hafen gefahren. Dort gäbe es eine Menge leere unbewachte Lagerhäuser.


    Der Hafen war groß. Die Helden ließ die Atmosphäre auf sich wirken. Da stand ein Mann in Seemannskluft vor dem Eingang eines Lagers. Daneben stand eine Kiste mit Segeltuchüberwurf. [Sinnesschärfe-Probe] Nur hatte die Kiste ein Rad. Sigrun ging direkt auf den Mann zu und sprach in an. Sie fragte, ob sein Chef Interesse an einer Wildnisführerin habe oder vielleicht wisse, wer Arbeitskräfte brauche. Die Wache antwortete, dass er keine Kenntnis über die Anstellungswünsche seines Anführers habe und dass sich Sigrun nun zu entfernen habe. [Sinnesschärfe] Aus dem Lagerhaus war ein klatschendes Geräusch, gefolgt von einem Schrei zu hören. Selhira trat hinzu und verwickelte Sigrun in ein Gespräch in Thorwalsch. Die Wache kam das Ganze suspekt vor und griff nach ihrem Knüppel. Sigrun erklärte der Wache, dass sie die Borongeweihte vom Schlafen her kannte. Gemeint war wohl, dass sie sich zusammen ein Zimmer im Gasthaus teilten. Bei der Wache kamen aber andere Bilder im Kopf an. Das veranlasste Selhira die Situation richtig zu stellen. Während sie die Wache beschäftigte, gelang des Sigrun unbemerkt in den Rücken zu gelangen. Dann kam der Meuchelangriff. Sigrun schlitzte den Rücken des Mannes quer auf. [Kampfbeginn, Initiativewurf, der Soldat war der langsamste]. Obwohl sowohl Sigrun, als auch Selhira Treffer landeten, konnten sie nicht verhindern, dass die Wache ihr Schwert zog und ein lautes „ALARM!!!“ in die Gegend brüllte. Der Rest der Gruppe versammelte sich vor dem Lagerhaus und stürmte hinein.


    Drinnen bot sich ein eindeutiges Bild. Ein gutgekleideter bärtiger Mann stand bei einem Stuhl. Darauf war ein Mann gefesselt, bei dem zerschlagenen Gesicht, half auch keine Schminke mehr. Neben dem Anführer standen noch zwei „Seeleute“. Die drei Peiniger zogen ihre Schwerter. Als der Bärtige Phelizitas bemerkte, fluchte er lautstark „Schei…, die Al´Anfaner haben uns gefunden!“


    Die nächste Sitzung findet am 03.03.2026 statt.

    267. Spieltag (17.02.2026)


    Die Nacht verbrachte man unter den ausladenden Tannenzweigen. Das Rumpeln des Vulkans mit den Lavakugeln, die ihre Flammenspur in die Bergflanke zeichneten, war ein ständiger nächtlicher Begleiter. An Schlaf war nicht zu denken. Und irgendwo musste der Drache auch noch umherfliegen. Mit der ersten Morgendämmerung verließen die Helden den Ort und machten sich auf den Weg nach Hohenwacht.


    ====Beginn Niobaras Vermächtnis: Schlunder Handwerkskunst====


    [Der Ort Hohenwacht ist über das Programm Avespfade nicht zu finden] Im Licht der untergehenden Sonne erreichte die Gruppe das kleine Dorf. Im Gegenlicht hoben sich die Umrisse der Burg auf der Felsnadel deutlich vom rötlichen Himmel ab. Der „Marktplatz“ war verlassen. Ein Brunnen stand herum und wartete auf den Durstigen. Sonea holte sich mit einem Eimer frisches Wasser aus der Tiefe. Während des Trinkens erklang das vertraute Klingen eines Meisels, der auf Stein traf. Angrenzend an den Platz befand sich noch das Gasthaus „Birnbaum“. Kerzenschein erleuchtete die Fenster.


    Die Neugierde trieb die Gruppe zu der Werkstatt des Steinhauers. Der Name des Besitzers war in Kusliker Zeichen und Rogolan zu lesen: Sandsteiner. Auf Ansprache drehte sich der zwergische Handwerker in der Werkstatt um. Er begrüßte die Neuankömmlinge. Steinstaub hatte sein bärtiges Gesicht mit einer weißen Maske überzogen. Das Abwischen der staubigen Hände, vor dem Handschlag, an der staubigen Schürze, hatte wohl nur symbolischen Charakter. Der Zeitpunkt für das Arbeitsende war gekommen. In einer Staubwolke wurde die Schürze ausgeschüttelt, dann ging es zum Brunnen, wo der Zwerg das restliche Wasser im Eimer für eine Katzenwäsche nutzte. Er führte die Helden in die Gaststätte, wo er den Wirt damit beauftragte Essen und Getränke für die Gruppe herbeizubringen. In der kleinen Gaststätte war nicht viel los. Die Gruppe nahm die Hälfte der Örtlichkeit in Beschlag. Der Wirt gab an, dass er keine Übernachtungsmöglichkeiten habe. Die Helden müssten in der Nachbarschaft unterkommen, was eigentlich keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Es gab eine deftige Pilzpfanne mit reichlich Zwergenbier und Birnenschnaps. Die Helden unterhielten sich über die Erkenntnisse aus Wagenhalt und die Geschehnisse am Schlund. Der Steinmetz hörte mit wachen Ohren und Augen zu. Er hatte großes Interesse an jeder Neuigkeit, welche in das 200 Seelen Dorf gespült wurde. Beim Stichwort Wagenhalt gab er an, dass sein Großvater da auch mal tätig gewesen war. Philizitas zeigte ihm das abgezeichnete Wappen aus dem Kellerraum der Rohal-Akademie. Farmalosch, so der Name des Zwerges, erkannte das Wappen wieder. Es war eine alte Form des Wappens der Familie Treuzoll. Die Familie, Junker, Ehefrau und Tochter, lebten auf der Burg oben auf der Felsnadel. Einen Privatlehrer hatten sie auch noch. Auch die Burg hatte eine Kuppel zur Sternbeobachtung. Zwischenzeitlich wurde die Unterhaltung neben dem Alkohol durch den Rauch der Tabakpfeifen vernebelt. Die Magierin schrieb noch ein Besuchsgesuch an die Wache der Burg. Man konnte die Burg mit einem Aufzug erreichen, oder man machte sich zu Fuß auf den spiralförmigen Weg die Bergflanke hinauf.


    Man wurde auf die umliegenden Häuser verteilt und traf sich zum handfesten Frühstück im Gasthaus. Dann ging es zum Aufzug. Die Wache grüßte freundlich und überreichte ein Antwortschreiben von Aldorin aus Punin. Dort wurde darauf verwiesen, dass der Gelehrte noch nichts von einen Niobara gehörte hatte. Er wisse nur von einer Bianora aus Zorgan. Ein Anagramm? Jedenfalls ging es mit dem Aufzug in schwindelnde Höhe. Das Geschaukel und die Höhe ließen in Sonea Schwindel aufsteigen. Oben angekommen, wurden die Besucher durch einen Gelehrten und eine 50-Jährige Frau erwartet. Die Ansprache der Frau machte deutlich, dass es sich hierbei und die Burgherrin handelte. Sie begrüßte Selhira und Sonea freundlich. Die Leibwächter, also der Rest der Gruppe, wurden erstmal ignoriert. Erst nach Klarstellung, dass es sich bei dem Elfen, dem Zwerg, der Thorwalerin und der Magierin nicht um Mietlinge handelte, brachte Veränderung in das Verhalten. Die Helden wurden zu einem gemeinsamen Mahl im Speiseraum eingeladen. Aber zuerst sollten sie ihre Geschäfte mit Aldorin zu Ende bringen.


    Aldorin führte die Gruppe in die Turmkuppel. Hier ähnelte die Bauweise der Kuppeldecke aus Wagenhalt. Die Himmelsdarstellung zeigte die Sternbilder des Helden und des Drachen. Alle Wandelsterne hatten sich zu einer Reihe vereinigt, welche einen Speer in Richtung Drachenhals darstellte. Umlaufend am Rand des Deckenbildes waren folgende Worte eingelassen:


    Wenn der rotglühende Schicksalsort


    Nostrias al´anfanische Worte enthüllt,


    soll die aufgehende Saat


    euch den Himmel schauen lassen


    EFF/2+7/XII-IX


    Wie war das zu bewerten? Aldorin verwies auf die Aufzeichnungen des Thamos Nostriacus, welcher vor ca. 500 Götterläufen die Rückkehr Borbarads vorhergesehen hatte. „Dann wird die rote Saat der Gor aufgehen“ waren seine Worte. Niobara kam aus Anchopal. Nicht weit von der Gor entfernt. Der rote Tafelberg mit seinen ewigen Sandstürmen war eine bekannte Landmarke. Die Zahlenreihe erinnerte Phelzitas an ein Archivregister oder eine Buchrückenbezeichnung in einer Bibliothek.


    Auf Bianora angesprochen, wies der Gelehrte auf die Inschrift, welche die zentrale Steinsäule der Wendeltreppe schmückte. Die Treppe führte auf die Spitze des Turmes. Dort stand geschrieben:


    Ihr, die Weisheit / sucht, verzagt / nicht und scheitet fort, / dann werdet ihr / sie erhalten, / in Mahna-Dscharot im / Schlangetal / Bianora von Zorgan


    Das Mahna-Dscharot war die Abkürzung für das Al´Mhana-Dscharot al´Chaima´ashtranim. Aus dem Tulamidischen übersetzt: altehrwürdiges Zentrum des Sternenzelts. Damit hatte man nun den Namen für Niobaras Sternenakademie gefunden. Das würde die Suche nach dem MDCA erheblich erleichtert. Einen konkreten Anlaufort hatte man noch nicht. Zumindest führte die Spur nach Zorgan. Die Stadt war im Kuppelgemälde in Wagenhalt zu sehen gewesen. Nun tauchte noch eine Gelehrte aus der Stadt auf. Niobara hatte eine Anzahl Frauen um sich versammelt, die sich alle als Schwestern anredeten. Der Erkenntnisse waren nun genug gewonnen, nun verlangte die den Geist tragende Kohlenstoffeinheit ihr Recht auf Brennstoffzufuhr.


    Die Burgherrin hatte ordentlich aufgetischt. Ein gebratener Fasan war halt was anderes als eine ordinäre Pilzpfanne mit Wildbret. Man unterhielt sich über die Dinge der Welt. Die Frau war an den Beweggründen der Helden für ihre Aventurienreise interessiert. Warum verließ ein Waldelf seinen Stamm? Eine Thorwalerin im Mittelreich? Eine al´anfanische Magierin der schwarzen Zunft im, für sie, hohen Norden? Boron- und Ingerimmgeweihte zusammen auf Reisen? In Begleitung eines zwergischen Handwerkes? Die Erforschung des Sternenfalls, ein interessantes Gebiet. Ein Meteor, welcher einen Drachen in die Wand des Schlunds hämmerte. Sie hatte sich schon gefragt, warum der Berg auf einmal ausgebrochen war. Die Zeit verging. Dann ging es mit dem Aufzug wieder nach unten. Eine Übernachtung in der Burg war leider nicht möglich gewesen. Am morgigen Tag wollte man sich auf die Reise um die nördlichen Ausläufer des Raschtulswalls herum, nach Zorgan machen.


    Die nächste Sitzung findet am 24.02.2026 statt.

    266. Spieltag (10.02.2026)


    Die Nacht war über dem Krater hereingebrochen. Phelizitas verglich die gefundenen Sternentafeln von Niobara mit dem Nachthimmel. Thorn zeigte SEINE SCHAUFEL als Erfolg seiner Schmiedekunst herum als er das zwergische Urschlund dunkel genoss. Das brachte ihm den einen oder anderen mitleidigen Blick seiner Volksgenossen ein. Aber ein älterer Zwergenschmied erkannte etwas in dem jungen Kerl. Man kam ins Gespräch und der Alte bot an Thorn die Kunst der Schweren Platte beizubringen. Imion und Selhira hatten sich bereits mit alkoholschwerem Kopf zur Ruhe begeben.


    Als die ersten Morgenstrahlen den Kratergrund erreichten, kehrte Leben in die Zeltstadt zurück. Töpfeklappern und Brandgeruch erfüllten die Luft. Gegen die Mittagszeit war mit dem Zeremoniebeginn zu rechnen. Zeit blieb also genug. Selhira pflegte stolz ihre Iryanrüstung. Thorn beschloss zusammen mit Sonea den Bergpfad zu erkunden. Gemeinsam kletterten sie den Alternativausgang hinauf. Mit Tieren oder gar Wagen kam man hier nicht weiter. Oben auf dem Rand hatte man einen guten Ausblick auf das Kraterinnere und auf die äußere Umgebung. Imion klärte Thorn über die Simia-Flammen auf, welche ohne Brennstoff auf den Stehlen des jüngeren Steinkreises loderten. Wohlbewacht durch die Garde des zwergischen Hochkönigs. Der Simia-Stein war durch den zwergischen Geoden Xenos von den Flammen in sieben Flammen geteilt worden. Die Flammen hatten die drei Elfenvölker und die vier Zwergenstämme erhalten. Hier waren nun zwei der Flammen anwesend. Die rote Flamme des Feuers, unter der Obhut der Ambosszwerge und die gelbe Flamme der Luft, unter der Obhut der Brillantzwerge. Phelizitas besichtigte den Rondraschrein. Eine zwergische Kriegerin im Plattenpanzer, bewaffnet mit einem zweihändigen Streithammer, dessen Kopf von blauen Blitzen umspielt wurde. Das war mal was anderes als der ewige Löwenkopf, welcher das Zeichen der Kriegsgöttin war.


    Wie vorherbestimmt begann die Zeremonie zur Mittagszeit. Ingrascha, die Matriarchin der Angroschkirche, führte den Zug der Zwerge an, welcher sich aus dem Heiligtum in Richtung des neuen Steinkreises bewegte. Dort angekommen begrüßte sie die Gäste und sprach über das Alte und Neue in der Welt. Einer Welt, die in ständigem Wandel war. So wie das alte Jahr ging und der beginnende Frühling neues Leben brachte, war die Dualität des Lebens erkennbar. Symbolisiert durch Simia, der Tochter von Angrosch und Tsa. Die Geweihte wies auf den Simia-Schrein in der Ostwand des Kraters, in der Nähe der Zeltstadt. Dort wurde die alte Farbe abgewaschen und durch neue Pigmente, welche von Tsa-Geweihten verteilt wurden, erneuter. Möge die Morgensonne das Bild zum Strahlen bringen. „Freut euch ihr Suchenden! Die Zeit der Erneuerung ist gekommen! Die Götter handeln Hand in Hand und werden den Lauf der Schöpfung niemals ins Stocken geraten lassen.“ Jubel brach unter den Anwesenden aus. Ein Illusionist warf bunte Lichtkugeln in den Himmel. Die restliche Predigt der Zwergin ging im Beginn des Tanzfestes unter. Die Helden mischten sich unter die Feiernden. Sie begannen mit den Fingerfarben ihre Zeichnungen an die Felswand anzubringen. Das ganze Fest nahm einen harmonischen Verlauf, die Zeit verrann und langsam verließ das Licht den Grund des Kraters.


    Plötzlicher erschallte ein zorniges Brüllen. Angsterfüllte Blicke zogen über den Himmel. Der Zwergenruf „DRAX!!!“ brachte Leben in die Menge. Der Boden schien zu erbeben und aus dem Kratergrund des alten Vulkans erhoben sich seltsame Gestalten. Innen schienen sie aus rotglühendem Erz zu bestehen. Ihre Haut war eine schwarze Schlackeschicht. Phelizitas konnte die Erzgolemiden identifizieren. Zu oft hatten ihre Lehrer die magischen Wesen als den Fluch Pyrdacors bezeichnet. Die Magierin klärte die Helden über die Eigenschaften dieser Wesen auf. Sie konnten sich durch jeden flüssigen Steinuntergrund bewegen und Gestalt annehmen. Die Golemiden waren die elementarischen Gegenstücke zu den dämonischen Golems. Sie sind immun gegen Feuer und hatten die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich Metallwaffen einfach einverleiben konnten.


    Holzwaffen !!! Das war die Lösung, der Händler, wo war er? In der Panik hatte die Menge seine Verkaufstische umgestoßen und die Teile lagen nun auf dem Boden. Jeder der Helden nahm sich eine passende Waffe. Die Golemiden verbreiteten Angst und Schrecken unter den Anwesenden. Die Zwergenwachen verteidigten die Simia- Flammen gegen die Erzwesen. Zwerge aus dem Heiligtum eilten zu Hilfe. Die Pilgerer nutzten alle Wege, um aus dem Kessel herauszukommen. Aber irgendein unsichtbares Hindernis behinderte die Golems. Etwas hilflos trommelten ihre Fäuste gegen den alten Steinkreis und das angrenzende Angroschheiligtum.


    Auch die Helden nahmen sich eines der Wesen vor. Imion beschleunigte mit dem Zauber AXXELERATUS Phelizitas und Thorn. Thorn war völlig überrascht über das neue Tempo, konnte aber seinen Sturmlauf unter Kontrolle bringen, bevor er in den Golem krachte. Sonea stürmte mit ihrem geweihten Streithammer vor. Selhira folgte.


    Nun erfolgte ein zäher Kampf. Der harten Schlackenhaut war kaum beizukommen. Ein glücklicher Treffer schickte das Wesen zu Boden. Aber Rücken, Kopf, Arme und Beine hatten für das semiflüssige Gebilde keine Bedeutung. Alle Helden (außer Imion) hatten sich um das Wesen versammelt und schlug wie ein Schmied mit gleichbleibendem Rhythmus auf das Ding ein. Welches als Antwort einen flüssigen Ausläufer durch die Reihen der Kämpfer pflügen ließ. Selhira bekam einen schweren Treffer ab. Der Rest wurde, dank dem liegenden Zustand des Angreifers, nicht getroffen oder konnte ausweichen. Teilweise war der Schaden der Waffen so gering, dass sie an der Schlackenhaut einfach abprallten [Rüstschutz 4]. Sonea ließ ihre Wuchtschläge auf das Wesen niederfahren. Die Euphorie eines beschleunigten Zwerges machte der Enttäuschung über die geringe Waffenwirkung Platz. Aber den Helden gelangen auch ein paar kritische Treffer, die ganze Materiebatzen aus dem Wesen heraushieben. Die Batzen zerplatzen in einem Funkenregen auf dem Boden und blieben als schwarzes Geröll liegen. Imion blendete das Wesen wiederholt mit seinem BLITZ DICH FIND. Das Wesen konnte ein paar gute Treffer landen, aber schließlich siegte die Übermacht der Helden und der Schlackehaufen blieb reglos liegen.


    Als dann ein schwarzer Drache mit einer feurigen Brust über dem Krater erschien und seinen Zorn in die Landschaft schrie, war klar, dass man es hier mit einem übermächtigen Gegner zu tun hatte. Das war auch den Zwergen klar, welche die Simia-Flammen über den Bergpfad in Sicherheit brachten. Drachenfeuer umspielte das Angroschheiligtum. Aber niemand greift einen Tempel ungestraft an, auch ein Drache nicht. Ein schrilles Zischen und Pfeifen war vom Himmel zu hören. Blendendes Licht einer Feuerkugel brannte die Schatten der Zelte in die Kraterwand. Mit einem donnernden Einschlag schmetterte der Meteor den Drachen in die Felswand. Aber die Ruhe hielt nicht an. Man befand sich auf einem Vulkan. Ein Rumoren begann. Mancher Held stürzte auf den bebenden Boden und zog sich leichte Verletzungen zu. Selhira schnappte sich ihren herumliegenden Iryanpanzer und zusammen stürmten die Helden die Serpentinen des Fahrweges hinunter, als sich die riesige Klaue des Feuerdrachen aus der Felswand grub.


    Unten im Tal traf man auf eine freie Fläche. Die Reit- und Zugtiere hatten ihren eigenen Weg aus dem Kessel gefunden. Die Helden konnten mit ihrer Tierkenntnis die verängstigten Tiere beruhigen. Als sich die Gruppe umblickte, sahen sie den roten Feuerschein lodern, welcher die Nacht über dem Krater beleuchtete. Noch einen kurzen Weg, den Wagen unter die Bäume in den Sichtschutz gefahren. So verbrachte man die schlaflose Nacht.


    ====Ende von Basaltschmelze (Auftaktabenteuer zur Kampagne Brandans Pakt ,falls die Gruppe diese zu spielen wünscht)====


    Nächster Termin: 17.02.2026

    265. Spieltag (03.02.2026)


    Die Tage in Wagenhalt waren gezählt. Die bestellte Iryanrüstung [feuerfeste Lederrüstung] traf im Stoerrebrandt-Kontor ein. Die letzten Dinge wurden geregelt, dann würde es auf die Reise in Richtung Schlund gehen. Sonea richtete den im Ruinenkeller gefundenen Gladiatorenhelm wieder her [Lederrüstung für den Kopf, Rüstschutz 4 gegen Dolche, Fechtwaffen und Schwerter, Nachteil: Sinnesschärfe Hören/Sehen -1] Thorn gelang ein Glanzstück. Er reparierte die Schaufel aus dem Garether Brunnen. [4 QS Metallbearbeitung = +1 Fertigkeitspunkt auf Grabungen beim Einsatz dieses Werkzeugs] Der Zwerg war dermaßen stolz auf seine Arbeit, dass er noch zwei Einschubklemmen für seinen Werkstattwagen anfertigte, so dass nun jedermann das gute Grabungswerkzeug sehen konnte.


    In Gareth wurde noch ein Zwischenhalt eingelegt, um die letzten Waren zu kaufen, denn in der Hauptstadt des Mittelreiches war jede Ware Aventuriens grundsätzlich verfügbar. Das nutzte Thorn aus, um sich die beste und prunkvollste Balestrina [eine Art Armbrust, welche Kugeln anstatt Bolzen verschießt] anzueignen. Die Schwert-und-Stab-Akademie begrüßte die Helden mit allen Ehren. Dort erhielten sie ihre 25 Dukaten Sold. Für die Abgabe des noch geladenen Siegelstockes erhielten sie den Pentagramm-Orden in Arkanum. [In das magische Metall lassen sich Zauber einbinden. Grundsätzlich bewirkt das Tragen des Ordens bei Gelehrten +2 Fertigkeitspunkte bei Einsatz der Talente Bekehren/Überzeugen und Überreden.] Die Belohnung von Stoerrebrandt in Form von ganzen 18 Silberstücken, für die Nachschau und den Sachstandsbericht bei den Grabungen am Kolleg, waren irgendwie kläglich. Da war das Empfehlungsschreiben an die Kontorverwalter mit dem Hinweis auf die vollste Unterstützung deutlich mehr Wert. Der Handelsherr war immer an neuem Wissen und Erkenntnissen interessiert. Allerdings konnte er den Wert des Wissens im Zusammenhang mit Niobaras Vermächtnis noch nicht in einen geldwerten Vorteil.


    ===Ende Niobara Teil 5 und Siegelbruch === Beginn Basaltschmelze


    Dann ging die Reise weiter. Bei Wandleth verließ man die Straße nach Perricum und bog nach Süden in Richtung Raschtulswall ab. Der rauchende Berg war eine gute Wegmarke, so dass ein Verlaufen unmöglich war. Die Anzahl der Angrosch-, Ingerimm- und Tsagläubigen nahm deutlich zu. Alle strebten zum Vulkan und sie wollten am Fest der Erneuerung teilnehmen, mit dem das Ende des Winters gefeiert wurde. Die Helden ritten auf ihren Pferden. Thorn und Imion reisten auf dem Werkstattwagen. Der Verkehr kam ins Stocken. Die Ursache war gleich gefunden: ein schiefer Händlerwagen blockierte die Straße – Radbruch. Thorn schnappte sich seine Schaufel und zusammen mit Sonea bahnten sie sich einen Pfad durch die Menge. Für die ehrwürdige Schaufel gab es keine Arbeit. Sonea lehnte sich mit dem Rücken an den Wagen und ihre Beinmuskeln drücken den Wagen in eine waagrechte Position. Thorn befestigte das Ersatzrad mit allen Mitteln der zwergischen Handwerkskunst. Der Händler Ottojian war hoch erfreut und überaus dankbar. Er bot den Helden Waffen an. Als die Kisten geöffnet wurden machte sich Enttäuschung breit. Alle Waffen waren aus Eisenholz gefertigt. Die Helden lehnten dankend ab, nahmen aber das Angebot zu einem Umtrunk im Schlund an.


    Der Aufstieg zum Vulkankrater war anstrengend. Die Pferde mussten auf dem steilen Weg geführt werden. [2 Stufen Belastung, bzgl. der QS einer Körperbeherrschungsprobe] Der Weg führt an den warmen Quellen und dem Ingerimm-Tempel vorbei zur Zeltstadt. Die Erdnägel ließen sich nur schwer in den Untergrund treiben, weswegen die errichteten Zelte mancherorts wieder zusammenfielen, wenn jemand über die Seile stolperte. Mittels Bretter und Fässer wurden Popup-Tavernen errichtet. Die Tsagläubigen erstanden Pigmentfarben und begangen die Simia-Zeichnung an der steilen Kraterwand mit neuer Farbenfreude zu bedenken. Die restlichen Stände verkauften allerlei Touristenzeug. Was jetzt Steinholzwaffen, darunter zweihändige Streithämmer, für einen Erinnerungsfaktor darstellen sollten, war jetzt nicht offensichtlich. Das Angroschheiligtum war für Besucher gesperrt. Sonea besichtigte den Ingerimmtempel und ließ als Opfergabe einen Bernstein zurück. Ihr wurde als Geweihte ein überdachter Schlafplatz angeboten, sie wollte aber bei der Gruppe bleiben. Die warmen Quellen dienten der Entspannung der Beinmuskulatur. Thorn hatte da eine andere Meinung und verzichtete auf eine nasse Wohltat. Er entspannte sich bei einem Krüglein Zwergenbrand und einer Pfeife Tabak.


    Auffällig war, dass die Stimmung im Krater auffällig friedvoll war. Es gab kein lautes Wort, kein Gezänk oder neidvolles Streiten um den besten Platz. Im hinteren Teil des Kraters befand sich noch ein uralter Steinkreis und auch ein paar zyklopische Menhire ragten aus der Kraterwand. Am Rondraschrein vorbei wand sich ein steiler Fußpfad, welcher kletterfesten Wanderern einen anderen Weg in und aus dem Krater bot. Der Pfad führte an einem weiteren Steinkreis vorbei, der neueren Datums war.


    Die Helden nahmen das Angebot des Händlers an und langten ordentlich bei den geschenkten Getränken zu. Imion hatte bald genug und musste in sein Zelt geführt werden. Mit dem Erlöschen des Tageslichtes erschien eine Prozession unter Führung eines Zwergenfürsten an den Toren des Angrosch-Tempels und bewegte sich zum Steinkreis am Bergpfad. Die Träger führten zwei flammende Körbe mit sich, welche dort auf zwei Stehlen abgestellt wurden. Es musste sich um wichtige Artefakte handeln, da der Zwergenfürst, erkennbar an der helmähnlichen Krone und dem goldenen Bartschmuck, zwei seiner Leibwächter zum Schutz zurückließ.


    Die Helden hörten sich am Abend um und erfuhren so manches Wissenswerte. Der Steinkreis beim Angroschtempel war uralt. Brandan, der legendäre erste Geode und seine Getreuen hatten ihn errichtet. Auf der Spitze eines der zyklopischen Menhire soll er seinen Pakt mit dem Elementarherren des Erzes geschlossen haben. Brandans Menhirkreis hatte auch heute noch eine magische Wirkung. Elementarzauber ließen sich hier besonders einfach wirken.


    Bei den Flammen in den Körben handelte es sich um die gelbe Flamme der Luft und die orangene Flamme des Erzes. Es handelte sich um zwei der sieben Simia-Flammen, welche der zwergische Geode Xenos aus dem Stein der Simia geschaffen hatte. Vier Flammen gingen an die vier großen Zwergenvölker (Brillant-, Hügel-, Erz-, Ambosszwerge) und drei wurden den Elfenvölkern (Wald-, Au-, Firnelfen) überreicht. Sie sollten den Übergang vom elften zum zwölften Zeitalter erleichtern.


    Die Erneuerungszeremonie würde am nächsten Abend beginnen. Da sich die Zwerge in ihrem Tempel bedeckt hielten, kam es zu keinem Gedankenaustausch.



    Das nächste Treffen findet am 10.02.2026 statt.

    Ein weiterer Gang führte in den dritten Raum. Auch hier schauten sich Sonea und Thorn die Baukunst an. Hier zeigte sich ein loser Stein in der Decke. Unbeschadet erreichte die Gruppe den letzten Raum. Auch kreisförmig, allerdings spannte sich hier eine halbkreisförmige Kuppel über den Zylinder. Eine Untersuchung ergab, dass es sich hier um ein Himmelsgewölbe handelte. Die Sterne waren kleine Silbernägel. Allerdings gab es hier viel zu viele davon. Feine Linien verbanden einen zentralen Stern mit der umlaufenden Bordüre. Sternenkundige Helden, konnten erkennen, dass es sich um einen Nachthimmel handelte, welcher viel zu viele Sterne aufwies. Sigrun schaute sich die Wand näher an. Dabei entdeckte sie, dass eine Bordüre die Wand umlief. Hier waren Schriftzeichen eingelassen. Bosparano und Rogolan. Über der Bordüre war ein schwarzer Schatten zu sehen, der sich kaum vom nachtblauen Hintergrund abhob. Aber die Umrisse von Bergen und Gebäuden waren klar zu erkennen.


    Die Schrift war der einfache Teil: [Bosperano] „Getreuliche Sternkarte dreier Himmel, nach Niobaras Geheimnissen, gezeichnet im Jahre 556 BF“. Dann folgte der Text in Rogolan, welchen der Zwerg lesen konnte: „Farmalosch Sandsteiner von Schlund“.


    Phelizitas nutzte die gefundene magische Feder, um das Gebilde genau abzeichnen zu lassen. Hierbei kam dann in der Bordüre ein Wappen zu Tage, welches vorher unbemerkt geblieben war.


    [Proben auf Geografie; höchster erreichter Wert: 2 QS] Drei senkrechte Linien schneiden am Horizont der Karte Orte, bei denen es sich um eine Burg im Landesinneren nahe eines Vulkans, einen Ort an einem großen flachen Berg in der Nähe eines großen Stroms und eine Stadt an der Flussmündung eines anderen großen Flusses an der Ostküste Aventuriens, handelte. Die drei Orte liegen auf keiner direkten Verbindungslinie. Die Burg liegt in der Grafschaft Schlund (Vulkan), der flache Berg ist die Gor, der Ort dort könnte Anchopal sein, bei der Stadt am Meer handelt es sich um Zorgan (Flussmündung an der Ostküste, keine Berge)


    [Proben auf Sternkunde, höchster Wert: 3 QS] Die Karte zeigt einen Sternenhimmel, in den drei zum Horizont senkrechte Linien eingezeichnet sind, die jeweils durch den Losstern (Nordstern) laufen. Die senkrechten Linien sind Meridiane, die sich für einen Ort je nach dessen West-Ost-Lage unterscheiden. Mit den drei Himmeln sind vermutlich die Himmelsdarstellungen gemeint, die von den Orten zu sehen wären, zu denen die drei Meridiane gehören. Diese drei Himmel sind in der Kartendarstellung verschmolzen, die so mehr Sterne zeigt, als man tatsächlich gleichzeitig am Himmel sehen könnte. Durch die Art der Darstellung ist die Abbildung gegenüber dem tatsächlichen Sternenhimmel auch verzerrt. Wenn man zwei der Orte identifiziert, kann man auch den dritten bestimmen.


    [Heraldik, höchster Wert: 1 QS] Das Wappen ist nicht das des Grafen der Grafschaft Schlund, gehört aber sicherlich zu der Familie, die die Burg besitzt.


    Da es hier nichts mehr zu erforschen gab, traten die Helden die Rückreise an. Zuvor kopierte Phelizitas die Thesis mit dem NUNTIOVOLO mit der magischen Schreibfeder auf ein neues Blatt. Imion und Sigrun kletterten am Seil ins Tageslicht und zogen den Rest der Gruppe nach oben. Oben warteten die beiden Akademieleiter. Man erstattete Bericht und übergab das versiegelte Tonfläschchen, die Pergamentsammlung und auch die Originalspruchrolle. Beim Verstecken der Schreibfeder scheiterte Pheliziatas. Die Patina und der Staub auf der Feder ließen die Herkunft nicht verheimlichen. Der Leiter des Stoerrebrandt-Kollegs bot Phelizitas die Feder für 10 Dukaten zum Kauf an. Die Magierin nahm das Angebot dankend an.


    Nach einer durchschlafenen Nacht mussten die Helden noch für die Heilung der Verwirrten sorgen. Nachdem nun feststand, dass der Geisteszustand auf eine dämonische Vergiftung mit dem Siegelstock zurückzuführen war, kam nur ein Exorzismus in Frage. Hierbei erwies sich die örtliche Hesindegeweihte von unschätzbarer Hilfe. Dass es sich beim verursachenden Dämon um den Erzfeind der Wissensgöttin handelte, sorgte für eine Verstärkung der Wirkung. Die Geweihte legte die Verwirrte in einen Kreis aus heiligen Gegenständen. Die Gebete und der Sprechgesang gingen einige Stunden lang. Aber schließlich gelang es, Yelina von der dämonischen Krankheit zu befreien.


    Die Helden ruhten sich noch drei Tage aus und reisten dann in Richtung Schlund ab.


    Das nächste Treffen wird am 27.01.2026 stattfinden.

    264. Spieltag (27.01.2026)


    Die Gruppe stand vor dem Loch, welches sich durch das Wegbrechen der Bodenplatte des ehemaligen Hauptgebäudes der Rohal-Akademie aufgetan hatte.

    Sie waren genau so neugierig wie der Rest der Bauarbeiter und Ausgräber. Und es dauerte nicht lange da erschienen die ersten Vertreter der Rohalswächter und des Stoerrebrandt-Kollegs. Der Streit um die Fundstücke aus dem nun freiliegenden Keller ging sofort los. Als Rohals Erben beanspruchten die Wächter die Gegenstände, während der Stoerrebrandt-Vertreter darauf hinwies, dass das Grundstück durch den Handelsherrn rechtmäßig erworben worden war und damit auch alles war darauf vergraben, verborgen und versteckt worden war.

    Die Helden nutzten den Streit als Ablenkung. Vorsichtig zog man sich zurück und schaute sich nach einem Ankerpunkt für das Seil um. Soneas Kettenhemd und Thorn zwergenhafte Anmut verhinderten den Plan. Sofort waren sich beide Magier einig, dass man Grabräuber und Plünderer auf keinen Fall zuerst in den Keller lassen konnte. Natürlich wurde jedwede unlautere Absicht von Seiten der Heldenschaft in Abrede gestellt. Jetzt hatte man gerade Dämonen besiegt und einen Beschwörer aus den Reihen der Rohalswächter ausgeschaltet. Undank ist der Welten Anerkennung. Die beiden Magier setzten ihren Zwist fort. Auf keinen Fall durfte eine Bande von Dämonenbeschwörern sich der Habseligkeiten Rohals bemächtigen. Und natürlich verbat sich der Wächter jede vorschnelle Verdächtigung.

    Erneut versuchten die Helden ihr Glück. Aber bei Soneas Erscheinung und nun auch noch Phelizitas als schwarzmagische Zauberwirkerin. Keine Chance.

    Zwischenzeitlich hatte Sigrun das Seil an einer Mauersäule befestigt und den Rest des Tauwerks in den dunklen Abgrund geworfen.

    Erst als die beiden Leiter der Akademien erschienen, konnte man zu einer Einigung kommen. Die Helden hatten sich in sehr guter Manier bei der Aufklärung um den Zustand der verwirrten Rohalsjüngerin verdient gemacht. Sollte sie doch mal nachschauen, welche garstigen Dinge dort in der Dunkelheit harrten. Aber nur gegen das Versprechen alle gefundenen Artefakte brav abzugeben.


    Imion und Sigrun stiegen in das 15 Schritt tiefe Loch hinab. Auf dem Schuttberg der eingebrochenen Decke schaute man sich um. Ein hochwandiger zylindrischer Raum, von oben drang Tageslicht herein und ließ die aufgewirbelten Staubteilchen glitzern. Die Kletterunkundigen wurden mit Hilfe der starken Arme der Ingerimmgeweihten und des Zwerges hinabgelassen. Als die beiden dann den Weg nach unten antraten, verloren ihre Hände den Halt [Kletterprobe -]. Thorn stürzte vier Schritt ab, Sonea legte die letzten drei Schritt im freien Fall zurück. [Fallschaden jeweils um die 10 Schadenspunkte] Nun war man wieder in trauter Stimmung vereint. Mit ihrer Dunkelsicht verschafften Imion und Thorn sich einen Überblick. Sie entdeckten den Durchgang in den nächsten Raum. Sonea und Thorn schauten sich mal den Zustand der gemauerten Wände an. Tatsächlich fand sich ein Mauerstück, wo sich der Mörtel schon in Puder und Gebrösel verwandelt hatte. Zielsicher führten die beiden gesteinskundigen die Truppe unfallfrei in den nächsten Raum.


    An den Wänden stapelten sich die Überreste von Regalen. Auch der Boden war mit den Überresten von Möbeln und anderen Lagerstätten übersäht. Man begann mit der Absuche. Thorn hielt eine Pergamentsammlung in der Hand, die schon mal bessere Tage gesehen hatte. Ohne einen professionellen Konservator drohten die Seiten zu zerbrechen wie morsches Holz. Selhira fand ein kleines Tonfläschchen. Der Kork war noch in der Flasche. Das Wachssiegel war unbeschädigt. Das Etikett war nicht mehr lesbar. Sigrun zog eine Schriftrolle hervor, auf dessen Siegel das bekannte Abbild der Rohal-Akademie prangte. Die Frau aus dem Norden brach das Wachs entzwei und öffnete das Papier. Erst mit Hilfe von Phelizitas lies sich der bosparanische Text entschlüsseln. Er enthielt die Thesis eines NUNTIOVOLO. Die Magierin erklärte, dass man mit dem Zauber einen dämonischen Botenvogel erschaffen konnte. Bereitwillig überließ die Thorwalerin ihre Beute. Phelizitas fand bei ihrer Suche eine eingetrocknete Alraune. Total dehydriert hatte sie die Jahrhunderte überdauert. In Wasser oder Alkohol eingeweicht ließ sich die Pflanze wieder nutzbar machen. Sonea grub in den Möbeltrümmern und fand einen abgenutzten Helm aus horasischer Fertigung. Mit etwas Metallbearbeitung ließ sich das antike Stück in einen brauchbaren Gladiatorenhelm verwandeln. Imion ließ sein Fundstück ekelerregt wieder fallen. Eine Chimäre, eine Mischung aus Schlange mit Rabenflügeln und einen Elsterkopf. Eine widerliche Schändung der Natur, fand der Waldelf. Gemauerte Steine und geschlagener Fels birgt manches Geheimnis. Geheimnisse dieser Art zu finden, lag in der Natur der Zwerge [Fertigkeit Zwergnase +]. Brüchiger Mörtel gab es hier überall. Aber so punktgenau verwitterte keine Sandmischung. Mit seinem Werkzeug und mit spitzem Messer wurde der Ziegel aus der Wand gezogen. Dahinter erschien ein Tintenfass und eine Schreibfeder, welche die Jahrhunderte erstaunlich gut überdauert hatte. Als der Zwerg sich die Feder genauer ansah, begann sie auf seiner Handfläche zu schweben. Phelizitas hatte das schon mal im Skriptorium gesehen. Mit diesen Federn konnte man durch Diktat seinen Gedanken auf Papier verewigen. Soweit man das gute Stück in Tinte tauchte, versteht sich.

    Der Dämon erreichte die Stehle und versuchte den Siegelstock zu greifen. [waffenloser Angriff gescheitert]. Selhira schlug mit dem Rabenschnabel zu. Hierbei machte sie die Erfahrung, dass das Wesen, wie alle Dämonen, geweihte Waffen nicht mochte. Außerdem war es gegen Hiebwaffen empfindlich. [+6 TP; Rüstschutz des Dämons fällt auf Null (gegenüber anderen Waffen wäre er 6)] Thorn schoss auf den Magier, welcher mit einem Zauber begann. Er traf kritisch und die Geschossenergie warf den Magier um. Als auch Sigruns Pfeil dann traf, erschallte ein höhnisches Lachen. Eine Spiegelscherbe brach durch die Decke und spießte den Magier auf. „Versager“ Phelizitas traf erneut den Siegelstock mit ihrem Zauberstab. Der Treffer war so gut, dass der Stock durch Selhiras Beine rollte, die Treppe hinunter in Richtung des Schlangenkopf-Eingangs. Direkt vor Soneas Stiefel, welche zusammen mit Imion in der Tür erschienen.


    Nun bewegte sich der Dämon erneut um Selhira herum, und verließ ihre Bedrohungsreichweite. Der Schlag mit dem Rabenschnabel war diesmal kritisch und verursachte doppelten Schaden [32 Trefferpunkte]. Ein ganzer Batzen Metall wurde herausgehauen. Flog auf den Boden, wo er in einen Regen aus Tropfen zerplatzte. Die Tropfen rollten wie Quecksilber über den Boden. Sigrun wechselte zu einem Spaten und setzte ihn als improvisierte Waffe ein. Leider schlug sie vorbei. Das Geschoss von Thorn verschwand im dem flüssigen Metallkörper und hinterließ eine kleine kreisförmige Welle. [Der Dämon ist gegen alle Waffen mit Spitze, auch Dolche, Fechtwaffen, Lanzen, etc, immun].


    Dem Dämon gelang es jetzt den Siegelstock in sich aufzunehmen. [Nun wurde es knapp, den Helden stand nur noch der Rest der Kampfrunde zur Verfügung um den Dämon zu besiegen] Thorns Waffe war wirkungslos, Imions FULMINICTUS schlug fehl. Phelizitas traf mit dem Zauberstab nicht. Sonea schlug mit ihrem geweihten Hammer zu und brachte dem Dämon sein Ende. Risse zogen sich durch die Gestalt, welche zu einem Haufen silberner Krümel zerfiel, welche sich anschließend in Nebel auflösten.


    Sigrun nutzte das Kampfende, um sich der Habseligkeiten des Magiers anzueignen. Sie fand einen Heiltrank und Bannstaub. Nachdem der Siegelstock geborgen war, erschien ein flammendes Auge, dessen Lider aus sich windenden Schlagen bestand. Mek`Thagor war mit der Niederlage nicht einverstanden. Zumal die Helden in SEINE Welt eingedrungen waren. Er verurteilte die Helden zum Tod in der nun zerbrechenden Globule.


    Die Helden stürmten aus dem sich auflösenden Raum. Von der irren Treppe waren nur noch schwebende Steinteile vorhanden. Die Helden sprangen auf den Teilen nach unten [Körperbeherrschung] oder ließen sich von der Kante hängend auf ein unteres Teil fallen [Klettern]. Die Glasscherben verwandelten sich einen wilden Sturm aus scharfkantigen Teilen. Alle Helden konnte dem Ausweichen, nur Thorn erhielt einen tiefen Schnitt. Durch das Elementarium hindurch, wo schon die ersten Elementsäulen umfielen und dann durch den Globulenausgang wieder in das Kellergeschoss des Sternenturms. Gerade rechtzeitig. Mit einem lauten Knacken und Krachen wurde das aufgemalte Fenster gespalten. Im Mauerwerk hatte sich ein mannshoher Riss gebildet. Der Boden gab ein Grollen von sich und die Helden verspürten ein Vibrieren in den Knien. Die Flucht ging weiter. Vom Obergeschoss kam der Astronom die Treppe herunter. Aus dem oberen Labor war das Zerbersten von Glas zu hören. Alle rannten durch den Lehrsaal im Erdgeschoss zum Hauptausgang und traten ins Freie.


    ==================Ende Siegelbruch====================


    Am östlichen Rand des Ausgrabungsgeländes erhob sich eine große Staubwolke in den Himmel. Nach ein paar Atemzügen stellten die Helden fest, dass alle Arbeiter sich auf die Wolke zubewegen. Also wollte man auch mal nachschauen. Die Staubwolke ließ sich langsam als feiner Gesteinspuder auf der Kleidung der Gruppe nieder. In den Grundmauern des alten Hauptgebäudes der Rohalakademie hatte sich ein großes Loch aufgetan. Der Boden war eingebrochen und hatte einen Zugang zum den alten Kellern freigegeben.


    Das nächste Treffen wird am 27.01.2026 stattfinden.

    263. Spieltag (20.01.2026)


    Sigrun, Selhira, Thorn und Phelizitas hatten die irre Treppe überstanden und standen nun auf einem kleinen Absatz. Vor ihnen befand sich ein circa drei Schritt hoher Schlangenkopf. Im öffneten Maul, zwischen den Giftzähnen, war eine mannshohe Holztür zu sehen. Klinke oder Scharniere waren nicht vorhanden. Dafür zierte auf Brusthöhe ein einen Schritt durchmessendes Siegel das Hindernis. Das Bildnis zeigte das spiegelverkehrte Zeichen der Rohal-Akademie. Das Hexagramm der Elemente, darin ein Baum auf dem eine Rohalskappe saß. Um den Kreis des Bildnisses zog sich ein Ring aus weichem Wachs, in welches spiegelverkehrte Buchstaben eingelassen waren. Die Helden verglichen das Bild mit dem Buchdeckel, welchen sie in Hyanons Turm gefunden hatten. Alles war vorhanden, spiegelverkehrt natürlich, bis auf die Zeichen der Elemente.


    Thorn zog einen Stichel aus seiner Werkzeugtasche und begann die Elementarzeichen spiegelverkehrt in das weiche Wachs zu ritzen. Mit der Anbringung des letzten Zeichens hörte man ein lautes Klacken, als die Sperrriegel eingezogen wurden. Vorsichtig wurde die Tür geöffnet. Dahinter befand sich ein quadratischer Raum. In der Mitte befand sich ein Podest zu dem drei Stufen hinaufführten. Auf dem Podest stand eine hüfthohe Marmorsäule. Dort lag ein Kissen mit einem handgroßen Gegenstand.


    Szenenwechsel: Sonea und Imion langweilten sich in der ersten Kammer. Immer wieder versuchten sie die traumatischen Bilder der flüssigen Spiegelscherben der irren Treppe zu vergessen. Erfolglos. Mit einem schmatzenden Geräusch trat ein Magier mit weißen Roben in den Raum. Aldemar, der Krankenpfleger der Verwirrten, hatte durch das Globulenportal den Raum betreten. Erstaunt blieb er beim Anblick der beiden Helden stehen und fächerte sich mit einem Handspiegel etwas Luft ins Gesicht. Er erklärte, dass er den Geist der Verwirrten soweit klären konnte, dass sie ihm ihre Geschichte erzählen konnte. Er sei nun hier, um ein Heilmittel für die sich ausbreitende Infektion im Arm der Kranken zu suchen. [Vergleichsprobe Überreden gegen Willensstärke; Der Wurf des Magiers war so gut, dass 15 Talentpunkte, also 5 QS übrigblieben. Dem gegenüber stand 1 QS in Willenskraft] Die Worte des Neuankömmlings waren überzeugend und er schritt gemessenen Schrittes durch die Öffnung auf die irre Treppe. Sofort begannen sich die Spiegelscherben zusammenzusetzen und zeigten dem Magier das Bild des Leiters der Rohalswächter. Mit einem kurzen Seitenblick würdigte Aldemar das Bild, zuckte mit den Schultern und ging die Treppe hoch.


    Oben hatten sich die Helden um die Stehle mit dem Kissen geschart. Phelizitas holte das gefundene Siegel aus Hyanons Turm hervor. Ein Vergleich mit dem Siegelstock auf dem Kissen ergab, dass die Schrift auf dem neuen Siegelstock in einem irisierenden Grün leuchtete. Den Handknauf bildete ein Geflecht aus oxydiertem Messing oder Gold. Ohne Prüfung ließ sich das nicht sagen. In dem Geflecht befand sich ein Glas- oder Kristallbehälter, in welchem grüner Nebel wogte. Nach einer kurzen Absprache beschlossen die Helden den neuen Siegelstock mal mit dem alten anzustupsen. Von der Tür kam ein Räuspern und der leise Hinweis das jetzt nicht zu probieren. Aldemar trat in den Raum und erzählte auch hier die Geschichte vom Heilmittel gegen die dämonische Krankheit bei der Verwirrten. Er erhob energisch Anspruch im Namen der Rohalwächter auf das Siegel. Als er den Fuß der Podesttreppe erreicht hatte. Grinste Thorn ihn an und mit einem leisen „Kling“ berührten sich die beiden Siegel.


    Auf der Stehle tat sich nichts. Dafür hörte man ein Klirren, als der Handspiegel des Magiers auf der Plattform des Podestes in kleine Splitter zerbarst. Aus den Splittern stieg Rauch auf, aus welchem sich dann eine silberne Figur bildete. Mit dem Wissen in Sphärenkunde wurde das Wesen als ein Tasgul´Golin identifiziert. Ein viergehörnter Dämon aus Amazeroths Gefolge. Das Ding schien aus flüssigem Metall zu bestehen, denn in seiner Faust formte sich ein langes Schwert.


    Selhira stellte sich ihm in den Weg und sprach die Liturgie DÄMONENWALL. Thorn griff sich das Siegel und warf es in Phelizitas Richtung, welche es nicht fangen konnte [Körperbeherrschung -]. Mit lauten Klingen prallte der Siegelstock auf den Boden, rollte in Richtung Treppe, wo es Stufe für Stufe nach unten rollte. Sigrun nahm sich Aldemar zum Ziel, welcher einen Pfeil abbekam.


    Der DÄMONENWALL setzte die Geschwindigkeit des Sphärenwesens herunter, als es versuchte die Borongeweihte zum Umrunden. Der Schlag mit dem Spiegelschwert zischte haarscharf an der Geweihten vorbei. Aldemar bedankte sich bei Sigrun mit einem FULMINICTUS und bekam als Geschenk einen zweiten Pfeil zurück. Thorn schoss nun auf den Magier, leider daneben. Phelizitas traf mit dem Zauberstab das Siegel und warf es wieder an den Fuß der Stehle.


    Die Kampfgeräusche hallten die irre Treppe hinab und brachten Imion und Sonea in Gewissensnöte. [Beide bestanden eine erneute Willenskraftprobe]. Die Pflicht rief, ihre Kameraden waren in Not, die beiden rannten die irre Treppe hinauf, alle Bilder der Spiegelscherben ignorierend.

    Am nächsten Morgen raffte man nur leichtes Gepäck zusammen. Eine Tagesration Essen sollte eigentlich genug sein. Dann klopfte man den Astronomen erneut viel zu früh aus dem Bett. Der Nachtarbeiter wurde nun zum zweiten Mal in seiner Ruhephase gestört und fand das nicht lustig. Mürrisch zog er sich wieder zurück und überließ den Helden das Kellerlager. Die Paste wurde sorgfältig aufgetragen. Irgendwie schien die Oberfläche des Bildes nun beweglich. Sigrun nahm einen Ziegel aus dem Lager und warf ihn in das Bild. Der Stein verschwand mit einem schmatzenden Geräusch hinter der Wand. Dann kam der thorwalische Besentest. Der Besenstiel wurde in die gallertartige Masse gesteckt. Der Stiel kam ohne Beschädigungen aus der zähen Flüssigkeit heraus, als man ihn wieder zurückzog. Phelizitas Neugier gab den Ausschlag. Mit einem mutigen Tritt kam man durch den Durchgang.


    Man landete in einer gespiegelten Variante des Kellerlagers. Nur gab es hier keine Kisten. Das Hexagramm mit den Elementzeichen war klar zu erkennen. In der Nähe der Zeichen befanden sich Podeste mit einer schalenförmigen Vertiefung. Allerdings war sofort feststellbar, dass hier alles spiegelverkehrt war. [3 Stufen Verwirrung, reduziert um die QS einer Willenskraftprobe]. Der Durchgang, aus dem die Truppe gekommen war, zeigte eine Treppe in die Tiefe. Dort wo in der Echtwelt das Bogenfenster gewesen war, befand sich nun ein buntes Mosaik aus Glasscherben, welche durch einen Bleirand zusammengehalten wurden. Thorn und Pheliziats betrachteten das Glasbild [Sphärenkunde + Magiekunde; Thorin mit Doppel 1- kritischer Erfolg] Die Magierin konnte das Bild als Darstellung von Amazeroths Sphäre bewerten. Der Zwerg erinnerte sich an die Aussagen seiner Ausbilder, dass es sowas wie ein Unmetall gab. Von diesem dämonischen Zeug hielt sich ein standhafter Zwerg lieber fern. Die Untersuchung ergab, dass man das Blei mittels Diebeswerkzeug oder HARTES SCHMELZE vom Glas trennen konnte. Damit wäre es möglich jede einzelne Scherbe unbeschädigt zu bergen.


    Dann widmete man sich den elementaren Schreinen. In dem man entsprechendes Material in die Schalen legte, konnte man die elementaren Kräfte wecken. Das Bild bekam erste Risse. Elementarkräfte und Dämonen waren unvereinbare Gegensätze. Phelizitas sprach einen Feuerblitz und nahm hierbei den Kraftfokus des Feuerschreins zu Hilfe. Die Schäden des Bildes nahmen zu. Schlussendlich nahm Selhira ihren Hammer und stupste das Bild mit der Hammerspitze an. Die Berührung des geweihten Rabenschnabels war dann genug. Das Bildnis zerbarst, aber der Scherbenhaufen setzte sich zu einem Narrenglasgolem zusammen. [Durch die vorhergehende Behandlung hatte der Golem 10 von 60 Lebenspunkten verloren] Die Eigenschaften des Wesens brachten es mit sich, dass es empfindlich gegen karmale Kräfte war, auch eine Bearbeitung mit Hieb-, Ketten- und Zweihandwaffen vertrug das Glaswesen gar nicht. Dies führte im Zusammenspiel mit der Behäbigkeit [niedrige Initiative] infolge der schieren Größe des Wesens (2,4 Schritt Höhe, 130 Stein Masse) dazu, dass die Helden das Ding zu Glasstaub verarbeiteten, ehe es irgendeinen Schaden anrichten konnte.


    In der Öffnung der Golemtür erschien eine irrwitzige Treppe, die sich, in alle Himmelsrichtungen gewunden und verdreht, durch ein waberndes Grün zog. Dazwischen waren Spiegelfragmente, die umherschwebten und sich in der Nähe von Lebewesen so drehten, dass sie dem Opfer seine geheimsten Ängste zeigen konnten. [erneute Willenskraftprobe zur Fortbewegung auf der Treppe] Sonea (geschwächt durch die Verwirrung) und Imion (Doppel 20 bei der Probe, kritischer Fehlschlag) verweigerten die Kooperation und kehrten verängstigt in den ersten Raum zurück. Selhira machte kehrt und sprach zweimal BANN DER FURCHT auf die Helden. Auch ein Willenstrunk half da nicht mehr. [Auch die Folgeproben waren gescheitert, trotz Einsatz von Schicksalspunkten] Der Waldelf und die Ingerimmgeweihte weigerten sich standhaft, den ersten Raum zu verlassen.


    Das nächste Treffen findet am 20.01.2026 statt.

    262. Spieltag (13.01.2026)


    Der Schnitt im Finger der Verwirrten. Imion besah sich den genauer [Heilkunde Wunden]. Nicht tief, ähnliche Wunde zog man sich zu, wenn man unachtsam eine Pfeilspitze auf den Schaft aufsetzte. Aber das blaue Aderngeflecht könnte auf Gift zurückzuführen sein. Phelizitas untersuchte die Wunde mit ihrer Giftkenntnis. Die Gifthypothese war auszuschließen. Das Ganze sah eher wie eine dämonische Verunreinigung aus. Was auch auf zu den bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit einer gespiegelten Akademie in einer Globule passte.


    Nun war es früher Abend. Der ideale Zeitpunkt um dem Astronomen der Stoerrebrandt-Akademie einen Besuch abzustatten. Lumin Durenald war mit 34 Jahren nun nicht der älteste in seinem Gewerbe. Freundlich begrüßte er die Helden und lud sie zu einer Tasse Tee ein. Thorin rümpfte die Nase und wollte lieber einen Krug Bier. Damit konnte der Astronom nun nicht dienen. Alkohol während der Arbeitszeit, geht gar nicht. Freimütig erteilte er den Helden die Erlaubnis sich im Keller mal umzusehen, bevor er wieder in das Labor in den ersten Stock ging. Im Keller standen allerlei Baustoffe und Kisten im Weg. Nach etwas Kistenschieben kam das alte Hexagramm der Rohalakademie als elementarer Beschwörungskreis ins Laternenlicht. An den Wänden waren alte Gemälde aufgetragen. Sie zeigten als „Überschrift“ eine dunkle, von Blitzen umspielte, Kugel. Darauf folgte das Bild einer verschneiten Bergkette [Erzheiligtum Al´Zul in der Nähe der Trollpforte]. Ein anderes Bild zeigte die Umrisse eines Klosters oder einer Akademie in einem Krater. Unter dem Gebäude befand sich ein Feuerzeichen [Kloster Tarf El´Hazaqur Mor im Raschtulswall]. Dann fiel noch ein großes Bodenfester auf, das einen Sternenhimmel mit rundem Madamal [aventurischer Mond] umrahmte. [Sternenkunde] Das Sternbild der Schlange hatte nicht die alte Zick-Zack-Form, sondern war zum Kreis geworden. Die Helden hatten das gesuchte Portal in die Globule gefunden. Phelizitas konnte auch noch etwas silbig schimmernde Paste an den Rändern des aufgemalten Fensterbildes feststellen. Die Paste schwärzte bei Hautkontakt die Oberfläche des Fingers. Man verabschiedete sich und begab sich zur Nachtruhe.


    Am nächsten Morgen wurde das Kontor aufgesucht, um die fehlenden Komponenten für die Spiegelpaste zu erwerben. Die vier Karat Diamantstaub ließen die Kosten ordentlich anschwellen. Mit einer Handelsprobe konnte man sich einen 10prozentigen Rabat sichern. Imion erschienen das ziemliche viele Metallscheiben für so wenig Zeugs. Da das Stoerrebrandt-Kolleg gleich neben an lag, wurde dieses aufgesucht.


    Yeto Helmisch, der Akademieleiter, hörte den Erkenntnisse der Gruppe zu. Er bot an, den Diamantstaub aus den Beständen des Kollegs beizusteuern. War doch die Verwirrte auf dem Gelände aufgefunden worden. Natürlich durfte Thorn das Labor zur Herstellung der Paste nutzen. Mit dieser erfreulichen Nachricht, kaufte die Gruppe die restlichen Waren ein. Thorn klopfte den schlaftrunkenen Astronomen aus dem Bett, welcher ihm auch Zugang zum Labor gewährte. Der Zwerg war dann den ganzen Tag über beschäftigt die Spiegelpaste herzustellen. Der Rest verbrachte den Tag nach eigenem Gutdünken. Sirgun schaute sich die Wälder nördlich von Wagenhalt an. An Rohals Blutulme hatte sich nichts verändert. Es waren keine Äste heruntergebrochen, mit denen man etwas anfangen konnte. Also ging sie auf Nahrungssuche. Aber am Ende des Winters konnte sie nur ein paar essbare Wurzeln ausgraben [welche später noch gebraucht werden]. Phelizitas, Selhira und Sonea zog es in den Hesindetempel. Dort besichtigten sie Niobaras Sternkarten und auch das Buch „Astrale Geheimnisse“. Die Sternkarten waren zu einem Folianten gebunden und würden die Navigation nach den Gestirnen erleichtern. Um Nutzen aus den Astralen Geheimnissen zu ziehen, wären längere Studien nötig. Außerdem fehlte den Helden im Moment die nötige Wissensgrundlage, um das Werk zu verstehen.

    Den Abend verbrachte man in der Kneipe zum „Dorfkrug“. Da Imions Musik dort bereits bekannt war, bat der Wirt den Elfen um eine Fortsetzung. Imion gab sein Bestes [Musizieren gescheitert], kam aber nicht so an wie beim letzten Mal. Mit diesem Ergebnis konnte der Wirt natürlich nicht die Zeche der Gruppe übernehmen. [Zechenproben] Bereits das erste Glas Wein ließ den Elfen schwanken, was auch dazu führte, dass man auf seinen Abschiedsgesang verzichtete. Der Rest hielt sich, mit Ausnahme des Zwergs, mit dem Alkohol zurück. Man war sich einig, dass man mit klarem Verstand die Globule erkunden wolle. Dann ging es zur Nachtruhe.

    Im ersten Obergeschoss fand man das, was mal eine Küche gewesen war. Bei einem Regal war der unterste Boden herausgebrochen. Die verbliebenen zwei trugen noch Fläschchen mit unlesbaren Etiketten. Die teilweise schimmligen und veralgten Flüssigkeiten zeigten an, dass hier nichts mehr Trinkbares vorhanden war. Selbst die Fettpaste in einem Döschen hatte sich in ein rissiges Etwas verwandelt. Also auf in den nächsten Stock.


    Hier war der Schlafbereich des Besitzes. Seine Toilettenmöglichkeiten beinhalteten auch eine Badewanne. Im Schlafzimmer fand man eine geöffnete Truhe. Auf dem Boden davor lagen zerstückelte Seilteile. Dazwischen fand man auch den Fetzen einer modernen Robe. [Mechanik / Fallenkenntnis] Hier hatte wohl eine Fesseltruhe zugeschlagen, wobei die magischen Seile ihre Festigkeit verloren hatten und mit einem Messer zerteilt werden konnten. Der Inhalt der Truhe war viel interessanter. Die alten Pergamentseiten hatten bereits ihren Geist aufgegeben. Auf einen ledernen Buchdeckel fand man noch die Prägung des Akademiesiegels mit Rohalskappe. Die nandurische Schrift konnte allerdings niemand lesen. Dann fand man noch einen Siegelstock mit spitzen Auswüchsen, wobei an einem Auswuchs dunkle Flüssigkeitsantragungen festzustellen waren. Der Stock wanderte in Philizitas Gepäck. Nun fand man noch Seiten aus neuem Pergament, die in Wachspapier eingeschlagen waren. Yelina, die jetzt verwirrte junge Zauberin der Rohalswächter, hatte ihre Theorien hier abgelegt. Hyanon war ein Anhänger Cyrianus. Letzterem war es gelungen eine Spiegelwelt zu erschaffen. Die Akademie Rohals war in eine andere Globule gespiegelt worden. Irgendwo musste sich in der Nähe ein Portal befinden. Zum Durchgang benötigte man die Spiegelpaste. Das Portal ist nur bei einer bestimmten Sternenkonstellation nutzbar, wenn sich die Schlage in selbst in den Schwanz beißt, und somit einen Ring bildet [Sternenkunde -2] Mit dem Sternenfall hatten sich die Sterne verschoben und somit bildete das Sternbild dauerhaft einen Ring. Es bestand nun dauerhaft die Möglichkeit das Portal zu öffnen. Schließlich fand man noch das Rezept für die benötigte Spiegelpaste.


    Das letzte Geschoss bestand nur noch aus zusammengefallenen Dachbalken. Einen davon versperrte den Dachzugang. Mit einem kräftigen Ruck [Probe Kraftakt] splitterte das morsche Holz und man konnte einen Blick in den Raum werfen. Die Einrichtung war unter Holz begraben. Das Astrolabium hatte sich durch den Aufprall eines Balkens in eine wertloses Stück Messing verwandelt. Hier gab es nichts mehr zu holen und die Helden traten die Rückreise nach Wagenhalt an.


    Am Nachmittag hatte man eine Audienz mit dem Akademieleiter der Rohalswächter. Die Helden wurden Hillebrandt von Nebelau-Streitzig geführt. Er freute sich für die Hilfe die ihm aus Gareth geschickt worden war und stellte sofort einen Kontakt zu Aldemar Immenward her. Aldemar hatte die Verantwortung zur Heilung Yelinas übernommen. Aldemar erschien im Zimmer der Spektabilität. Er berichtete vom Auffinden der Verwirrten im Grabungsfeld bei den Ruinen der alten Rohalakademie. Seither war ihr Verhalten unberechenbar und sie musste dauerhaft unter Aufsicht gestellt werden. Erst kürzlich war es Yelina gelungen aus dem Zimmer zu flüchten. Man fand sie kurz vor einem suizidalen Sprung vom Dach der Akademie. Im Anschluss an das Gespräch führt man die Gruppe zu der Erkrankten.


    Die Bedienstete Callida hatte gerade die Aufsicht. Als die Helden eintraten fuhr Yelina erschrocken auf. Auf dem Boden hatte sie mit Kreide das Siegel der alten Rohalakademie gezeichnet. Das gleiche, welches die Augen der Helden in der verfallenen Bücherei unter Gareth und auf dem Buchdeckel aus Hyanons Turm erblickt hatten. Auf Nachfrage erklärte Aldemar, dass dort in nandurischer Schrift die Worte „Magica Rohale singularium atque communium elementarium“ standen. Damit konnte Phelizitas wieder was anfangen. Übersetzt in Garethi war dort geschrieben: Rohals Lehre von den sechs Elementen. Nun konnte man die Erkrankte genauer untersuchen. Der im Turm aufgefundene Robenfetzen passte zu ihrer jetzigen Kleidung. Am linken Zeigefinger wies sie einen verschorften Schnitt auf. Vor dort breitete sich ein dunkles Adergeflecht den Arm hinauf aus. Die Verwirrte hatte panische Angst vor allen reflektierenden Oberflächen. Die Handinnenflächen wiesen Reste einer pastenartigen Substanz auf. [Heilkunde Seele gelungen] Selhira gelang es Yelinas Geist in das Hier und Jetzt zu holen. Wenn auch nur für kurze Zeit. Aber es reichte, dass die Magierin ihre Botschaft übermitteln konnte: „Das Zentrum des Hexagrams liegt im Osten. Ihr müsst den Turm finden, er wird euch weiterhelfen.“ Dann war der klare Moment vorbei. „Nein, nicht das Glas! Es sieht alles. Das Lilienmaul am Turm wird uns alle holen“


    Die nächste Sitzung findet am 13.01.2026 statt.

    261. Spieltag (06.01.2026)


    Die Gruppe traf die Entscheidung sich mal um Hyanons Turm zu kümmern. Der sollte sich ja im Osten von Wagenhalt befinden. Außerdem brauchte man noch die Staubbeutel einer Iribaarslilie für die Spiegelpaste. Und diese Lilien wuchsen in einem Sumpfgebiet. Da passte es doch gut, dass die Landwirte von einem Sumpfgebiet im Osten berichteten, das unter einem dauernden Nebel lag und das keiner betreten wollte. Also keiner außer ein paar Neugierigen, die auf der Suche nach einer Lilie waren.


    Nach einer Stunde Spaziergang war das Gebiet erreicht. Die Helden legten sich ihre Schneeschuhe an, Imion hatte noch in Wagenhalt welche gekauft. Langsam ging es in den Sumpf hinein. Damit man im Nebel nicht verloren ging, hatten sich die Helden mit einem Seil gesichert. Eine weise Vorsichtsmaßnahme, wie sich bald herausstellen sollte. Die Luft nahm einen wunderbar süßen Geschmack an. So etwas Feines hatte Thorn noch nie gerochen. Im Bann seines Verlangens schlug er einen Weg ein, den der Rest der Gruppe nicht einschlagen wollte. Soneas Arme spannten sich an und sie zog am Seil und wollte verhindern, dass der Zwerg auf Abwege geriet. Und obwohl er keinen Schritt weiterkam, bewegen sich seine Beine im Schlamm und schoben mit den Schneeschuhen ordentlich Dreck nach hinten. Selhira versuchte es mit gutem Zureden, Sonea nahm die direkte Methode in Form einer Backpfeife. Beides zeigte Wirkung und der Zwerg kam wieder zu Sinnen [gelungene Nahkampf-AT, da man ja nicht die Borongeweihte treffen wollte; Heilkunde Seele gelungen]


    Nun hatte man Zeit nach der Ursache zu forschen. Gute zwanzig Schritt entfernt stand eine einsame violette Lilie in der Sumpflandschaft [Sinnesschärfe +1] – und hinter der Pflanze war ein seltsames Flirren und Wabern zu sehen. So warm für eine Fata Morgana war es jetzt noch nicht. Eine Luftspiegelung die knistert? Kann jetzt irgendwie nicht so sein! [Willenskraft -1] Für einige aus der Gruppe schälte sich ein Turm aus dem Wabern. Vier Stockwerke, keine Fenster mehr in den Maueröffnungen, das Dach war zusammengebrochen. Aber erst musste man sich mit der Dämonenpflanze aus Amazeroths Reich auseinandersetzen.


    [Pflanzenkunde] Die Jagdtaktik der Pflanze bestand darin, mit ihrem Duft die Opfer in Reichweite (10 Schritt) ihrer Tentakel zu locken. Die Fangarme lagen unter der Wasseroberfläche im Schlamm. Nach der Umschlingung wurde die Beute unter Wasser gezogen und ertränkt. Die Helden näherten sich gerade weit genug um die Arme zu aktivieren, aber gerade noch außerhalb der Reichweite. Dann wurden die Arme im Fernkampf außer Gefecht gesetzt. Die Ernte der Staubbeutel war einfach. Schwieriger [Heilkunde Gift / Pflanzenkunde] war die Extraktion des Lähmungsgiftes aus den Fangarmen. Bei drei Armen gelang es, einmal scheiterte man. [Kontakt-/Waffengift Stufe 4; Beginn sofort; Erfolgreiche Giftprobe: Zähigkeit gescheitert = 2 Stufen Paralyse – Zähigkeit erfolgreich = 1 Stufe Paralyse; Wirkungsdauer 2 Stunden / 30 Minuten; Wert im Einkauf: 600 Silber]


    Nun konnte man bis zur Eingangstür des Turmes vordringen. Diese hing lose in den Angeln. Ein Kennerblick in Sachen Steinbearbeitung [alternativ Architektur] erbrachte die Erkenntnis, dass das Bauwerk 400 Jahre auf dem Buckel hatte. In dieser Zeit hatte das UNGESEHENE ZEICHEN, welches seine Energie durch KRAFTQUELLENSPEISUNG erhielt seine Wirksamkeit eingebüßt. Durch die leichte Kraftlinienverschiebung des Elementaren Hexagramms, war die magische Wirkung eingeschränkt und man konnte mit genügend Willenskraft die Illusion brechen. Feuchte Sumpfluft, fehlende Barrieren in Form von Fenster und Türen, hatten der Inneneinrichtung stark zugesetzt. Mehr als bröseliges Holz war nicht übriggeblieben. [Sinnesschärfe +] Auf dem Boden waren die schlammigen Fußabdrücke eines Menschen zu sehen, welche in den Turm hinein- und wieder hinausführten. In der Vorratskammer ließen sich nur noch die verrosteten Reifen ehemaliger Fässer auffinden. Die Möbel des Gästezimmers waren nur noch in Holzbröseln vorhanden. Es ging die Treppe hinauf. Die Festigkeit des metallenen Handlaufs testete man erst gar nicht.

    Das Jahr 2025 nimmt seinen Abschied und 2026 tritt mit schweren Stiefeln bereits gegen die Tür. Und die wird nicht mehr lange halten.


    Ich möchte mich auf diesem Weg bei der lese- und spielfreudigen Community für die geleistete Treue bedanken. Zwischenzeitlich hatten wir mehr als 169 000 Aufrufe. Und die Anzahl der Klicks pro Monat steigt weiter. Vielen herzlichen Dank für euer Interesse. Es freut mich, dass Aventurien ungebrochene Beliebtheit erlebt.


    Mit dem 215. Spieltag nahm das Jahr am 07.01.2025 seinen Anfang. Damals befanden sich die „alten Helden“ in einem belagerten Gehöft in Aranien. Der Sohn des Sultans von Baburien, wollte der Shahi ihr Kind entziehen. Die Kampagne der Splitterdämmerung in Aranien stellte auch das Ende für die gewohnte Heldengruppe dar. Die Charaktere genießen nun ihr neues Heim in Zorgan.


    Zwischenzeitlich haben wir den 260. Spieltag durchgeführt. Die Spieler bedienen sich nun neuen Charakteren. Niobaras verlängertes Vermächtnis wird im Regelkanon der 5. Edition gespielt. Bei den Spielern kommt das Konzept der Kampagnenverlängerung mit Hilfe von Kurzabenteuern gut an. Niobara führte und führt uns durch ganz Aventurien. Gerade befindet sich die Gruppe nordwestlich von Gareth, der Hauptstadt des Mittelreiches. Die Episode Wagenhalt ist etwas Besonderes, da der Handlungsort von Niobaras Vermächtnis (NV) identisch ist mit dem Handlungsort des Nebenabenteuers. Das macht den „Sandkasten“ etwas komplexer. Da die Gruppe Hinweise auf drei weitere Puzzleteile auf der Suche nach dem Erbe der Astronomin gefunden hat, lässt sich nicht genau sagen, in welche derische Richtung die Helden gezogen werden.


    Dass uns die Kampagne durch das gesamte Jahr 2026 begleiten wird, zeichnet sich ab. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.


    Man liest sich


    Hagen

    Nach dem Verlassen des Gebäudes legten die Helden sich mal eine Theorie zurecht. Yelina war es gelungen mit Hilfe der Spiegelpaste in eine andere Globule zu wechseln. Dort musste irgendwas ihre Krankheit ausgelöst haben, mit welcher sie wieder zurückkehrte. Als nächsten Schritt wollte man den Kontorschreiber ausfragen. Denn der gefundene Goldknopf deutete auf ihn als Täter. Beim Betreten des Stoerrebrandt-Kontors stand der Gesuchte wie gewohnt hinter seinem Pult und ging Schreibarbeiten nach. Die Kontorleiterin stand hinter ihrem Tresen. Imion und Thorn blieben an der Eingangstür stehen, um einen Fluchtweg zu verbauen. Sonea und Selhira traten an das Pult von Sequin heran. Mürrisch wehrte der Befrage jeden Kontaktversuch mit Verweis auf die viele Arbeit ab. Allerdings entging den beiden Geweihten nicht, die kleine Wunde an der Backe des Schreibers in Form eines Fuchskopfes und auch die offenen Unterarme zeigten Prellungen. Sonea sprach die Kontorleiterin auf den Mordverdacht hin an. Es gelang ihr die Leiterin davon zu überzeugen, sich zurückzuziehen, was die Kauffrau auch tat. Nachdem sie die Doppeltüren zum Lager durchquert hatte, verschloss sie diese von innen.


    Das Einrasten des Riegels machte auch Sequin klar, dass er sich nun nicht mehr herausreden konnte. Der Kampf begann. Selhira versuchte einen waffenlosen Angriff, Immion einen BLITZ DICH FIND, Sonea zog ihren Hammer. Thorn stand etwas verloren herum und fragte sich warum man auf einmal gegen den Schreiber loslegte. Sequin zog schnell seinen Dolch und mit einem präzisen Stich versuchte er sich die aufdringliche Sonea vom Leib zu halten. Anschließend blieb von ihm nur noch ein Flimmern in der Luft übrig. Die Kenntnisse in Magiekunde ließen vermuten, dass es sich bei ihm um einen Quitslinga, einen dämonischen Diener Amazeroths, handelte. Der Gestaltwandler hatte wohl den ursprünglichen Schreiber ersetzt. Was auch die bekannte Wesensänderung und die verschiedenen Kleider im Haus des Dämons erklärte.


    In der nächsten Runde patzte Selhira mit ihrem DÄMONENWALL, was sie nun zum dauerhaften Ziel der Kreatur machte. Soneas VERSTEINERUNG gelang, aber die Liturgie brauchte eine Zeit um zu Wirken. Thorn schoss vorbei. Imion beschloss den Dämon mit einen FULMINICTUS zu bekämpfen.


    Dritte Runde: Sonea beendete erfolgreich ihre Liturgie, Selhira zog ihren geweihten Rabenschnabel, erneuter FULMINICTUS durch den Waldelf. Sequins Dolch traf gerade wegen den beginnenden Versteinerung nicht. Thorn zielte, da der Dämon wieder verschwunden war.


    Vierte Runde: Sonea traf mit ihrem geweihten Hammer und verursachte etwas Schaden. Ein weiterer FULMINICTUS durch den Elfen, welcher nun ausgebrannt war. Thorns Ballestrina-Geschoss richtete als profane Waffe EINEN Punkt Schaden an (Rüstschutz des Dämons = 4). Selhira rief erfolgreich einen DÄMONENWALL herbei [der Schutzschild frisst alle normalen Angriffe des Dämons auf, bis seine Schutzpunkte aufgebraucht sind]. Der Quitslinga antwortete selbst mit einem FULMINICTUS gegen Selhira. Thorn musste abwarten, da der Dämon wieder verschwunden war. Zweite Runde Versteinerung.


    Fünfte Kampfrunde: Sonea übergab Selhira einen Heiltrank, Selhiras Rabenschnabel wurde durch den Dolch des Dämons pariert. Thorn schoss daneben. Der FULMINICTUS des Dämons scheiterte durch die Versteinerung (dritte Runde). Imion zog sein Rapier und näherte sich dem Kampf.


    Sechste Runde: Selhira trank den Heiltrank, Sonea musste abwarten, da der Dämon noch verschwunden war. Dessen letzter Dolchhieb traf nicht, dann fiel er versteinert zu Boden. Er wurde mit Soneas Hammer in kleine Brösel zerhackt, was nach der „Entsteinerung“ zu seinem Auflösen führte.


    Nach dem Kampf betrat die Kontorleiterin die Szene und übergab als Dank einen Heiltrank. Als sich die Helden das Grundstück des Schreibes und sein Haus nochmals bei Tag anschauten, fanden sie in einem Erdversteck im Garten vier Gegenstände, die man immer gut brauchen kann [zufällige Schatzkarten]: Heiltrank, Willenstrunk, Bannstaub, Waffenbalsam.


    Bei diesem Spielstand geht die Gruppe nun in die Weihnachts- und Silvesterzeit. Das nächste Treffen ist für den 06.01.2026 geplant.

    260. Spieltag (23.12.2025)


    Pünktlich erschienen die Helden an der Blutulme, an der Rohal aufgetaucht sein soll. Ende Tsa war es in der Nacht noch bitterkalt, deshalb hüllten sie die Helden in ihre Umhänge. Fast hatten sie schon aufgegeben, denn sie konnten in der Umgebung keine Bewegung feststellen, sahen sie aus dem Grabungsfeld mit Baustelle einen kleinen Humanoiden rennen. Der junge Mann war auf dem Weg zur Ulme. In seiner Hast stürzte er mehrmals, als er in der Nacht über das Grasfeld eilte. Schwer atmend erklärte er der Gruppe, dass er die Baumeisterin tot aufgefunden habe. Die Helden verlegten zum Auffindeort. Die Baumeisterin lag auf der Erde, ihr Spazierstock daneben. Unweit davon stand ein einsamer Baum. Die Borongeweihte sah sich den Leichnam an. Die Todesursache war auf den ersten Blick der Schnitt durch den Hals. Dann begann man die Leiche genauer zu untersuchen. In der Kleidung im Rücken stellte man mehrere Einstiche fest. Der Ring an der Hand in der Form eines Fuchskopfes hatte seltsame schwarze Antragungen. Um den Hals der Toten hing ein leeres Säckchen. Darin fand man die Reste von Sternenstaub, welcher auch ihre Handflächen silbern schimmern ließ. Außerdem war in dem Beutelchen ein kleiner leerer Zettel, der stark nach Zwiebeln roch. Mit seinen Kenntnissen in Alchemie, machte Thorn die Aussage, dass man mit Zwiebelsaft Botschaften schreiben kann, welche erst mit einer Hitzequelle sichtbar gemacht werden konnten. Ein paar Worte in Ingerimms Namen ließen bei Sonea eine kleine Flamme in der Handfläche erscheinen. Mit ihrer Hilfe wurden die Buchstaben sichtbar gemacht: GESPRÄCHE ROHALS IM TEMPEL. Im Umfeld der Leiche fand man einen goldenen Knopf, von der Machart, welche Sigrun von einer Weste im Haus des Kontorschreibers geschnitten hatte.


    Ein Held rannte zum Haus des Büttels, der nach mehrmaligem Klopfen mit zerzaustem Haar die Türe öffnete. Grimmig fragte er, in einen Umhang gehüllt, nach dem Grund des Weckens. Als er hörte, dass ein ermordeter Leichnam gefunden worden war, kleidete er sich an und ging mit zum Tatort. Er schaute sich nochmals um und fand einen Beutel mit getrockneten Blättern in einem Astloch am nahestehenden Baum. Die Helden und der Lehrling der Baumeisterin beugten sich über die Pflanzenreste, welche der Lehrling als getrocknetes Blutblatt identifizierte. Das wuchs hier überall und er hatte die Aufgabe die Grabungsstellen von diesem Unkraut zu befreien. Die Magier meiden den Kontakt mit der Pflanze. Warum konnte der junge Mann nicht sagen. Rote Hände bekam man davon jedenfalls nicht. Von der Baustelle wurde eine Trage besorgt. Bedeckt unter Selhiras Mantel brachte man den Leichnam zum Hesindetempel.


    Der Geweihte führte die Helden zunächst in den Keller. Dort gab es ein kleines Labor. Der dortige Steintisch war groß genug, um den Leichnam dort abzulegen. Man fragte nach einen schnellen Zugang zu Bibliothek, was der Geweihte erstaunt zur Kenntnis nahm, so mitten in der Nacht. Aber ein Todesfall brachte seltsames Verhalten mit sich. Er zeigte der Gruppe die Büchersammlung. Die 21 Bände „Gespräche Rohals des Weisen“ waren von Interesse. Da man nicht alle Bände dieser ellengroßen Bücher sichten wollte, untersuchte man die ganze Reihe nach Auffälligkeiten. Bei Band 5 wurde man fündig, denn er stand etwas aus der Reihe heraus. Beim Durchblättern entdeckte man einen weiteren Zettel: FINDE HYANONS TURM IM OSTEN. Der Hesindegeweihte konnte nur die bereits bekannten Ausführungen machen, dass sich in der Nähe ein Turm von Hyanon befinden soll, den aber Heerscharen von Magiekundigen und Forschern vergeblich gesucht hatten. Dem Geweihten war auch bekannt, dass Gebäude von Magiern gern an den Schnittpunkten von Kraftlinien errichtet wurden. So auch die, jetzt verfallene, Akademie von Rohal. Kraftlinien sind keine starren Gebilde, deshalb verschieben sich die Knotenpunkte mit der Zeit. Damit ließen es die Helden für den Tag bewenden und machten mal eine Pause.


    Die Ruhephase endete zur Mittagszeit und man hatte einen Termin mit der Spektabilität des Stoerrebrandt-Kollegs: Yeto Helmisch. Der beleibte 50jährige versuchte sein schütteres Haar durch geschicktes Kämmen der verbliebenen langen Haarsträhnen zu überdecken. Ihm war der Vorfall mit Yelina bekannt. Eine Ursache für die Krankheit kannte er jedoch nicht. Zu Hyanon wusste er, dass der Magier auf den Spuren des Dämonenbeschwörers Cyrianus Kalamal geforscht habe. Dieser Kalamal hat so um die 590 BF gelebt, zur Zeit der Magierkriege. Seine Spektabilität vermutete, dass der Turm durchaus auf magische Weise verborgen sein könnte. Dass der Turm sich in einer Globule befinden könne, hielt er für möglich. Dies erforderte aber ein hohes Maß an arkanem Können. Möglich, dass Hyanon als Erzmagier dazu die Fähigkeiten gehabt hatte. Die Spiegelpaste war auch ein Thema. Damit könne man kurzzeitig in eine andere Globule reisen, so man ein Portal für den Übertritt gefunden hat. Allerdings stellt die Ingredienz eines Staubbeutels einer Iribaarslilie eine bedeutende Hürde dar. Diese magische Sumpfpflanze lockte mit ihrem bezaubernden Duft die Leute zum Blütenstand. Anschließend zogen Tentakel die Beute unter Wasser. Aus der Pflanze konnte man ein Gift gewinnen. Die Akademie hatte keine Vorräte an den Staubbeuteln dieser Pflanze. Das Kontor konnte alles besorgen, wenn die Bezahlung stimmte und man etwas Zeit mitbrachte.

    Dann ging es ins Stoerrebrandt-Kolleg. Der dortige Magus begrüßte die Helden und zeigte sich nach Vorzeigen des Schreibens aus Gareth deutlich gesprächsbereiter. Für den folgenden Mittag wurde ein Termin beim Akademieleiter Yeto Helmisch gebucht. Ohne seine Erlaubnis durften sich die Helden nicht frei auf der Grabungsstätte bewegen. Es wurde auch der dauernde Zwist zwischen den beiden magischen Instituten angesprochen. Die Rohalswächter sahen in den Ausgrabungen ein Sakrileg an Rohals Erbe. Und wenn schon was gefunden wurde, hatte man es ihnen zu übergeben. Das Stoerrebrandt-Kolleg nahm dagegen eine eher weltliche Sicht ein. Das Grundstück war durch das Handelshaus erworben worden und auf seinem Eigentum durfte man grundsätzlich machen was man will. Der Magus erwähnte auch, dass der neue Sternenturm auf dem Fundament des alten errichtet worden war. Der Keller zeige einige alte Malereien. Man werde also das Alte so gut wie möglich mit dem Neuen verbinden.


    Auf der Baustelle traf man die Baumeisterin Ismena mit ihrem, Baupläne tragenden, Lehrling Gansbert an. Interessanterweise trug die Baumeisterin einen Gehstock aus Blutulmenholz. Die Baumeisterin war bestürzt über den Zustand von Yelina, einer guten Freundin von ihr. Deshalb habe sich Sequin um Auskunft ersucht und sich eine harsche Abfuhr eingehandelt.


    Während die Gruppe den Hesindetempel besuchte, beschloss Sigrun, die Baustelle und das Kontor etwas aus den Schatten zu beobachten.


    Der Hesindetempel, auch Haus der Blutulme genannt, war ein doppelgeschossiges Steinhaus mit moosgrünem Anstrich. Schlangensymbole zierten die Fensterläden und der ganze Stolz des Tempels war eine Skulptur der allweisen Göttin mit einem knienden und bittenden Rohal davor, welcher mit der Göttin sprach. Madaya te Ghune begrüßte die Helden. Sie gab den Zugang zu der ansehnlichen Bibliothek frei. Neben einer kompletten Ausgabe (21 Bände) der „Gespräche Rohals des Weisen“ fand man noch allerlei andere seltene Bücher. Hier konnte man sich tagelang vergraben. Pheliziats verschaffte sich ein paar Infos zu Rohal und Niobara. Der Zauberer stürzte die Priesterkaiser und übernahm selbst die Regierungsgeschäfte. In der Rohalszeit entstanden zahlreiche Gesetze, die auch noch heute Gültigkeit haben. Er war auch für die Gründung mehrerer Akademien verantwortlich. Er erlaubte die Gründung Visalts in der Nähe der Stelle, wo einst Bosparan stand. Deshalb war er auch im dortigen Stadtwappen zu sehen. Zwischen Rohal und Niobara muss es eine handfeste Liebschaft gegeben haben. Zur Sternenkundigen ließ sich erfahren, dass sie 511 BF in das Eherne Schwert reiste, in Begleitung von Rohal, um sich Rat bei Fuldigor, dem Drachen, zu holen. Sie gründete in Anchopal eine Akademie, welche 593 BF in den Magierkriegen zerstört wurde.


    Sigrun hielt geduldig Wache und konnte beobachten, wie der Lehrling Gansbert ein Schreiben in die Herberge trug und ohne das Dokument wieder zur Baustelle ging. Am Abend verfolgte sie Sequin von der Arbeitsstelle nach Hause. Dort wartete sie bis die Dunkelheit einsetzte, bevor sie über die Hintertür in das einfache Haus schlich. Sie hörte sich gespannt um und konnte nur Stille wahrnehmen. Niemand schien zu Hause zu sein. Die Schlafkammer war einfach. Im Schrank befanden sich Frauen- und Männerkleidung. Im Raum neben der Küche stand Geschirr mit noch feuchten Essensresten auf dem Tisch. In der Küche fand sie den Zugang zur Bühne. In den Schränken konnte sie nur einfache Nahrung auffinden, welche auf einen sehr spartanischen Geschmack des Bewohners schließend ließen. Auf der Bühne fand sie Kleiderkoffer, welche mit den unterschiedlichsten Moden gefüllt waren. Eine Gemeinsamkeit ließ sich feststellen. Alles hatte die gleiche Größe. Die goldenen Knöpfe einer Weste hatten es der Thorwalerin angetan. [Selbstbeherrschung, erschwert um den Goldgierwert, gescheitert] Sie schnitt die Knöpfe ab, nahm die Weste mit und versteckte sie auf dem Nachhauseweg. Wie Sequin das Gebäude, ohne gesehen zu werden, verlassen konnte, konnte die Frau aus dem Norden nicht feststellen.


    Die Gruppe fasste die Informationen zusammen. Mit den Kenntnissen in Magiekunde fand man ein Rezept für Spiegelpaste, wofür man Spiegelglas und Kürbiskernöl benötigte. Außerdem brauchte man noch Staub einer Iribaarslilie, Blutblatt, Spiegelmarmor und Quecksilber. Bei der sofortigen Besichtigung der Ruinen wurde dort wucherndes Blutblatt festgestellt. Die Pflanze war bei Magiern unbeliebt, da sie bei Berührung die Astralenergie absaugte.


    Dann verlegte die Gruppe in die Herberge, wo sie ein Schreiben der Baumeisterin erwartete. Sie wollte gegen Mitternacht ein Treffen an den Rohalsulme, da sie seltsame Dinge festgestellt hatte.


    Das Treffen wird am 23.12.2025 stattfinden.