68. Spieltag (18.06.2021)
Nach einer ruhigen Nacht stand für den nächsten Tag die Erkundung der Oase auf dem Plan. Das Frühstück der Reymahns war einfach, aber reichhaltig. Mit der Legende vom fahrenden Händler kam man durch das erste Stadttor. Die Wachen waren freundlich und fragten nach rastullahfeidlichem Besitz. Esbadascha hatte ihren Planwagen mit einem Zauberzeichen gesichert. Deshalb begnügten sich die Wächter mit einer einfachen Nachschau. Waren zum Handeln waren vorhanden. Mit dem Planwagen ging es in Richtung Keftplatz zum Händlerviertel (nördlicher Teil des mittleren Rings). Es war schnell klar, dass die Bewohner der Oase in einfachen Verhältnissen leben. Luxusgüter suchte man vergebens. Und so waren das Leder und die Eisenbarren ein gutes Handelsgut. Dolorita und Esbadascha übernahmen die Vermarktung und konnten Dank ihrer Fähigkeiten im Feilschen einen statten Gewinn von ca. 50 Dukaten erwirtschaften. Isleif und Diago machten ihre Runde um den Platz und wurden beim Teehaus von einem etwas besser gekleideten Herrn auf ein Glas Tee eingeladen. In dem Gespräch beschrieb der Herr die Oase mit seinen wichtigsten Gebäuden, aber erst nachdem man ihm von der Bekanntschaft mit dem Sultan der Oase Birsha berichtet hatte. Im inneren Ring, welcher für Ungläubige tabu war, befand sich ein See in den ein Wasserfall stürzte, am Südufer befand sich das Gebetshaus. Am Nordufer lagen Knochen von Drachen herum, außerdem munkelte man etwas von Geistern. Außerdem gab es eine Gruppe (Uled Ash´Shulak) die mit kleinen Drohungen die einfachen Leute zu „richtigem“ Verhalten animierten.
Am Ende der Verkaufsshow bemerkte Dolorita, wie sich verhüllte Gestalten in den Schatten der Seitengassen bewegten. Es mochten wohl zwischen 3 und 6 Personen sein. Genau ließ sich dies nicht sagen. Jedenfalls war klar, dass die Gruppe beobachtet wurde. Als Dolorita sich einem der Menschen näherte, zog sich dieser sofort in die Schatten zurück. Im nördlichsten Teil des mittleren Rings konnte man eine Felsnische entdeckten, wo man einigermaßen ungesehen agieren konnte. Esbadascha suchte eine geeignete Stelle, um sich mit einem Feuerzeichen durch die Mauer schmelzen zu können. Also schaute sich die Spinne der Hexe mal die Innenseite der Mauer an. Zumindest das Nordufer des Sees konnte erkundet werden. Am Südufer waren die großen Gebetshäuser und ein hoher Wachturm zu erkennen. Dieser hatte freien Blick auf die Innenseite der Durchbruchstelle. Dolorita stellte auch fest, dass der Kiesweg um den See regelmäßig benutzt wurde. Zumindest waren Abdrücke von Schuhwerk feststellbar. Das mit den Drachenknochen hatte auch seine Richtigkeit. Dank der Tierkenntnis konnte sie die Knochen identifizieren. Es handelte sich um einen zweiköpfigen Lindwurm, zwei Mantra´ke und eine Ssrkhrsechu.
Zeit sich mal im südlichen Bereich des mittleren Rings umzuschauen. Dort befand sich ein kleines Bethaus. Im weiten Verlauf der Straße ließ der Publikumsverkehr deutlich nach. Man kam am bewachten Haus des Sultans vorbei. Es gab wohl eine Hand voll Betuchte. Unter den wachsamen Augen der Wachen wurde der Planwagen am Ende der Straße gedreht. Bislang hatte man noch kein Garnisonsgebäude entdeckt. Entweder war die Anzahl der Wächter gering oder sie hatten ein gutes Versteck. Ob die Soldaten wohl alle im Wachturm waren? Oder in einer Wachstube im Palast? Der Innere Ring jedenfalls war nicht zu betreten. Vier rot gekleidete Wachen fragten jeden Unbekannten nach Suren aus den 99 Gesetzen. Am späten Nachmittag nahm man noch ein gesüßtes Heißgetränk und eine Wasserpfeife in der Teestube zu sich. Man kam mit einem Mann ins Gespräch. Dieser erzählte von einer Wasserschale am Rande des Sees. Ein Geschenk von Rastullah. Die Schale mit Wasser stand in der vollen Wüstensonne und wurde trotzdem nie leer. Einem wahren Gläubigen würde es nicht im Traum einfallen, etwas von diesem Wasser zu trinken. Ansonsten war man mit der Verwaltung der Oase durchaus zufrieden. Der Sultan wachte über die Einhaltung der Glaubensregeln, aber er bezahlte seine Diener in ausreichenden Maße. Auch die Steuerlast war zu ertragen. Da bediente man sich mit saftigen Preisen lieber an den Ungläubigen.
Anschließend verließ man die Oase wieder, denn nach Einbruch der Dunkelheit durfte sich kein Fremdländer mehr in der Oase aufhalten. Nachdem man den Planwagen bei den Reymahns untergestellt hatte, suchte man die örtliche Karawanserei auf. Dort war Diago bereits am Vortag ein Mann aufgefallen. Dieser war auch heute wieder da. Dolorita sprach ihn an. Ihm fiel das Essen aus dem Gesicht, als er die Gruppe erblickte. Er erkannte sie sofort als die Ausgräber von Bischa wieder. Seine Tante (die alte Gerberin) hatte ihm von den Ereignissen berichtet. Seitdem sind die Anzahl der Staubteufel deutlich zurückgegangen. Der Tulamide (Yasafar ben Rabin) bot sich an, die Helden auf ihrer Reise durch die Wüste zu begleiten. Er ruhte sich jetzt ein paar Tage hier aus und ließ seine Kamele wieder zu Kräften kommen. Als man ihm das Drachenarmband aus Drakonia zeigte, erkannte er dieses wieder. Die Familie ben Kasam (Onkel und zwei Neffen) trugen auch welche. Diese waren auch im Transportgewerbe, jedoch eher für die Kurzstrecken. Wobei die Reisezeit dem erfahrenen Karawanenführer etwas seltsam vorkam. Die Kasams waren zur Zeit unterwegs, er schätzt das Eintreffen auf die nächsten Tage. Für einen kleinen Verdienst war er bereit die Helden beim Eintreffen zu informieren.
Die weitere Geschichte wird sich am 22.06.2021 offenbaren.