29. Spieltag (31.10.2023)
Bisminka wartete bis die Helden sich orientiert hatten. Den Hexen
wurden ihre Paraphernalia abgenommen. Darunter befand sich auch der
Zauberstab eines gewissen Orschin Hirksjen, wo auch immer der Magier
aufhältlich sein soll. Thalian nahm das gute Stück an sich und
versprach es dem Eigentümer zurückzubringen. Der Thorwaler fand
Gefallen am roten Schleifstein. Bisminka klärte die Gruppe darüber
auf, dass dieses Goblinartefakt durch eine Schamanin aufgeladen
werden konnte. Jetzt sei der Stein leer. Diese Steine gibt es nur in
der Umgebung der Weißen Seen (AB Theaterritter 1 – die Helden
hatten damals beschlossen nicht den flüchtenden Goblins
hinterherzujagen, sondern die Trommel nach Festum zu bringen). In
seinem geladenen Zustand konnte man eine Waffe kurzzeitig (w6 Tage)
in eine geweihte Waffe gegen den Namenlosen verwandeln (AT+1/+1 TP).
Nun galt es nur noch eine Goblinschamanin aufzutreiben, die
freundlicherweise ihre Karmalenergie in den Stein fließen lässt.
Den Ahornzweig konnte man für Tränke gebrauchen. Die beiden
Hexenstämme wurden wieder Teil des Flosses. Die Bornwaldhexen
sollten nicht die Gelegenheit bekommen eine verbannte Hexe zu
befreien. Der Bannmagier wird schon seine Gründe gehabt haben, warum
er die Hexe in einen Baumstamm drückte. Skra warf den Wasserkrug
gegen die Felswand. Ohne Wasser war er eben nur das, ein Krug. Auch
die Trommel hatte, nach dem Traumgang, ihre Magie verloren. Bisminka
überzeugte die Hexen davon, dass sie mit der Weckung des Riesen
große Zerstörung angerichtet hätten. Jeder macht in seiner Jugend
mal einen Fehler. Gleichzeitig bot sie den Helden an, den Riesen
friedlich aus seinem Schlummer zu holen, falls sie mit der
Sagengestalt in Kontakt treten wollten. Die Helden lehnten das
Ansinnen ab. Was sollte ein Riese ihnen schon erzählen können. Wer
wusste schon, in welcher Gemütsverfassung der Riese wach wurde, und
einen Kampf gegen das Fabelwesen wollte man unter allen Umständen
vermeiden. Der Thorwaler drängte zur Abreise, er wollte seinen
Hexenfluch wieder loswerden (Pechmagnet – auch die 19 ist ein
kritischer Fehlschlag). Also ging es wieder zurück zum kaputten
Floß. Die Gruppe benötigte einen Tag zum Floßbau und zum Verladen
der Eisenbarren. Bisminka bat um Geleit aus dem Bornwald, sie wollte
wieder zurück nach Norburg in ihre Akademie. Am Lagerfeuer bot sie
an, dass die Gruppe sie nach Norburg begleiten soll. Die Dinge, die
die Helden erlebt hatten, sollten an die Ohren der Adelsmarschallin
gelangen. Nadjescha von Leufurten wäre mit Sicherheit daran
interessiert, zu erfahren, dass sich in ihrem Reich einen neue
Streitmacht zusammenfand. Und so ganz nebenbei, würde sie sich im
Rahmen des Bardenfestes (ganz zufällig) in einer Woche in Norburg
einfinden. Die Gruppe war sich einig, eine solche Gelegenheit durfte
man nicht verstreichen lassen.
Gegen Mittag ging man dann aufs Wasser. Der Zwerg mit seiner
Abneigung gegen alle nichtalkoholischen Flüssigkeiten war wenig
erfreut. Ließ sich aber dazu überreden, sich an der Kiste mit den
Eisenbarren festzubinden. Da immer mehr Nebenflüsse in den Born
mündeten, hatte der Fluß auf dem Rest der Reise an seiner Wildheit
verloren. Der Thorwaler steuerte das Wasserfahrzeug sicher durch die
Windungen. Auch die Bäume schienen kein Interesse mehr an dem Floß
zu haben. Am Abend des dritten Tages wurden die Bäume lichter und
man verließ den Wald. Am Ufer saß Fischer Jewan und angelte. Als er
das Floß aus dem Wald treiben sah, fiel ihm erstmal seine Pfeife aus
dem Mund. Er winkte das Floß heran und der Nordmann legte an. Er bot
den Helden an sie zu seiner Bronnjarin zu bringen. Tineke von
Bornstein-Sackenstatt würde sich über jede Unterhaltung freuen. Den
Helden bot sich einen Nacht in einen Bett an. Das durfte man nicht
ausschlagen. Im Beisein der Pereinegeweihten Ulmida von Firunen nahm
man das Abendmahl ein. Während der Fischer zwischenzeitlich das Dorf
auf den neusten Stand der Tagesnachrichten brachte, erwuchsen die
Helden zu unschlagbaren Recken, die im Bornwald den Riesen (Mehrzahl)
und Drachen trotzten. Und sich mit ihren Waffen mutig einen Weg durch
den Wald gebahnt hatten. Das führte natürlich dazu, dass jedermann
sich mal eine VIP aus der Nähe anschauen musste. Vor dem Haus
sammelte sich eine Menschenmenge. Es nachdem sich die Mutigen der
Menge präsentierten, war es Zeit für die Nachtruhe.
Die Perainegeweihte hatte den Weg nach Firunen beschrieben. Ca.
eine Meile vor der Stadt machte der Fluss eine Biegung. Dort befand
sich die Riesenburg. Das Geschichtswissen der Helden beschränkte
sich darauf, dass die Adelsmarschallin 1035 BF dort einen
Heiligengang abgehalten hatte. Die Legende sprachen davon, dass die
Burg eigentlich ein Ritualplatz der Goblins sein sollte. Die große
Schamanin Kunga Suula soll je nach Erzähler dort Rituale zu Gunsten
des Elchkönigs, den Silberlöwen und (natürlich) des Namenlosen
durchgeführt haben. Wie zu erwarten war, hatte die Perainegeweihte
nicht gelogen. Auf Höhe der „Burg“, eigentlich einem Steinhügel
mit einem großen Ahornbaum, wartete eine alte Bekannte am Ufer.
Leudara von Firunen hatte das Eintreffen der Helden erwartet. Der
Wulfgrimm legte das Floß an. Etwas merkwürdig war es schon, dass
die Geweihte die Helden zu einer Übernachtung am Fuße der
Riesenburg überreden wollte. Eine Meile vor der Stadt, wollten die
Helden jetzt nicht in der Wildnis kampieren. Es war schließlich
später Winter und die Nächte hatten noch ordentlich Kälte zu
bieten. Sie gingen auf das Angebot nicht ein. Thalian (Sinnesschärfe
+) bemerkte ein Blitzen zwischen den Sträuchern am Fuße des Hügels.
Als die Versteckten merkten, dass es wohl nichts mit einem Hinterhalt
werden würde, traten sie ins Abendlicht. Bewaffnete in geschwärzten
Rüstungen unter dem weißen Ornat der Rondrageweihten näherten sich
der Gruppe. Sie führten eine gefesselte Norbardin mit sich. Alriksej
erkannte seine Muhme Dascha wieder. Und auch ein alter Bekannter,
Rudjew von Arauken, war dabei (der Hetzer von den Weißen Seen,
Möchtegernbefreier der Gefangenen von Korswand, Mister kaputte Hose
und ich habe ein geheimes Korsmaltattoo im Nacken). Skras Liebling,
wenn mal keine Ritter zur Hand waren. Wortgewaltig forderte Irinje
von Schwertbergen, leitende Geweihte des Rondratempels zu Firunen,
die Herausgabe der Eisenbarren. Dascha habe sich des Wuchers schuldig
gemacht und deshalb werde die Ware konfisziert. Eigentlich gehörte
den Helden als Mittäter der Strick, aber in Anerkennung ihres Mutes
mit der Bornwaldreise, sollten sie die Möglichkeit haben, ihre Ehre
zu verteidigen.
Leudara schaute sich die Gruppe schweigend an, Dann stahl sich ein
finsteres Lächeln auf ihr Gesicht. Den Blick auf Alriksej gerichtet,
zog sie ihr Langschwert, drehte sich um und stellte sich schützend
vor den Norbarden. Irinje erkundigte sich danach, ob Leudara ihre
Wahl nun getroffen hätte. „Das habe ich“, antwortete die
Geweihte trocken, „wie es jede tut, die ihr Gelübde ehrt. Und du,
Schwester Irinje, wirst jetzt sterben.“
Die Gruppe hatte ihre Schwerter gezogen und machte sich zum Kampf
bereit. Als Skra bemerkte, dass Leudara sich mit einem Langschwert
einem Rondrakamm stellen wollte, bot die Gjalskerin Leudara ihr
Fundstück an. Leudara erkannte den Wert der Waffe sofort und
erkundigte sich danach, ob das der Ernst der Stammeskriegerin sei.
Als diese bejahrte, nahm die Geweihte die heilige Waffe danken an.
Sie fasste die Klinge direkt unter der Parierstange und hielt den
Rubin ins Abendlicht. Sofort bildeten die Facetten einen
gestrichelten Kreis auf dem Boden.
Mit den Worten
Dir zu Ehren kämpfe und streite ich,
Dir zu Ehren, nur in deinem Namen,
Dir zu Ehren ich leb,
Dir zu Ehren ich sterb,
Dir zu Ehren, bis in alle Ewigkeit
beendete sie die Liturgie EHRENHAFTIGKEIT.
Am Griff bildeten sich feine Rauchfädchen und Leudara verzog
leicht das Gesicht und ging in die Knie. Irinje erkannte sofort
worauf das hinauslief und rief Rudjew zu, dass er Leudara das Schwert
abnehmen soll. Gehorsam, aber nicht besonders helle, trat Rudjew in
den Kreis und fasste den heiligen Rodrakamm am Griff. Dieser begann
rot zu leuchten und sofort stand Rudjews Hand in Flammen. Mit einem
gellenden Schrei rannte er ans Ufer und löschte das Feuer im
Flusswasser. Zurück blieb eine geschwärzte, zur Kralle verbogene
Hand. Leudara erhob sich und sprach: Das Schwert ist nun MEIN.
Die beiden Geweihten machten sich zum Kampf bereit (die Spieler
übernahmen Leudara). Rondrakamm gegen Rondrakamm. Zunächst gewann
Irinje die Initiative und konnte Leudara einen Treffer zufügen. Dann
fiel eine 20 (wurde real gewürfelt) für Irinje und sie versenkte
ihren Kamm im Boden. Treffer für Leudara und die Ringe der
gegnerischen Kettenrüstung flogen durch die Gegend. Die Ehre gebot,
dass man die Schwäche des Gegners nicht ausnützt und so wartete
Leudara, bis ihr Gegenüber ihr Schwert befreit hatte. Diesmal
ergriff Leudara die Initiative und konnte ihrer Gegnerin jedoch
keinen weiteren Treffer zufügen (AT -), Irinje nutzte die
Gelegenheit, um sich in einen Blutrausch zu versetzen (AT und SCH
erhöht, PA unmöglich). Leudara traf, Rondra strafte Irinje mit
einer zweiten 20 (wurde real gewürfelt) und aus ihrem Rondrakamm
brach eine Zacke heraus, als sie gegen einen Felsen schlug (dauerhaft
-1 TP). Dann wurde der Tempelvorsteherin ihre fehlende Parade zur
Falle, ein letzter Hieb Leudaras brachte ihr Ende und damit gab sie
den Tempelvorsitz an unbekannt ab. An die Ehrenhaftigkeit gebunden
zogen die restlichen Korjünger davon und ließen Dascha zurück.